Es war neblig und stockdunkel, und am Himmel leuchtete weder Mond noch Stern. Hätte es nicht hinter der Großmutter Fensterläden hell hervorgeschimmert, dann hätten sich die beiden wohl kaum bis zum Brauhaus zurechtfinden können.
In dieser Weihnachtszeit wurden unbeschreiblich viele Gesellschaften gegeben, sowohl bei den Bauern als bei den Herrschaften, so viele, daß die Tage fast nicht ausreichten, und so war den Pfarrleuten schließlich nichts anderes übriggeblieben, als auch am Silvesterabend fortzufahren. Aber Mamsell Maja Lisa war wie gewöhnlich zu Hause gelassen worden. Es hieß, sie müsse daheim bleiben und dafür sorgen, daß das Gesinde eine ordentliche Mahlzeit mit Fisch und Grütze ganz wie am heiligen Abend bekomme. Als ob die alte Haushälterin das nicht ebensogut hätte besorgen können!
Aber die Pfarrerstochter war deshalb doch in ausgezeichneter Laune. Am Vormittag hatte sie der Kleinen Märchen erzählt und Lieder vorgesungen, und die Kleine war sicherlich noch niemals so vergnügt gewesen.
Nach dem Abendbrot hatte Mamsell Maja Lisa erklärt, sie habe noch ganz und gar keine Lust, schlafen zu gehen; heute am Silvesterabend wolle sie wenigstens, ehe sie zu Bett gehe, einen Versuch machen, etwas von der Zukunft zu erfahren. Und dann hatte sie die Kleine gefragt, ob sie einen Traumpfannenkuchen mit ihr backen wolle.
Die Kleine wußte absolut nicht, was ein Traumpfannenkuchen war, hatte aber sofort ja gesagt; und sie würde selbstverständlich auch ja gesagt haben, wenn Mamsell Maja Lisa gefragt hätte, ob sie eine Suppe aus Kreuzottern mit ihr kochen wolle.
»Aber du darfst die ganze Zeit über, während wir den Traumpfannenkuchen machen, weder lachen noch sprechen«, sagte die Pfarrerstochter. »Und du darfst auch nicht das kleinste bißchen davon auf den Boden fallen lassen, weder vom Wasser, noch vom Mehl, noch vom Salz.«
Ach, wenn das alles sei, meinte die Kleine, sie könne schweigen und ernsthaft sein, solange man es verlange.
Dann aber waren sie in großer Not gewesen. Denn der Traumpfannenkuchen mußte von drei Personen gemacht werden, sonst war es nichts, und die Pfarrerstochter wußte nicht, wo sie eine dritte Person dazu herbekommen sollte.
Sie gingen in die Küche und fragten, ob eine von den Mägden einen Traumpfannenkuchen mit ihnen backen wolle. Aber die Mägde schlugen nur die Hände über dem Kopf zusammen und sagten rundweg nein, sobald sie hörten, um was es sich handelte. Dieses Zeug hätten sie früher schon probiert; aber wenn man diesen Pfannenkuchen gegessen habe, könne man weder schlafen noch träumen; niemand solle sie verführen, ein solches Gericht je wieder zu versuchen.
Die Pfarrerstochter überlegte erst eine Weile, dann sagte sie:
»Wir müssen zur Großmutter hinüber und sie bitten, uns zu helfen.«
Und aus diesem Anlaß waren die beiden in der finstern Neujahrsnacht draußen und suchten den durch die Schneewehen geschaufelten Weg zu finden.
Die Pfarrerstochter meinte, diese Nacht sei gerade so, wie sie sein solle; eine Neujahrsnacht müsse dunkel und unergründlich sein, sie sei wie die Zukunft, in die man auch nicht hineinsehen könne.
Großmutter wohnte in einer Giebelstube oben im Brauhaus. Das schwierigste für die beiden war, sich die Treppe hinaufzutasten, die mit schmalen, ausgetretenen, dichtbeschneiten Stufen in Absätzen außen an der Mauer hinaufführte; es war fast lebensgefährlich.
Aber auf Lövdala mußte man sich an das Gehen in der Dunkelheit gewöhnen; ausgenommen für Stall und Scheune durften für Laternen keine Kerzen von der Pfarrfrau gefordert werden.
Großmutter mußte indes die Gäste gehört haben; denn als diese die Treppe halb droben waren, kam sie heraus und machte die Türe auf. Und drinnen brannte der dreiarmige Leuchter auf dem Tisch vor dem Sofa, und im Ofen flackerte ein lustiges Feuer.
Die Großmutter war groß und mager und sah gebrechlich aus. Die Pfarrerstochter sah ihr gar nicht ähnlich, und das war auch nicht möglich, denn Großmutter war nur die Stiefmutter von Maja Lisas verstorbener Mutter; aber sie hätte die Pfarrerstochter nicht lieber haben können, wenn sie ihr eigenes Fleisch und Blut gewesen wäre.
Es war, als verstehe sich Frau Beata auf ganz besondere Künste, denn wie es auch anderswo sein mochte, hier in ihrem Zimmer war es immer warm und behaglich und immer wie ausgeblasen. Sie hatte nur ein Zimmer, in dem sie schlief und auch kochte; aber ihr Bett mit dem weißen Vorhang, der von einer vergoldeten Stange herunterhing, war nur ein weiterer Schmuck für das Zimmer, und dasselbe konnte man auch von ihren glänzenden Kupferkasserollen und Porzellantellern auf dem Geschirrbord sagen.
Und sie selbst sah auch zierlich und vornehm aus; aber ihre Hände hatte die Gicht arg mitgenommen, die Finger waren gekrümmt, und sie konnte sie nicht biegen. Wenn man ihr die Hand reichte, war das eine schwierige Sache, und man wußte nicht recht, wie man es angreifen sollte.
Als die Pfarrerstochter ihr Anliegen vorbrachte, lachte die Großmutter sie ein wenig aus, sagte aber doch gleich, ja, sie wolle mittun, sie warte allerdings immer auf jemand und möchte wohl wissen, ob er in diesem neuen Jahre komme.
Da war es natürlich am besten, sie blieben gleich bei der Großmutter und backten da den Traumpfannenkuchen.
Zuerst nahmen sie von dem kleinen Bord hinter dem Herd eine Schüssel herunter; alle drei hielten die Schüssel am Rand fest und stellten sie so auf den kleinen Küchentisch.
Dann mußten sie einen hölzernen Löffel haben; und alle drei gingen miteinander an das Eckschränkchen, das Großmutter als Speisekammer diente, um den Löffel zu holen. Und alle drei hielten den Löffelstiel fest, als sie ihn zum Tisch hintrugen und auf die Schüssel legten.
Dann gossen sie drei Löffel Wasser in die Schüssel; und alle drei holten das Wasser aus Großmutters Kupfergelte, und keines sprach ein Wort, keines lachte, während sie das taten.
Als dies getan war, schütteten sie drei Löffel voll Mehl in das Wasser; dabei hielten alle drei den Löffel und steckten ihn miteinander in die Mehltonne, alle drei hoben das Mehl heraus und schütteten es auch in das Wasser. Keines ließ den Löffel los, keines sprach, keines lachte, und keines ließ auch nur das kleinste Stäubchen Mehl auf den Boden fallen.
