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Leben mit einer Göttin

Chapter 7: 6
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About This Book

A detained first-person narrator addresses his defender and confesses to killing a man who had been almost unknown even to his wife, then proceeds to narrate the events and motives that led to the deed. He interweaves factual detail with introspective reflection on obsession, desire, and guilt, exploring how an idealized female figure and strained family relations destabilize his life. The account mixes confession, philosophical rumination, and social observation as the narrator alternately seeks exculpatory facts and accepts culpability, ultimately presenting a candid psychological portrait of remorse and isolation.

 

Dies habe ich übrigens von Anfang an dunkel geahnt.

Manchmal stellte mich nämlich Jorinde auf die Probe. Wortlos natürlich. Aber anderes als eine Probe kann das, was dann zwischen uns vorfiel, nicht gewesen sein. Anders kann ich es nicht auffassen. Nun aber ist es so, daß ich niemals solch eine Probe bestanden habe. Obwohl ich nachher zugeben mußte, daß sie eigentlich nicht so besonders schwer zu bestehen gewesen wäre, wenn – ja, wenn ich mich nur ein wenig mehr in der Hand gehabt hätte. Aber ich zitterte ja um Jorinde und habe das nie verbergen können. Nun, ich zitterte eben wie einer, der alles auf eine Karte gesetzt hat. So unbegreiflich ist das ja nicht. Sah nun etwa Jorinde, bei einem Ausflug, unbekannte Herren am Nachbartisch etwas länger als üblich an, so geriet ich schon in Eifersucht. Ihrer Ansicht nach aber war Liebe mit Vertrauen gleichbedeutend. Vertrauen sollte ich haben. War sie denn nicht mein, – so sagte sie später, wenn die Krise vorbei war, – mein für immer! Während des Ausflugs aber sagte sie so etwas Herzliches nicht, was meine Aufregung sofort besänftigt hätte, nein, es schien ihr Freude zu machen, meine Eifersucht zu reizen, mir immer neue Wahrscheinlichkeiten für sie zu geben, etwa daß sie den oder jenen Herrn schon von früher her kenne und dergleichen. Es war ganz absurd. Ich wußte auch schon, daß sie mich nachher auslachen würde. Aber in meinem Wahnsinn ging ich blindlings auf die dümmsten Andeutungen ein. Zuerst nur scherzend, gleichsam, um ein Gesprächsthema, eine Abwechslung zu haben. O wie rächte sich aber dann dieses kleine Amüsement, das zuerst nur als Neckerei gedacht war, dieses „Mit-dem-Feuer-Spielen“. Unvermittelt, ich wußte selbst nicht wie, geriet ich in heißesten