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Kurzgefaßte Deutsche Stilistik

Chapter 49: 36. Das Studium guter Muster.
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About This Book

This manual defines style and stylistics, distinguishes objective and subjective determinants of expression, and outlines principles of good writing—clarity, correctness, purity, precision, brevity, appropriateness, euphony, vividness, and naturalness. It surveys figures and tropes, examines word- and sentence-level matters (word formation, parts of speech, word order, participles) and the construction and rhythm of complex sentences. It treats types of style (poetic versus prosaic, intellectual versus emotional) and practical training: studying models, collecting material, planning, drafting, and revision. An appendix supplies syntax exercises and detailed guidance on government of verbs, nouns, adjectives, and prepositions for classroom use.

B. Die Mittel zur Ausbildung des Stiles.

36. Das Studium guter Muster.

Der Ausbildung der Sprache und des Stiles dient genau genommen der gesamte Unterricht, den jemand genießt, aber es sind doch auch besondere Mittel für diesen Zweck vorhanden, deren Gebrauch die Fähigkeit, seine Gedanken klar und in gefälliger Form darzustellen, außerordentlich fördert. Diese Mittel sind: a) Das Studium guter Muster; b) eigene Versuche, seine Gedanken über irgendein Thema zusammenhängend und wohlgeordnet darzustellen (Aufsätze).

Das Studium guter Muster ist die erste Bedingung, die erfüllt werden muß, wenn jemand auch nur einige stilistische Gewandtheit sich erwerben will. Die Hauptwerke unserer großen Dichter und Schriftsteller vor allem sollten von jedem, der seine deutsche Sprache liebt und achtet, immer und immer wieder nicht etwa bloß flüchtig gelesen, sondern gründlich studiert werden. Man scheide beim Lesen die Hauptgedanken von den Nebengedanken, mache sich immer die Anordnung der Gedanken (Disposition) klar, lerne die vorzüglichsten Stellen auswendig und präge sich gute und geschmackvolle Redewendungen ein; man lese nicht vielerlei neben- und durcheinander, sondern bleibe bei einem, und zwar so lange, bis man mit dem Inhalte völlig vertraut geworden ist. Die Schule wählt zwar eine Anzahl unserer bedeutendsten Dichtungen für die gemeinsame Lektüre in der Klasse aus, aber sie muß doch bei dem Mangel an Zeit vieles der Privatlektüre überlassen. Man lese auch zu Hause laut, das bloße stille Lesen mit den Augen fördert das eigentliche Stilgefühl, das Gefühl für die Schönheit und den Wohllaut des Satzbaues viel zu wenig.

Anmerkung. Neben dem Lesen ist ganz besonders der Umgang mit Gebildeten für die Entwickelung des sprachlichen Ausdrucks von großer Wichtigkeit. Vgl. hierüber Herders Rede: „Von der Ausbildung der Rede und Sprache in Kindern und Jünglingen.“

37. Der Aufsatz.

Jeder Aufsatz handelt über einen bestimmten Gegenstand, welchen das Thema nennt, das dem Aufsatze voraufgestellt wird. Ist das Thema festgestellt, so wird zunächst der Stoff gesammelt, d. h. alles aufgesucht und zusammengestellt, was sich über den Gegenstand sagen läßt. Der gesammelte Stoff wird dann in eine bestimmte, zweckmäßige Ordnung gebracht. Diese Ordnung der Gedanken nach Inhalt und natürlicher Folge heißt Disposition. Hieran endlich schließt sich die Ausarbeitung, die das, was in der Disposition getrennt erscheint, in einen angemessenen Zusammenhang bringt, und das, was in der Disposition bloß allgemein angedeutet werden konnte, im einzelnen ausführt. Demnach lassen sich die Tätigkeiten, die sich bei der Abfassung eines Aufsatzes nötig machen, in folgende vier Gruppen bringen:

1. Aufstellung des Themas.
2. Stoffsammlung.
3. Disposition.
4. Ausarbeitung.

38. Das Thema und die Arten der Aufsätze.

Das Thema muß klar, in sich abgerundet und fruchtbar sein. Klar nennen wir ein Thema dann, wenn es so gefaßt ist, daß eine Mehrdeutigkeit des Sinnes ausgeschlossen und der Stoff, der behandelt werden soll, genau bestimmt ist. In sich abgerundet ist das Thema, wenn sein Inhalt genau begrenzt und so einer Abschweifung auf Seitengebiete vorgebeugt ist. Fruchtbar endlich heißt ein solches Thema, das ausreichenden Stoff zur Behandlung, seien es Tatsachen oder Gedanken, in sich schließt.

