Gebet.
Behüte Gott das deutsche Volk
In seiner Ehr' und stolzen Kraft.
Behüt es Gott in seiner weisen
Treuen Völkerführerschaft!
Auf seiner Wacht, daß allerwärts
Der Menschen Freiheit sich erneue:
Das große Volk, das deutsche Volk,
Behüt es Gott in seiner Treue!
In seiner Ehr' und stolzen Kraft.
Behüt es Gott in seiner weisen
Treuen Völkerführerschaft!
Auf seiner Wacht, daß allerwärts
Der Menschen Freiheit sich erneue:
Das große Volk, das deutsche Volk,
Behüt es Gott in seiner Treue!
Behüte Gott das deutsche Volk
In seines Hauses frohem Rat,
In seiner Herzensinnigkeit,
In seines Fleißes reicher Tat!
Behüte Gott, daß nie der Zwietracht
Grauser Dämon es berücke!
Das freie Volk, das deutsche Volk,
Behüt es Gott in seinem Glücke!
In seines Hauses frohem Rat,
In seiner Herzensinnigkeit,
In seines Fleißes reicher Tat!
Behüte Gott, daß nie der Zwietracht
Grauser Dämon es berücke!
Das freie Volk, das deutsche Volk,
Behüt es Gott in seinem Glücke!
Behüte du das deutsche Volk,
O Gott, in deiner Liebe Huld
Vor zagem Zweifel an sein Heil,
Behüt es, Herr, vor aller Schuld!
Verleih ihm kindliche Zuversicht,
Wie reinen Herzen sie beschieden.
Das edle Volk, das deutsche Volk,
Behüt es Gott in seinem Frieden!
O Gott, in deiner Liebe Huld
Vor zagem Zweifel an sein Heil,
Behüt es, Herr, vor aller Schuld!
Verleih ihm kindliche Zuversicht,
Wie reinen Herzen sie beschieden.
Das edle Volk, das deutsche Volk,
Behüt es Gott in seinem Frieden!
Das deutsche Volk, behüt es Gott!
Bis es in der Vollendung Licht
Den Ölzweig wahrer Menschlichkeit
Erlösend um den Erdball flicht.
In wilder Zeiten Sturm und Not,
In Streit und Sieges Morgenrot,
Das schwergeprüfte, hehre Volk,
Mein deutsches Volk, behüt es Gott!
Bis es in der Vollendung Licht
Den Ölzweig wahrer Menschlichkeit
Erlösend um den Erdball flicht.
In wilder Zeiten Sturm und Not,
In Streit und Sieges Morgenrot,
Das schwergeprüfte, hehre Volk,
Mein deutsches Volk, behüt es Gott!
Liebe
Amors Arsenal.
*
Ich ging im Frühling aus,
Da stachen die Gräser hervor,
Da schlugen die Bäume aus,
Da schossen die Halme empor.
Ihr Herrn, ich lachte nicht,
Ich kam verwundert zurück.
Das ist — ich wette! — vom Wicht,
Dem Amor, ein Schelmenstück!
Da stachen die Gräser hervor,
Da schlugen die Bäume aus,
Da schossen die Halme empor.
Ihr Herrn, ich lachte nicht,
Ich kam verwundert zurück.
Das ist — ich wette! — vom Wicht,
Dem Amor, ein Schelmenstück!
Und sie gefielen mir beide.
Zur Morgenfrüh' hab' ich erlebt
Wohl eine liebe Freude,
Zwei Mägdlein standen am Gartenzaun,
Das eine war blond, das andere braun;
Und sie gefielen mir beide.
Wohl eine liebe Freude,
Zwei Mägdlein standen am Gartenzaun,
Das eine war blond, das andere braun;
Und sie gefielen mir beide.
Das eine war ernst gegürtet und blaß,
Gehüllt in dunkle Seide,
Das andre leicht geschürzt und bunt,
Mit Veilchenaug' und Rosenmund;
Und sie gefielen mir beide.
Gehüllt in dunkle Seide,
Das andre leicht geschürzt und bunt,
Mit Veilchenaug' und Rosenmund;
Und sie gefielen mir beide.
Da scholl von der Kirche Glockenklang
Zum Jubel oder zum Leide,
Die eine erglüht und betet leis,
Die andre trillert muntere Weis';
Und sie gefielen mir beide.
Zum Jubel oder zum Leide,
Die eine erglüht und betet leis,
Die andre trillert muntere Weis';
Und sie gefielen mir beide.
Da scherzten zu Paaren in Liebeslust
Die Schäflein auf grüner Weide,
Die eine senkt das Auge mild,
Die andre hüpft und jauchzet wild;
Und sie gefielen mir beide.
Die Schäflein auf grüner Weide,
Die eine senkt das Auge mild,
Die andre hüpft und jauchzet wild;
Und sie gefielen mir beide.
Da kam ein Vöglein geflogen herbei,
Sich bergend im nahen Getreide,
Die eine horcht dem fröhlichen Sang,
Die andre hebt den Arm zum Fang;
Und sie gefielen mir beide.
Sich bergend im nahen Getreide,
Die eine horcht dem fröhlichen Sang,
Die andre hebt den Arm zum Fang;
Und sie gefielen mir beide.
Da neigte ich, bettelnd um einen Kuß,
Mich über des Zaunes Scheide;
Die eine blickte mit strafendem Stolz,
Die andere blinzelte gegen das Holz;
Und sie gefielen mir beide.
Mich über des Zaunes Scheide;
Die eine blickte mit strafendem Stolz,
Die andere blinzelte gegen das Holz;
Und sie gefielen mir beide.
Eine Jungfrau wollt' er suchen.
Ein Knab' ging hinaus
Von Vaters Haus,
Eine Jungfrau wollt' er suchen.
Er schritt fürbaß
Die Heeresstraß',
Auf der Straßen lagen die Steine.
Von Vaters Haus,
Eine Jungfrau wollt' er suchen.
Er schritt fürbaß
Die Heeresstraß',
Auf der Straßen lagen die Steine.
Er nahm den Pfad
Wohl in die Stadt,
Eine Jungfrau wollt' er suchen.
