Was ich aus Trutz vollbracht,
Wuchs voll Pracht über Nacht
Und ward — verregnet.
Was ich aus Lieb' gesäet,
Keimte stät, reifte spät
Und ist gesegnet.
Wuchs voll Pracht über Nacht
Und ward — verregnet.
Was ich aus Lieb' gesäet,
Keimte stät, reifte spät
Und ist gesegnet.
Der opferfrohen Güte
Gelingt auch kaum viel mehr,
Als daß sie das Gemüt
Nicht öde läßt und leer.
Genießer deiner Labe
Sind selten doch entzückt,
Nur daß gegebne Gabe
Dein eigenes Herz beglückt.
Gelingt auch kaum viel mehr,
Als daß sie das Gemüt
Nicht öde läßt und leer.
Genießer deiner Labe
Sind selten doch entzückt,
Nur daß gegebne Gabe
Dein eigenes Herz beglückt.
Auf alle Wiegen sollt' man's schreiben,
In alle Särge sollt' man's schneiden:
Just so, wie's die Menschen treiben,
Just so müssen sie's auch leiden.
In alle Särge sollt' man's schneiden:
Just so, wie's die Menschen treiben,
Just so müssen sie's auch leiden.
*
Was ist der Sinn und Endgewinn
Der großen irdischen Sendung?
Die Königin und die Bettlerin,
Sie haben die gleiche Endung.
Der großen irdischen Sendung?
Die Königin und die Bettlerin,
Sie haben die gleiche Endung.
»Wissen ist Macht!«
Wie schief gedacht!
Wissen ist wenig,
Können ist König!
Wie schief gedacht!
Wissen ist wenig,
Können ist König!
Wie wenig an Ungewöhnlichkeit
Verherrlicht die weite Erde!
Das Genie nur ist Persönlichkeit,
Alles andere ist Herde.
Verherrlicht die weite Erde!
Das Genie nur ist Persönlichkeit,
Alles andere ist Herde.
Geh kühl vorüber an des Reichtums Stätte.
Der die Welt hat, ist ärmer,
Als der sie — gern hätte.
Traue nicht den trügenden Gaben,
Das Hoffen ist köstlicher als das Haben.
Der die Welt hat, ist ärmer,
Als der sie — gern hätte.
Traue nicht den trügenden Gaben,
Das Hoffen ist köstlicher als das Haben.
In jedem Haus
Vor allem wert
Drei Dinge sind:
Eine starke Faust,
Ein warmer Herd,
Ein kleines Kind.
Vor allem wert
Drei Dinge sind:
Eine starke Faust,
Ein warmer Herd,
Ein kleines Kind.
*
Bleibe, o Musensohn, eigen, wie die Natur dich gemacht hat,
Ziehe nicht fort mit dem Weltstrom des täglichen Lebens;
Sonst geht es dir, wie dem starken, dem mächtigen Bergfluß:
Sobald er dem Strom sich ergießt, verliert er den Namen!
Ziehe nicht fort mit dem Weltstrom des täglichen Lebens;
Sonst geht es dir, wie dem starken, dem mächtigen Bergfluß:
Sobald er dem Strom sich ergießt, verliert er den Namen!
*
Nach innen leben,
Nach außen weben,
Nach unten schauen,
Nach oben streben.
Nach außen weben,
Nach unten schauen,
Nach oben streben.
Ich sag' dir, armes Vögelein:
Der Liebling dieser Menschen sein
Ist schwerer Fehl, und wird bestraft
Mit lebenslanger Kerkerhaft.
Der Liebling dieser Menschen sein
Ist schwerer Fehl, und wird bestraft
Mit lebenslanger Kerkerhaft.
O laßt das Denkmalsetzen gehen,
Bis letztes Wort gesprochen ist.
Ein Bild aus Erz kann erst entstehen,
Wenn das aus Ton zerbrochen ist.
Bis letztes Wort gesprochen ist.
Ein Bild aus Erz kann erst entstehen,
Wenn das aus Ton zerbrochen ist.
Ich würde mich mit Leuten nie versöhnen,
Die nicht dienen wollen und nicht herrschen können.
Die nicht dienen wollen und nicht herrschen können.
Wer noch die Menge nicht als Bestie kennt,
Der seh' einmal die blutigen Bahnen,
Die unsere Weltgeschichte trauernd nennt,
Er wird es ahnen.
Den Volksbefreier preist sie jubelnd heut,
Und morgen den Tyrannen.
Der seh' einmal die blutigen Bahnen,
Die unsere Weltgeschichte trauernd nennt,
Er wird es ahnen.
Den Volksbefreier preist sie jubelnd heut,
Und morgen den Tyrannen.
Zur Bändigung des Pöbels, laßt mal sehen,
War höllisch schwer des Teufels zu entraten.
Der Teufel kam auch billiger zu stehen
Als jetzt — die Million Soldaten.
War höllisch schwer des Teufels zu entraten.
Der Teufel kam auch billiger zu stehen
Als jetzt — die Million Soldaten.
Sei nie bloß Parlamentarier,
Sei schaffender Autokrat.
Worte sind Proletarier,
Und Fürstin ist die Tat.
Sei schaffender Autokrat.
Worte sind Proletarier,
Und Fürstin ist die Tat.
In wichtigen Dingen indifferent,
Um nichtige schweifen und keifen,
Ein solches Geschlecht soll man — mordselement! —
Statt salben und täufen — ersäufen.
Um nichtige schweifen und keifen,
Ein solches Geschlecht soll man — mordselement! —
Statt salben und täufen — ersäufen.
Zur Gründung von Vereinen
Sind die Deutschen stets bereit.
Nur für eines gründen sie keinen,
Für — deutsche Einigkeit.
Sind die Deutschen stets bereit.
Nur für eines gründen sie keinen,
Für — deutsche Einigkeit.