In der Schule wird das Thema in der Regel vom Lehrer gegeben, und die Aufgabe des Schreibenden besteht dann in bezug auf diesen Punkt nur darin, sich den Sinn des Themas vollkommen klar zu machen, der Abgrenzung des Stoffes, die in dem Thema gegeben ist, sich deutlich bewußt zu werden und diese immer festzuhalten, sowie der Anregung zur Auffindung von Stoff, die in dem Thema enthalten ist, sorgfältig und mit Liebe nachzugehen. Im Leben hat man sich jedoch das Thema zu Aufsätzen und umfangreicheren schriftlichen Arbeiten meist selbst zu suchen, und man hat dann genau darauf zu achten, daß es den angeführten drei Forderungen entspricht. Man versäume daher nicht, sich auch im Aufstellen von Themen zu üben, was am besten dadurch geschieht, daß man zu Abschnitten aus den Werken unserer großen Dichter, namentlich Lessings, Goethes, Schillers, Herders u. a. nach sorgfältiger Lektüre kurze und schlagende, d. h. genau bezeichnende Überschriften sucht. Diese Übung ist fast ebenso wichtig als die Ausarbeitung eines gegebenen Themas.

Das Thema kann den verschiedensten Stoffkreisen entlehnt sein. Die wichtigsten Arten der Schulaufsätze sind:

a) Die Erzählung. Eine Handlung wird in ihrem ununterbrochenen Verlaufe dargestellt, so daß die einzelnen Teile derselben ein zusammenhängendes Ganzes bilden.

b) Die Beschreibung. Ein Gegenstand wird in bezug auf seine nebeneinanderliegenden Teile dargestellt. Eine gute Beschreibung wird jedoch auch das im Raume Ruhende in einer gewissen zeitlichen Aufeinanderfolge darzustellen wissen. So wird z. B. eine Pflanze am besten in der Weise beschrieben, daß die einzelnen Teile in der Reihenfolge aufgeführt werden, in welcher sie sich selbst entwickeln, daß man also gleichsam die Pflanze vor sich entstehen sieht. Homer erzählt, wie die Waffen nach und nach fertig werden oder wie ein Kleidungsstück nach dem anderen angelegt wird. So ist immer das Unbelebte und Unbewegte mit dem lebendigen Gang einer Handlung in Verbindung zu setzen. Man vgl. hierüber Lessings Laokoon.

c) Die Schilderung. Ein Gegenstand oder ein Ereignis wird in besonders anschaulicher und lebendiger Weise dargestellt, z. B.: ein Frühlingstag, ein Gewitter usw.

d) Die Charakteristik. Die Eigenart einzelner Personen oder ganzer Menschengattungen wird geschildert, z. B.: Gustav Adolf, Wallenstein, der Geizige, der Jähzornige usw.

e) Die Abhandlung. Die Abhandlung ist die höchste und schwierigste Form des Aufsatzes, weil sie sich nicht mit konkreten Gegenständen, sondern mit abstrakten Dingen, mit Begriffen, Sentenzen und theoretischen Wahrheiten beschäftigt.

f) Übersetzungen aus fremden Sprachen. Diese sind für die Ausbildung des Stiles von großer Wichtigkeit, wenn sie mit Sorgfalt ausgeführt werden, und wenn man streng darauf bedacht ist, jede undeutsche Wendung zu meiden.

39. Das Sammeln des Stoffes.

Beim Sammeln des Stoffes schreibe man die Gedanken zunächst ohne Rücksicht auf irgendwelche bestimmte Reihenfolge so nieder, wie sie einem zufällig in den Sinn kommen. Gewöhnlich bilden sich aber dabei von selbst schon gewisse Gesichtspunkte, nach denen der Stoff sich ordnen läßt, mit heraus, die dann später willkommene Anhaltspunkte für die Disposition bieten. Die Hauptmittel, um Stoff zur Behandlung gegebener Themen zu finden, sind: Beobachtung der Natur und des Lebens, sowie die Lektüre guter Werke.

40. Die Disposition.

Bevor man an die Darstellung selbst geht, muß der Gegenstand nach allen Seiten durchdacht sein, und der Stoff, den man dabei gefunden hat, muß geordnet werden. Es lassen sich oft sehr viele Teile und Unterteile bilden, jeder Aufsatz hat aber in der Regel drei Hauptteile, nämlich: a) den Eingang, b) die Ausführung, c) den Schluß.

a) Der Eingang hat den Zweck, auf den darzustellenden Gegenstand hinzuleiten. Er muß daher alles enthalten, was zum Verständnisse des Folgenden notwendig ist, und muß das Interesse des Lesers erwecken. Bei Erzählungen und Beschreibungen werden hauptsächlich Raum- und Zeitverhältnisse (Lage, Ort, Jahreszeit u. ähnl.) den Inhalt bilden, bei Abhandlungen wird von den Umständen zu reden sein, die den Verfasser zum Schreiben veranlaßt haben, oder es werden allgemeine Gedanken anzuführen sein, die zu dem besonderen Gedanken des Themas hinführen, u. ähnl. Bei größeren Arbeiten muß die Einleitung immer das Reifste und Vollendetste sein, man wird daher gut tun, sie zuletzt zu schreiben.

