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Leben und Meinungen des Herrn Andreas von Balthesser, eines Dandy und Dilettanten cover

Leben und Meinungen des Herrn Andreas von Balthesser, eines Dandy und Dilettanten

Chapter 19: ANDREAS VON BALTHESSERS UNRÜHMLICHES ENDE
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About This Book

The work presents a mock‑biographical sequence of sketches voiced by Andreas von Balthesser, a dandy and dilettante, combining a staged lecture, a self-portrait, letters, conversations with fellow literati, and brief aphorisms. Through ironic portraits and salon exchanges it examines art and artists, the aesthetics of dress and the monokle, social manners, snobbery, and the habits of conversation. Interspersed gloses and playful polemics move between painting criticism and social etiquette, concluding with a short account of the narrator’s inglorious end and a mix of satire, aesthetic observation, and stylistic play.

ANDREAS VON BALTHESSERS UNRÜHMLICHES ENDE

ANDREAS VON BALTHESSER AN DIE BARONIN DELLA SERRA.

I

Ich habe gestern mit dem kleinen Wartenberg gefrühstückt. Sie wissen, Baronin, daß er Sie sehr verehrt. Er hat mich gebeten, bei Ihnen für ihn ein günstiges Wort einzulegen. Ich entledige mich der heikeln Aufgabe auf diese sicherlich bequemste Weise. Wenn Sie gegen seine Verehrung nichts einzuwenden wissen, wird das der Sache nicht geschadet haben. Ich küsse Ihre Hände.

A. B.“

DIE BARONIN DELLA SERRA AN ANDR. V. BALTHESSER.

„Lieber Herr v. B.! Ihr originelles Briefchen werde ich dem kleinen Wartenberg zeigen. Das soll Ihre Strafe sein. Wenn Sie heute um 6 Uhr bei uns essen wollen, können Sie das Nähere von ihm selbst erfahren.

Nina della Serra.“

ANDR. V. B. AN DIE BARONIN DELLA SERRA.

„Gnädigste Baronin, Ihrem Befehle nachzukommen, wird mir ein besondres Vergnügen sein. Ein Diner bei Ihnen muß mir mein Leben wert sein.

A. B.“

Zwei Wochen später.

GRAF SERGES WARTENBERG AN ANDR. V. BALTHESSER.

„Ich habe die peinliche Aufgabe, mein lieber Andreas, Dich im Namen einer Dame, die wir beide kennen, zu bitten, Deine Besuche in ihrem Hause einzustellen. Sie hatte geglaubt, daß es genügen würde, wenn sie sich dreimal verleugnen ließe. Nichts für ungut.

Dein ergebener Serges W.“

ANDR. V. B. AN DEN GRAFEN SERGES WARTENBERG.

„Ich nehme nach einiger Überlegung davon Abstand, Deinen freundlichen Brief dem Baron Eugen della Serra einzuschicken, der meines Erachtens dazu legitimierter gewesen wäre als der — Unlegitimierte.

A. B.“

ZEITUNGSNOTIZ.

„In der Reitschule des ....-Instituts hat gestern ein Duell zwischen zwei Herrn der Gesellschaft stattgefunden, das leider einen tragischen Abschluß fand. Herr A. v. B. hat im dritten Gang eine Kugel mitten in die Brust erhalten.“