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Lustreise ins Morgenland, Zweiter Theil (von 2) cover

Lustreise ins Morgenland, Zweiter Theil (von 2)

Chapter 68: Ein Pater sagt, ich werde des Teufels.
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About This Book

A travel narrative recounts a journey through the Eastern Mediterranean to Jerusalem, blending route- and geography-focused notes on Syria with close descriptions of ports, towns, and islands encountered. It documents major holy sites, monuments, tombs, and urban layout while reporting on population, climate, health, and building styles. The text records local customs, dress, marketplaces, pilgrim practices, hospices, and everyday trades, and it includes episodic travel incidents and sea passages. Practical advice for pilgrims and reflective closing remarks round out the account, offering both observational detail and guidance for prospective travelers.

Ein Pater sagt, ich werde des Teufels.

Der Umstand, daß ich nicht in die Messe ging, schien die sechs Mönche, welche das Hospiz bewohnen, unangenehm zu berühren. Die Stimmung derselben war mir bald nicht mehr zweifelhaft. Es fragte mich nämlich eines Mittags der Koch, Frater Emanuel, ob ich die Messe angehört hätte. Ich antwortete: Nein. Der Eifer wimmelte in seinen Händen, und ich merkte ihm an, daß er es darauf anlegen wollte, mich recht auszuholen. Ich fertigte ihn kurz mit den Worten ab, daß ich nur auf lateinisch in religiöse Gegenstände mich tiefer einlassen würde.

Im Nu schritt der Pfarrer (padre curato) mit zwei Mönchen daher. Der Meinungskampf begann in der Kirchensprache der Katholiken. Jener stolperte unglücklich genug über seine lateinischen Fehlbrocken. Um aber doch seinen Worten einen salbungsvollen Nachdruck zu verleihen, schlug er mit der Faust auf dem Tische den Takt, und glühender Eifer rollte seine Augen. Der ganze Rüstzeug von Verstand und Vernunft würde dem Menschen wahrlich wenig mehr nützen, wenn das Gepolter einer Faust Beweiskraft hätte. Der Pfarrer trieb sich auf dem Boden der faden Jesuitenlogik herum, und ich merkte, daß mit ihm kein Satz ordentlich durchzuführen sei. Ich erklärte geradezu, daß ich mich zum Protestantismus bekenne. Auf diese Erklärung suchte man mir den bekannten Satz ins Herz zu prägen, daß einzig und allein die römisch-katholische Kirche selig mache; ich sei verdammt, hieß es, und laut rief ein Mönch mit einem buntscheckigen Barte, daß ich in die Hölle fahren werde[11]. Ich sei mit meinem religiösen Schatze zufrieden, erwiederte ich; ich wolle den Frieden meiner Seele wahren; ich könne glatterdings nicht bekehrt werden. Sofort erloschen die Flammen der Patres, und ich wurde nimmermehr mit derlei Zwisten gequält.

Ich warne, aus dieser einzelnen Vorfallenheit allgemeine Sätze herauszufolgern. Die Patres haben höhern Auftrag, ihren Glauben zu verbreiten, und der Bekehrungsversuch darf wohl nicht befremden. Ich meine sogar, daß mein Tagebuch dadurch eher gewonnen, als verloren habe.