Dann schöpften sie drei Löffel voll Salz hinein.
Und auch jetzt sprach keines ein Wort, keines lachte, und keines verstreute auch nur das kleinste Körnchen Salz.
Aber ist es zu glauben? Als sie soweit gekommen waren, fragte Großmutter, ob man Schmalz in die Pfanne tun solle.
Im selben Augenblick jedoch, wo sie das sagte, schleuderte die Pfarrerstochter den Löffel weg, warf sich auf einen Stuhl und brach in lautes Lachen aus. Die Kleine hielt zwar den Löffel fest, bekam aber einen so fürchterlichen Lachkrampf, daß sie nicht mehr stehen konnte, sondern auf dem Boden kugelte und gar nicht wieder zu lachen aufhören konnte.
Großmutter verzog nur den Mund ein wenig. Sie hätte sich vielleicht nicht zu versprechen brauchen; aber sie dachte an alte Zeiten und wußte, wenn beim Backen des Traumpfannenkuchen nicht irgendein kleines Mißgeschick passierte, dann war kein Spaß dabei.
Ach, und es war ihr so lieb, wenn die Pfarrerstochter ihren Kummer vergaß und ein wenig lachte.
Als die beiden sich endlich gefaßt hatten, beschlossen sie, wieder von vorne anzufangen; denn jetzt taugte das, was bisher geschehen war, nichts mehr, und sie mußten alles ganz von vorne an noch einmal machen.
Aber jetzt war es nicht mehr so leicht, denn nun waren sie schon in lächerlicher Laune.
Zuerst gossen sie drei Löffel Wasser in die Schüssel.
Weiter kamen sie nicht, schon mußten sie wieder lachen. Und die Pfarrerstochter war am schlimmsten; bei der Kleinen war es lange nicht so gefährlich wie bei Maja Lisa.
Gute fünf Minuten lang konnte sie sich gar nicht wieder fassen.
Doch dann sagte die Pfarrerstochter, jetzt müßten sie aber ordentlich sein, sonst würden sie mit dem Pfannenkuchen vor Mitternacht nicht fertig.
»Oh, es würde ganz gut gehen, wenn nur du ernsthaft sein könntest«, sagte die Großmutter.
Zuerst gossen sie das Wasser hinein, dann das Mehl, dann das Salz, und dann rührten sie alles gut durcheinander. Und alle drei hielten den Löffel, als sie alles umrührten, und keines lachte, keines sprach ein Wort, keines verschüttete das kleinste bißchen auf den Boden.
Als nun der Teig gut verschafft war, legten sie ihn in die Bratpfanne. Aber der Pfannenkuchen sah nicht appetitlicher aus als der Mischmasch, den man den Hühnern und Schweinen zusammenrührt. Überdies war er ganz steif und hart und glitzerte von dem vielen Salz, das darinnen war.
Nun stellten sie die Pfanne aufs Feuer und ließen den Pfannenkuchen auf der einen Seite backen, dann wurde er umgedreht. Und immer hielten alle miteinander den Löffel, alle drei halfen den Kuchen umwenden, und keines ließ den Löffel fallen.
Dann war der Traumpfannenkuchen fertig und sollte gegessen werden.
Jetzt waren die Pfarrerstochter und die Kleine im höchsten Eifer, und es war keine Gefahr mehr, daß sie losplatzen würden. Sie dachten nur noch daran, daß sie vielleicht in die Zukunft sehen durften, und diese große Gelegenheit wollten sie gewiß nicht verscherzen.
Der Traumpfannenkuchen glänzte vor lauter Salz, und es gehörte ordentlich Mut dazu, hineinzubeißen. Aber sie teilten ihn in drei Teile, und dann aßen sie, so gut es eben ging.
Die Kleine aß ihren Teil auf, weil sie begriff, daß es sein mußte, und sie alle Vorschriften genau befolgen wollte. Großmutter nahm nur ein ganz kleines Stückchen, und es ist nicht sicher, ob sie selbst dieses hinunterwürgte. Die Pfarrerstochter aß einen Mund voll. Aber so gerne sie auch die Zukunft sehen wollte, sie war nicht imstande, noch einen einzigen weiteren Bissen hinunterzubringen.
Die beiden jungen Menschenkinder waren wie ein wenig enttäuscht von dem Traumpfannenkuchen, aber jedenfalls sprach keines ein Wort. Sie winkten der Großmutter nur gute Nacht zu, und diese stand schweigend oben an der Tür und leuchtete ihnen die Treppe hinunter.
Die paar Schritte über den Hof liefen sie, so rasch sie konnten, denn jetzt war es, als sei die Nacht gar nicht mehr so dunkel und unergründlich. Sie war bereit, ihren Vorhang wegzuziehen und ihnen ihre Geheimnisse zu zeigen; aber sie wagten nicht, stehenzubleiben, um zu sehen.
Als die beiden sich durch die Küche schlichen, waren die Mägde schon zu Bett; aber selbstverständlich riefen ihnen alle miteinander zu, wie es gegangen sei: ob sie schon geträumt hätten, und wer ihnen im Traum erschienen sei. Aber sie brachten kein Wort aus ihnen heraus, weder aus Mamsell Maja Lisa noch aus der Kleinen.
Die Kleine schlief ein, sobald sie den Kopf aufs Kissen legte, und schlief bis zum nächsten Morgen. Als sie erwachte, hatte sie einen scharfen Geschmack im Munde; aber so große Mühe sie sich auch gab, sie konnte sich doch nicht erinnern, ob sie etwas geträumt hatte.
Großmutter hatte die ganze Nacht nicht geschlafen, war aber dann das ganze Neujahrsfest hindurch still und schweigsam und wie in einem Traum befangen; es war, als habe jedenfalls sie etwas erfahren.
Die Pfarrerstochter konnte lange nicht einschlafen, weil sie brennenden Durst litt; aber etwas trinken, ehe man geschlafen hatte, das durfte man doch beileibe nicht, sonst war alles umsonst gewesen.
Als sie am Morgen erwachte, konnte sie sich zuerst nicht klar darüber werden, ob ihr etwas geträumt hatte.
Aber später am Tage ging sie zufällig einmal durch den Flur und trat auf die Freitreppe hinaus.
Und da hielt sie plötzlich an; denn nun fiel ihr ein, daß sie in der Nacht im Traume ganz auf demselben Platz gestanden hatte. Und da waren in ihrem Traume zwei Fremde, ein junger und ein alter, auf dem Sandweg dahergekommen. Und der Alte hatte gesagt, er sei der Propst Liljecrona und komme mit seinem Sohne, um sie zu fragen, ob sie durstig sei und gerne einen Trunk Wasser wolle.
Und sofort war der junge Mann mit einem Glas hellem frischen Wasser in der Hand vorgetreten und hatte es ihr angeboten.
Als aber die Pfarrerstochter sich daran erinnerte, erschrak sie, und sie zitterte am ganzen Leibe.
Denn das ist sicher und gewiß: Wer einem, nachdem man einen Traumpfannenkuchen gebacken hat, im Traum ein Glas Wasser anbietet, den heiratet man.