Feste feiern, Lieder singen,
Reden halten, Gläser klingen,
Spielen, sporten und flanieren,
Tanzen, flirten und charmieren —
Ist mit solchen guten netten
Dingen unser Volk zu retten?
— Arbeit, Arbeit ohne Ruh',
Taschen auf und Fäuste zu!
Trotzig dem Geschicke stehen,
Oder — feig zugrunde gehen!
Reden halten, Gläser klingen,
Spielen, sporten und flanieren,
Tanzen, flirten und charmieren —
Ist mit solchen guten netten
Dingen unser Volk zu retten?
— Arbeit, Arbeit ohne Ruh',
Taschen auf und Fäuste zu!
Trotzig dem Geschicke stehen,
Oder — feig zugrunde gehen!
Laß dich nicht ein mit der Kanaille,
Die dir auf irdischer Wander
Das Leben verdirbt,
Man setzt sich mit ihr
Höflich und klipp auseinander,
Indem man stirbt.
Die dir auf irdischer Wander
Das Leben verdirbt,
Man setzt sich mit ihr
Höflich und klipp auseinander,
Indem man stirbt.
O nein, mein Freund, das will ich nicht,
Auf Menschenherzen ziel' ich nicht.
Mit Lust und Leiden spiel' ich nicht.
Viel lieber mit dem eiteln Tropf,
Dem aufgeblasenen hohlen Kopf,
Den nehm' ich manchmal gern beim Schopf.
Auf Menschenherzen ziel' ich nicht.
Mit Lust und Leiden spiel' ich nicht.
Viel lieber mit dem eiteln Tropf,
Dem aufgeblasenen hohlen Kopf,
Den nehm' ich manchmal gern beim Schopf.
In Fieberdurst lechz' ich nach kühler Labe,
Nach einem Tropfen edler Rebengabe,
Ein Freund erhebt den Becher schäumend voll
Und — trinkt auf mein Wohl!
Nach einem Tropfen edler Rebengabe,
Ein Freund erhebt den Becher schäumend voll
Und — trinkt auf mein Wohl!
Wenn du den Leuten Übles tust,
So hängen sie dich,
Oder im großen Gutes tust,
So kreuzigen sie dich;
Und wenn du ihnen gar nichts tust,
Verdrießen sie dich.
So hängen sie dich,
Oder im großen Gutes tust,
So kreuzigen sie dich;
Und wenn du ihnen gar nichts tust,
Verdrießen sie dich.
Wenn dich die Leut' verdrießen
Und Wehmut dein Herz beschleicht,
So tu ihnen rasch was Gutes,
Dann ist dir wieder leicht.
Und Wehmut dein Herz beschleicht,
So tu ihnen rasch was Gutes,
Dann ist dir wieder leicht.
Wenn du dich selber verdrießest,
Dein Herz ist lahm und wirr,
So wart' auf ein großes Leiden,
Das bringt dich wieder zu dir.
Dein Herz ist lahm und wirr,
So wart' auf ein großes Leiden,
Das bringt dich wieder zu dir.
Wer heute Herr, ist morgen Knecht.
Wie Armut stärkt, so Reichtum schwächt.
Wie Armut stärkt, so Reichtum schwächt.
*
Feinde zu verderben
Ist ein froher Ritt;
Um das Bräutchen werben
Ist ein banger Schritt;
Sterben, sterben, sterben
Ist ein' bittre Freud';
Erben, erben, erben
Ist ein süßes Leid.
Süßes Leid, ich mag dich nicht,
Bittre Freud', ich klag' dich nicht,
Banger Schritt, ich wag' dich nicht,
Mit Menschenbrüdern schlag dich nicht.
Ist ein froher Ritt;
Um das Bräutchen werben
Ist ein banger Schritt;
Sterben, sterben, sterben
Ist ein' bittre Freud';
Erben, erben, erben
Ist ein süßes Leid.
Süßes Leid, ich mag dich nicht,
Bittre Freud', ich klag' dich nicht,
Banger Schritt, ich wag' dich nicht,
Mit Menschenbrüdern schlag dich nicht.
Wen stets die Güte und die Freude flieht,
Der wird sich bald gealtert sehen.
Wer seine Stirne oft in Falten zieht,
Dem bleiben sie beizeiten stehen.
Der wird sich bald gealtert sehen.
Wer seine Stirne oft in Falten zieht,
Dem bleiben sie beizeiten stehen.
Ist dir dein Bett nicht recht,
So kannst du dir's besser richten,
Ist dir die Welt zu schlecht,
So magst du dir eine bessere dichten.
So kannst du dir's besser richten,
Ist dir die Welt zu schlecht,
So magst du dir eine bessere dichten.
Idealismus allein
Ist weder gut noch klug.
Vom Realen das beste
Ist ideal genug.
Ist weder gut noch klug.
Vom Realen das beste
Ist ideal genug.
Der siegfrohe Herr, der rüde Gesell,
Sie herrschen nach ihrer Weise;
Der Feldwebel, traun, der schreit den Befehl,
Der König — der sagt ihn leise.
Sie herrschen nach ihrer Weise;
Der Feldwebel, traun, der schreit den Befehl,
Der König — der sagt ihn leise.
Ach, die Lyriker sind eigen,
Wenn sie nichts zu sagen finden,
Müssen sie es laut verkünden,
Daß — sie schweigen.
Wenn sie nichts zu sagen finden,
Müssen sie es laut verkünden,
Daß — sie schweigen.
Im Leben es bunt zu treiben
Ist Brauch bei der Jugend;
Das Streben, gesund zu bleiben,
Ist auch eine Tugend.
Ist Brauch bei der Jugend;
Das Streben, gesund zu bleiben,
Ist auch eine Tugend.
Wie jagt der Mann nach fernsten Dingen
Und strebt und strebt ohn' Unterlaß,
Doch nimmer wird das Ringen bringen,
Was einst er ohne Müh' besaß.
Und strebt und strebt ohn' Unterlaß,
Doch nimmer wird das Ringen bringen,
Was einst er ohne Müh' besaß.