Ernst. Die ganze Sache bekam eine Kulisse von Möglichkeit, die ich (der Teufel mag raten, aus welchem Magazin) in immer neuen Farben aufzuführen verstand. Manches lag daran, daß Jorinde eine Art hatte, mich ablenken zu wollen, die mich erst recht in Hitze brachte. So etwa, wenn sie sagte: „Ich weiß gar nicht, wie du mir so etwas zumuten kannst. Kennst du mich denn nicht? Weißt du denn nicht,“ dies flüsterte sie nur, „wie wenig sinnlich ich bin. Bei mir ist doch wirklich keine Gefahr ...“ Mit einem gewissen bescheidenen Stolz pflegte sie darauf zu bestehen, daß sie so etwas wie eine Heldin von abnormer Kälte sei. Sehr selten, nur in Momenten größter Vertraulichkeit sprach sie davon – und gewiß war es stets ein Zeichen ehrlichen Versöhnungsversuchs, wenn sie von selbst auf dieses ihr peinliche Thema zu reden kam. Sprach sie aber schon davon, dann immer in diesem Sinne. Und das Merkwürdige, Aufreizende: daß unsere Nächte sie Lügen straften. „Für mich brauchte das gar nicht zu existieren, das Materielle“ – (dies der Ausdruck, den sie erfunden hatte). Ich aber hatte es ganz unzweifelhaft anders erlebt. Daran durfte ich sie natürlich nicht erinnern. War sie doch ohnehin bei der geringsten Anspielung auf unkeusche Dinge beleidigt. Aber in gewissen Stunden, das war ja eben das ungeheuerste Glück, brach durch all ihre Schamhaftigkeit der Urtrieb durch, und sie konnte aufpeitschende Worte stammeln oder auch bloß Laute ausstoßen, deren bloßer Erinnerungsklang mir noch heute alles Blut zu Kopfe treibt. War der richtige Augenblick gekommen, so verwandelte sie sich in ein Hexenwesen. Heidnische Freude durchglühte ihre weiße Brust, wie Stahl hielt der schmale zarte Leib meinen wildesten Umarmungen stand, immer neuen Ansturm herausfordernd. Und ein paar Stunden später auf der Gasse: der kalte Blick einer Nonne, die aufrecht stolze Haltung einer Hofdame. Eine etwas zu tief ausgeschnittene Bluse einer Vorübergehenden konnte ihre Verachtung herausfordern. Ebenso Disziplinlosigkeit am Schalter der Bahn, – alles, was sich vordrängte oder nicht von sauberstem Geschmack war. Dabei log sie weder mit ihrem Nacht- noch mit ihrem Tagbenehmen. Auf natürlichste Art vollzog sich der Wechsel – mit geänderter Situation. Nie wäre ihr klarzumachen gewesen, daß sie sich widersprach. Sie fühlte das eben nicht als Widerspruch, und so war es auch keiner. Ist es ein Widerspruch, daß das Meer heute stürmt, morgen klarblau wie ein Flüßchen daliegt? Es ist das Geheimnis des Meeres, aber darum doch nur für uns ein Widerspruch.