Der Brauttanz
Am Erscheinungsfest waren der Pfarrer und die Pfarrfrau in die Kirche gefahren; jetzt nach Schluß des Gottesdienstes befanden sie sich auf dem Heimweg. Die Pfarrfrau fror im Schlitten, nachdem sie zwei Stunden lang ruhig in der kalten Kirche gesessen hatte, und mit Befriedigung dachte sie daran, daß sie nicht gleich bis Lövdala fahren mußten, sondern die Fahrt schon in Loby unterbrechen durften; denn dort sollten sie an einer großen Bauernhochzeit teilnehmen, und sie hatten dadurch mindestens eine Viertelmeile weniger vor sich.
Die Pfarrfrau mußte immerfort daran denken, wie ungeschickt es doch war, daß das Pfarrhaus eine volle Meile von der Kirche entfernt ganz an der Grenze des Kirchspiels lag. Die Kirche dagegen hatte eine sehr gute Lage mitten im Dorfe, sie war von allen Seiten leicht zu erreichen. Beim Pfarrhaus dagegen war es ganz anders; von den südlichst gelegenen Höfen hatte man wohl ein paar Meilen bis zum Pfarrhaus zu fahren.
Und wie schwer war es für die Pfarrfrau, jeden Sonntag in die Kirche zu kommen, wie es doch die gute Sitte verlangte. Vier Stunden gingen drauf, bis man wieder daheim war, ja an dem Abendmahlsonntag zog sich die Fahrt oft fünf bis sechs Stunden hinaus.
Wenn sie dann heimkam, hatte gewiß die alte Haushälterin das Essen zu früh gekocht, das dann schon mehrere Stunden gestanden hatte und ganz trocken und verbrannt war.
Sooft die Pfarrfrau so frierend und hungrig von der Kirche heimfuhr, kam sie immer wieder auf dieselben Gedanken: Wenn man doch irgendeine Möglichkeit ausfindig machen könnte, den Weg nach der Kirche zu verkürzen.
Auch wenn es sich nur darum gehandelt hätte, die Dorfbewohner zu überreden, den alten Pfarrhof zu verkaufen und einen neuen zu erwerben, der etwas näher bei der Kirche lag, so wäre das schon an und für sich recht schwierig gewesen; aber die Sache war noch viel verwickelter.
Liebster Himmel, wie verdrießlich war es doch! Fürs erste war Svartsjö nur ein Annex des großen Broer Pastorats. Schon von alten Zeiten her war der Propst in Bro der erste Geistliche von Svartsjö, und die halbe Besoldung fiel von vornherein an ihn. Daran konnte natürlich nichts geändert werden. Sonst hätte man es ja nur recht und billig finden können, daß ihr Mann, der die ganze Arbeit versah, auch das ganze Gehalt bekomme. Aber er war nur ein Hilfsgeistlicher und mußte sich mit der Besoldung begnügen, die die Hilfsgeistlichen im allgemeinen bekamen.
Überdies war es auch eine kleine und arme Gemeinde, und wenn der Pfarrer nur von dem hätte leben sollen, was er von der Gemeinde erhielt, wäre er längst ein richtiger Herr von Habenichts geworden.
Nein, wenn der Pfarrer von Svartsjö es ein wenig besser hatte als andere Hilfsgeistliche, kam dies daher, daß er außer seiner Amtswohnung noch einen eigenen Hof besaß, von dem er seinen Unterhalt bezog. Wenn er den nicht gehabt hätte, wäre es längst schief bei ihm gegangen.
Sie, die Pfarrfrau, mußte natürlich sehr froh über den Besitz von Lövdala sein. Und sie war auch die letzte, die sich darüber beklagte. Es war ein prächtiger Hof mit einem schönen Haus und gutem Ackerboden. Das einzige, was sie daran auszusetzen hatte, war eben der weite Weg zur Kirche.
Aber einen anderen Fehler hatte Lövdala außerdem auch noch. Wer immer da wohnte, hielt sich stets für besser als andere Leute. Sie konnte allerdings nur darüber lachen, sie, die wirklich vornehme Häuser gesehen hatte! Aber hier im Kirchspiel hielt man es tatsächlich für vornehm, wenn man auf Lövdala wohnte. Ja, sogar die Gräflichen auf Borg standen nicht in so hohem Ansehen wie die Pfarrleute.
Was sie, die Pfarrfrau selbst, betraf, so hatte sie nie begreifen können, woher das kam. Noch vor hundert Jahren war ganz Lövdala nichts anderes als ein Bauernhof gewesen, allerdings vielleicht ein recht großer und reicher, denn die prächtigen Felder auf dem alten Seegrund gehörten ja dazu; aber es war eben doch nur ein echter und gerechter Bauernhof gewesen, und sie konnte ihn auch heutigestags kaum für etwas anderes erklären. Aber hier oben in Värmland fand sich natürlich niemand, der gewußt hätte, wie ein richtiger Herrenhof aussah.
Besonders merkwürdig war es auch nicht, daß ein Bauernsohn aus diesem reichen Hofe studiert hatte, daß er dann ein ärmliches Pfarrerexamen machte und Hilfsgeistlicher in Svartsjö wurde. Und wenn er schließlich die Tochter eines Propstes geheiratet hatte, so war das wirklich noch nichts so Unerhörtes, mit dem man sich so schrecklich zu haben brauchte. Weiter als bis zum Hilfsgeistlichen in Svartsjö hatte er es trotzdem nicht gebracht, sondern er war seiner Lebtage dageblieben. Es hieß zwar, er sei ein tüchtiger Mann gewesen, aber das konnte man nur schwer begreifen.
Er hatte es allerdings gut gehabt, weil er Lövdala von seinen Eltern geerbt hatte und da wohnen konnte. Da hatte er nicht den Bauern schöntun müssen, um seine Abgaben oder die opferwilligen Beiträge zu bekommen; er saß auf seinem eigenen Hof, tat, was er wollte, und war so gut wie einer von ihnen – und gerade das hatte ihnen wohlgefallen, den Bauern und ihm!
Zur Zeit des ersten Lövdaler Pfarrers hatte die Gemeinde wahrscheinlich noch kein eigenes Pfarrhaus für den Hilfsgeistlichen besessen; jetzt aber war eines da, ein kleiner Hof, der dicht neben Lövdala lag.
Sie, die Pfarrfrau, dachte, die Bauern hatten so recht ihre bekannte Bauernschlauheit bewiesen, als sie das Pfarrhaus da hingestellt hatten, denn sie hatten ganz und gar nichts danach gefragt, wie weit der Pfarrer da von der Kirche entfernt war. O nein, etwas ganz anderes hatten sie dabei im Auge gehabt, und das war ihnen ja auch geglückt! Der zweite Lövdaler Pfarrer hatte nämlich eine Tochter des ersten geheiratet, dadurch Lövdala geerbt und dann da gewohnt. Auf diese Weise wurde auch er ein Großbauer, der sein eigner Herr war und nicht nur ein ärmlicher Hilfsgeistlicher. Und auch dieser war sein Leben lang in Svartsjö geblieben. Er sollte indes ein außerordentlich guter Prediger gewesen sein; aber auch das konnte sie, die Pfarrfrau, nicht glauben. Sie dachte, nur weil er eine von ihren Pfarrerstöchtern geheiratet und auf Lövdala gewohnt hatte, behaupteten die Svartsjöer, er habe ein großes Talent zum Predigen gehabt.
