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Mineralogia Polyglotta cover

Mineralogia Polyglotta

Chapter 116: E. Kreide.
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About This Book

A compact multilingual mineralogical reference that organizes mineral names, gemstone types, rock and earth groups, salts, combustible minerals, and metals into systematic chapters. It classifies gems by color and mineral species by group (quartz, feldspar, micas, carbonates, sulfates, phosphates, etc.), describes properties and uses, and enumerates common salts and fuel minerals. Extensive comparative vocabulary and etymologies present mineral terms across many languages and dialects, aiding identification and cross-cultural terminology. Entries combine brief definitions, classification notes, and linguistic variants to serve both scientific reference and lexical comparison.

ou-sse-chy-tchy im Chinesischen;—atridscha, asmadscha im Sanscrit (Roth ist rohide im Sanscrit, ruden im Persischen, rudka im Slawischen);—gairika, geri, gerimati im Bengalischen;—gamrisch, susr im Armenischen;—wesni im Persischen;—gili sürch, kyzyl balcik, kil armeni im Türkischen;—misgh, moeghret, thin di almagra im Arabischen.

persch im Koptischen;—menis, mnis, odanto im Syrischen.

μιλτος im Griechischen, besonders der σινοπικη und λεμνια, zum Theil auch γη σφραγις (Siegelerde);—σινοπιδιων, σιρικον im Mittelalter;—βωλος im Neugriechischen.

rubrica, sinopis, auch terra lemnia im Lateinischen;—ruddela im Gälischen;—rhuddel im Wälischen;—rhuddela im Bretonischen.

wochra im Russischen;—smur, smarka, ogr, rudka cerwena im Czechischen;—rubryka, czerwieniec, glinka im Polnischen;—samija, erdenzha krida im Windischen; samija, kutmonka im Krainschen;—crrigljeno, zemglga im Bosnischen;—tzerwena kreda im Sorbischen;—zareljenizza im Ragusanischen;—serkana krithe im Lettischen.

petsetes agyag, veresvasagyag im Magyarischen.

rubrica im Spanischen und Portugiesischen, auch almagre, was eine besondere Art von Röthel ist, aus Almazarron in Murcia, der jetzo vorzüglich zum Rothfärben des Tabakes dient.

raud kryt im Isländischen;—rödjord, rötkrita im Schwedischen;—roodörde, roodzel im Holländischen;—rubrique, bol, sinopel im Französischen;—red chalk, bole im Englischen;—röd kride, bolus im Dänischen;—bools im Plattteutschen.

S. Ocker, Ockergelb, Gelberde.

Unter Ocker oder Ocher verstehet man im Allgemeinen das Eisenoxyd, das erdige Eisen, und was dem ähnlich ist, vorzüglich aber das gelbe Eisenoxydhydrath und den dadurch gefärbten Thon, der als Malerfarbe sehr allgemeine Anwendung findet.

artekan im Arabischen;—djeghnahogh im Armenischen.

οχρα im Griechischen, stammt von odhar im Gälschen, was fuscus, fahl, gefärbt bedeutet;—[Greek; ochra, kitrinochôma] im Neugriechischen;—ochra im Lateinischen, besonders sil mit mehreren Arten, als: atticum, marmarosum pressum, syricum u.s.w.;—creadh bhuidhe im Gälschen, die Gelberde;—ocre, terre jaune im Französischen;—ochre, ocre im Spanischen und Portugiesischen;—ocra, terra gialla im Italienischen;—yellow, oker im Englischen;—oker im Holländischen;—okker im Dänischen;—ogar, ochergelb im Altteutschen, auch gilbe und berggeel (buidhe, gel—gelb—im Gälschen, gilvus im Lateinischen);—yellow im Englischen;—ochra, schelt, wochra, scheltaja semlä im Russischen;—okra, ugie, glinka zolta im Polnischen;—ogr, ogrowly im Czechischen;—ogra im Krainschen.

T. Grünerde, Berggrün.

Eine grüne thonige Erde, die als grüne Farbe dient, besonders bey Verona in Italien am monte baldo vorkommt.

lo im Chinesischen;—creta viridis der Römer, die aus Syrien, von einer Besitzung des Theodotus hiess diodotion.—Wie creta, so ist auch viridis keltischen Ursprunges, ist gwyrdd im Wälschen, guirm im Gälischen, verde im Walachischen und Albanischen.