Er sah mit Gier
Viel goldne Zier,
Viel hohe Türme ragen.
Wohl in die Stadt,
Eine Jungfrau wollt' er suchen.
Er sah mit Gier
Viel goldne Zier,
Viel hohe Türme ragen.
Drauf zog er bald
Zum grünen Wald,
Eine Jungfrau wollt' er suchen.
Im Schattenland
Manch Blümlein stand,
Auf den Bäumen die Vögel sangen.
Zum grünen Wald,
Eine Jungfrau wollt' er suchen.
Im Schattenland
Manch Blümlein stand,
Auf den Bäumen die Vögel sangen.
Zu Berg und Tal,
Auf Burg und Wall
Eine Jungfrau wollt' er suchen.
Sein Wanderstab,
Der schliff sich ab,
Neun Paar Schuh hat er zertreten.
Auf Burg und Wall
Eine Jungfrau wollt' er suchen.
Sein Wanderstab,
Der schliff sich ab,
Neun Paar Schuh hat er zertreten.
Mit bloßem Fuß
Und müdem Gruß
Er ging in eine Hütten.
Er sah in der Wiegen
Ein Mägdlein liegen,
Die Jungfrau hat er gefunden.
Und müdem Gruß
Er ging in eine Hütten.
Er sah in der Wiegen
Ein Mägdlein liegen,
Die Jungfrau hat er gefunden.
Das bestohlene Hannchen.
O Herr, des Nachbars Valentin
Der stahl mir gestern meinen Hafer,
Er — stahl ihn mir — er — stahl mir ihn,
Es war nur — eine Handvoll — aber —
Der stahl mir gestern meinen Hafer,
Er — stahl ihn mir — er — stahl mir ihn,
Es war nur — eine Handvoll — aber —
Am Hafer hing mein kleines Huhn,
Es hat so gern von ihm geklaubt;
So hat er mir den Hafer nun
Und auch mein kleines Huhn geraubt.
Es hat so gern von ihm geklaubt;
So hat er mir den Hafer nun
Und auch mein kleines Huhn geraubt.
Mein ganzes Herz hing an dem Tier,
Es war so fett und schwarz wie Kohlen:
Jetzt hat der Strolch das Hühnchen mir
Und auch — mein ganzes Herz gestohlen.
Es war so fett und schwarz wie Kohlen:
Jetzt hat der Strolch das Hühnchen mir
Und auch — mein ganzes Herz gestohlen.
Die Einfältigen.
Du fragst, warum ich gewinkt dir hab',
Du fragst, warum ich das Röslein dir gab?
— Ei, das solltest du wissen!
Du fragst, warum ich das Röslein dir gab?
— Ei, das solltest du wissen!
Du fragst, warum man jung sein muß,
Du fragst, wozu so verstohlen der Kuß?
— Ei, das solltest du wissen!
Du fragst, wozu so verstohlen der Kuß?
— Ei, das solltest du wissen!
»Mein Knab', daß Mägdlein fragen gern
Und tun, als läg' ihnen alles fern —
Ei, das solltest du wissen!«
Und tun, als läg' ihnen alles fern —
Ei, das solltest du wissen!«
Er will mich nicht verstehen.
Er will mich nicht verstehen.
Und wenn ich ihm nicke
Mit glühendem Blicke
Den Morgengruß zu;
Und wenn ich ihm pflücke
Ein Blümlein, und schicke
Ein Bändchen dazu;
So fragt er noch: Warum?
Und will mich nicht verstehen!
Und wenn ich ihm nicke
Mit glühendem Blicke
Den Morgengruß zu;
Und wenn ich ihm pflücke
Ein Blümlein, und schicke
Ein Bändchen dazu;
So fragt er noch: Warum?
Und will mich nicht verstehen!
Er will mich nicht verstehen.
Und wenn ich die lose
Und blühende Rose
Gar minniglich küß';
Und ich ihm dann sage,
Halb klage, halb frage:
Ist küssen nicht süß?
So fragt er kalt: Warum?
Und will mich nicht verstehen!
Und wenn ich die lose
Und blühende Rose
Gar minniglich küß';
Und ich ihm dann sage,
Halb klage, halb frage:
Ist küssen nicht süß?
So fragt er kalt: Warum?
Und will mich nicht verstehen!
Er will mich nicht verstehen!
Und sag' ich auch innig:
Ich habe so sinnig
Geträumt von dir;
Als hätt' ich am Raine
Das Häuschen, das kleine,
Bewohnt mit dir!
So fragt er leis': Warum?
Und will mich nicht verstehen!
Und sag' ich auch innig:
Ich habe so sinnig
Geträumt von dir;
Als hätt' ich am Raine
Das Häuschen, das kleine,
Bewohnt mit dir!
So fragt er leis': Warum?
Und will mich nicht verstehen!
Er mag mich nicht verstehen.
Und wenn ich die Arme
Ihm reich', Gott erbarme!
Er ist viel zu blöd'! —
— Ei! wäre ich Mädchen
Des Nachbars jung' Gretchen,
Er tät nicht so spröd';
Er fragte nicht: Warum?
Er würde mich verstehen!
Und wenn ich die Arme
Ihm reich', Gott erbarme!
Er ist viel zu blöd'! —
— Ei! wäre ich Mädchen
Des Nachbars jung' Gretchen,
Er tät nicht so spröd';
Er fragte nicht: Warum?
Er würde mich verstehen!
Der Stern im See.
Ein schöner Stern
Ganz lockend licht
Erglänzt im See so wunderlich.
— Ein Mädchen lacht
So süß und spricht:
Ich liebe dich!
Ganz lockend licht
Erglänzt im See so wunderlich.
— Ein Mädchen lacht
So süß und spricht:
Ich liebe dich!
Gib acht, gib acht,
Der See ist kalt,
Er spiegelt nur
Das Himmelslicht —
Ein falscher Stern,
Ein falsches Herz;
Vertrau ihm nicht!
Der See ist kalt,
Er spiegelt nur
Das Himmelslicht —
Ein falscher Stern,
Ein falsches Herz;
Vertrau ihm nicht!