Die Pfarrfrau hob den Muff in die Höhe und drückte ihn vors Gesicht. Der Weg führte mitten durch den Seegrund, und der kalte Blasewind, der da immer wehte, fegte ihr um die Ohren.
Aber dadurch kreisten ihre Gedanken nur noch schneller.
Ja, gerade das, daß die Pfarrer in diesem Dorfe notwendigerweise auf Lövdala wohnen mußten, war der Grund, warum man unmöglich einen kürzeren Weg zur Kirche bekommen konnte.
Der jetzige Pfarrer war nun in dieser Reihe der dritte, der da wohnte. Er hatte es genau so gemacht wie seine Vorgänger, nämlich die Pfarrerstochter geheiratet und dadurch den Hof geerbt. Auch dieser ließ sich auf Lövdala nieder; die Amtswohnung lag ja ganz in der Nähe, da konnte er allen seinen Pflichten leicht nachkommen, und mit seinen beiden Höfen war er ein reicher Mann. Dies war eine ausgezeichnete Einrichtung, und im ganzen Dorfe gab es niemand, der nicht wünschte, daß es immer so bleibe, solange es einen Svartsjöer Pfarrer und eine Svartsjöer Gemeinde gab.
Sie, die Pfarrfrau, wollte ja nicht leugnen, daß es für die andern Pfarrer ganz gut so gewesen sein mochte, denn diese waren wohl nicht mehr wert gewesen, als ihr Leben lang dazubleiben. Aber ewig schade war es, daß sich ihr eigener Mann in den Hof und die Gemeinde verliebt hatte und dageblieben war. Denn darauf wollte sie ihren Kopf zum Pfande setzen, ihrem Manne wäre das größte Pastorat in der ganzen Diözese sicher gewesen, sobald er nur gewollt hätte.
Oh, sie wußte wohl, warum es ihm hier gefiel! Nachdem ein und dasselbe Pfarrersgeschlecht seit so vielen Jahren in demselben Dorfe war und die Pfarrer sowie auch deren Frauen äußerst beliebt gewesen waren, hatten sie da große Macht erlangt. Auch nicht das geringste wurde von den Leuten allein getan oder beschlossen, immer mußten sie vorher ins Pfarrhaus laufen und fragen, was man dort darüber dachte. Sie, die Pfarrfrau, hatte schon einmal bei ihrem Manne darauf angespielt und gesagt, er hätte doch wohl auch eine größere Pfarrei bekommen können, und da hatte er geantwortet, ja, das glaube er auch, aber dort hätte er dann vielleicht nicht soviel zu sagen gehabt, während er hier eigentlich das ganze Dorf regiere.
Ja, das war sicher und gewiß, leicht war es nicht, hier eine Änderung eintreten zu lassen. Für einen jungen Pfarrer war es ja überaus vorteilhaft, wenn er eine Pfarrerstochter von Lövdala heiratete. Da bekam er gleich sein gutes Auskommen und eine leichte Pfarrei dazu, und in Beziehung auf die Frau sagten ja alle wie aus einem Munde, die Pfarrerstöchter von Lövdala seien wunderschön und würden ausgezeichnete Hausfrauen, und wer eine von ihnen heirate, ziehe das große Los.
Ja, von denen, die vor ihrer Zeit dagewesen waren, wollte es die Pfarrfrau gerne glauben. Aber diese Maja Lisa, an der konnte sie gar nichts Besonderes finden. Sie hielt sie nicht einmal für schön mit ihrem länglichen Gesicht und konnte auch durchaus nicht von ihr sagen, daß sie irgend etwas leistete.
Jetzt war sie, die Pfarrfrau, wohl hinter ihr her und paßte ihr auf; aber niemand half ihr dabei, kaum der Vater, der doch wohl in erster Linie den Wunsch haben sollte, daß aus seiner Tochter ein gesetztes Frauenzimmer würde, die an anderes dachte, als allerlei Unsinn und Kurzweil zu treiben. Aber sie wollte ihrer Pflicht trotzdem nachkommen; es gab nicht viele, die es wagten, derjenigen, die Lövdala und das ganze Dorf erben sollte, ordentlich Bescheid zu sagen. – –
Heute tönte lautes Schellengeklingel durch die Luft. Von vier Seiten kamen die Wagen dahergefahren und von allen Seiten auch Schlitten, dichtbesetzt mit Gästen, die alle zu der Hochzeit geladen waren. Ja, es würde sicherlich eine großartige Hochzeit, das war nicht anders zu erwarten. Welch ein Glück, daß sie ihren Willen durchgesetzt hatte und die Pfarrerstochter daheim hatte bleiben müssen! Gerade auf diesen alten Bauernhöfen machte man am meisten Wesens aus ihr.
Da war es gar kein Wunder, wenn das Mädchen faul und hoffärtig wurde und meinte, sie dürfe tun und lassen, was ihr beliebte. Oh, sie wußte wohl, was für die Stieftochter am zuträglichsten wäre, aber vorderhand wollte sie es nicht einmal in Gedanken aussprechen!
Vielleicht konnte sie auch zwei Fliegen mit einem Schlag treffen. Vielleicht konnte sie einen kürzeren Kirchenweg herausschlagen und zugleich der Stieftochter zeigen, daß sie nicht eine Prinzessin war, sondern nur eine simple Pfarrmamsell – – –
Na ja, das hätte sie sich denken können, daß sie das durchmachen müßte! Sie war noch nicht zur Türe hereingetreten, als auch schon alle Leute anfingen zu fragen, ob denn die Pfarrerstochter nicht mitgekommen sei.
Ehe sie den Pelzmantel aufknöpfen konnte, hatte sie schon zehnmal erklären müssen, wie bedauerlich es sei, daß Maja Lisa die alte Großmutter nicht habe allein lassen wollen.
Die meisten gaben sich ja mit diesem Bescheid zufrieden. Aber die Familie der Braut beruhigte sich nicht damit und wollte genauere Auskunft haben.
Der alte Björn Hindriksson und seine Frau hatten mehrere Jahre gebraucht, bis sie endlich ihre jüngste Enkelin, die den Hof erben sollte, überreden konnten, den Mann zu heiraten, den sie für sie ausgewählt hatten. Und zur Belohnung für ihre Nachgiebigkeit wollten sie ihr nun eine so prächtige Hochzeit ausrichten, wie es ihnen überhaupt möglich war.
Björn Hindriksson war ein sehr alter Mann, der sich noch an Herrn Olavus, den ersten Lövdaler Pfarrer, sowie an dessen Gattin Frau Katrina Hesselgren erinnern konnte; und die große Verehrung, die er für sie empfunden hatte, war nie aus seinem Herzen verschwunden. Solange ein Nachkomme von Herrn Olavus im Dorfe war, mußte er mit bei der Hochzeit sein, sonst ging es nicht nach Björn Hindrikssons Wunsch und Willen.
Deshalb wollte er auch gar nicht als Grund gelten lassen, daß die Pfarrerstochter der Großmutter wegen daheimbleiben müsse, und er fragte sogleich, ob denn nicht an diesem Tag eine von den Mägden nach der Großmutter hätte sehen können.