b) Die Ausführung. Am Schlusse der Einleitung, namentlich bei Abhandlungen, pflegt der Schreibende das Thema anzugeben, von dem seine Darstellung handeln soll. Die Ausführung enthält nun die eigentliche Darstellung; alles, was über den Gegenstand zu sagen ist, muß klar, kurz und wohlgeordnet angeführt werden. Die Ausführung gliedert sich daher wieder in eine Reihe von Haupt- und Unterteilen. Die Hauptteile hebe man voneinander ab, leite aber durch geschickte Wendungen von einem zum anderen über; die Unterteile dagegen müssen ganz innig miteinander verbunden werden, so daß sie sich nicht so stark voneinander abheben wie die Hauptteile. Bei der Erzählung, Beschreibung und Schilderung ergeben sich die Teile gewöhnlich aus der zeitlichen Folge oder der räumlichen Lage, bei der Abhandlung steigt man im allgemeinen vom minder Wichtigen zum Wichtigeren auf. Ist bei der Abhandlung das Thema allgemeiner Art, so wird es in der Ausführung in seine Besonderheiten zerlegt, ist es dagegen ein besonderer Gedanke, so wird es auf allgemeine Sätze zurückgeführt. Außerdem müssen Beweisgründe für die Wahrheit, Widerlegungen der Einwürfe beigebracht und die nötigen Folgerungen daraus gezogen werden.

c) Der Schluß rundet den Aufsatz zu einem in sich geschlossenen Ganzen ab. Bei der Erzählung, Beschreibung und Schilderung enthält er gewöhnlich einen Hinweis auf die Folgen oder die Bedeutung eines Vorganges oder auf den Gesamteindruck des beschriebenen Gegenstandes. Der Schluß einer Abhandlung enthält in der Regel den Satz noch einmal, der erörtert oder bewiesen werden sollte, indem das Ergebnis der Beweisführung kurz zusammengefaßt wird. Der Schluß sei kurz, treffend und bündig, er enthalte nichts Unnötiges und nichts, was sich nicht zwanglos aus dem Vorhergehenden ergibt.

41. Dispositionsregeln.[24]

Die Anordnung und Gliederung des Stoffes, der in einem Aufsatze dargestellt werden soll, ist eine Tätigkeit des Verstandes, sie muß daher vor allen Dingen streng logisch sein. Das Wesen der Disposition besteht darin, daß ein Ganzes in seine Teile zergliedert und die Verhältnisse dargelegt werden, in denen die Teile zu dem Ganzen und untereinander stehen. Man hat daher, wenn man irgendeine Teilung eines Ganzen vornimmt, sich folgende drei Fragen zu beantworten:

a) Wie verhält sich das Ganze zu den Teilen in ihrer Gesamtheit?

b) Wie verhält sich jeder einzelne Teil zum Ganzen?

c) Wie verhalten sich die einzelnen Teile untereinander?

Bei a) ergibt sich, daß das Ganze immer gleich ist der Summe seiner Teile, und daß daher sofort eine empfindliche Lücke entsteht, wenn ein Teil fehlt, oder ein störender Überschuß, wenn etwas Überflüssiges zu den Teilen hinzugetan worden ist. Wollte man z. B. das Pflanzenreich behandeln und dieses einteilen in Bäume und Sträucher, so würde diese Teilung falsch sein, weil die Summe der Teile, d. i. hier die Bäume und Sträucher zusammengenommen, gar nicht das Ganze, d. i. das Pflanzenreich, ergäbe, sondern ganze große Gruppen, z. B. Blumen, Moose, Pilze, Farne u. a., fehlten. Eine richtige Teilung dagegen ist es, wenn man die Pflanzen in Phanerogamen und Kryptogamen einteilt, da diese Teile zusammengenommen alle Pflanzen einschließen. Falsch würde die Teilung aber sofort wieder werden, wenn man eine Gruppierung in Phanerogamen, Kryptogamen und Zellpflanzen vornähme, indem man hier einen überflüssigen Teil hinzufügte, denn die Zellpflanzen gehören zu den Kryptogamen. Solche überflüssige Teile entstehen gewöhnlich dadurch, daß man den ursprünglichen Einteilungsgrund nicht festhält, sondern unvermerkt einen neuen Einteilungsgrund unterschiebt. Will man einen Teil der Pflanzen als Zellpflanzen (d. i. solche, die nur aus Zellen bestehen) aufführen, so muß man ihm den anderen als Gefäßpflanzen (d. i. solche, die aus Zellen und Gefäßen bestehen) gegenüberstellen, dann hat man wieder eine richtige und vollständige Einteilung des Pflanzenreiches. Hier hat man dann den inneren anatomischen Bau der Pflanzen als Einteilungsgrund angenommen und durchgeführt, während für die Einteilung in Phanerogamen und Kryptogamen der Einteilungsgrund aus der Beobachtung der Blüte hervorgegangen ist (Blüte und Samen; keine Blüte und Sporen). Es ergibt sich also bei diesem Punkte die wichtige Regel: Die Disposition muß vollständig sein, d. h. es darf kein Teil fehlen, sie darf aber auch keinen überzähligen Teil enthalten.