πρασινον της γης im Neugriechischen;—prasis im mittlern Latein, auch prasinum;—terra verde di Brentonico im Italienischen;—terre vert,—de Verone, talc chlorité im Französischen;—verdemontana im Spanischen;—verdemontanha, verdacre im Portugiesischen;—green-earth im Englischen;—grönkrita im Schwedischen;—berggroen im Holländischen;-sargaagyag im Magyarischen;—selenaja semla im Russischen.

U. Umbra.

Eine braune Erde, die als Farbe dient, zum Theil der Braunkohlenformation angehörig.

azzebaxe im Arabischen;—azeche im Spanischen;—azevixe im Portugiesischen;—umer im Englischen;—ombre im Französischen;—umbra im Schwedischen.

V. Anhang.

Nähere Bestimmung der Farben, die im Alterthume angewendet wurden, von den Autoren, besonders von Plinius erwähnt sind.

Im Alterthume, bey den Aegyptern, Persern, Griechen u.s.w. stand die Malerei, wie die Färberei auf einer sehr hohen Stufe der Ausbildung—wie die vielen, auf uns gekommenen Gemälde am besten lehren—war eben so verbreitet als bey uns, und wohl noch weiter. Unsere Oelmalerei scheint man nicht angewendet zu haben, dagegen hatte man viel dauerndere Wachsmalerei, die uns immer noch nicht recht bekannt ist, und die enkaustische Malerei auf nassem Kalk, die wir erst jetzo anzuwenden beginnen. Man benutzte natürlich höchst verschiedene Farben, aus allen Naturreichen, theils natürliche, mehr oder weniger präparirte, wie Grünerde, Gelberde u.s.w., theils künstliche, wie Bleiweiss, Grünspan u.s.w., theils die Farben an sich, theils an Kreide gebundene Pastellfarben, theils an reine Thonerde gebundene Lackfarben.

Nach unserer sehr unvollständigen Kenntniss der Farben des Alterthumes, benutzte man vorzugsweise, als:

A. Weisse Farben:

a) Das Bleiweiss (s. dieses), cerussa, μυλιβδος.

b) Die Kreide, creta annularis, selinusia, argentaria; terra melia, eretria, pnigitis, paraetonium; sie wurde theils präparirt, für sich angewendet, theils auch gefärbt mit andern Farben als Pastell.

Die reine Thonerde des (mit Natron u.s.w.) behandelten Alauns (alumen melinum) diente zwar nicht als Farbe an sich (so wenig wie bey uns), aber als Beize zum Färben der Zeuge und als Pigment zu verschiedenen Lackfarben.

B. Schwarze Farben:

a) Tintenartige Farbe aus aufgelöstem Eisenvitriol und Gallapfel oder einem ähnlichen Adstringens; Atramentum, Atranit; Sutorium.

b) Tusche, feinpräparirter Russ, Atramentum librarium. Um den hierzu nöthigen Russ zu gewinnen hatte man eigends construirte Oefen, die Vitruv VII. 10 und Plinius 35, 25 beschreiben, worin vorzüglich Harz (resina) verkohlt wurde. Griechische Künstler verwandten andere Substanzen z.B. Apelles Elfenbein (daher ελεφαντινον genannt), Micon Traster (daher τριγινον genannt, von τρυξ die Hefe); noch jetzo schätzt man sehr das Beinschwarz und das Hefenschwarz, le noir de vigne. Die feinere Tusche kam aus Indien, war das ινδικον μελας.

atramentum sepiae war die Schwärze des Tintenfisches.

C. Braune Farben:

Diese wendete man auf jeden Fall an, wahrscheinlich auch unsern Umbra, der in Italien sehr schön vorkommt; aber ich finde keine specielle Erwähnung. Melinos, μηλινος, ein color luteus, der auch ans Melos kam, könnte vielleicht hierher gehören.

D. Rothe Farben:

a) Bolus, Röthel, σινοπις, rubrica, miltos, terra lemnia.

b) Gebranntes Ockergelb, Preussisch Roth; ochra usta, puniceus, φοινιξ.

c) Zinnober, κινναβαρις, minium.

d) Vermillion, hochrother präparirter Zinnober, minium ustum.

e) Mennige, rothes Bleioxyd, sandyx, σανδυξ (wie auch eine Pflanze hiess, mit deren Saft hellroth gefärbt wurde), cerussa usta, sandaraka factitia, auch (versetzt mit Bolus) syricum.

f) Rothes Rauschgelb (Schwefelarsenik), sandaraka.

g) Kermes (die Scharlachbeere von der quercus ilex in der Levante, Spanien u.s.w.), coccus, κοκκος βαφικη, coccus ilicis, unser Vermeil (kermial, kermis im Persischen, woher Karmesin, Vermeil).

h) Drachenblut, das rothe Gummi einer Frucht, cinnabaris indica, δρακοντεον.

i) Krapp, rubia.

