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Meine zweite Weltreise

Chapter 2: Widmung und Vorrede.
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About This Book

Die Autorin schildert Stationen in London, am Kap der Guten Hoffnung, in Singapur, auf Borneo und Java, mit ausführlichen Berichten aus Batavia und weiteren Hafenorten. Sie dokumentiert Begegnungen mit Einheimischen und lokalen Herrschern, beschreibt Rituale, Volksbräuche, Märkte, Plantagen, Bergwerke und Naturschauspiele sowie ethnographische Beobachtungen. Ergänzt werden die Reiseberichte durch Darstellungen von Theater- und Volksunterhaltungen, Gefahren und Unwägbarkeiten unterwegs sowie praktischen Erfahrungen an Bord und im Landesinneren, verbunden mit persönlichen Reflexionen über Organisation, Unterstützung und Alltagsbedingungen der Fahrt.

Widmung und Vorrede.

ch weiß, daß es das gewöhnliche Schicksal der Widmungen und Vorreden ist, von Niemandem gelesen zu werden. Ich kann aber unmöglich das Tagebuch meiner Wanderungen veröffentlichen, ohne der eigentlichen Urheber derselben zu gedenken, und als solche muß ich die in den Holländisch-Indischen Colonieen ansässigen Holländer, vorzugsweise die daselbst angestellten öffentlichen Beamten und Offiziere betrachten.

Ich hatte nämlich, als ich meine Heimath verließ, nichts weniger im Sinne als eine zweite Reise um die Welt zu machen. Der Betrag aus meinem kleinen Vermögen, über den ich gebieten konnte, war sehr unbedeutend; die Oesterreichische Regierung vermehrte ihn zwar mit einem Zuschuß von 150 Pfund St.; doch würde die ganze Summe dessen ungeachtet zu einer so großen Reise nicht ausgereicht haben.

Ich ging nach London mit dem Vorhaben, mich nach Australien einzuschiffen. Diesem Vorhaben mußte ich entsagen, denn meine Reise wäre gerade in die Zeit gefallen, als man in Australien die reichen Goldlager entdeckte, als die Auswanderer von allen Seiten dahin strömten und in Folge dessen Leben und Aufenthalt über alle Maßen theuer wurden.

Nach einigen Zweifeln, wohin ich nun mich wenden sollte, reiste ich glücklicher Weise nach Holländisch-Indien. Wider mein Erwarten wurde ich von den Holländischen Beamten und Offizieren jedes Ranges und jeder Stellung so zuvorkommend aufgenommen, so thatkräftig unterstützt, daß ich Reisen ausführen konnte, wie es mir bisher noch in keinem Lande der Welt möglich gewesen war, und daß ich, wie gesagt, jene Männer als die Schöpfer dieser meiner zweiten Reise um die Welt betrachten muß.

Aber nicht nur die Beamten und Offiziere der Holländischen Regierung unterstützten mich, auch viele Privatpersonen und meine Deutschen Landsleute trugen das ihrige redlich bei. Letztere machten mir eine Karte zur Reise auf dem Dampfer nach Batavia und zurück zum Geschenke, und die Direktoren der beiden Dampfschiffahrts-Gesellschaften, die Herren Cores de Vries und Fraser gaben mir später auf ihren Schiffen überall hin freie Passage.

Nachdem ich keine andere Gelegenheit habe, allen diesen Herren meine Dankbarkeit auszudrücken, so ersuche ich sie, die Widmung des vorliegenden Werkes anzunehmen, nebst der Versicherung, daß ich ihre Güte und Gefälligkeit in ihrer ganzen Größe gewiß zu schätzen weiß, und derselben stets mit der wahrsten Erkenntlichkeit gedenken werde.

Endlich darf ich der Nord-Amerikaner nicht vergessen, da ich ihnen ebenfalls einen großen Theil meiner Reise verdanke. Sie gestatteten mir viele freie Fahrten auf Segelschiffen sowohl, wie auf ihren großen, prachtvollen Dampfern, und in keinem Lande der Welt, Holländisch-Indien ausgenommen, nahm man mich mit mehr Auszeichnung auf, als in den Vereinigten Staaten. Aus vollen Herzen sage ich daher den Amerikanern meinen innigsten Dank.

Die Verfasserin.