Vertrau ihm nicht,
Wenn es zu bunt
In fremder Pracht will blühen voll.
Ein echtes Herz
Darf funkeln nicht,
Muß tief und still erglühen wohl.
Wenn es zu bunt
In fremder Pracht will blühen voll.
Ein echtes Herz
Darf funkeln nicht,
Muß tief und still erglühen wohl.
Deine schönen Augen.
*
Oh nichts gibt es auf Erden,
Was mich so sehr entzückt,
Als deine schönen Augen,
Seit sie mich angeblickt.
Sie sind meine Himmelssterne,
Die ich so selig schau;
Sie sind mein Sonnenschein;
Sie sind mein Morgentau;
Sie sind meine Frühlingsblumen;
Sie sind mein Alpensee,
Wo mein Schifflein schaukelt,
Und wo ich untergeh'.
Was mich so sehr entzückt,
Als deine schönen Augen,
Seit sie mich angeblickt.
Sie sind meine Himmelssterne,
Die ich so selig schau;
Sie sind mein Sonnenschein;
Sie sind mein Morgentau;
Sie sind meine Frühlingsblumen;
Sie sind mein Alpensee,
Wo mein Schifflein schaukelt,
Und wo ich untergeh'.
Zur Rosenblühzeit.
Noch nie ein so wüster April, wie dies Jahr.
Und nie ein so holder Mai.
Und nie im Wandern so stolz ich war,
So königlich fessellos frei.
Wie weit bleibt alles zurück, wie weit,
Was sonst mich bekümmert, beschwert.
Zur Rosenblühzeit, zur Rosenblühzeit
Ist es nicht des Umschauens wert.
Das Haupt blüht weiß, die Wange blüht rot,
Das Herz aller Freuden voll!
Ich frag' mit dem Dichter fast bang, o Gott,
»Was da noch werden soll!«
Und nie ein so holder Mai.
Und nie im Wandern so stolz ich war,
So königlich fessellos frei.
Wie weit bleibt alles zurück, wie weit,
Was sonst mich bekümmert, beschwert.
Zur Rosenblühzeit, zur Rosenblühzeit
Ist es nicht des Umschauens wert.
Das Haupt blüht weiß, die Wange blüht rot,
Das Herz aller Freuden voll!
Ich frag' mit dem Dichter fast bang, o Gott,
»Was da noch werden soll!«
Wenn ich der Himmel wär'.
*
Wenn ich der Himmel wär',
Blieb' ich dir klar,
Legt' dir die Sonne ins
Goldige Haar.
Käme der Abend dann,
Tät' ich zu Ehrn,
Mädchen, dir leuchten den
Glänzendsten Stern.
Blieb' ich dir klar,
Legt' dir die Sonne ins
Goldige Haar.
Käme der Abend dann,
Tät' ich zu Ehrn,
Mädchen, dir leuchten den
Glänzendsten Stern.
Wenn ich die Erde wär',
Tät ich schön blühn;
Gäb' ich die holde Blum',
Mädchen, dir hin!
Hätt' ich dann Früchte, recht
Süß und recht groß,
Legt' ich die schönsten wohl
Dir in den Schoß!
Tät ich schön blühn;
Gäb' ich die holde Blum',
Mädchen, dir hin!
Hätt' ich dann Früchte, recht
Süß und recht groß,
Legt' ich die schönsten wohl
Dir in den Schoß!
Wenn ich die Hölle trüg'
Feurig in mir,
Tät ich nur brennen aus
Liebe zu dir:
Müßte dich holen der
Teufel herein;
Würde die Hölle ein
Himmelreich sein!
Feurig in mir,
Tät ich nur brennen aus
Liebe zu dir:
Müßte dich holen der
Teufel herein;
Würde die Hölle ein
Himmelreich sein!
Weißt du, Mädchen, daß ich sterbe?
*
Weißt du, Mädchen, daß ich sterbe,
Sterben muß an deinem Blicke,
Wenn er weg von mir sich wendet?
Weißt du, Mädchen, daß ich sterbe,
Daß dein Mündchen mich vergiftet,
Wenn es keinen Hauch mir sendet?
Weißt du, Mädchen, daß ich sterbe,
Und an deinen Armen sterbe,
Wenn mich diese nicht umschlingen?
Mädchen, schenke mir mein Leben,
Daß ich dir dasselbe schenke,
Soll das deine ich erringen!
Sterben muß an deinem Blicke,
Wenn er weg von mir sich wendet?
Weißt du, Mädchen, daß ich sterbe,
Daß dein Mündchen mich vergiftet,
Wenn es keinen Hauch mir sendet?
Weißt du, Mädchen, daß ich sterbe,
Und an deinen Armen sterbe,
Wenn mich diese nicht umschlingen?
Mädchen, schenke mir mein Leben,
Daß ich dir dasselbe schenke,
Soll das deine ich erringen!
Wenn ich durch den Winter geh'.
Wenn ich durch den Winter geh',
Denk' ich mir, es gibt auf Erden
Doch nichts Schöneres, als den Schnee,
Und er muß zu Wasser werden.
Denk' ich mir, es gibt auf Erden
Doch nichts Schöneres, als den Schnee,
Und er muß zu Wasser werden.
Ruht im Hag die Jungfrau mild,
Denk' ich mir, es gibt auf Erden
Doch nichts Schöneres, als dies Bild!
— Und sie muß zum Weibe werden.
Denk' ich mir, es gibt auf Erden
Doch nichts Schöneres, als dies Bild!
— Und sie muß zum Weibe werden.
Tau ich auf dem Röslein seh',
Tau an ihrem Augenstern.
Tauf' mit Wasser Freud' und Weh,
So gewillt es Gott dem Herrn.
Tau an ihrem Augenstern.
Tauf' mit Wasser Freud' und Weh,
So gewillt es Gott dem Herrn.
Frage.
Mädchen, wenn ich sehnend flehe,
Hörst du nichts?
Mädchen, wenn das Aug' du senkest,
Siehst du nichts?
Mädchen, wenn ich sterben gehe,
Willst du nichts?
Mädchen, wenn du mein gedenkest,
Fühlst du nichts?