Man hält im allgemeinen Frauen vom Typus Carmen für besonders gefährlich. Ungehemmte Elementarkraft, Wedekinds Lulu ... Unsittlich, zerstörend, verschwenderisch. Mich langweilt das grenzenlos ... Die Unterstrichenheit und Eindeutigkeit der sogenannten dämonischen Frau hat für mein Gefühl etwas von der Routine des Gewerbes, das (auch bei Gratisausübung) selbst die stolzeste dieser Gestalten verdunkelt. – Wie anders lockt, wie zauberhaft verführt jene rätselhafte Frau, deren asketisches Bewußtsein in tiefem Gegensatz zu ihrer naturheidnischen Sinnlichkeit steht, ohne daß ihre Tugend von ihrem Trieb, ihre Ausschweifung von ihren Prinzipien Notiz nähme. Die als Weib lebt und beglückt, – und seltsam mischt sich in ihre Kraft die strenge Zucht einer religiösen Tradition, einer ernsten Familie, einer angeborenen und anerzogenen Verschlossenheit. Da ist es dann wohl unmöglich, seine fünf Sinne beisammenzuhalten. Mich zumindest ließ das fremde ferne Lebensgesetz, das ich in Jorinde ahnte, nie mehr zur Ruhe kommen.

Und auch auf andere hat es ja nicht anders gewirkt. Jorinde brauchte nur von den Dilettantenaufführungen in München zu reden, an denen sie mitgewirkt hatte, und ich sah leibhaftig die von ihr angerichteten Verheerungen. – Wie viele beunruhigte Herzen hatte sie zurückgelassen! Welch einem Sturm die Stirn geboten! Fast unglaublich – und doch war es geschehen –, daß sie mir als erstem mit ihrem ganzen Leib zugefallen war. Von Küssen allerdings wußte sie manches zu erzählen. „Was liegt denn an einem Kuß!“ Oh, aber man konnte nicht sagen, daß sie je ihren strengen Grundsätzen untreu geworden war. Immer reserviert, entschlossen, nie alles zu sagen, im entscheidenden Augenblick dem Mann turmhoch überlegen: – ich konnte mir vorstellen, welche Verzweiflung sie damit entfesselt hatte. Sprach sie nur von solchen „letzten Szenen“ einer bis dahin zufriedenstellenden „anständigen“ Beziehung, so hatte sie unwillkürlich ein hochmütiges Gesicht, trotzig, die Nase gerümpft. Im Namen der Moral verachtete sie völlig aufrichtig alle Männer mit ihren „materiellen“ Wünschen. Daß sie bei Spaziergängen mit oder ohne Kuß, beim Tanz vorher, den sie leidenschaftlich liebte, diese Wünsche geweckt hatte, daß sie selbst ganz bedenkenlos einem solchen Wunsch sich hingegeben hätte, wenn nur der richtige Mann gekommen wäre (wie sie es dann auch wirklich getan hat, ohne Koketterie, ohne Ziererei), das hatte sie ganz einfach nicht im Kopf, wenn sie von Moral sprach. Und wenn sie wortlos ihrer Natur folgte, so waren die sauber geschlichteten Moralsätze in irgendeinem Fach versperrt, wurden nicht verletzt, weil sie gar nicht hervorgezogen wurden. An dieser Verbindung von Keuschheit und Foxtrott rannten sich denn auch alle die Köpfe wund. – Und ich, der ich dieses unmögliche Amalgam jeden Augenblick an ihr merkte, der jeden Augenblick aufs neue sie nicht verstand (wie sie etwa mit ihren Berliner Studien den Vater, schlicht gesprochen, hinterging – und dabei dennoch in ihren eigenen Augen, von Momentvisionen abgesehen, das strengerzogene gute Kind blieb), ich war diesem Rätsel verfallen mit Seele und Leib.

Zum erstenmal begriff ich, daß man einer Frau, die man liebt, niemals sicher ist, auch dann nicht, wenn man sie tags zuvor restlos besessen hat –, daß man nachher ebenso durstig von ihr geht, wie man gekommen ist, – daß überhaupt kein Grad von Vertraulichkeit denkbar ist, der einen ganz befriedigen könnte, solange man eben liebt; – und hat man ihr auch abends die Haarnadeln aus dem dichten, leise verwirrten Haar nehmen dürfen, und spürt man noch in den Fingerspitzen die Wärme ihrer Kopfhaut, die auch ihre Haare wärmt – vor dem Schlafengehen im Bett, wenn alles an ihr sich in Wärme und blonde Süßigkeit aufzulösen scheint – und bringt man ihr morgens den Kaffee ans Bett und sieht sie lachen und hört die Übermütige, die in diesem Augenblick nach gesundem Schlaf eine Art Tiergöttin ist und alle möglichen Tierstimmen nachahmt, bellt, grunzt, gackert und besonders kunstvoll kräht, – all das ist doch nichts, ist nur ein leichter Nebel, der ihre tiefinnere Fremdheit verhüllt, der bei kleinem Windstoß auseinanderweicht und den trostlos unendlichen Ozean dort zeigt, wo man festes Land zu sehen geglaubt.

Und nun kann ich sagen, worin meine eigentliche Schuld besteht.

Meine Schuld: daß gerade diese Fremdheit es war, was ich so sehr geliebt habe.

Diese Fremdheit, diese Unsicherheit, diese Spannung, in der das Herz kaum mehr zu schlagen vermag, – ich habe eigentlich von Anfang an gefühlt, daß es Sünde ist, die Seele an Zustände von solch tödlicher Reizkraft zu gewöhnen.