E. Gelbe Farben:

a) Ockergelb, Gelberde, οχρα, ochra, sil, siricum.

b) Eine ähnliche Lackfarbe wurde gemacht durch Kreide, die mit einem Aufgusse von getrockneten Lackviolen (viola) gefärbt war (s. Vitruv. XIV. 14).

c) Gelb Rauschgelb (Schwefel-Arsenik), auripigmentum, αρσενικον.

d) Safran; κροκος, crocus. Im Arabischen zafaran, im Hebräischen karnom.

F. Grüne Farben:

a) Grünerde, creta viridis, viride appianum; im Mittelalter prasina.

b) Berggrün, Kupfergrün, erdiges, oft thoniges Kupferoxyd; χρυσοκολλα, chrysocolla; auch cypria.

G. Blaue Farben:

a) Blaues Kupferglas (welches man erst in der allerneuesten Zeit wieder anwendet), caeruleum, coelon, lomentum, vestorium.

b) Schmalte, blaues Kobaltglas, wurde viel angewendet, wir wissen aber den Namen nicht, war vielleicht eine Art von caeruleum.

c) Armenium war vermuthlich präparirte Kupferlasur.

d) Ultramarin, aus Lasurstein präparirt, wir kennen den Namen nicht bey den alten Griechen, bey den spätern (im 6. Jahrh.) war es lazurion, λαζουριον.

e) Indig (aus der Indigpflanze) und blauer Carmin, ινδικον, indicum.

f) Waid oder Krapp, ισατις, ισαντιδον, vitrum, glastum.

g) Lackmuss, Orseille, von der Pflanze gleiches Namens (einer euphorbiacea, der croton tinctorium oder tournesol)—φυκος θαλασσιον, oder ποντικον, phycos thalassion.

H. Violet, Purpur:

Purpursaft der Purpurschnecke πορφυρα—ostrum, den wir nicht mehr anwenden; purpurissum war durch Purpur oder ostrum gefärbte Kreide; ähnliche Pastell- und Lackfarben machte man aus mehreren Pflanzen, als vaccinum (vielleicht Heidelbeere). Der Purpur ist ferfur im Arabischen.

Hysge, ὑσγη, war ein Kraut, das dunkelroth färbte, das hysginum war eine Mittelfarbe zwischen Purpur und Scharlach.


§. 4. Kalk-Gruppe.

Kohlensaurer Kalk in mannichfachen Formen, mit Marmor im Sinne des Alterthumes, d.h. den politurfähigen Gesteinsmassen.

A. Der Kalkstein und Kalk im Allgemeinen.

Der kohlensaure Kalk dient vorzugsweise zum Mörtel, zu dem er durch das Brennen geschickt gemacht wird; fast jeder ziemlich reine Kalkstein ist hierzu geeignet, wenn er auch geognostisch verschiedenen Formationen angehört. In Aegypten brannte man Kalk aus dem lapis troicus, einem zur Kreideformation gehörigen Nummulitenkalk;—in Griechenland benutzte man vorzugsweise den poricus oder megarensis und conchytes, d.i. einen tertiären Muschelkalk von Megara, aber auch andere Kalk- und Marmorarten;—in Rom den silex (daher selce, silici), der nicht Kiesel ist, sondern der graue, harte Alpenkalk, aber auch das saxum album oder tiburtinum, d.i. unser Travertin oder Kalktuff von Tivoli. In Indien braucht man viele Korallen. Diejenigen derben und krystallinischen Kalksteine, die einen bedeutenden Gehalt an Talkerde haben, mit Säuren wenig und schwer brausen, heissen Dolomit, welchen Namen Herr v. Saussure 1779 gab.