Hörst du nichts?
Mädchen, wenn das Aug' du senkest,
Siehst du nichts?
Mädchen, wenn ich sterben gehe,
Willst du nichts?
Mädchen, wenn du mein gedenkest,
Fühlst du nichts?
Was du dir denkst ...
Was du dir denkst, ist längst gedacht,
Was ich dich frag', ist längst gefragt,
Wenn Wange glüht und Auge lacht,
Ist alles, was uns blüht, gesagt.
Was ich dich frag', ist längst gefragt,
Wenn Wange glüht und Auge lacht,
Ist alles, was uns blüht, gesagt.
Oh, sag nicht nein und sag nicht ja,
Wenn ich an deinem Busen ruh',
Zum Plaudern sind wir uns zu nah,
Drum schweig mir deine Liebe zu.
Wenn ich an deinem Busen ruh',
Zum Plaudern sind wir uns zu nah,
Drum schweig mir deine Liebe zu.
Waldabenteuer.
Ich geh' durchs Tal am Waldessaum,
Tief unten rauscht der Fluß,
Oh, wie ist doch das Wandern, traun,
Im Wald ein Hochgenuß!
Dort seh' ich stehn ein Mädel fein,
Ich wink' ihm meinen Gruß
Und ruf' es an: »Feins Liebchen mein,
Komm, gib mir einen Kuß!
Du hast ein braunes Röckel an,
Es deckt kaum deinen Fuß,
Das zarte, runde Wädchen kaum,
Geh, gib mir einen Kuß.
Du hast ein blaues Augenpaar
Und Haare wie von Ruß,
Dein rosenroter Mund — ich merk's —
Hat Durst nach einem Kuß.
Nur scheint die Sonne viel zu heiß,
Mir fällt was ein, ich tu's,
Ich führ' dich ins Gehege hin
Und geb' dir — —« fällt ein Schuß.
»Juchhe!« schreit jetzt das Mädchen auf,
»Das ist Hieronymus!«
Ihr Liebster war's, der Jägersmann,
Und damit Schluß.
Tief unten rauscht der Fluß,
Oh, wie ist doch das Wandern, traun,
Im Wald ein Hochgenuß!
Dort seh' ich stehn ein Mädel fein,
Ich wink' ihm meinen Gruß
Und ruf' es an: »Feins Liebchen mein,
Komm, gib mir einen Kuß!
Du hast ein braunes Röckel an,
Es deckt kaum deinen Fuß,
Das zarte, runde Wädchen kaum,
Geh, gib mir einen Kuß.
Du hast ein blaues Augenpaar
Und Haare wie von Ruß,
Dein rosenroter Mund — ich merk's —
Hat Durst nach einem Kuß.
Nur scheint die Sonne viel zu heiß,
Mir fällt was ein, ich tu's,
Ich führ' dich ins Gehege hin
Und geb' dir — —« fällt ein Schuß.
»Juchhe!« schreit jetzt das Mädchen auf,
»Das ist Hieronymus!«
Ihr Liebster war's, der Jägersmann,
Und damit Schluß.
Der Verlassenen Fluch.
Vor des Ewigen Angesichte
Klag' ich ihn, o Himmel, richte!
Ach, wie hab' ich ihn geliebt,
Während er den Tod mir gibt!
Möge ihm in dunkeln Tagen
Auch die grause Stunde schlagen!
Möge er in Qual sich winden,
Und kein Herz, kein treues, finden!
Mög' der Mensch zum Teufel werden,
Dem er hoffend sich auf Erden
Voll Vertraun zu eigen gibt!
— Ach, wie hab' ich ihn geliebt!
Ein Verworfner mög' er lungern
Auf der Heide und verhungern.
Welche Lust mir, wenn er schmachtet,
Glückverlassen, notumnachtet!
Und ich dürfte ihm begegnen,
Wie wollt' ich die Stunde segnen!
Ihn an meinem Herzen haben,
Ihn mit meinem Blute laben!
— Wärst du meiner Qual versunken,
Hättest mein Leid du getrunken,
Wüßtest du, was Hölle ist.
— Wollte dich so lange küssen,
Bis du wieder selig bist.
Klag' ich ihn, o Himmel, richte!
Ach, wie hab' ich ihn geliebt,
Während er den Tod mir gibt!
Möge ihm in dunkeln Tagen
Auch die grause Stunde schlagen!
Möge er in Qual sich winden,
Und kein Herz, kein treues, finden!
Mög' der Mensch zum Teufel werden,
Dem er hoffend sich auf Erden
Voll Vertraun zu eigen gibt!
— Ach, wie hab' ich ihn geliebt!
Ein Verworfner mög' er lungern
Auf der Heide und verhungern.
Welche Lust mir, wenn er schmachtet,
Glückverlassen, notumnachtet!
Und ich dürfte ihm begegnen,
Wie wollt' ich die Stunde segnen!
Ihn an meinem Herzen haben,
Ihn mit meinem Blute laben!
— Wärst du meiner Qual versunken,
Hättest mein Leid du getrunken,
Wüßtest du, was Hölle ist.
— Wollte dich so lange küssen,
Bis du wieder selig bist.
Amor, dieser Wicht.
Ich mach' in meinem Leben kein Gedicht mehr an ein Mädchen,
Das ich nicht darf lieben.
Es ist zu gefährlich, um das Licht zu schwärmen,
Das bestimmt ist, andere zu wärmen.
Wer hatt' mich auch dazu getrieben? —
Wo Auserwählter war mein liebster Freund,
Und sie des liebsten Freundes Auserwählte.
Und ich? Ich war nebstbei so da, und wie es scheint
Ein wenig lecker auch. Und sieh, da stellte
Der Knirps von einem Amor mir die Falle.
Dem Freund zulieb und seiner Maid zu Ehre
Gedacht ich ein Gedichtchen ihr zu weihn.
Aus Eigennutz war's nicht, denn ich begehre,
So dachte ich, dafür das bißchen Heiligenschein
Des Ruhmes nur. War noch erklecklich eitel
Und meint', mit einem Vers müßt' ich beglücken
Ein Mädel von der Zehe bis zum Scheitel,
Und mindestens dem Erdball es entrücken.