Dennoch sage ich nicht, daß es unrichtig war, so zu leben, wie ich es begonnen habe und nur leider nicht habe durchführen können. Ich bin vielmehr überzeugt, daß es die Bestimmung des Menschen ist, nicht etwa sündenlos zu leben, sondern mit der Sünde (so wie viele unserer Organe ohne Bazillen gar nicht funktionieren könnten). – Mit der Sünde leben: das heißt, – so daß man die Sünde neben sich und auch wohl in sich hat, den mächtigen Wirbel und Bewegungsstrom benützt, der von ihr ausgeht, – ohne sie jedoch groß werden zu lassen. Das ist die Kunst: ohne sie groß werden zu lassen. Denn die Sünde hat, sobald man sich mit ihr einläßt, ebenso wie die Bazillen, die Tendenz, sich maßlos zu vermehren, ins Ungeheuerliche zu wachsen, und es ist dann sehr schwer, „Herr über sie“ zu sein, wie die Bibel es verlangt. Das Sprichwort weiß es auch. Der Teufel, so sagt es, dem man einen Finger gereicht hat, will gleich die ganze Hand. – Aber das darf kein Grund sein, ihm nicht einmal einen Finger zu reichen. Reiche den Finger und verweigere die Hand, – so, nun habe ich gar ein neues Sprichwort erfunden, wie mir scheint. Dazu also reicht meine Kraft: Sprichworte zu erfinden. Nun aber dem Teufel wirklich den Finger zu reichen und die Hand zu verweigern, – das leuchtet mir allerdings als höchste Lebensweisheit ein. Es auszuführen jedoch, dazu gehört wahrscheinlich doch nur ein ganz anderer Kerl als ich.

Haben nun aber auch meine Kräfte nicht ausgereicht, so ist es doch eine große Sache, der ich mich unterfangen habe. Und darauf bin ich einigermaßen stolz –, man möge mir in meinem Unglück diese Eitelkeit verzeihen! – Mit einer Göttin leben – als Mensch – es ist und bleibt ein Wagestück. Ein Frevel wohl, auf solche Art Feuer und Wasser mischen zu wollen, ein Frevel, den man mit der fast unerträglichen Ungewißheit im Herzen bezahlt. Wie wird es gelingen? Wie weit halte ich denn eigentlich? Ist es überhaupt auch nur möglich, daß es gelingt? – Aber sieht man noch etwas näher zu, so entdeckt man, daß man in ebenderselben Unsicherheit eigentlich allem in der Welt gegenübersteht, und daß die Aufgabe schließlich gerade darin liegen mag, uns in dieser Schwebe zu erhalten, in dieser Frage, die keine Antwort, in diesem Glauben, der keinen Beweis zuläßt. Da ein letztes Eindringen nach jeder Richtung hin unmöglich ist, besteht der ganze Unterschied nur darin, wie man den Satz ertragen will, den ich damals im Hause Grothius über dem Tische zu sehen glaubte, den Satz, „nicht von allem zu reden“. Die einen springen nervös auf, noch vor der Haltestelle, die anderen bleiben mit gesunden, ausgeruhten Sinnen auf ihrem Platz sitzen. – Mein Fall ist nur eine besondere Verschärfung des allgemeinen. Abfinden muß sich ein jeder mit dem Unverständlichen. Man kann das verdrießlich tun oder siegreich lachend, oder halb im Schlaf, oder auf die verschiedensten anderen Arten. Ich nun habe dieses Unverständliche außerdem noch geliebt, ich habe ihm abends die Haarnadeln aus dem schönen blonden Haar genommen, um sie sauber auf das Nachttischchen zu schichten, – das ist viel, dabei kann einen schon einmal der Blitz erschlagen.