Alles Leben ist ein Wunder,
Alles Totsein ein Geheimnis.
Lebst du ewig, ist ein Weilchen
Grabesschlummer kein Versäumnis.
Alles Totsein ein Geheimnis.
Lebst du ewig, ist ein Weilchen
Grabesschlummer kein Versäumnis.
Auf Höhen, wo die Sonne quillt
Aus Gottes Angesichte,
Hab' ich mein Herz mit Glut gefüllt
Und mein Aug' mit Lichte.
Nun find' ich mich talaus, talein
Zurecht auf dunkeln Straßen
Und hoffe wieder stark zu sein
Zum Lieben und zum Hassen.
Aus Gottes Angesichte,
Hab' ich mein Herz mit Glut gefüllt
Und mein Aug' mit Lichte.
Nun find' ich mich talaus, talein
Zurecht auf dunkeln Straßen
Und hoffe wieder stark zu sein
Zum Lieben und zum Hassen.
Wer dieser Erde Pracht und Macht,
Befreit und rein, verachten mag,
Dem wird zur Weihnacht jede Nacht
Und jeder Tag zum Ostertag.
Befreit und rein, verachten mag,
Dem wird zur Weihnacht jede Nacht
Und jeder Tag zum Ostertag.
Vater unser! diesen Ruf senden wir den Sternen zu.
Mutter unser! damit sinken müde wir zur Erdenruh'.
Mutter unser! laß uns schlafen süß an deiner warmen Brust,
Vater unser! weck uns wieder auf zu Licht und Himmelslust.
Eines in des andern Arme legt die Kindlein treu und weich.
Vater unser! Mutter unser! Zu uns komme euer Reich!
Mutter unser! damit sinken müde wir zur Erdenruh'.
Mutter unser! laß uns schlafen süß an deiner warmen Brust,
Vater unser! weck uns wieder auf zu Licht und Himmelslust.
Eines in des andern Arme legt die Kindlein treu und weich.
Vater unser! Mutter unser! Zu uns komme euer Reich!
Als Kind hab' ich gespielt mit Scherben
Und bunte Steinchen froh geschichtet.
Als Mann hab' ich den Bau, den derben,
Des Lebenszieles aufgerichtet.
Und wenn nach Kämpfen und nach Kümmern
Der stolze Bau zugrunde fiele?
Dann werd' ich wieder Kind und spiele
Gar fröhlich mit des Glückes Trümmern.
Und bunte Steinchen froh geschichtet.
Als Mann hab' ich den Bau, den derben,
Des Lebenszieles aufgerichtet.
Und wenn nach Kämpfen und nach Kümmern
Der stolze Bau zugrunde fiele?
Dann werd' ich wieder Kind und spiele
Gar fröhlich mit des Glückes Trümmern.
Ihr spaltet Haare,
Ich kitte Steine,
Wer tut das Wahre
Für die Gemeine?
Ich kitte Steine,
Wer tut das Wahre
Für die Gemeine?
Geistig Verfeinern
Lähmt alle Stärke,
Trennen, Zerkleinern
Gibt keine Werke.
Lähmt alle Stärke,
Trennen, Zerkleinern
Gibt keine Werke.
Jedoch, das meine
Steht tausend Jahre,
Ich kitte Steine,
Ihr spaltet Haare.
Steht tausend Jahre,
Ich kitte Steine,
Ihr spaltet Haare.
Ihr meßt mich mit den Kleinen,
Da besteh' ich.
Ich meß mich mit den Großen,
Da vergeh' ich.
Aus der Tiefe aufgeschwungen,
Doch die Höhe nicht errungen,
Soviel seh' ich.
Da besteh' ich.
Ich meß mich mit den Großen,
Da vergeh' ich.
Aus der Tiefe aufgeschwungen,
Doch die Höhe nicht errungen,
Soviel seh' ich.
Soll die jüngste Literatur man lesen?
Trinken jungen Wein, eh er verjesen?
Wartet, bis es zehnmal sich gejährt hat,
Was dann übrig bleibt und sich geklärt hat.
Trinken jungen Wein, eh er verjesen?
Wartet, bis es zehnmal sich gejährt hat,
Was dann übrig bleibt und sich geklärt hat.
Seit auf dem Sarg ich des redlichen Schusters
Den Lorbeer gesehen,
Flüstert jeglicher Lorbeerkranz,
Den sie mir spenden:
Freund, du hast — Stiefel geschrieben!
Den Lorbeer gesehen,
Flüstert jeglicher Lorbeerkranz,
Den sie mir spenden:
Freund, du hast — Stiefel geschrieben!
Vor deiner Nasen
Soll ich Nesseln grasen;
Hinter deinem Rücken
Will ich Trauben pflücken,
Solltest um dich wenden,
Will ich' s rasch vollenden:
Und vor deiner Nasen
Wieder Nesseln grasen.
Soll ich Nesseln grasen;
Hinter deinem Rücken
Will ich Trauben pflücken,
Solltest um dich wenden,
Will ich' s rasch vollenden:
Und vor deiner Nasen
Wieder Nesseln grasen.
Schwarz-rot-gold immerdar!
Schwarz ist ihr Augenpaar,
Rot ist ihr süßer Mund,
Gold ist ihr Haar!
Schwarz ist ihr Augenpaar,
Rot ist ihr süßer Mund,
Gold ist ihr Haar!
Ich bat das schöne Weib um einen Kuß,
Es hat versagt.
Ich zielt' nach meiner armen Brust den Schuß,
Er hat versagt.
Ich dachte, was das erstemal nicht wird,
Ist bloß vertagt.
Und war, als daß ich's noch einmal probiert,
Viel zu verzagt.
Es hat versagt.
Ich zielt' nach meiner armen Brust den Schuß,
Er hat versagt.
Ich dachte, was das erstemal nicht wird,
Ist bloß vertagt.
Und war, als daß ich's noch einmal probiert,
Viel zu verzagt.