Gedacht, getan, ich schrieb ihr ein Gedicht
In leichten Jamben. Für eines andern Liebe
Sind Jamben gut genug. Schweres tauget nicht.
Was anders, wenn ich eine Ode schriebe
Im tiefen Seufzertakte eines Romeo!
Dann allerdings schwerschreitende Trochäen.
Doch, was wollt' ich nur sagen? — Ei ja so!
Ich schrieb der Liebsten meines Freunds,
Um mich verbindlich bei ihr einzustellen.
Sie war zu herzig, traun, sie war's wohl wert,
Der holden Muse warm sie zu empfehlen.
Begann zu dichten, wie's ein Herz begehrt,
Beschrieb die zarten Reize, sagte ihr auf Ehre,
Wie ich an ihrem Glücke Anteil nähme,
Und daß als Freund ich gar imstande wäre,
Dergleichen selber — wenn die Stunde käme —
Zu gönnen mir. Doch müßte auch mein Püppchen
So lieblich sein wie sie. Es stünde immer
Mein Sinn nach solchen Wänglein, solchen Grübchen
Und solchen Äuglein auch, wie man sonst nimmer
Sie gesehn auf dieser Welt, als — im Vertrauen
Nur sei's gesagt — an ihr, der Treuen
Meines lieben, einzigen Freundes, sind zu schauen.
Unmöglich, sang ich, wäre zu bereuen
Eine Wahl, wie diese. Ließ es ihr auch merken,
Daß sie, nur sie allein, die Schönste sei der Schönen.
Und es gelang mir, solches zu bestärken,
So gründlich, daß — bevor ich es konnt' wähnen —
Diese kunstvoll hübsch gedrehten Liebesphrasen
Ich selber treulich glaubte. Und bevor
Das Liedchen fertig noch, begann ich schon zu rasen,
Aus purer Leidenschaft, die bis ans Ohr
Mir tückisch heiß tat steigen — —
Was dann geschah! — Ach, laßt mich schweigen. —
Das ich nicht darf lieben.
Es ist zu gefährlich, um das Licht zu schwärmen,
Das bestimmt ist, andere zu wärmen.
Wer hatt' mich auch dazu getrieben? —
Wo Auserwählter war mein liebster Freund,
Und sie des liebsten Freundes Auserwählte.
Und ich? Ich war nebstbei so da, und wie es scheint
Ein wenig lecker auch. Und sieh, da stellte
Der Knirps von einem Amor mir die Falle.
Dem Freund zulieb und seiner Maid zu Ehre
Gedacht ich ein Gedichtchen ihr zu weihn.
Aus Eigennutz war's nicht, denn ich begehre,
So dachte ich, dafür das bißchen Heiligenschein
Des Ruhmes nur. War noch erklecklich eitel
Und meint', mit einem Vers müßt' ich beglücken
Ein Mädel von der Zehe bis zum Scheitel,
Und mindestens dem Erdball es entrücken.
Gedacht, getan, ich schrieb ihr ein Gedicht
In leichten Jamben. Für eines andern Liebe
Sind Jamben gut genug. Schweres tauget nicht.
Was anders, wenn ich eine Ode schriebe
Im tiefen Seufzertakte eines Romeo!
Dann allerdings schwerschreitende Trochäen.
Doch, was wollt' ich nur sagen? — Ei ja so!
Ich schrieb der Liebsten meines Freunds,
Um mich verbindlich bei ihr einzustellen.
Sie war zu herzig, traun, sie war's wohl wert,
Der holden Muse warm sie zu empfehlen.
Begann zu dichten, wie's ein Herz begehrt,
Beschrieb die zarten Reize, sagte ihr auf Ehre,
Wie ich an ihrem Glücke Anteil nähme,
Und daß als Freund ich gar imstande wäre,
Dergleichen selber — wenn die Stunde käme —
Zu gönnen mir. Doch müßte auch mein Püppchen
So lieblich sein wie sie. Es stünde immer
Mein Sinn nach solchen Wänglein, solchen Grübchen
Und solchen Äuglein auch, wie man sonst nimmer
Sie gesehn auf dieser Welt, als — im Vertrauen
Nur sei's gesagt — an ihr, der Treuen
Meines lieben, einzigen Freundes, sind zu schauen.
Unmöglich, sang ich, wäre zu bereuen
Eine Wahl, wie diese. Ließ es ihr auch merken,
Daß sie, nur sie allein, die Schönste sei der Schönen.
Und es gelang mir, solches zu bestärken,
So gründlich, daß — bevor ich es konnt' wähnen —
Diese kunstvoll hübsch gedrehten Liebesphrasen
Ich selber treulich glaubte. Und bevor
Das Liedchen fertig noch, begann ich schon zu rasen,
Aus purer Leidenschaft, die bis ans Ohr
Mir tückisch heiß tat steigen — —
Was dann geschah! — Ach, laßt mich schweigen. —
Und hast du einen Freund, das lehret die Moral,
So schicke seinem Liebchen nie ein Liedel,
Auch wenn er's selbst erlaubt, wie's hier der Fall,
Sonst gibt es einen Tanz nach seiner Fiedel.
Und hast du weidlich Pfeile zu verschießen,
Ich gratulier' dazu, doch mußt du wissen,
Auf welche Scheibe du mit Recht darfst zielen,
Denn Amor, dieser Wicht, er läßt mit sich nicht spielen.
So schicke seinem Liebchen nie ein Liedel,
Auch wenn er's selbst erlaubt, wie's hier der Fall,
Sonst gibt es einen Tanz nach seiner Fiedel.
Und hast du weidlich Pfeile zu verschießen,
Ich gratulier' dazu, doch mußt du wissen,
Auf welche Scheibe du mit Recht darfst zielen,
Denn Amor, dieser Wicht, er läßt mit sich nicht spielen.
Diese Mädels!
Als ich dem Liebel im Stübel gestand,
Ich würd' es küssen müssen,
Da gab's ein Bildchen mir in die Hand,
Daß ich was hätt' zum Küssen.