Man konnte seiner Stimme anhören, daß er wirklich betrübt war und seine Worte nicht nur höfliche Redensarten waren. Er freute sich ja wohl, die neue Pfarrfrau zu sehen, aber sie war eben nicht aus dem alten Pfarrersgeschlecht, das ließ sich nicht leugnen.
Die Pfarrfrau antwortete ihm, sie habe ganz dasselbe gedacht und es auch ausgesprochen; aber Maja Lisa sei sosehr besorgt um die Großmutter, man bringe sie nicht von ihr weg, sobald der alten Frau nur das allergeringste fehle.
Jetzt hatte die Pfarrfrau ihren Pelz abgelegt, und sie war sich wohl bewußt, daß sie nicht allein stattlich aussah, sondern auch vornehm gekleidet war, und daß man landauf und landab keine tüchtigere Pfarrfrau finden könnte, ob man noch solange suchte; aber es war, als sähen die Bauersleute einfach über sie weg.
Björn Hindrikssons Frau fragte überdies, ob denn Frau Beate nicht selbst gewollt hätte, daß die Enkelin zur Hochzeit komme. Die Großmutter wisse doch wohl, wie es zu ihrer Zeit gewesen sei. Da sei keine Hochzeit auf diesem Hofe gefeiert worden, ohne daß jemand aus dem alten Pfarrergeschlecht mit der Braut getanzt hätte.
Da richtete sich die Pfarrfrau gerade auf, und ihre Stimme war rauh und hart, als sie erwiderte, sie habe nicht gewußt, daß dies gar so wichtig sei, sonst wäre sie selbst zu Hause geblieben. Aber sie könne ja wieder zurückfahren, jetzt gleich in der Minute, damit Maja Lisa noch zu rechter Zeit da sein könne.
Mit diesen Worten gewann die Pfarrfrau die Oberhand. Die Bauersleute gerieten in große Verlegenheit, und schließlich baten sie die Pfarrfrau inständig, doch ja dazubleiben.
Darauf ging die Pfarrfrau hinauf in den Festsaal. Aber auch da mußte sie immer wieder dieselben Fragen hören und dieselbe Antwort geben, während sie herumging und die Gäste begrüßte, die sich die Wände entlang aufgestellt hatten und auf die Trauung warteten.
Da wurde es ihr plötzlich sehr heiß, nachdem sie den ganzen Tag gefroren hatte. Erst als sie auf dem Sofa saß, bekam sie Ruhe vor allen den Fragen nach Maja Lisa.
Zu ihrer Rechten und Linken saßen die beiden vornehmsten Bauernfrauen des Kirchspiels; aber beide verhielten sich mäuschenstill. Wenn man auf etwas so Feierliches wie eine Trauung wartet, ist es nicht passend, sich zu unterhalten, das wußten sie wohl.
Die Pfarrfrau fühlte, daß ihr zwei rote Flecke auf den Wangen brannten. War es nicht sonderbar? Alle hatten sich an sie gewendet, der Pfarrer aber war mit allen diesen Fragen verschont geblieben. Meinten denn diese Leute, er habe gar nichts mehr zu sagen?
Jetzt zeigte sich Ulla Moreus, die Frau des Küsters in der Tür. Sie trat näher, um die Pfarrfrau zu begrüßen. Na, nun kamen natürlich wieder dieselben Fragen aufs Tapet, Ulla gehörte ja zu Maja Lisas besten Freunden. Aber sie schien gar nicht an Maja Lisa zu denken, sondern sagte, sie und ihre Schwiegermutter hätten die Braut angekleidet. Jetzt seien sie fertig, und sie möchten wissen – – ja, es wäre ihnen eine Beruhigung, wenn Frau Raclitz ins Giebelzimmer kommen wollte, um zu sehen, ob der Brautstaat ganz in Ordnung sei.
Nun war der Pfarrfrau recht wohl bekannt, daß in ganz Värmland niemand besser wußte, wie eine Braut aus einem Bauernhofe gekleidet sein sollte, als Ulla Moreus und ihre Schwiegermutter. Aber die Aufforderung, auch noch ein Urteil abzugeben, war eine Artigkeit, die der Pfarrfrau erzeigt wurde.
Sie ging also mit in das Zimmer, wo die Braut fertig angekleidet stand und nur noch auf den Hochzeitszug wartete, der sie abholen sollte. Hier dachte man nur an Schmucksachen und Blumen, und es war eine wahre Erleichterung für die Pfarrfrau, die Fragen, die hier an sie gestellt wurden, zu beantworten. Ob die goldene Kette richtig sitze? Ob sie der Braut noch mehr Perlenschnüre umhängen sollten? Und ob die hohe Brautkrone aus Pappe, derentwegen Ulla Moreus die ganze Nacht aufgeblieben war, um sie mit rotem und grünem Seidenzeug und Goldpapier zu überkleben, eine schöne Form habe? Sie habe bis zuletzt geglaubt, sie könnten die alte Krone noch benützen; aber dann sei ihr gestern ganz spät noch eingefallen, daß dies doch die größte Hochzeit sei, die in diesem Winter gefeiert werde, und so habe sie ein neues Gestell ausgeschnitten und überzogen.
Die Pfarrfrau lobte sowohl die Krone als auch alles übrige.
Aber die alte Mutter Moreus hatte einen bekümmerten Ausdruck, und nach einer Weile vertraute sie der Pfarrfrau an, was sie bedrückte.
Sie sagte, es sei ja sehr schön, daß sich die liebe Frau Raclitz mit der Braut zufrieden zeige, sie selbst aber habe das Gefühl, es werde alles mißglücken, wenn man die Braut nicht dazu bringen könne, ein anderes Gesicht aufzusetzen. Wenn die Braut aussehe, als müsse sie zum Schaffot schreiten, dann sei es wirklich keine Freude, sie zu putzen.
Da wandte sich die Braut heftig ab und sagte ein paar Worte, die man kaum verstehen konnte. Aber sie lauteten: Wenn Mamsell Maja Lisa nicht auch bei der Hochzeit sei, mache sie sich gar nichts aus all dem Putz, den man ihr anziehe. Tausendmal habe Maja Lisa ihr versprochen, zur Hochzeit zu kommen, um sie in ihrem Brautstaat zu sehen.
Jetzt mischte sich Ulla Moreus darein; sie hatte eine frohe, frische Stimme, wie die Leute sie zu haben pflegen, die gerne eingreifen und alles gutmachen wollen.
Sie sagte, Maja Lisa werde die Großmutter wohl eine Weile allein lassen können, man könnte ja leicht einen Wagen nach ihr schicken, es sei gar nicht so weit.
Ja, auch die alte Mutter Moreus legte ein bittendes Wort ein.
»Maja Lisa und Britta sind miteinander in den Konfirmationsunterricht gegangen und seither immer innig befreundet gewesen«, sagte sie.
Die Antwort der Pfarrfrau fiel nicht allzu freundlich aus.
»Na ja, meine Liebe«, versetzte sie. »Es gibt gewiß im ganzen Kirchspiel nicht ein einziges Mädchen, mit dem Maja Lisa nicht innig befreundet wäre.«
Damit warf sie den Kopf in den Nacken und verließ die Giebelstube, und die andern wagten nichts mehr zu sagen.