Das Weib ist eine Nuß,
Die man aufbeißen muß,
Dem Mann Gott genad,
Der keine Zähne mehr hat!
Die man aufbeißen muß,
Dem Mann Gott genad,
Der keine Zähne mehr hat!
Das Schwert will nicht geschossen,
Es will geschliffen sein.
Das Lied will nicht verschlossen,
Es will gepfiffen sein.
Es will geschliffen sein.
Das Lied will nicht verschlossen,
Es will gepfiffen sein.
Der Pfeil will nicht geschliffen,
Vielmehr geschossen sein.
Die Welt will nicht begriffen,
Sie will genossen sein.
Vielmehr geschossen sein.
Die Welt will nicht begriffen,
Sie will genossen sein.
Zu Straßburg trinkt man Schlechtesten und Besten,
Zu Danzig bin ich nüchtern nie geworden.
Getrunken wird im Osten und im Westen,
Gesoffen wird im Süden und im Norden.
Der Deutsche schwingt sich nicht mehr in die Sphäre
Der hohen Musen Thalia, Urania;
Ein goldner Becher kreist vom Fels zum Meere,
Und im Becher badet Frau Germania.
Zu Danzig bin ich nüchtern nie geworden.
Getrunken wird im Osten und im Westen,
Gesoffen wird im Süden und im Norden.
Der Deutsche schwingt sich nicht mehr in die Sphäre
Der hohen Musen Thalia, Urania;
Ein goldner Becher kreist vom Fels zum Meere,
Und im Becher badet Frau Germania.
Wohlan, wer einstens dräute
Und nur den Waffen traute,
Sich selbst als Mensch nicht scheute,
Mit Trotz auf jeden schaute,
Und seiner Ehre Beute
Auf Säbelschneiden baute.
Und nur den Waffen traute,
Sich selbst als Mensch nicht scheute,
Mit Trotz auf jeden schaute,
Und seiner Ehre Beute
Auf Säbelschneiden baute.
Doch Gassenbub', wer heute
Aus Vorwitz um sich haute.
— Ich schlage nicht die Leute,
Ich schlage nur die Laute.
Aus Vorwitz um sich haute.
— Ich schlage nicht die Leute,
Ich schlage nur die Laute.
*
Heute pocht sein Herze metrisch,
Heute klingelt seine Zungen,
Heute tanzen alle Musen
Um den ruhmesdurstigen Jungen.
Heute steigt er zum Parnasse,
Heute, glaubt er, glückt es sicher.
Sieh, da drehn sie ihm die Nase
Und entfliehen mit Gekicher.
Heute klingelt seine Zungen,
Heute tanzen alle Musen
Um den ruhmesdurstigen Jungen.
Heute steigt er zum Parnasse,
Heute, glaubt er, glückt es sicher.
Sieh, da drehn sie ihm die Nase
Und entfliehen mit Gekicher.
Manches Genie
Ist vernünftig nie,
Immer Genie.
In Geistesbeschwerden
Ruft's ach und weh aus,
Fühlt sich fremd auf Erden
Und daheim — im Kaffeehaus.
Ist vernünftig nie,
Immer Genie.
In Geistesbeschwerden
Ruft's ach und weh aus,
Fühlt sich fremd auf Erden
Und daheim — im Kaffeehaus.
In einem Eisenbahngelaß
Ein altes, stilles Männlein saß.
Und neben ihm zwei schwarze Herren,
Die wollten fleißig ihn bekehren,
Mit feinem Witz, mit leisem Hohn,
Und dann mit dringlichem Sermon;
Gestanden es auch endlich ein,
Daß sie — schon um den Heiligenschein —
Von der Gesellschaft Jesu sei'n.
»Von der Gesellschaft Jesu,« fragt
Der Alte, dem das nicht behagt,
»Doch von der ersten, ihr Geschätzten,
Oder etwa von der letzten?«
»Wieso?« darauf die klugen Herrn.
Der Alte, der erklärt sich gern:
»Nun, Ochs und Esel oder Schächern,
Den welchen mögt nach Art und Fächern
Ihr gern euch füglich zugesellen?«
— Und was geschah? Sich zu empfehlen
Beeilten sich die beiden schnelle,
Schon bei der nächsten Haltestelle.
Ein altes, stilles Männlein saß.
Und neben ihm zwei schwarze Herren,
Die wollten fleißig ihn bekehren,
Mit feinem Witz, mit leisem Hohn,
Und dann mit dringlichem Sermon;
Gestanden es auch endlich ein,
Daß sie — schon um den Heiligenschein —
Von der Gesellschaft Jesu sei'n.
»Von der Gesellschaft Jesu,« fragt
Der Alte, dem das nicht behagt,
»Doch von der ersten, ihr Geschätzten,
Oder etwa von der letzten?«
»Wieso?« darauf die klugen Herrn.
Der Alte, der erklärt sich gern:
»Nun, Ochs und Esel oder Schächern,
Den welchen mögt nach Art und Fächern
Ihr gern euch füglich zugesellen?«
— Und was geschah? Sich zu empfehlen
Beeilten sich die beiden schnelle,
Schon bei der nächsten Haltestelle.
Kecklich mit dem Schelm zu spaßen
Sollten Schelme bleiben lassen.
Sollten Schelme bleiben lassen.
*
Siehe, Siziliens südliche Sonne
Scheint schön!
So strahlt sie, Schnee schmelzend, seit Sommern.
Sentimentale Seelen sind selig,
Sehen sie solcher Sonne schweren Schaden?
Segenslos sengt sie sämtliche Saaten,
Schadet schmächtigen Setzlingen sehr,
Selbst starken, strotzenden Stämmen.
Schmachtende Sänger — sonst singend —
Siechen, sinken, schreien sterbend:
Schreckliche Sonne!
Scheint schön!
So strahlt sie, Schnee schmelzend, seit Sommern.
Sentimentale Seelen sind selig,
Sehen sie solcher Sonne schweren Schaden?