Manchmal aber gelang es mir ja, mich neben Jorinde zu behaupten, und gerade aus der Schwierigkeit dieser Position am Rande des Unmöglichen mehr als menschliche Kraft zu ziehen, mich zu wiegen im höchsten, gefahrvollsten Glauben ohne Beweis. Das waren die erhabenen Glücksminuten, die Gipfel, die Auslösungen nach all der Spannung, Augenblicke von wunschloser Reinheit – wie etwa jenes Warten im Automobil, in das sie sicher, sicher zurückkommen mußte. Hatte ich sehr viel Leid der Unsicherheit ausgestanden, dann belohnte mich solch ein goldener Sicherheitsrausch. Nicht nur damals in Augsburg, in der Frohsinnstraße. Auch vorher oft genug. Dann trat ich morgens aus dem Haus, und siehe! ich hatte den Glücksblick. Darauf kommt es nämlich an: den Glücksblick zu haben – morgens, wenn man aus dem Hause tritt –, dann sieht das ganze Leben ringsum anders aus als sonst. Alles ist gut. Das Herz hüpft. Zukunft und Gegenwart mischen sich in hoffnungsreichen Ausblicken. Alles ist gut. In solchen Momenten erscheint einem nicht nur das eigene Schicksal in ungeahnter Klarheit, auch das aller anderer Menschen entschleiert sich, und man erkennt ihre wahre Gestalt. Dann merkt man beispielsweise und fühlt es mit unbezwinglicher Kraft: von hundert Menschen, die jetzt auf meinem Weg in die Fabrik an mir vorbeikommen, von diesen hundert Menschen, die ich bisher gezählt habe, müßten neunundneunzig eigentlich in Sänften getragen werden, – so elend, schwach und krank sind sie an Seele und Leib. Blickt man dann wieder um sich, dann sieht man (weil man eben den Glücksblick im Auge hat) ein ganz anderes Bild, ein wahreres als das, welches dem gemeinen Auge erscheint. Man sieht, wie der Verkehr stockt, wie fast alle Menschen plötzlich auf die Erde stürzen, alle wehklagend und wie mit zerschmetterten Gliedern, – allen fehlt ja irgend etwas, wonach sie sich sehnen, und geschickt und abgehetzt verbergen sie das tagaus tagein – jetzt aber, da man den Glücksblick hat, erkennt man, wie ihnen in Wahrheit zumute ist – nun verstellen sie sich so wenig wie der Säugling, der ungehemmt seine Schmerzen hinausschreien darf. Nun liegen sie auf dem Pflaster, und in ihren gequälten Mienen steht geschrieben: Weiter kann ich nicht. Einen der Hingestürzten fasse ich ins Auge. Er ist elegant, jung, mit rosigem Gesicht. Aber ohne Liebe zu Frau und Kind. Für gewöhnlich verbirgt er diesen furchtbaren Schmerz, der sein ganzes Leben einfach wertlos macht. Heute verrät er ihn mir. Denn ich selbst habe ja in meinem Hause das, was ich brauche, – ich bin glücklich, und deshalb ist mein Auge für alles Unglück der Welt geschärft, und allem möchte ich abhelfen, da es mir selbst so gut geht und da ich Fülle und Kraft in mir fühle, aus meinem Glück hervor allen, allen mit unerschütterlicher Geduld gut zu sein. Nun aber dieser liebe, rosige, elegante Herr vor mir, – was sehe ich denn, – ein anderer kommt des Weges, findet den Gestürzten vor seinen Füßen liegen und, statt ihn aufzuheben, versetzt er ihm Tritte, Püffe, empört darüber, in seinem Lauf gehemmt zu sein. Ja, merkst du denn nicht, daß der Herr da so hilflos ist, daß er sich nicht weiterschleppen kann? Nein, das siehst du nicht, – du hältst ihn für kräftig und glaubst, daß er nur aus Bosheit und Trotz dir den Weg verstellt. Wütend bist du über ihn, nennst den Unglücklichen deinen Gegner, – fasse ich nun aber dich Ungestümen ins Auge (ich mit dem Glücksblick), dann liegst ja auch du wie vom Schlag gerührt auf der Erde und quäkst um Hilfe wie ein kleines Kind. Und es zeigt sich, daß du nur aus eigenem Unglück deinem Nächsten wehe getan hast, und nun stürmen andere heran und wüten wiederum gegen dich, da du auf der Erde liegst in deiner wahren Gestalt. Sie aber sind ja auch, wenn ich sie besser anschaue, auf die Erde hingemäht – und nur ihr Leid, ihre Hilflosigkeit ist es, was aus ihnen tobt. Ja, Unglückliche, die einander unglücklich machen, – einen besseren Namen wüßte ich nicht für die Menschen insgesamt. Ich aber, für Momente wenigstens aus diesem Höllenkreis ausgetreten, weil meine Göttin mich glücklich macht, ich sehe alles, wie es wirklich ist, – ich trauere und, wenn man mir nur Zeit läßt, will ich Abhilfe ersinnen.