Der Pfarrfrau war das Blut wieder in den Kopf gestiegen. Diese Leute sollten doch nicht glauben, sie habe nicht gemerkt, warum man sie in die Giebelstube gelockt hatte! Aus keinem andern Grund, als um von Maja Lisa anfangen zu können. – –
Die Trauung war vorüber, und es war alles gut gegangen. Die Braut aber wußte wohl, daß jetzt alle Leute miteinander darüber flüsterten, wie sie während der Trauung ausgesehen hatte, und jetzt hätte sie sowohl ihrer Eltern als auch der Großeltern wegen gewünscht, ihr Gesicht wäre weniger verweint gewesen.
Wenn Mamsell Maja Lisa zur Hochzeit gekommen wäre, dann hätte sie alles mit einem frohen Gesicht durchgemacht. Die Pfarrerstochter hatte gar sooft gesagt, wie sehr sie sich freue, sie als Braut sehen zu dürfen. Ach, vielleicht hatte sie es nur gesagt, um ihr ein wenig Mut zu machen! Aber jetzt hatte sie das Gefühl, als sei ihr der einzige Grund zur Freude, den sie gehabt hatte, entrissen worden.
Während der Trauung hatte sie mehrere Male den Kopf gewendet und nach der Tür hingesehen. Sie hatte ja noch immer gehofft, Mamsell Maja Lisa würde sicher im letzten Augenblick noch erscheinen, und so hatte sie es nicht lassen können, sich immer wieder nach ihr umzusehen.
Ach, daß die Menschen so hart sein und ihr an einem solchen Tage das einzige, was ihr Herz begehrte, verweigern konnten! Die Tränen traten ihr in die Augen, sooft sie daran dachte.
Als der große in Hufeisenform aufgestellte Tisch gedeckt war, nahmen die Leute Platz und fingen an zu essen. Da entwickelte sich plötzlich eine frohe, lustige Stimmung ringsumher. Alle tranken und scherzten miteinander: nur die junge Braut fühlte immerfort dieselbe Beklemmung, und es war ihr unmöglich, auch nur einen Bissen hinunterzubringen. Langsam zerschnitt sie ein paar Brotscheiben, um sich doch den Schein zu geben, als esse sie.
»Wenn Mamsell Maja Lisa nur heute gekommen wäre,« dachte sie, »dann wäre alles ganz anders! Sie hätte mir diesen Tag leicht gemacht.«
Plötzlich warf sie einen verwirrten Blick auf ihren Bräutigam an ihrer Seite, und sie fragte sich, ob er am Ende etwas gehört habe. Es war ihr, wie wenn sie laut gedacht hätte.
Und nach einer Weile ging es wieder geradeso. Sie merkte, daß sie vor sich hinmurmelte: »Ach, ach, ach! Daß Maja Lisa nicht zu meiner Hochzeit kommen durfte!«
»Was sagst du denn vor dich hin?« fragte jetzt der Bräutigam.
Da wiederholte sie fast gegen ihren Willen.
»Ach, ach, ach! Daß Mamsell Maja Lisa nicht zu meiner Hochzeit kommen durfte!«
Der Bräutigam wußte wohl, wie sehr er hatte bitten und betteln müssen, ehe die reiche Bauerntochter sich hatte entschließen können, ihm ihr Jawort zu geben.
Es war auch da und dort getuschelt worden, die Großmutter hätte sie schließlich gezwungen; und wenn sie jetzt mit diesem Gesicht an der Hochzeitstafel saß, mußte ja das Gerücht wie ein Lauffeuer um sich greifen.
So begann er denn, sie zu ermahnen, und sagte, es gehe doch wirklich nicht an, daß sie so verdrießlich dasitze, sie könne ja an einem andern Tag mit der Pfarrerstochter zusammen sein.
Aber die Braut hörte nicht auf ihn. Sie schnitt wieder an ihrem Stück Brot herum, und nach einer Weile seufzte sie abermals: »Ach, ach, ach! Daß mich Maja Lisa nicht als Braut sieht!«
Noch einmal versuchte der Bräutigam, sie zur Vernunft zu bringen.
»Daß du dich deswegen zum Gespött der Leute machen willst!« sagte er. »Meinst du denn, Mamsell Maja Lisa mache sich soviel aus dir? Man weiß doch, wie wenig die Herrschaften nach uns Bauern fragen.«
Doch diesmal wendete sich die Braut hastig an ihren Bräutigam.
»So würdest du nicht sprechen, wenn du etwas wüßtest. Du würdest nicht da sitzen, wo du jetzt sitzest, wenn die Pfarrerstochter nicht für dich eingetreten wäre und gesagt hätte, sie glaube, du werdest gut gegen mich sein.«
Jetzt schwieg der Bräutigam, und zwar ganz beharrlich. Wenn die ihm Gegenübersitzenden mit ihm reden wollten, mußten sie laut rufen, bis er sie hörte.
Das konnte von den Hochzeitsgästen nicht unbemerkt bleiben. Auch sie wurden still und verschüchtert und sahen nur noch verstohlen nach dem Brautpaar hinüber.
Aber gerade als alles am betrübtesten aussah, wendete sich der Bräutigam an die Braut.
»Wenn du nur darüber unglücklich bist, so kann abgeholfen werden«, sagte er. »Mamsell Maja Lisa soll dich als Braut sehen, ich bin Manns genug, das einzurichten.«
Die Braut richtete ihre Augen erstaunt auf sein Gesicht, und da sah sie, daß es ihm Ernst war.
»Das werde ich dir nie vergessen,« sagte sie, »du mußt mich wirklich liebhaben, wenn du mir in dieser Sache helfen willst.«
In demselben Augenblick klärte sich auch ihr Gesicht auf, und sie war ganz wie ausgetauscht.
Die Pfarrerstochter saß daheim auf Lövdala in der Küchenkammer und weinte.
Die Tränen liefen ihr in Strömen die Wangen herab, und sie konnte sie nicht zurückhalten. Sie gab sich zwar alle Mühe, denn es war ihr höchst widerwärtig, zu denken, daß die Dienstboten glauben könnten, sie weine nur, weil sie allein daheim bleiben mußte, während die Eltern auswärts waren und sich vergnügten.
Aber das war es nicht, was sie so unglücklich machte. Nein, was sie sosehr bekümmerte, war, daß sie Britta ihr Wort nicht halten konnte. Wenn sie bedachte, wie oft sie miteinander von dieser großen Hochzeit gesprochen hatten! Es war ihr ja nicht möglich gewesen, die Braut ganz mit dem ihr vorgeschlagenen Bräutigam auszusöhnen; aber es hatte sie doch immer aufgemuntert, wenn Maja Lisa gesagt hatte, sie freue sich, Britta im Hochzeitsstaat zu sehen.
Ja, Maja Lisa hatte Grund zu weinen, sie hatte Britta ihr Wort brechen müssen; das war ihr zu schwer.
Plötzlich horchte sie auf! Wie sonderbar, es war ihr gewesen, als höre sie Schellengeklingel! Ja und auch Geigenspiel! Sie konnte sich nicht täuschen.