Ich würd' es küssen müssen,
Da gab's ein Bildchen mir in die Hand,
Daß ich was hätt' zum Küssen.
Es war der heilige Antonius,
Der Findpatron zum Glücke;
Hatt' ich verloren des Liebchens Herz,
So bracht' er mir's zurücke.
Der Findpatron zum Glücke;
Hatt' ich verloren des Liebchens Herz,
So bracht' er mir's zurücke.
Dann, als sie sah, wie glühend ich
Das Amulett tat küssen,
Da hat sie's heftig, zornig, wild
Mir aus der Hand gerissen.
Das Amulett tat küssen,
Da hat sie's heftig, zornig, wild
Mir aus der Hand gerissen.
Nun hab' ich gewußt, was zu geschehn,
Die Eifersucht zu kühlen.
Die Mädels, die mögen das Küssen nicht sehn,
Aber fühlen, fühlen, fühlen.
Die Eifersucht zu kühlen.
Die Mädels, die mögen das Küssen nicht sehn,
Aber fühlen, fühlen, fühlen.
Belehrung für einen Dichter.
Du beklagst dich, daß dein Weibchen
Nicht will deine Lieder lesen.
Schreib in Küssen, statt in Versen,
Wird sie's immer wieder lesen.
Bist du ferne, wird sie gerne
Lieder unterm Flieder lesen.
Doch, wenn selber singt der Vogel,
Wozu im Gefieder lesen?
Wisse, sie hat nicht die Richtung
Literarisch weiser Richter;
Lieber, als die größte Dichtung,
Ist dem Weib der junge Dichter.
Deshalb ist, seid ihr beisammen,
Nicht die Zeit zum Liederlesen.
Nicht will deine Lieder lesen.
Schreib in Küssen, statt in Versen,
Wird sie's immer wieder lesen.
Bist du ferne, wird sie gerne
Lieder unterm Flieder lesen.
Doch, wenn selber singt der Vogel,
Wozu im Gefieder lesen?
Wisse, sie hat nicht die Richtung
Literarisch weiser Richter;
Lieber, als die größte Dichtung,
Ist dem Weib der junge Dichter.
Deshalb ist, seid ihr beisammen,
Nicht die Zeit zum Liederlesen.
Amors Rat.
Wenn du, mein Freund, zur wonnigen Mundlust
Den kühlen Schnabel des Krugs an den Mund tust,
So halte zur lieblichen, süßen Geleitschaft
Den glühenden Schnabel der Maid in Bereitschaft.
Den kühlen Schnabel des Krugs an den Mund tust,
So halte zur lieblichen, süßen Geleitschaft
Den glühenden Schnabel der Maid in Bereitschaft.
Gewohnheit.
Der Hüttenrauch[B], das Küssen auch,
Das sind zwei schlimme Dinge.
Wer's einmal tut genießen auch,
Der kann es nicht mehr missen auch,
Selbst wenn er am gewissen Brauch
Zuletzt zugrunde ginge.
Das sind zwei schlimme Dinge.
Wer's einmal tut genießen auch,
Der kann es nicht mehr missen auch,
Selbst wenn er am gewissen Brauch
Zuletzt zugrunde ginge.
[B] Arsenik.
Schon dreißig Jahre bin ich alt!
Schon dreißig Jahre bin ich alt,
Und noch allein geblieben.
Und seh' die Knaben mannigfalt
Wohl ihre Schätzlein lieben.
Und noch allein geblieben.
Und seh' die Knaben mannigfalt
Wohl ihre Schätzlein lieben.
Ich seh', wie sie sich froh einand
Die Hochzeitskränze winden;
Ich wandre durch das weite Land
Und kann meinen Schatz nicht finden.
Die Hochzeitskränze winden;
Ich wandre durch das weite Land
Und kann meinen Schatz nicht finden.
Ich such' ihn, wo bei Herdesglanz
Die holden Mädlein blühen,
Ich such' ihn, wo bei Kirmestanz
Die Dirnen alle glühen.
Die holden Mädlein blühen,
Ich such' ihn, wo bei Kirmestanz
Die Dirnen alle glühen.
Ich seh' die Jahre rascher ziehn
Und fühl' die Jugend schwinden,
Und suche ihn und rufe ihn,
Und kann meinen Schatz nicht finden.
Und fühl' die Jugend schwinden,
Und suche ihn und rufe ihn,
Und kann meinen Schatz nicht finden.
Und sie, die mir bestimmt muß sein
Für meine Lebensfahrten,
Wird irgendwo allein, allein
Mit Bangen auf mich warten.
Für meine Lebensfahrten,
Wird irgendwo allein, allein
Mit Bangen auf mich warten.
Der Alte hier, die Alte dort
Wird einsam einst begraben,
Zwei, die sich treu und heiß geliebt
Und nie gesehen haben.
Wird einsam einst begraben,
Zwei, die sich treu und heiß geliebt
Und nie gesehen haben.
Ein Rosenblatt.
Was das Rosenblatt bedeutet,
Das in sich zusammenkauernd
Vor dem Hauch des Mundes schauernd
Auf der Hand mir liegt gebreitet?
Das in sich zusammenkauernd
Vor dem Hauch des Mundes schauernd
Auf der Hand mir liegt gebreitet?
Kann ich nicht dem toten, süßen
Rosenblatt mit Sehnsuchtsbeben
Noch einmal ein junges Leben
Minnend in die Adern gießen?
Rosenblatt mit Sehnsuchtsbeben
Noch einmal ein junges Leben
Minnend in die Adern gießen?
Oh, vor meinem heißen Kusse
Wird es nimmer frischen können,
Wird es, ach, nur still verbrennen,
Asche, Asche sein zum Schlusse.
Wird es nimmer frischen können,
Wird es, ach, nur still verbrennen,
Asche, Asche sein zum Schlusse.
Rosenblatt, warum alleine
Kommst du mir von ihr geflogen,
Ach, daß du nicht mitgezogen
Sie, die Holde, die ich meine!
Kommst du mir von ihr geflogen,
Ach, daß du nicht mitgezogen
Sie, die Holde, die ich meine!
Jene Süße, von den Musen
Ahnend mir so lang verheißen.