b) Betrachtet man das Verhältnis jedes einzelnen Teiles zum Ganzen, so ergibt sich die Tatsache, daß das Ganze und der Teil nie einander beigeordnet sein können, sondern daß jeder Teil immer dem Ganzen untergeordnet ist. Jeder Teil muß sich daher genau in den durch das Ganze gezogenen Grenzen halten und darf nicht über diese Grenzen hinausgreifen; zugleich muß er sich aber auch auf seinem besonderen Gebiete bewegen und darf nicht auf das Gebiet des Ganzen überschweifen. Hat man also z. B. das Pflanzenreich in Phanerogamen und Kryptogamen geteilt, so darf man bei keinem der Teile auf ein anderes Naturreich, etwa das Tierreich oder Mineralreich, überschweifen, und ebensowenig darf man bei den einzelnen Teilen von den Pflanzen im allgemeinen sprechen, sondern man hat von den Phanerogamen, bzw. Kryptogamen zu reden. Hieraus ergibt sich als zweite Hauptregel für das Disponieren: Jeder Teil muß dem Ganzen untergeordnet sein und sich zugleich durch seinen besonderen Inhalt von dem Ganzen unterscheiden.

c) Die einzelnen Teile untereinander dagegen sind sich beigeordnet. Der eine Teil darf daher nicht wieder den anderen als Ganzes umschließen, sondern jeder Teil muß sich durch seinen besonderen Inhalt von dem anderen unterscheiden. Wollte ich also z. B. das Pflanzenreich in Phanerogamen, Kryptogamen und Zellpflanzen einteilen, so würde diese Teilung falsch sein, weil die Zellpflanzen wieder eine Unterabteilung der Kryptogamen bilden, die in Gefäßkryptogamen und Zellpflanzen zerfallen. Hieraus ergibt sich die dritte Hauptregel: Die einzelnen Teile müssen sich gegenseitig ausschließen.

Man erkennt aus diesen allgemeinen Regeln, daß das Wichtigste die Wahl des Einteilungsgrundes und die einheitliche Durchführung der Disposition nach dem gewählten Einteilungsgrunde ist. Der Einteilungsgrund muß so gewählt sein, daß er eine erschöpfende Behandlung des Wesentlichen gestattet, d. h. alles dessen, was dazu dient, den Gegenstand seinem Wesen nach darzulegen. Soll man z. B. ein Land schildern, so zerlege man es nicht äußerlich in einen nördlichen, südlichen, östlichen und westlichen Teil oder gar in einzelne von der Regierung geschaffene Bezirke, sondern man gehe seiner äußeren und inneren Beschaffenheit nach, so daß man etwa der Reihe nach seine Lage, seine Gewässer, seine Bodenverhältnisse, sein Klima, seine Erzeugnisse und seine Bewohner betrachtet. An dem einmal gewählten Einteilungsgrunde ist unbedingt festzuhalten, und es ist der gröbste Fehler, wenn sich in einer Disposition zwei verschiedene Einteilungsgründe durchkreuzen.

Endlich ist noch zu beachten die Art des Teilens selbst. Man unterscheidet die Einteilung (Division) von der Zerteilung (Partition). Die Zerteilung besteht darin, daß man ein Einzelwesen in seine Bestandteile zerlegt, die Einteilung darin, daß man eine Gattung in ihre Arten gliedert. Zerlege ich eine Pflanze in Wurzel, Stengel und Blüte, so habe ich eine Zerteilung vorgenommen; ordne ich aber die Pflanzen in Phanerogamen und Kryptogamen, so ist das eine Einteilung. In der Disposition werden nun Einteilung und Zerteilung aufs innigste verbunden. Durch die Einteilung finden wir die Arten, durch die Zerteilung die einzelnen Bestandteile, und die Disposition weist Arten und Teilen ihre rechte Stelle an. Ich kann die Hauptteile einer Disposition durch Zerteilung, die Unterteile der Hauptteile durch Einteilung finden oder umgekehrt, und ich kann überhaupt jeden Gegenstand zerteilen oder einteilen, da es mir frei steht, ihn als Einzelwesen oder Gattungsbegriff aufzufassen.

