Rückblick auf Kairo.
In dieser weitläufigen Stadt verbrachte ich mehrere der angenehmeren Tage meines Lebens, und ich gestehe, daß ich mich ungerne von ihr trennte. Die Verschiedenheit der klimatischen Einflüsse und Hervorbringnisse, die Ungleichheit der Sitten und Religionsgebräuche, die Sonderbarkeit in den politischen Einrichtungen und so vieles Andere hielten meine Seele stets in reger Gespanntheit, dergestalt, daß Langeweile in Kairo mich nie angähnte.
Kairo ist ein großes, altes Weib, das falsche Haartouren, Brillen und Krücke trägt; aber es vermag seine Runzeln nicht spurlos auszuglätten, noch seine grauen Haare ganz zu verbergen, noch seinen halbblinden Augen die volle Sehkraft zurückzugeben, noch seinen gekrümmten Rücken in das Senkblei zu bringen. Wofern nicht ein wundersam belebender Hauch aufs neue die Adern der Alten durchdringt, so wird sie über nicht sehr lange von hinnen scheiden, und ihr Grabmal wird dann wegen der schauerlichen Größe über die Grabmale beider Todtenstädte spotten.