Deutlicher und deutlicher hörte sie es. So viel war sicher, irgend etwas hörte sie. Aber woher in aller Welt mochte es kommen? Sie stand auf und trat an das nach Osten gehende Fenster, wo sie auf die zum Pfarrhaus führende Allee hinaussehen konnte.
Als sie vor etwa einer Stunde Feuer im Ofen angezündet hatte, war es draußen schon dunkler Abend gewesen; jetzt war das Feuer niedergebrannt, und es war dunkel in der Kammer, während es draußen heller geworden war. Nun leuchtete eine klare, sternhelle Nacht draußen, der Schnee auf dem Boden und der Rauhreif auf den Bäumen hatten von selbst zu leuchten angefangen, und als die Pfarrerstochter ans Fenster trat, war es gerade, als schaue sie in einen hellerleuchteten Raum hinein.
Jetzt sah sie ganz deutlich, daß ein Hochzeitszug durch die Allee und zwischen den alten Wirtschaftsgebäuden des Hinterhofs dahergefahren kam. Im ersten Schlitten saßen die Musikanten mit den Geigen unter dem Kinn und fiedelten aus Leibeskräften auf den Saiten herum. Im nächsten saßen Braut und Bräutigam; und die Braut hatte sich nicht einmal einen Schal über den Kopf geworfen, sondern ließ die Krone im weißen Schneelicht schimmern. Darauf kam Schlitten um Schlitten mit Hochzeitsgästen. Maja Lisa erkannte den Schimmel des Küsters Moreus, den roten Schlitten des Kirchenvorstehers und – –
Es schwindelte ihr vor den Augen, und sie mußte sich auf einen Stuhl neben dem Fenster niederlassen. Sie konnte nicht begreifen, was das bedeuten sollte. Warum fuhr die Hochzeitsgesellschaft von Loby hierher ins leere Pfarrhaus?
Aber vielleicht war es nur ein Wahngebilde, das vor ihr auftauchte, weil sie den ganzen Tag hindurch mit allen ihren Gedanken bei der Hochzeit gewesen war.
Jetzt hielt der Zug vor der Freitreppe; sie hörte es deutlich. Die Haustüre ging auf, und die ganze Gesellschaft drängte in den Flur herein. Sie aber blieb unbeweglich sitzen.
Nicht etwa, weil sie sich gefürchtet hätte! O nein, aber wie jammerwürdig wäre es, wenn sie nun hinausginge, die Gäste zu begrüßen, und dann niemand draußen vorfände!
Jetzt waren sie im Saal, und jetzt rissen sie die Küchenkammertüre weit auf.
Die Spielleute voran. Dann Küster Moreus mit seiner Ulla am Arm. Dann Braut und Bräutigam, von zwei Brautführern mit dreiarmigen Leuchtern hell beleuchtet, und hinter diesen eine ganze Schar Jugend, Burschen und Mädel.
Als alle hereingekommen waren, hörten Jan Öster und sein Kamerad auf zu geigen. Der Küster Moreus trat vor die Pfarrerstochter und hielt eine kleine Rede. Er sagte, Britta von Loby habe ausdrücklich verlangt, daß die Pfarrerstochter sehe, wie schön sie als Braut sei; sie und ihr Mann hätten allein hierherfahren wollen, aber dann hätte er und die andern gedacht, die Freude sei nicht so groß für Mamsell Maja Lisa, wenn sie nur die Braut und nicht auch den übrigen Hochzeitszug zu sehen bekäme, deshalb hätten sich jetzt alle angeschlossen, die nach dem Hochzeitsschmaus nicht zu schläfrig dazu gewesen wären.
Die Pfarrerstochter war, seit sie eine Stiefmutter hatte, immer ärmlich angezogen. Aber daran zu denken, vergaßen sie und die Hochzeitsgäste vollständig, denn die Freude über dieses unerwartete Kommen hatte ihr Gesicht so verklärt, daß sie ganz unwiderstehlich liebreizend aussah.
Ja, es war ganz wahr, was man von den Pfarrerstöchtern von Lövdala sagte: sie seien imstande, alle Menschen zu bezaubern. Es war unbegreiflich, wie sie es machte; aber als sie die Braut umarmte und dann dem Bräutigam und den andern die Hand drückte, da war es allen, als sei jetzt erst die rechte Hochzeitsfreude angebrochen.
Ja, die Pfarrerstochter konnte ihre Sorgen ganz abwerfen und so froh werden, daß alle andern Menschen auch dachten: »Es gibt doch nichts Schöneres als zu leben! Es ist nicht wahr, wenn es heißt, das Leben sei schwer und traurig. Nur schön ist es.«
Die Pfarrerstochter brauchte die Braut nur anzusehen, ihre Brautkrone und ihr Hochzeitskleid zu loben, da wurden aller Augen aufgetan. Vorher hatten sie gar nicht gemerkt, wie schön sie in ihrem Staat war.
Als Maja Lisa sich dann auch an den Bräutigam wendete und ihm dankte, daß er mit Britta gekommen sei, und ihm zugleich zu seiner Frau beglückwünschte, da ging auch ihm gleichsam ein Licht auf, und nun verstand er, daß er nicht allein den größten Hof in Loby, sondern auch die beste Bauerntochter geheiratet hatte.
Was sie zu Britta sagte, konnte niemand verstehen; aber man sah Britta nachher an, daß es gerade das gewesen war, was sie gebraucht hatte, um den ganzen Tag froh und glücklich zu sein.
Sie hatten »Hochzeitsversucher« mitgebracht, die jetzt aufgedeckt wurden, denn Maja Lisa mußte auch das Hochzeitsessen versuchen. Und man sah ihr wohl an, wie sehr ihr alles gefiel; aber sie durfte nicht essen, ehe die andern wieder fortgefahren waren. Lange könnten sie nicht wegbleiben, das werde sie verstehen, es sei merkwürdig, daß sie überhaupt fortgekommen wären.
Nun erzählte Ulla Moreus, wie sie sich gleich nach dem Essen davongeschlichen hätten. Die Alten hätten ein bißchen ermattet dagesessen und sich nach einem Mittagsschläfchen gesehnt. Sie hätten auch gar nichts von der ganzen Sache gemerkt, bis die Jugend auf und davon gegangen war; aber sie müßten natürlich gleich wieder zurückfahren, sobald die Braut mit Maja Lisa getanzt hätte.
Darauf gingen sie in den Saal hinaus, und die Leute stellten sich den Wänden entlang auf, um dem Tanz zuzusehen. Der Spielmann Jan Öster stimmte eine Polka an, und die Braut tanzte mit der Pfarrerstochter im Saal herum. Aber während die beiden noch zum ersten Male im Saal herumtanzten, wurde die Pfarrerstochter ängstlich. Sie hatte vor lauter Freude noch gar nicht an das übliche Tanzgeld gedacht. Am Hochzeitstag mußten alle Menschen, große und kleine, mit der Braut tanzen, und wer immer mit ihr tanzte, war verpflichtet, ihr das »Tanzgeld« zu geben. Aber sie armes Mädchen besaß nicht einmal eine einzige Scheidemünze!