Über den „Wert einer guten Disposition“ äußert sich Herder in einem seiner Briefe an einen jungen Theologen in folgender Weise: „Disposition ist das Hauptwerk der Rede, sie ist das Gebäude, ohne welches alle äußere Bekleidung nichts ist. Deshalb habe ich Sie, mein Freund, vor allem Auswendiglernen schöner Ausdrücke, bunter Floskeln und Sentenzen so ernstlich gewarnt. Diese locken ungemein ab vom Wege, und der Jüngling, der solchen Irrlichtern folgt, ist verloren. Ein Mensch, der nach schönen Worten hascht, der halbe Seiten von Modesentenzen ausschreibt, hat kaum mein Vertrauen mehr; er tut eine kopflose, kindische Arbeit. Alle Blumen des Vortrages müssen aus der Sache selbst, an diesem Orte, an dieser Stelle, wie Blumen aus dem Schoße ihrer Mutter Erde, hervorgehen; die Kunst des Gärtners pflanzte und wartete sie nur eben an der besten Stelle. Da muß kein Bild, kein Satz, kein Komma sein, das nicht aus diesem Thema wie ein Ast und sein Zweig oder wie eine Blüte und ein Blatt aus solcher Wurzel an solchem Stamme notwendig erwüchse. Wenn’s hier nicht steht, so stehe es nirgends; aber die Rede ist dann unvollständig, sie hat, wie man bei Gemälden sagt, ein Loch, eine Lücke. Alle Fehler verzeihe ich gern, nur die Fehler der Disposition nicht. Steht, was untereinander gehört, neben-, was nebeneinander gehört, untereinander, wiederholen sich die Teile auf die schnödeste Weise, so daß, wenn von der Gefangennahme Christi geredet werden soll, gefragt wird: 1. Wer ihn gefangen genommen hat, 2. von wem er gefangen genommen worden ist; weiß endlich der Verfasser gar keine Sätze herauszuziehen, sie weder unter- noch nebeneinander zu ordnen; weiß er durchaus nicht, was dieser, was jener Teil der Rede sei oder sein soll — o weh, weh! Gehe er hin und lerne Logik!

Zur Gewöhnung an Disposition ist die frühe Erlernung einer oder der anderen Wissenschaft, die es nämlich am füglichsten erträgt, in wohlgefügten Tabellen das beste Verfahren. Dem Auge und der Seele gibt sie unvermerkt einen logischen Anblick. Ich weiß es sehr wohl, daß krause Köpfe auch durch tabellarische Form nicht glatt werden; ich weiß es auch wohl, daß, wenn man in jeder Periode wieder unendlich klein disponiert, man ein moleste sedulus, ein improbe artificiosus werde, der vor lauter Deutlichkeit stockdunkel, vor lauter Ordnung verworren wird und zuletzt das Ganze gar aus dem Gesicht verliert. Mißbräuche einer Sache heben aber die Sache nicht immer auf; immer bleiben Logik und Disposition die Grundlage des Vortrages.

Eine ganz andere Frage ist’s, ob man die Disposition wie ein nacktes Gerippe hinstellen soll. Das tut die Natur nicht, und die arme eingeschränkte Nachahmerin derselben, die Kunst, soll’s noch weit minder. Die Natur hat’s nicht mangeln lassen an schönen Formen; feste Formen aber, richtige und gerade Linien machte sie überall zum Wesen der Sache, das sie mit Schlängelungen und Krümmen überkleidet. Wenn Wolfs und insonderheit des Philosophen Baumgarten Schriften auch kein Verdienst hätten, so wäre es das, daß sie Ordnung in den Begriffen und die letzteren eine spartanische Kürze und Strenge in Worten lehren. So sehr Bako den Witz liebte, so genau disponiert sind seine besten Schriften. Aristoteles ist ein fester Knochenmann wie der Tod, ganz Disposition, ganz Ordnung. Wenn Winckelmanns Geschichte der Kunst kein ander Verdienst hätte, so wäre es das, daß man in ihr wie in einem griechischen Tempel zwischen Säulen und schöngeordneten Aussichten über Zeiten und Völker wandelt; sie ist das schöne Ideal einer wohlausgeteilten, hochangelegten Kunstgeschichte. Solche Bücher lesen Sie, mein Freund, exzerpieren Sie dieselben und lernen Sie danach Ihre Gedanken ordnen. Wer nicht disponieren kann, kann weder lernen noch behalten noch wiederholen; noch weniger werden die’s können, die ihn hören. Es ist arena sine calce; die geflügelten Worte versausen.“

