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Lustreise ins Morgenland, Erster Theil (von 2) cover

Lustreise ins Morgenland, Erster Theil (von 2)

Chapter 56: Meine Wohnung.
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About This Book

A travelogue tracing a route through Italian ports to the eastern Mediterranean, recounting island stays, a sea voyage to Alexandria, a Nilfahrt to Cairo, and excursions to the surrounding desert and pyramids. It mixes practical guidance for travelers with close observational notes on city layouts, monuments, hospitals, catacombs, markets, public baths, schools, religious sites, and daily trades. The narrative records social customs, festivals, funerary practices, and street life, and includes reflective prefaces and hygienic and ethnographic remarks drawn from on-site experience.

Meine Wohnung.

Am Tage meiner Ankunft suchte mich ein Schweizer auf, weil er vernahm, daß ein Landsmann angelangt sei. Die Ferne nähert die Gemüther. Wiewohl ich mich außerordentlich freute, einem Schweizer in so großer Entfernung die Hand zu schütteln, so wollte ich dennoch mit einiger Vorsicht mich einlassen. Denn die Schilderung der in Kairo sich aufhaltenden Franken, die mir zu Gesichte kam, machte mich bei Anknüpfung freundschaftlicher Bande eher furchtsam. Ich erfuhr aus guter Quelle, daß der Schweizer ein wackerer Mann sei, und da ich dieß bei jeder Gelegenheit selbst bestätigen konnte, so nahm ich keinen Anstand mehr, mit ihm in freundschaftliche Verhältnisse zu treten. Er ist aus dem schweizerischen Kanton Thurgau gebürtig, und sein Name Karl Baumgartner: gewiß einer der edelsinnigsten Franken, die in Kairo leben, ein Mann, dessen Andenken mir immer theuer bleibt[22].

Baumgartner hatte ein halbes Haus in Miethe, und bei ihm lebte ich in Aftermiethe. Daß ich auch hier auf zerbrochene Scheiben stieß, dessen verwundere man sich nicht. In keiner größern Stadt sah ich so wenig auf die Glasscheiben verwendet, als in Kairo. Blind vor Staub ist die Menge, man läßt sich die Mühe zum Waschen reuen, und zerbrochene Scheiben oder Scheibenlücken verunzieren selbst manches bessere Haus. Die zerbrochenen Scheiben mochte ich aber auch hier nicht leiden. Wir ließen den Glaser rufen.

Ich wohnte im Frankenquartiere (Hârah el-Musky). Wo? kann ich hier so wenig genau angeben, als ich es vor dem Konsul konnte. Die Franken sagen, bei wem sie wohnen, oder nennen auch einen Hauptplatz, ein Thor u. s. f. Mein Zimmer war so hoch, wie eine Kapelle, und man hätte nur einen Altar bauen dürfen, um in einer wirklichen Kapelle zu wohnen. Eine Fledermaus, welche Nachts herum flog, erfreute sich eines so großen Spielraums, daß sie, hin- und herflatternd, nie nöthig fand, an meinen Kopf zu streifen.