Nächtig, wenn die Sterne gleißen,
Möcht' ich ruhn an ihrem Busen.
Ahnend mir so lang verheißen.
Nächtig, wenn die Sterne gleißen,
Möcht' ich ruhn an ihrem Busen.
Möcht' ins scheue Aug' ihr sehen,
Ihr ins tiefe Herz mich graben,
Möcht' in heißer Glut mich laben
Und in Liebeslust vergehen.
Ihr ins tiefe Herz mich graben,
Möcht' in heißer Glut mich laben
Und in Liebeslust vergehen.
Soll ich warten, bis die Tage
Wachsen und die Nächte schwinden,
Die so lockend, Lieb' zu finden?
Rosenblatt, flieg hin und frage.
Wachsen und die Nächte schwinden,
Die so lockend, Lieb' zu finden?
Rosenblatt, flieg hin und frage.
Soll ich warten auf die Tage,
Wo zur Form wird, was heut Kuß ist,
Und zur Pflicht, was heut Genuß ist?
Rosenblatt, flieg hin und frage.
Wo zur Form wird, was heut Kuß ist,
Und zur Pflicht, was heut Genuß ist?
Rosenblatt, flieg hin und frage.
Denk an deine Maientage,
Rosenblatt, du kennst das Leben;
Kennst der Liebe Pein und Beben.
Nun, so flieg zu ihr und frage.
Rosenblatt, du kennst das Leben;
Kennst der Liebe Pein und Beben.
Nun, so flieg zu ihr und frage.
Was in deiner Seele spinnt ...?
Wie nah, mein schönes, süßes Kind,
Ist mir dein holdes Angesicht,
Ich trinke deinen Atemhauch
Und deines Auges lächelnd Licht;
Doch was in deiner Stirne sinnt,
Und was in deiner Seele spinnt,
Ich weiß es nicht.
Ist mir dein holdes Angesicht,
Ich trinke deinen Atemhauch
Und deines Auges lächelnd Licht;
Doch was in deiner Stirne sinnt,
Und was in deiner Seele spinnt,
Ich weiß es nicht.
Ich weiß den von Jahrtausenden
Emporgebauten Erdengrund,
Ich kenne das mit Sternenwelten
Reich geschmückte Himmelsrund;
Doch was in deiner Stirne sinnt,
Und was in deiner Seele spinnt,
Ist mir nicht kund.
Emporgebauten Erdengrund,
Ich kenne das mit Sternenwelten
Reich geschmückte Himmelsrund;
Doch was in deiner Stirne sinnt,
Und was in deiner Seele spinnt,
Ist mir nicht kund.
Entzückt von deiner Zunge Klang,
Und doch in tiefster Einsamkeit,
Mein Lippenpaar an deins gepreßt:
Und dennoch mir unendlich weit
Ist, was in deiner Stirne sinnt,
Und was in deiner Seele spinnt
Für alle Zeit.
Und doch in tiefster Einsamkeit,
Mein Lippenpaar an deins gepreßt:
Und dennoch mir unendlich weit
Ist, was in deiner Stirne sinnt,
Und was in deiner Seele spinnt
Für alle Zeit.
Denn das, worauf ich wollte baun,
Hat mich getäuscht, die Träne dein. —
Es müßte denn dein Herzblut, traun,
Der opferfrohe Bote sein,
Daß Lieb' mir deine Seele spinnt
Und Treu mir deine Stirne sinnt,
Dann bin ich dein.
Hat mich getäuscht, die Träne dein. —
Es müßte denn dein Herzblut, traun,
Der opferfrohe Bote sein,
Daß Lieb' mir deine Seele spinnt
Und Treu mir deine Stirne sinnt,
Dann bin ich dein.
Sie liebt dich von Herzen!
Einst tat ich im Walde spazieren gehn,
Da sah ich im Wald ein Maßlieb stehn.
O Herzlieb, du bist mein Entzücken!
Doch Maßliebchen, die kann man pflücken.
Ich tat's und fragt' es inniglich:
Verrat's, mein Schätzel, liebt es mich?
Da log es mir frech ins Angesicht:
Dein feines Schätzel, das liebt dich nicht. —
Ich grub mit dem Messer ein tiefes Grab
Und warf das böse Blümlein hinab,
Und wälzte darauf einen schweren Stein,
Sollst ewig und ewig vergessen sein.
Da sah ich im Wald ein Maßlieb stehn.
O Herzlieb, du bist mein Entzücken!
Doch Maßliebchen, die kann man pflücken.
Ich tat's und fragt' es inniglich:
Verrat's, mein Schätzel, liebt es mich?
Da log es mir frech ins Angesicht:
Dein feines Schätzel, das liebt dich nicht. —
Ich grub mit dem Messer ein tiefes Grab
Und warf das böse Blümlein hinab,
Und wälzte darauf einen schweren Stein,
Sollst ewig und ewig vergessen sein.
Dann tat ich sinnend weitergehn
Und sah ein Schlüsselblümlein stehn.
O Mädel, du bist mein Entzücken!
Und Blumen die kann man zerpflücken.
Ich tat's und fragte inniglich:
Verrat's, meine Traute, liebt sie mich?
Die Blume in Sterbensschmerzen:
Sie liebt dich, sie liebt dich von Herzen! —
Ich grub mit der Hand ein Beetlein auf
Und tat die zerrissene Blume darauf.
Und sah ein Schlüsselblümlein stehn.
O Mädel, du bist mein Entzücken!
Und Blumen die kann man zerpflücken.
Ich tat's und fragte inniglich:
Verrat's, meine Traute, liebt sie mich?
Die Blume in Sterbensschmerzen:
Sie liebt dich, sie liebt dich von Herzen! —
Ich grub mit der Hand ein Beetlein auf
Und tat die zerrissene Blume darauf.
Doch als sie lag auf der Totenbahr,
Da ward sie lebendig, erhob sich gar,
Das eine Blättchen, es jauchzte aufs neu:
Sie liebt dich von Herzen, sie liebt dich treu! —
Dann wuchsen der Blume in Kranzesflor
Die Blätter all von neuem hervor,
Schneeblendend weiß, die Spitzen rot,
Wie Unschuld und Liebesmärtyrertod.