che-hoei im Chinesischen;—sikui, sniu im Japanischen;—rtsi im Tibetanischen, auch dakara-rtsi;—rdo—zho ist Kalkstein, sadagara weisse Erde;—ilpan im Mandschu;—toho im Tartarisch-Mandschu;—tsurma, khatica, khati im Sanscrit, auch pakasukla (d.i. sich weissbrennend), dhatupala (Mineralstein), dhavalamrithika (weisse Erde);—chunan, chinan im Hindu;—tschuna im Bengalischen;—thaung, thaum in Indien, Provinz Tennasserin;—bata kapor im Malaiischen;—kapur ist mehr der gebrannte Kalk.

burr, kir im Armenischen;—kir im Georgischen und den kaukasischen Sprachen;—kiretsch im Tartarischen;—kiretsch im Türkischen (kiretschlik bedeutet das, was wir Oxyd nennen);—kireg, kils, kedsch im Persischen;—ksel, spi (d.i. weiss), thrib im Kurdischen;—marak im Grönländischen (heisst auch weisse Erde).

mess im Magyarischen;—mescho in der Zigeunersprache.

st in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache nach Champollion;—nora im Aethiopischen und Amharischen, auch mura;—maret tzooda (weisse Erde) im Abessinischen;—szibbel im Berberischen.

gir im Hebräischen und Maltesischen;—dgir in Darfur (Nordafrika);—dschair, keg, chils im Arabischen; mü-kellis [or: mükellis] ist der Kalkbrenner, gaygarah der Kalkofen.

calsc, calasc im Syrischen;—kalaph im Samaritanischen;—titaos, auch kalbejo, kunjon im Syrischen.

τιτανος im Griechischen, auch χαλιξ der Kalkstein;—τεττανος im Mittelalter (ασβεστος war der gebrannte Kalk);—ασβεστι, ασβεστοπετρα im Neugriechischen;—asbesum der Alchemiker.

varul, auch kalkanniu im Walachischen;—var, war im Bosnischen;—iswestnoi kamen im Russischen;—wupno, auch kalk im Polnischen (wapien ist Kalkstein);—wapno, wapenny kamen im Böhmischen;—vapnu, apnu, apni kamen, apnjenik im Windischen;—apnu im Krainschen;—vapno, japno, krech im Croatischen, auch im Illyrischen und Slowakischen (wapenik ist Kalkstein);—kalk im Wendischen;—kalkis im Lettischen;—kalke im Litthauischen.

calch im Wälschen (calchur ist Kalkbrenner);—calc, cailc im Gälischen, auch caleh im Kornischen.

cawk, caulk im Schottischen; aol-clach ist Kalkstein.

calx im Lateinischen. Der Kalkstein zum Kalkbrennen in Rom hiess lapis albus, varius, durus, fistulosus, silex, mollior (nicht molaris, wie in den Ausgaben des Plinius stehet); der silex ist der dichte Apenninenkalk, der jetzo noch selce heisst;—calca, calcina im mittelalterlichen Latein; alahabar, alchonor, alastron, agar, algit, galerit, algerie bey den Alchemikern.

calce im Italienischen, calcare ist kalken;—cal im Spanischen; caliza, piedra de cal ist Kalkstein;—cal im Portugiesischen;—chalk im Englischen, ist vorzüglich der erdige, kreidenartige; lime ist mehr der feste (hängt vielleicht zusammen mit liomh polieren), limestone ist Kalkstein;—calch im Flammländischen;—chaux im Französischen, aber pierre calcaire ist Kalkstein, calciner verkalken;—chalk, auch ceali im Angelsächsischen;—kalk im Isländischen, Schwedischen, Dänischen, Friesischen, auch im Lappländischen.

carea, auch quisua im Baskischen; carabia ist der Kalkofen.

B. Der gebrannte Kalk.

Er heisst auch ätzender, lebendiger Lederkalk (der Sparkalk ist gebrannter Gyps). Das Brennen hiess im Lateinischen coquere.

wakharitschuna im Bengalischen;—rdo-zhuna im Tibetanischen;—kapor, kapur im Malaiischen;—kireg-tasi [or: kiregtasi] im Persischen;—nüret, zarudsch im Arabischen;—sid, sida im Chaldäischen;—kelscho im Syrischen.