42. Die Chrie.

Die Chrie (χρεία, d. i. Gebrauch, Nutzanwendung), eine von dem Rhetor Aphthonius im vierten Jahrhundert erfundene Form, ist eine Abhandlung über ein Sprichwort oder eine Sentenz nach bestimmten Gesichtspunkten. Die Disposition der Chrie ist genau vorgeschrieben und ist für jede beliebige Sentenz immer dieselbe:

a) Eingang (Exordium). Gewöhnlich wird hier der Autor der Sentenz gerühmt, oder es werden, wenn der Autor unbekannt ist, allgemeine Gedanken angeführt, die zu dem speziellen Gedanken der Sentenz hinleiten. Am Schlusse der Einleitung wird das Thema wörtlich angeführt.

b) Erläuterung des Themas (Expositio). Es wird eine genaue Wort- und Sinnerklärung der Sentenz gegeben.

c) Begründung (Aetiologia oder Causa). Die Wahrheit der Sentenz wird durch Gründe erwiesen.

d) Gegenteil (Contrarium). Die entgegenstehenden Meinungen werden widerlegt.

e) Gleichnis (Simile oder Comparatio). Das, was in der Sentenz ausgesprochen ist, wird mit ähnlichen Erscheinungen aus der Natur verglichen.

f) Beispiel (Exemplum). Für die Wahrheit der Sentenz werden Fälle aus dem täglichen Leben oder aus der Geschichte angeführt.

g) Zeugnis (Testimonium). Es werden Aussprüche großer Männer, Sprichwörter, Sitten, Gebräuche usw. angeführt, welche die Wahrheit der Sentenz bestätigen.

h) Schluß (Conclusio). Das Gesagte wird noch einmal kurz zusammengefaßt (Recapitulatio) und eine Nutzanwendung daran geknüpft.

Die Chrie steht in der Mitte zwischen Erzählung und Abhandlung. Sie ist nur eine Schulform der Darstellung, die sich im Anfange, wenn dem Schüler die Fähigkeit selbständig zu disponieren noch mangelt, mit Vorteil anwenden läßt, die aber bald abgestreift werden muß, da im Leben weder Redner noch Schriftsteller von dieser Form Gebrauch machen.

43. Die Ausarbeitung.

Hat man das Thema nach allen Seiten hin durchdacht, den Stoff gesammelt und die Disposition entworfen, so geht man an die eigentliche Ausarbeitung. Hierbei sind vor allem die stilistischen Gesetze zu beobachten, die bereits in der allgemeinen Stilistik im einzelnen dargelegt sind. Man sage nichts, was nicht zur Sache gehört, gehe über Nebensächliches rasch hinweg und meide vor allem Weitschweifigkeit und leere Redseligkeit, die alle Gedankenkraft ersticken und den Aufsatz um jede Wirkung bringen. Besondere Aufmerksamkeit wende man den Übergängen zu, die sich zwischen den einzelnen Teilen nötig machen und dazu dienen, die Verbindung zwischen den einzelnen Teilen herzustellen. Hauptregel ist hier, daß die Übergänge in den Gedanken, nicht in bloßen Worten liegen müssen. Ein einziges Bindewort oder Umstandswort, oftmals auch bloß die Wortstellung genügen in der Regel, um sprachlich die Verknüpfung auszudrücken. Oftmals leitet eine Frage geschickt zu dem nächsten Teile über. Je leichter und natürlicher die Übergänge erscheinen, um so besser ist der ganze Aufsatz. Wortreichtum in den Übergängen ist aufs sorgfältigste zu meiden. Unerträglich sind Wendungen wie: „Nachdem wir nun die Phanerogamen betrachtet haben, gehen wir zu den Kryptogamen über“ oder: „Sehen wir uns nun die Kryptogamen näher an“ oder: „Es sind aber nicht nur die Phanerogamen zu betrachten, sondern auch die Kryptogamen“ usw. Je genauer das ganze Thema durchdacht worden ist, um so leichter und natürlicher werden sich die Übergänge gestalten.

44. Über die Kunst, seine Gedanken gut auszusprechen.

Justus Möser (1720–1794), der berühmte Verfasser der Osnabrückischen Geschichte und der patriotischen Phantasien, beantwortet in einem Aufsatze, der dem letztgenannten Werke entnommen ist, die Frage: „Wie gelangt man zu einem guten Vortrage seiner Empfindungen?“ „Ihre Klage, liebster Freund“, schreibt er, „daß Sie sich in Ausdruck und Vorstellung selten ganz vollkommen genug tun können, wenn Sie eine wichtig und mächtig empfundene Wahrheit anderen vortragen wollen, mag leicht gegründet sein; aber daß dieses eben einen Mangel der Sprache zur Ursache habe, davon bin ich noch nicht überzeugt. Freilich sind alle Worte, besonders die toten auf dem Papiere, welchen es wahrlich sehr an Physiognomie zum Ausdrucke fehlt, nur sehr unvollkommene Zeichen unserer Empfindungen und Vorstellungen, und man fühlt oft bei dem Schweigen eines Mannes mehr als bei den schönsten niedergeschriebenen Reden. Allein auch jene Zeichen haben ihre Begleitungen für den empfindenden und denkenden Leser, und wer die Musik versteht, wird die Noten nicht sklavisch vortragen. Auch der Leser, wenn er anders die gehörige Fähigkeit hat, kann an den ihm vorgeschriebenen Worten sich zu dem Verfasser hinauf empfinden und aus dessen Seele alles herausholen, was darin zurückblieb.