Segenslos sengt sie sämtliche Saaten,
Schadet schmächtigen Setzlingen sehr,
Selbst starken, strotzenden Stämmen.
Schmachtende Sänger — sonst singend —
Siechen, sinken, schreien sterbend:
Schreckliche Sonne!
»Wieder ist ein Jahr verflossen
In das Meer der Ewigkeit!«
Also dichten Dichterlinge
Jedes Jahr zur selben Zeit.
In das Meer der Ewigkeit!«
Also dichten Dichterlinge
Jedes Jahr zur selben Zeit.
Doch dem Geist im Setzerkasten
Ward das Späßchen endlich fade,
Heimlich tat er in der Lade
Nach den falschen Staben tasten.
Ward das Späßchen endlich fade,
Heimlich tat er in der Lade
Nach den falschen Staben tasten.
»Wieder ist ein Meer verflossen
In das Jahr der Ewigkeit.« —
Ob des niederträchtigen Wichts
Hat der Dichter sich erschossen,
Doch die Leser — merkten nichts.
In das Jahr der Ewigkeit.« —
Ob des niederträchtigen Wichts
Hat der Dichter sich erschossen,
Doch die Leser — merkten nichts.
Wie die Welt verschieden richtet,
Habt ihr's schon einmal erwogen?
Lügen wir, so heißt's gedichtet,
Dichtet ihr, so heißt's gelogen.
Habt ihr's schon einmal erwogen?
Lügen wir, so heißt's gedichtet,
Dichtet ihr, so heißt's gelogen.
Hölle
Eines Sünders Reuelieder.
I.
Die süßeste von allen meinen Sünden,
Die hab' ich, schönes Kind, mit dir begangen;
Die härteste von allen harten Strafen,
Die hab' ich, böses Weib, um dich empfangen.
Die hab' ich, schönes Kind, mit dir begangen;
Die härteste von allen harten Strafen,
Die hab' ich, böses Weib, um dich empfangen.
Geblendet von der Schönheit deines Leibes,
Und dann verzehrt von deiner Liebe Gluten,
So starb ich hin und ließ den Geist verlöschen,
Und ließ in Seligkeit das Herz verbluten.
Und dann verzehrt von deiner Liebe Gluten,
So starb ich hin und ließ den Geist verlöschen,
Und ließ in Seligkeit das Herz verbluten.
Der Jüngling starb, das Weib gebar den Mann
Zu neuer Sehnsucht und zu neuer Lust,
Doch fand er keine mehr, so süßen Wehs,
Als jenes Sterben war an deiner Brust.
Zu neuer Sehnsucht und zu neuer Lust,
Doch fand er keine mehr, so süßen Wehs,
Als jenes Sterben war an deiner Brust.
Und heiß durchwühl' ich alle Lebenstiefen,
Den Funken Glücks noch einmal zu ergründen,
Und büß' mit ewig unerfüllter Sehnsucht
Die süßeste von allen meinen Sünden.
Den Funken Glücks noch einmal zu ergründen,
Und büß' mit ewig unerfüllter Sehnsucht
Die süßeste von allen meinen Sünden.
II.
Ach, daß ich den ersten reinen
Engelfrommen Kuß im Leben
Einem Mädchen hab' gegeben,
Schuldbefleckt, und nicht dem meinen!
Engelfrommen Kuß im Leben
Einem Mädchen hab' gegeben,
Schuldbefleckt, und nicht dem meinen!
Was soll ich dem Bräutchen sagen,
Wenn es schuldlos, reingesittet
Um den ersten Kuß mich bittet,
Den ich schon zu Grab getragen!
Wenn es schuldlos, reingesittet
Um den ersten Kuß mich bittet,
Den ich schon zu Grab getragen!
Ach, ich will mit meinen Lippen
Nun den scharfen Dornstrauch küssen,
Um das giftige Blut zu büßen,
— Dann erst an den ihren nippen.
Nun den scharfen Dornstrauch küssen,
Um das giftige Blut zu büßen,
— Dann erst an den ihren nippen.
III.
Ich fand in dieser Nacht dein Bette leer.
— »Beim kranken Kinde hättest du gewacht.«
Ich hab' gelobt dir Liebe bis zum Tod;
Mein Herz, das starb in dieser Nacht.
— »Beim kranken Kinde hättest du gewacht.«
Ich hab' gelobt dir Liebe bis zum Tod;
Mein Herz, das starb in dieser Nacht.
Die Stunden, da das Kind allein verschmacht,
Hat sie bei einem fremden Mann verbracht.
Ich hab' gelobt ihr Liebe bis zum Tod;
Mein Herz, das starb in dieser Nacht.
Hat sie bei einem fremden Mann verbracht.
Ich hab' gelobt ihr Liebe bis zum Tod;
Mein Herz, das starb in dieser Nacht.
Ein Särglein für mein Herz und für mein Kind.
Und in der Jasminlaub' ein glücklich Paar!
Als Gott, der liebe Herr, das Weib erschuf,
Ob er wohl auch bei Troste war?
Und in der Jasminlaub' ein glücklich Paar!
Als Gott, der liebe Herr, das Weib erschuf,
Ob er wohl auch bei Troste war?
Herr Graf, du hast mich lieb gehabt.
Herr Graf, du hast mich lieb gehabt,
Das arme Bauernkind,
Und dort, wo junge Dirnen auch
Von altem Adel sind.
Das arme Bauernkind,
Und dort, wo junge Dirnen auch
Von altem Adel sind.
Ich war dein lieber süßer Schatz,
Und du mein trauter Franz,
Jetzt trägst du deine goldne Kron'
Und ich den Dornenkranz.
Und du mein trauter Franz,
Jetzt trägst du deine goldne Kron'
Und ich den Dornenkranz.
Herr Graf, du hast mich lieb gehabt,
Wir hatten zwei ein Bett.
Wenn ich von deinen Hunden jetzt
Den Bretterkobel hätt'!