Und jegliches blinkte mir traulich zu:
Sie liebt dich von Herzen! O Glücklicher, du! —
Nun kam ein Sturm und knickte die Bäume,
Und Blitze durchzuckten die himmlischen Räume;
Die Blume wiegte ihr Haupt und rief mich:
Sie liebt dich von Herzen! Sie liebt dich, sie liebt dich! —
Dann nahte der Winter und senkte im Schnee
Auf alle Gefilde ein eisiges Weh.
Doch sieh, die Blume hold und weiß,
Sie blühte hervor aus Schnee und Eis,
Und nickte mir zu in Ernsten und Scherzen:
Sie liebt dich von Herzen! Sie liebt dich von Herzen! —
Da ward sie lebendig, erhob sich gar,
Das eine Blättchen, es jauchzte aufs neu:
Sie liebt dich von Herzen, sie liebt dich treu! —
Dann wuchsen der Blume in Kranzesflor
Die Blätter all von neuem hervor,
Schneeblendend weiß, die Spitzen rot,
Wie Unschuld und Liebesmärtyrertod.
Und jegliches blinkte mir traulich zu:
Sie liebt dich von Herzen! O Glücklicher, du! —
Nun kam ein Sturm und knickte die Bäume,
Und Blitze durchzuckten die himmlischen Räume;
Die Blume wiegte ihr Haupt und rief mich:
Sie liebt dich von Herzen! Sie liebt dich, sie liebt dich! —
Dann nahte der Winter und senkte im Schnee
Auf alle Gefilde ein eisiges Weh.
Doch sieh, die Blume hold und weiß,
Sie blühte hervor aus Schnee und Eis,
Und nickte mir zu in Ernsten und Scherzen:
Sie liebt dich von Herzen! Sie liebt dich von Herzen! —
Und als von neuem der Frühling kam,
Da führte zum Wald mich ein tödlicher Gram,
Ein tödlicher Gram, eine höllische Pein,
O selig, glückselig, gestorben zu sein! —
Auf grünendem Beete die Blume stand,
In üppiger Blüte mir zugewandt,
Und winkte und flüsterte süß und innig:
Sie liebt dich von Herzen! Sie liebt dich unsinnig! —
Da führte zum Wald mich ein tödlicher Gram,
Ein tödlicher Gram, eine höllische Pein,
O selig, glückselig, gestorben zu sein! —
Auf grünendem Beete die Blume stand,
In üppiger Blüte mir zugewandt,
Und winkte und flüsterte süß und innig:
Sie liebt dich von Herzen! Sie liebt dich unsinnig! —
Ich hob meinen Fuß und trat sie tot,
Die gleißnerisch Blume, so weiß und rot.
Und ging noch tiefer in den Wald hinein,
Und suchte das Grab mit dem schweren Stein,
Und habe geweint und habe geklagt:
Du hast es gesagt! Du hast es gesagt!
Die gleißnerisch Blume, so weiß und rot.
Und ging noch tiefer in den Wald hinein,
Und suchte das Grab mit dem schweren Stein,
Und habe geweint und habe geklagt:
Du hast es gesagt! Du hast es gesagt!
Rosen pflanzt man nicht auf Herzen.
Ach, du klagst, daß deine Schöne
Nicht dein Herz auf Rosen bette,
Sondern statt mit Blumenkette
Es mit spitzen Dornen kröne.
Nicht dein Herz auf Rosen bette,
Sondern statt mit Blumenkette
Es mit spitzen Dornen kröne.
Nur Geduld, einst wird sie kosen
Deinen Strauß bei Grabeskerzen,
Rosen pflanzt man nicht auf Herzen,
Nur auf Erde pflanzt man Rosen.
Deinen Strauß bei Grabeskerzen,
Rosen pflanzt man nicht auf Herzen,
Nur auf Erde pflanzt man Rosen.
Heb dich weg und küß mich nicht!
*
Heb dich weg und küß mich nicht!
Du nicht, ich bitte dich,
Ein Kuß von dir — o küß mich nicht!
Ein Kuß, er wär' mein Tod.
Kleine Schelmin, lächle nicht!
Du nicht; — blick mich nicht an!
Das traute Du, o nenn es nicht!
Sprich nichts, kein Wort zu mir!
O laß mich gehn, berühr mich nicht!
Ich weiß, mein Kind, du liebst mich nicht.
Und ist nicht auch die Seele mein,
Den Leib allein, den mag ich nicht.
Du nicht, ich bitte dich,
Ein Kuß von dir — o küß mich nicht!
Ein Kuß, er wär' mein Tod.
Kleine Schelmin, lächle nicht!
Du nicht; — blick mich nicht an!
Das traute Du, o nenn es nicht!
Sprich nichts, kein Wort zu mir!
O laß mich gehn, berühr mich nicht!
Ich weiß, mein Kind, du liebst mich nicht.
Und ist nicht auch die Seele mein,
Den Leib allein, den mag ich nicht.
In alten grauen Tagen.
In alten grauen Tagen,
Da hat sich's zugetragen,
Da tat ein Knab' das Maidlein schaun,
Das Maidlein tat dem Knaben traun,
In alten, grauen Tagen.
Da hat sich's zugetragen,
Da tat ein Knab' das Maidlein schaun,
Das Maidlein tat dem Knaben traun,
In alten, grauen Tagen.
Der Knab' tat nit lang bitten,
Nahm 's Mädl um die Mitten
Und hub mit ihr ein Tänzlein an,
Der Atem tat ihr stille stahn
In alten grauen Tagen.
Nahm 's Mädl um die Mitten
Und hub mit ihr ein Tänzlein an,
Der Atem tat ihr stille stahn
In alten grauen Tagen.
Und als er satt am Tanzen,
Da nahm er seinen Ranzen,
Und ließ die Maid zu zwein — allein. —
Das Märchen soll geschehen sein
In alten grauen Tagen.
Da nahm er seinen Ranzen,
Und ließ die Maid zu zwein — allein. —
Das Märchen soll geschehen sein
In alten grauen Tagen.