Eher möchte ich sagen, daß Sie Ihre Empfindungen und Gedanken selbst nicht genug entwickelt hätten, wenn Sie solche vortragen wollen. Die mehrsten unter den Schreibenden begnügen sich damit, ihren Gegenstand mit aller Gelassenheit zu überdenken, sodann eine sogenannte Disposition zu machen und ihren Satz danach auszuführen, oder sie nützen die Heftigkeit des ersten Anfalles und geben uns aus ihrer glühenden Einbildungskraft ein frisches Gemälde, was oft bunt und stark genug ist und doch die Wirkung nicht tut, welche sie erwarteten. Aber so nötig es auch ist, daß derjenige, der eine große Wahrheit mächtig vortragen will, dieselbe vorher wohl überdenke, seinen Vortrag ordne, und seinen Gegenstand, nachdem er ist, mit aller Wärme behandle, so ist dieses doch noch der eigentliche Weg nicht, worauf man zu einer kräftigen Darstellung seiner Empfindung gelangt.

Mir mag eine Wahrheit, nachdem ich mich davon aus Büchern und aus eigenem Nachdenken unterrichtet habe, noch so sehr einleuchten, und ich mag mich damit noch so bekannt dünken, so wage ich es doch nicht, sogleich meine Disposition zu machen und sie danach zu behandeln; vielmehr denke ich, sie habe noch unzählige Falten und Seiten, die mir jetzt verborgen sind, und ich müßte erst suchen, solche soviel möglich zu gewinnen, ehe ich an irgendeinen Vortrag oder Disposition und Ausführung gedenken dürfe. Diesem nach werfe ich zuerst, sobald ich mich von meinem Gegenstande begeistert und zum Vortragen geschickt fühle, alles, was mir darüber beifällt, aufs Papier. Des anderen Tages verfahre ich wieder so, wenn mich mein Gegenstand von neuem zu sich reißt, und das wiederhole ich so lange, als das Feuer und die Begierde zunimmt, immer tiefer in die Sache einzudringen. So wie ich eine Lieferung auf das Papier gebracht und die Seele von ihrer ersten Last entledigt habe, dehnt sie sich nach und nach weiter aus und gewinnt neue Aussichten, die zuerst noch von näheren Bildern bedeckt wurden. Je weiter sie eindringt und je mehr sie entdeckt, desto feuriger und leidenschaftlicher wird sie für ihren geliebten Gegenstand. Sie sieht immer schönere Verhältnisse, fühlt sich leichter und freier zum Vergleichen, ist mit allen Teilen bekannt und vertraut, verweilet und gefällt sich in deren Betrachtung, und hört nicht eher auf, als bis sie gleichsam die letzte Gunst erhalten hat.

Und nun, wenn ich so weit bin, womit insgemein mehrere Tage und Nächte, Morgen- und Abendstunden zugebracht sind, indem ich bei dem geringsten Anscheine von Erschlaffung die Feder niederlege, fang’ ich in der Stunde des Berufs an, mein Geschriebenes nachzulesen und zu überdenken, wie ich meinen Vortrag einrichten wolle. Fast immer hat sich während dieser Arbeit die beste Art und Weise, wie die Sache vorgestellt sein will, von selbst entdeckt, oder wo ich hierüber noch nicht mit mir einig werden kann, so lege ich mein Papier beiseite und erwarte eine glücklichere Stunde, die durchaus von selbst kommen muß, und leicht kommt, nachdem man einmal mit einer Wahrheit so vertraut worden ist. Ist aber die beste Art der Vorstellung, die immer nur einzig ist, während der Arbeit aus der Sache hervorgegangen, so fang’ ich allmählich an, alles, was ich auf diese Art meiner Seele abgewonnen habe, danach zu ordnen, was sich nicht dazu paßt, wegzustreichen und jedes auf seine Stelle zu bringen.

Insgemein fällt alles, was ich zuerst niedergeschrieben habe, ganz weg, oder es sind zerstreute Einheiten, die ich jetzt nur mit der herauskommenden Summe zu bemerken nötig habe. Desto mehr behalte ich von den folgenden Operationen, worin sich alles schon mehr zur Bestimmung geneigt hat, und der letzte Gewinn dient mehrenteils nur zur Deutlichkeit und zur Erleichterung des Vortrages. Die Ordnung oder Stellung der Gründe folgt nach dem Hauptplan von selbst, und das Kolorit überlasse ich der Hand, die, was die erhitzte Einbildung nunmehr mächtig fühlt, auch mächtig und feurig malt, ohne dabei einer besonderen Leitung zu bedürfen.