Wir hatten zwei ein Bett.
Wenn ich von deinen Hunden jetzt
Den Bretterkobel hätt'!
Du hast der Köche zwei und drei,
Der Kellermeister vier;
Wer reicht die harte Krume Brot,
Den Wassertrofen mir?
Der Kellermeister vier;
Wer reicht die harte Krume Brot,
Den Wassertrofen mir?
O Herr, du hast mich lieb gehabt,
Und unser Kind verschmacht,
Der Vater fährt ins hohe Schloß,
Die Mutter in den Schacht.
Und unser Kind verschmacht,
Der Vater fährt ins hohe Schloß,
Die Mutter in den Schacht.
Wenn einst sich auf die Gräber tun,
Die Schlösser stürzen ein,
Dann wird, du stolzer Bräutigam,
Wohl unsre Hochzeit sein?
Die Schlösser stürzen ein,
Dann wird, du stolzer Bräutigam,
Wohl unsre Hochzeit sein?
Neuer Sang mit altem Klang.
Ich weiß ein Lied zu singen
Von einer schönen Maid,
Die hat ein weißes Hemde
Und güldenes Geschmeid.
Das güldene Geschmeide,
Das tat mir nichts zuleide.
Das Hemde war so lind.
Von einer schönen Maid,
Die hat ein weißes Hemde
Und güldenes Geschmeid.
Das güldene Geschmeide,
Das tat mir nichts zuleide.
Das Hemde war so lind.
Ich such' am linden Hemde
Daß ich den Herzschlag find',
Dann stoß' ich in den Busen
Das Messer ihr geschwind.
Der harte Stahl tat klingen,
Das heiße Blut tat springen
Mir in das Angesicht.
Daß ich den Herzschlag find',
Dann stoß' ich in den Busen
Das Messer ihr geschwind.
Der harte Stahl tat klingen,
Das heiße Blut tat springen
Mir in das Angesicht.
Dann beicht' ich meine Sünden
Und gehe zum Gericht,
Um meinen Lohn zu finden
Auf hohem Blutgerüst.
Vom Leben will ich scheiden,
Statt Liebespein zu leiden
Ob einer falschen Maid.
Und gehe zum Gericht,
Um meinen Lohn zu finden
Auf hohem Blutgerüst.
Vom Leben will ich scheiden,
Statt Liebespein zu leiden
Ob einer falschen Maid.
Ein Streitgesang.
Die größte Schmach, die je mir werden kann,
Vermaledeit sei sie, tut der mir an,
Der von mir sagt, ich hätte keinen Feind.
So kläglich arm, zu haben keinen Feind!
Hat je gelebt so arm ein braver Mann?
Vermaledeit sei sie, tut der mir an,
Der von mir sagt, ich hätte keinen Feind.
So kläglich arm, zu haben keinen Feind!
Hat je gelebt so arm ein braver Mann?
Ich hasse keine Seele. Denn mir weiht
Den Erdensohn das allgemeine Leid.
Doch, alles Schlechte, Falsche, was da baut
An diesem Leid, ich hass' es tief und laut.
Um eitel Liebe buhl' ich nicht, ist sie
Durch fremden Schwächen huldigende List
Zu wohlfeil mir auf jedem Markt zu haben.
An heißem Haß der Schlechten mich zu laben
Ist meine Lust. Es müssen alle, alle
Die Schurken, Schleicher mich mit bittrer Galle,
Die Wichte mich mit giftigem Hohn begeifern,
Die Finsterlinge meiner fluchend eifern,
Die Knechte fliehen mich, die frevlen Herren,
Die hochmutswütigen, mir Krieg erklären.
Denn was ich will: die Menschheit neu
Verjüngt zu sehn, und sich getreu.
Dem Menschen nicht, dem Laster künd' ich Krieg,
Und sollt es selbst im eigenen Busen sein:
Der ewige Herr im Himmel, der ist mein.
Mein auch der Streit — und sein der Sieg.
Den Erdensohn das allgemeine Leid.
Doch, alles Schlechte, Falsche, was da baut
An diesem Leid, ich hass' es tief und laut.
Um eitel Liebe buhl' ich nicht, ist sie
Durch fremden Schwächen huldigende List
Zu wohlfeil mir auf jedem Markt zu haben.
An heißem Haß der Schlechten mich zu laben
Ist meine Lust. Es müssen alle, alle
Die Schurken, Schleicher mich mit bittrer Galle,
Die Wichte mich mit giftigem Hohn begeifern,
Die Finsterlinge meiner fluchend eifern,
Die Knechte fliehen mich, die frevlen Herren,
Die hochmutswütigen, mir Krieg erklären.
Denn was ich will: die Menschheit neu
Verjüngt zu sehn, und sich getreu.
Dem Menschen nicht, dem Laster künd' ich Krieg,
Und sollt es selbst im eigenen Busen sein:
Der ewige Herr im Himmel, der ist mein.
Mein auch der Streit — und sein der Sieg.
Wenn Gott mich fragt am Tage des Gerichts:
Wo sind sie, die dich lieben? — sag' ich nichts.
Doch zeig' ich zum Ersatz ihm, die mich hassen.
Und bitt' ihn um die Prüfung des Gewichts.
Ich hoff', er wird es gelten lassen.
Wo sind sie, die dich lieben? — sag' ich nichts.
Doch zeig' ich zum Ersatz ihm, die mich hassen.
Und bitt' ihn um die Prüfung des Gewichts.
Ich hoff', er wird es gelten lassen.
Gott und Volk gehört zusammen.
Eurer Flüche Blitzesstrahlen
Schlendre ich zurück auf euch,
Foder' Rechenschaft von allen,
Die gefährden Gottes Reich.
Pfaffen, die sich drängen zwischen
Gott und Menschheit, sie zu trennen,
Die hier fälschen und dort fischen,
Ihnen will ich Wahrheit nennen:
Gott und Volk gehört zusammen,
Heut und alle Tage, Amen.