Die Braut dagegen hatte nichts vergessen. Drüben auf dem Tisch in der Ecke des Saals stand die Flasche mit Riechwasser und der Brautschrein mit Pastillen und Rosinen, die Brautgewürze, die die Braut nach dem Tanze anbieten mußte.
Ach, das war das schwerste, was Maja Lisa durchmachen mußte! Die alten Bräuche durften nicht gebrochen werden. Die Leute hätten geglaubt, das bringe Unglück.
Britta mußte indes ihre Angst geahnt haben, denn sie flüsterte ihr während des Tanzes zu, Mamsell Maja Lisa solle nur so tun, als lege sie ihr etwas in die Hand. Wenn man sie so unerwartet überfalle, könne sie selbstverständlich kein Tanzgeld bereit haben.
Die Pfarrerstochter besaß ein Paar goldene Ohrringe und eine goldene Brosche, die sie von ihrer Mutter geerbt hatte. Sie hätte Britta gern eines von diesen beiden Schmuckstücken gegeben, wußte aber nicht, ob sie durfte. Wie sollte es gehen, wenn es der Stiefmutter nachher zu Ohren kam!
Es war nicht Sitte, mehr als einmal mit der Braut im Saal herumzutanzen, aber die Pfarrerstochter machte, während sie so überlegte, zweimal, ja dreimal die Runde durch den Saal. Eigentlich ist es indes unrichtig, wenn man sagte, sie habe überlegt; sie war in zu großer Not, die Gedanken wirbelten ihr nur so durch den Kopf.
Sie tanzte so langsam, als sie konnte, und jetzt dachte sie an einen silbernen Löffel, den sie als Patengeschenk erhalten hatte. Aber wenn sie so etwas Kostbares verschenkte, war Raclitza am Ende imstande, am nächsten Tag ins Hochzeitshaus zu gehen und es zurückzufordern.
»Es bleibt mir nichts anderes übrig, als Britta zu sagen, sie werde ihr Tanzgeld ein anderes Mal bekommen«, dachte sie.
Aber plötzlich fuhr sie zusammen, und darauf tanzte sie das letzte Stück rasch und vergnügt. Irgend jemand hatte die Gelegenheit wahrgenommen, als sie an ihm vorübergetanzt war und ihr ein Geldstück in die Hand gedrückt.
Und siehe! Als sie zu tanzen aufhörte, konnte sie einen ganzen blanken Speziestaler in Brittas Hand legen.
Die Braut war darüber so verdutzt, daß sie ganz und gar vergaß, ihr die Brautgewürze anzubieten, und die Pfarrerstochter mußte sie erst fragen, ob sie nichts bekommen solle.
Während sie dann von dem Riechwasser nahm, ließ sie rasch ihren Blick im Saal umherschweifen, um herauszubringen, wer ihr den Speziestaler zugesteckt hatte.
Sie wußte, sie hatte ihn erhalten, als sie eben am Ofen vorbeigekommen war; dann war es wohl der große dunkle Mann, der dort drüben zwischen dem Ofen und dem Schrank stand, gewesen, der ihr geholfen hatte.
Jetzt beugte sie sich vor und nahm einige Pastillen aus der Lade. Zugleich flüsterte sie der Braut zu, sie habe geglaubt, sie kenne jeden Menschen im Dorfe, aber an den Mann, der dort drüben am Schranke stehe, könne sie sich absolut nicht erinnern.
Die Braut antwortete halblaut, das sei nicht merkwürdig, denn dieser Mann sei gar nicht aus dem Dorfe; es sei ein Schmied vom Henriksberger Hüttenwerk in Västmarken, der gerade heute nach Loby gekommen sei, um von ihrem Großvater Heu zu kaufen. Sie wisse nicht, warum er mit hierhergekommen sei, er gehöre nicht zur Hochzeitsgesellschaft und sei ja auch nicht im Hochzeitsstaat.
Und wirklich – trug dieser Fremde nicht einen Rock aus schwarzem Schaffell mit einem Ledergürtel um den Leib! Die Pfarrerstochter wußte nicht recht, ob sie zu ihm hingehen und sich bedanken sollte; aber jedenfalls fand sie keine Gelegenheit mehr dazu, denn jetzt brach die Gesellschaft auf und verabschiedete sich. Maja Lisa dankte allen für ihr Kommen, half ihnen in die Mäntel hinein, ging mit ihnen hinaus und winkte ihnen dann noch von der Freitreppe aus zu.
Als sie darauf wieder eintrat, erschrak sie doch ein wenig, als sie den großen fremden Mann noch mitten im Saal stehen sah.
Aber sie fand bald eine Erklärung, warum er zurückgeblieben war. Er wollte wohl wissen, wann er den Speziestaler, den er ihr geliehen hatte, wiederbekommen könnte. Wer weiß, vielleicht hatte er ihn von dem Gelde genommen, das der Verwalter ihm zum Bezahlen des Heus mitgegeben hatte!
Offenbar hätte er indes am liebsten ganz abgeleugnet, was er getan hatte. Und als die Pfarrerstochter darauf bestand, äußerte er, es sei nicht der Mühe wert, davon zu reden.
Aber sie konnte doch wirklich nicht einen ganzen Speziestaler von einem Fremden annehmen. Deshalb sagte sie, gleich morgen werde sie ihren Vater um das Geld bitten und es nach dem Hochzeitshaus schicken, damit er das Heu bezahlen könne.
Da flog ein gütiges Lächeln wie heller Sonnenschein über sein Gesicht.
Er sagte, sie solle es nur ganz so einrichten, wie es ihr am besten passe, er habe Geld genug und könne auch ohne den Speziestaler auskommen.
Die Pfarrerstochter sah ihn fragend an.
Ach so, fuhr er fort, sie meine wohl, er sei wegen des Geldes zurückgeblieben?
Ja, warum denn sonst?
Da strich er sich eine lange Haarlocke aus der Stirn und sah an ihr vorbei nach der gegenüberliegenden Wand.
»Ach, ich weiß es selbst nicht«, sagte er. »Vielleicht hab’ ich noch etwas sagen wollen.«
Die Pfarrerstochter schwieg und machte einen Schritt nach der Türe; sie wurde ungeduldig.
Jetzt sah sie der Fremde wieder mit seinem gütigen Lächeln an.
»Ich kann die andern nicht begreifen, daß sie von hier fortgekommen sind«, sagte er.
Bei diesem Wort errötete die Pfarrerstochter; sie machte noch einen Schritt auf die Türe zu.
»Sie hätten Euch nicht hier allein lassen, sondern zum Tanze mitnehmen sollen.«
Seine Stimme hatte dabei einen so wohlwollenden Klang, daß Maja Lisa nicht ärgerlich werden konnte, und so wendete sie sich ihm wieder zu und lachte.
»Ach, nun macht mir das Alleinsein nichts mehr aus, denn jetzt bin ich glücklich. Gehet jetzt nur auch; ich bin so froh, daß sich meinetwegen niemand zu beunruhigen braucht.«
Die Fuchsgrube
Am nächsten Morgen stand der lange Bengt schon in aller Frühe mit einer Laterne vor der Fuchsgrube und leuchtete hinein. Das war doch merkwürdig! In seinem ganzen Leben hatte er noch niemals eine Fuchsgrube so zugerichtet gesehen.