Doch will ich nicht eben sagen, daß Sie sich sogleich hierin selbst trauen sollen. Jeder Grund hat seine einzige Stelle, und er wirkt nicht auf der einen, wie auf der anderen. Gesetzt, ich wollte Ihnen beweisen, daß das frühere Disponieren sehr mißlich sei, und finge damit an, daß ich Ihnen sagte: „Garrick bewunderte die Clairon als Frankreichs größte Aktrice, aber er fand es doch klein, daß sie jeden Grad der Raserei, worauf sie als Medea steigen wollte, vorher bei kaltem Blute und in ihrem Zimmer bestimmen konnte“, so würden Sie freilich die Richtigkeit der Vergleichung leicht finden, aber doch nicht alles dabei fühlen, was ich wollte, daß Sie dabei fühlen sollten. Garrick disponierte seine Rolle nie zum voraus, er arbeitete sich nur in die Situationen der Personen hinein, welche er vorzustellen hatte, und überließ es dann seiner mächtigen Seele, sich seiner ganzen Kunst nach ihren augenblicklichen Empfindungen zu bedienen. Und das muß ein jeder tun, der eine mächtige Empfindung mächtig ausdrücken will.

Das Kolorieren ist leichter, wenn man es von der Haltung trennt, aber in Verbindung mit derselben schwer. Hierüber lassen sich nicht wohl Regeln geben; man lernt es bloß durch eine aufmerksame Betrachtung der Natur und viele Übung, was man entfernen oder vorrücken, stark oder schwach ausdrücken soll. Das mehrste hängt jedoch hierbei von der Unterordnung in der Gruppierung ab, und wenn Sie hierin glücklich und richtig gewesen sind, so wird die Verschiedenheit des Standortes, woraus die Leser, wofür Sie schreiben, Ihr Gemälde ansehen, nur eine allgemeine Überlegung verdienen.

Unter Millionen Menschen ist vielleicht nur ein einziger, der seine Seele so zu pressen weiß, daß sie alles hergibt, was sie hergeben kann. Viele, sehr viele haben eine Menge von Eindrücken, sie mögen nun von der Kunst oder von der Natur herrühren, bei sich verborgen, ohne daß sie es selbst wissen; man muß die Seele in eine Situation versetzen, um sich zu rühren; man muß sie erhitzen, um sich aufzuschließen, und zur Schwärmerei bringen, um alles aufzuopfern. Horaz empfahl den Wein als eine gelinde Tortur der Seele, andere halten die Liebe zum Gegenstande für mächtiger, oder den Durst zu Entdeckungen; jeder muß hierin sich selbst prüfen. Rousseau gab nie etwas von den ersten Aufwallungen seiner Seele. Wer nur diese und nichts mehr gibt, der trägt nur solche Wahrheiten vor, die dem Menschen insgemein auffallen und jedem bekannt sind. Er hingegen arbeitete oft zehnmal auf die Art, wie ich es Ihnen vorgeschlagen habe, und hörte nicht auf, solange noch etwas zu gewinnen übrig war. Wenn dieses ein großer Mann tut, so kann man so ziemlich sicher sein, daß er weiter vorgedrungen sei, als irgendein anderer vor ihm. So oft Sie sich mächtiger in der Empfindung als im Ausdrucke fühlen, so glauben Sie nur dreist, Ihre Seele sei faul, sie wolle nicht alles hervorbringen. Greifen Sie dieselbe an, wenn Sie fühlen, daß es Zeit ist, und lassen sie arbeiten. Alle Ideen, die ihr jemals eingedrückt sind und die sie sich selbst aus den eingedrückten unbemerkt gezogen hat, müssen in Bewegung und Glut gebracht werden; sie muß vergleichen, schließen und empfinden, was sie auf andere Art ewig nicht tun wird, sie muß verliebt und erhitzt werden gegen ihren großen Gegenstand. — Aber auch für die Liebe gibt es keine Disposition; kaum weiß man es nachher zu erzählen, wie man von einer Situation zur anderen gekommen ist.“[25]

[24] Eingehend handelt über die Disposition: Deinhardt, in seinen Beiträgen zur Dispositionslehre, die allen empfohlen seien, die sich weiter über den Gegenstand unterrichten wollen. Wir folgen hier im allgemeinen den nämlichen Grundsätzen, wie sie schon von Quintilian und Cicero dargelegt worden sind.

[25] Mösers sämtl. Werke, neu geordnet und aus dem Nachlasse gemehrt durch B. R. Abeken. 2. Ausg. 1858, IV. S. 5.