Schlendre ich zurück auf euch,
Foder' Rechenschaft von allen,
Die gefährden Gottes Reich.
Pfaffen, die sich drängen zwischen
Gott und Menschheit, sie zu trennen,
Die hier fälschen und dort fischen,
Ihnen will ich Wahrheit nennen:
Gott und Volk gehört zusammen,
Heut und alle Tage, Amen.
Und auch jene Pharisäer,
Die mit ihrem flachen Wissen
Spielen sich auf große Seher
Und den Himmel wollen schließen,
Die dem Volke frech vernichten
Seinen Gott und seine Seele —
Weltgeschichte wird sie richten
Und es zeigen grausig helle:
Gott und Volk gehört zusammen,
Heut und alle Tage, Amen.
Die mit ihrem flachen Wissen
Spielen sich auf große Seher
Und den Himmel wollen schließen,
Die dem Volke frech vernichten
Seinen Gott und seine Seele —
Weltgeschichte wird sie richten
Und es zeigen grausig helle:
Gott und Volk gehört zusammen,
Heut und alle Tage, Amen.
An die Naturalisten.
Geister dieser Zeit, wer soll verstehen
Euch nach menschlicher Vernunft Gesetzen?
Pessimistisch haßt ihr dieses Leben,
Will jedoch die Kunst ein schönres schaffen,
Hei, wie ihr sie geifernd gleich verlästert!
Das, was aus dem Leben ihr verwünscht,
Möchtet in der Kunst ihr wiederfinden,
Nur nichts Froheres, um Gotteswillen,
Nichts, was unsre Seele könnt erfreuen,
Denn die reine Freude soll verpönt sein;
Nichts, was Lieb' und Hoffnung könnte wecken
Zu der Menschheit. Und erst Ideale!
Ideale hat nur der Philister.
Sonst ist Kunst auf lichten Höhn geschritten,
Heiter reigend um die ernstre Schwester
Religion. Sonst hat sie in Erz und Marmor
Mit des Lieds erhabnen Weiheklängen
Unsere Helden zur Unsterblichkeit geleitet,
Unseren ungezognen Leidenschaften
Maßvoll edlere Gestalt gegeben,
Und im Spiel ein Gottesreich gestiftet,
Munter Schnippchen schlagend der Materie.
Und dies lichte Reich wollt ihr vernichten?
Just den göttlichsten der Sinne ihr verlöschen?
Euch nach menschlicher Vernunft Gesetzen?
Pessimistisch haßt ihr dieses Leben,
Will jedoch die Kunst ein schönres schaffen,
Hei, wie ihr sie geifernd gleich verlästert!
Das, was aus dem Leben ihr verwünscht,
Möchtet in der Kunst ihr wiederfinden,
Nur nichts Froheres, um Gotteswillen,
Nichts, was unsre Seele könnt erfreuen,
Denn die reine Freude soll verpönt sein;
Nichts, was Lieb' und Hoffnung könnte wecken
Zu der Menschheit. Und erst Ideale!
Ideale hat nur der Philister.
Sonst ist Kunst auf lichten Höhn geschritten,
Heiter reigend um die ernstre Schwester
Religion. Sonst hat sie in Erz und Marmor
Mit des Lieds erhabnen Weiheklängen
Unsere Helden zur Unsterblichkeit geleitet,
Unseren ungezognen Leidenschaften
Maßvoll edlere Gestalt gegeben,
Und im Spiel ein Gottesreich gestiftet,
Munter Schnippchen schlagend der Materie.
Und dies lichte Reich wollt ihr vernichten?
Just den göttlichsten der Sinne ihr verlöschen?
Phantasie! Wozu denn ward sie euch?
Wollt ihr schon verstümmeln euer Wesen:
Raubt das Aug', das Ohr, die Sprache euch,
Nicht jedoch die Kraft, die aus dem Staub uns hebt.
Frei nach allen Keimen soll entwickeln
Sich der kleine Mensch. Schildert, Realisten,
Genial den Kot, die feuchte Fäulnis,
Wühlt und schwelgt darin, Naturalisten,
Nach Belieben; auch nach dieser Seite
Muß ausleben sich die Menschheit.
Düngt den Baum, auf daß er wachse, grüne.
Warum ihn verspotten, wenn er blüht?
Wollt ihr schon verstümmeln euer Wesen:
Raubt das Aug', das Ohr, die Sprache euch,
Nicht jedoch die Kraft, die aus dem Staub uns hebt.
Frei nach allen Keimen soll entwickeln
Sich der kleine Mensch. Schildert, Realisten,
Genial den Kot, die feuchte Fäulnis,
Wühlt und schwelgt darin, Naturalisten,
Nach Belieben; auch nach dieser Seite
Muß ausleben sich die Menschheit.
Düngt den Baum, auf daß er wachse, grüne.
Warum ihn verspotten, wenn er blüht?
Menschenbaum braucht Erdreich nicht allein,
Auch Sonnenschein. Und ohne üppig Blühen
Keine Frucht. Die Jugend sei gepriesen
Mit ihrem heitern, hoffnungsfrischen Herzen! —
Gern sei euch der Würmer Reich gelassen,
Achtet, wie sie kriechen, bohren, pissen,
Schildert, bitten wir, nur recht dramatisch
Und genau, man will ja alles wissen.
Uns doch sei gegönnt, als Schmetterlinge
Hoch die sonnigen Blüten zu umgaukeln,
Dieses Sein mit Phantasie zu schmücken,
Und mit freier Seel' die Totengräber,
Die aus Knochen Kunstgebilde machen,
Manchesmal ein wenig auszulachen.
Auch Sonnenschein. Und ohne üppig Blühen
Keine Frucht. Die Jugend sei gepriesen
Mit ihrem heitern, hoffnungsfrischen Herzen! —
Gern sei euch der Würmer Reich gelassen,
Achtet, wie sie kriechen, bohren, pissen,
Schildert, bitten wir, nur recht dramatisch
Und genau, man will ja alles wissen.
Uns doch sei gegönnt, als Schmetterlinge
Hoch die sonnigen Blüten zu umgaukeln,
Dieses Sein mit Phantasie zu schmücken,
Und mit freier Seel' die Totengräber,
Die aus Knochen Kunstgebilde machen,
Manchesmal ein wenig auszulachen.
Leute gibt es allerlei.
Leute gibt es allerlei
Auf der weiten Gotteswelt.
Wem die Sache nicht gefällt,
Wer da ausmarschiert, um jeden,
So nicht sein ist, zu befehden,
Der wird nimmermehr auf Erden
Mit der Fehde fertig werden.
Juden, Slaven, Atheisten,
Welsche, Philosophen, Christen,
Japanesen, Deutsche, Heiden,
Und wie noch die Massen scheiden,
Kasten, Sekten, Nationen,
Die in Gottes Licht sich sonnen,
Alles rollet hin und her,
Wie der Wellenschwall im Meer.
Wie die Wässer und die Winde,
Stürmisch hier, und da gelinde,
Ewig um den Erdball kreisen,
So in den Naturgeleisen
Wogt die Menschheit hin und wieder;
Schranken, die du heute aufstellst,
Brechen morgen krachend nieder.
Güter, die durch Krieg errungen,
Frieden, so durch Krieg erzwungen,
Reifen neuerdings die Saaten
Aus zu neuen Schreckenstaten.
Nicht einander jagen, schlagen,
Sondern mit Geduld ertragen
Nach dem Rate der Natur,
Ist das Omega und Alpha
Aller Bildung und Kultur.
Wer da ausmarschiert, um jeden
Fremdgesinnten zu befehden,
Der wird nimmermehr auf Erden
Mit der Fehde fertig werden.
Wär' der letzte Feind zertreten,
Müßte er sich selber töten
Als den Rest in dem Planeten.
Auf der weiten Gotteswelt.
Wem die Sache nicht gefällt,
Wer da ausmarschiert, um jeden,
So nicht sein ist, zu befehden,
Der wird nimmermehr auf Erden
Mit der Fehde fertig werden.
Juden, Slaven, Atheisten,
Welsche, Philosophen, Christen,
Japanesen, Deutsche, Heiden,
Und wie noch die Massen scheiden,
Kasten, Sekten, Nationen,
Die in Gottes Licht sich sonnen,
Alles rollet hin und her,
Wie der Wellenschwall im Meer.
Wie die Wässer und die Winde,
Stürmisch hier, und da gelinde,
Ewig um den Erdball kreisen,
So in den Naturgeleisen
Wogt die Menschheit hin und wieder;
Schranken, die du heute aufstellst,
Brechen morgen krachend nieder.
Güter, die durch Krieg errungen,
Frieden, so durch Krieg erzwungen,
Reifen neuerdings die Saaten
Aus zu neuen Schreckenstaten.
Nicht einander jagen, schlagen,
Sondern mit Geduld ertragen
Nach dem Rate der Natur,
Ist das Omega und Alpha
Aller Bildung und Kultur.
Wer da ausmarschiert, um jeden
Fremdgesinnten zu befehden,
Der wird nimmermehr auf Erden
Mit der Fehde fertig werden.
Wär' der letzte Feind zertreten,
Müßte er sich selber töten
Als den Rest in dem Planeten.
Der Schwindel an das Publikum.
Von allen Rädern unserer Zeit,
In Werkstatt und auf Eisenbahn,
Steht als Regiererin der Welt
Das Glücksrad obenan.
In Werkstatt und auf Eisenbahn,
Steht als Regiererin der Welt
Das Glücksrad obenan.
Das braucht man nicht zu treten erst
Das dreht sich selber um,
Ich kann es dir empfehlen sehr,
Verehrtes Publikum.
Das dreht sich selber um,
Ich kann es dir empfehlen sehr,
Verehrtes Publikum.
Pack an, pack an, ist morgen leicht
Die halbe Welt schon dein,
Und bist du klug, mein guter Freund,
Wird's bald die ganze sein.
Die halbe Welt schon dein,
Und bist du klug, mein guter Freund,
Wird's bald die ganze sein.
Ei, komm doch, ich verspreche dir
Die stolzesten Paläste,
Mit Viergespann, Lakaien d'ran,
Und königliche Feste.
Die stolzesten Paläste,
Mit Viergespann, Lakaien d'ran,
Und königliche Feste.
Der Bacchus wird als Portier
Die Gäste nicht verscheuchen,
Die Venus macht im Haus Honneurs,
Ist huldvoll ohnegleichen.
Die Gäste nicht verscheuchen,
Die Venus macht im Haus Honneurs,
Ist huldvoll ohnegleichen.
Mit Aktien und Lotterie
Mußt du dein Glück beginnen;
Verdienen ist philisterhaft,
Doch vornehm ist gewinnen.
Mußt du dein Glück beginnen;
Verdienen ist philisterhaft,
Doch vornehm ist gewinnen.
Da ruht man auf dem Sofa aus
Und schmaucht die feinsten Zigarren,
Und läßt für sich den »Pöbel«, traun,
Hübsch arbeiten und sparen.
Und schmaucht die feinsten Zigarren,
Und läßt für sich den »Pöbel«, traun,
Hübsch arbeiten und sparen.
Ei, was Gewissen, Ideal!
Das Leben ist ein Spielchen,
Und hochperzentige Wertcoupons
Sind unser höchstes Zielchen.
Das Leben ist ein Spielchen,
Und hochperzentige Wertcoupons
Sind unser höchstes Zielchen.
Was Arbeit, Narr, das Glücksrad her,
Das dreht sich selber um,
Ich kann es dir empfehlen sehr,
Verehrtes Publikum!
Das dreht sich selber um,
Ich kann es dir empfehlen sehr,
Verehrtes Publikum!