κονια im Griechischen, was wohl eigentlich Kalkwasser war; der ungelöschte Kalk war ασβεστος (τιτανος), von σβεννυμι löschen, auslöschen; (ασβεσταριον die Kalkhütte, φυκος θαλασσιον der mit Kalk weiss anstreicht);—ασβεστêς, ασβυστος im Neugriechischen;—asbesum, annora im mittelalterlichen Latein;—albeston, schesten, rasis, gir, koma, komaertos bey den Alchemikern.

ras, raz im Bretonischen;—aol, aolgun bhatadh im Gälischen, aol schuirn ist Kalkofen.

calx extincta (der gelöschte), macerata (der mit Wasser angemachte) im Lateinischen;—cal viva im Spanischen (ahogar la cal ist den Kalk löschen);—chaux eteinte im Französischen;—caou im Provenzalischen;—quicklime im Englischen.

wapno wypalone im Polnischen;—palene wapno im Böhmischen;—japno, sgivo persginasto im Bosnischen;—krecs im Illyrischen.

C. Der Mörtel, die Tünche.

Der gebrannte Kalk, im Wasser sehr verdünnt, bildet die Tünche, das Kalkwasser, zum Weissen oder Tünchen; mit dem nöthigen Wasser und Sande in einen breiartigen Zustand gebracht, den Mörtel zum Bauen; hat dieser die Eigenschaft, dass er unter Wasser schnell erhärtet, heisst er Cement. Der Mörtel ist:

zaharudsch, sarug im Arabischen;—melel im Hebräischen;—schaghach, taghach im Armenischen;—messelo im Magyarischen;—kelkere im Albanischen;—κονια, αμμοκονια im Griechischen;—malta, χαλυξ im Mittelalter.

aol-phasel, -plasta, doib im Gälischen, auch moirteal (vielleicht aus dem Englischen).

mortarium im Lateinischen;—maltha war ein Mörtel oder Kalk, der am meisten erhärtete; zum Cementkalk brauchte man den pulvis puteolanus, die Puzzolane. Um den Mörtel ganz weiss zu machen und ihn glätten zu können, wie er zur encaustischen Malerei nothwendig war, setzte man gepulverten Marmor zu; er war dann marmoratum, da der gewöhnliche Mörtel arenatum hiess;—mortal parget, plaster im Englisclien;—mortier, beton, bleton im Französischen;—mortero, mezcla, argamasa im Spanischen (argamasar ist Mörtel bereiten);—morter in Altteutschen;—morter, moertel im Holländischen;—mort, murt im Windischen.

Tünche, tünchen wird aus dem Slawischen stammen.

tynk im Polnischen, tynkowak ist tünchen;—dynchowani im Czechischen. Die Tünche ist: polmaska im Russischen, mauz, lika im Wendischen, mauz, frajh im Krainschen.

D. Marmor nebst andern politurfähigen und verwandten Gesteinen.

Marmor bezeichnete und bezeichnet noch jetzo im gemeinen Leben alle politurfähigen Steinmassen, die zu Bauwerken, Statuen, Mosaikarbeiten verwendet werden; mineralogisch beschränkt man den Ausdruck nur auf politurfähigen kohlensauren Kalkstein. Die politurfähigen Steine wurden im Alterthume in den grossartigsten Brüchen und sehr rationell gewonnen; diese Steinbruchskunst hiess λιθουργικη (woher unser Name Lithurgik, der einen weitern Begriff hat), die Kunst der weitern Bearbeitung hiess λιθοτριβικη.

a) Marmor im Allgemeinen.

pandu kambula im Sanscrit;—maramara im Bengalischen;—mocrano im Hindu und andern indischen Sprachen, von dem Orte mocrano, wo er gewonnen wird.

ara-ka, araga, arca im Tibetanischen;—pualam, batopoan im Malaiischen;—alha-ouche (bunter Stein) im Mandschu;—okesiksak im Grönländischen.

kidsch, marmarion im Armenischen;—marmar im Kurdischen;—mermer im Türkischen;—mermer im Persischen (der balghami ist eigentlich der Tuffkalk von Schiramin);—mermer, balant, butcham im Arabischen, auch rokham (eigentlich harter Stein, daher rokham alabiad der persische Tuffkalk oder orientalische Alabaster);—rucham ist weisser Marmor;—ream, reom im Maltesischen, wohl von rucham im Arabischen.

balak im Abessinischen;—ketak, ktak im Syrischen, ist eine gewisse Art Marmor;—schajich im Hebräischen, auch schesch, shaich, meist mit Marmor übersetzt, wird auch auf Onyx angewendet seyn (s. oben). Als Marmorsteine, zur Verzierung des Fussbodens (wohl Mosaikarbeit) werden in der Bibel noch angeführt: 1) bahat, meist mit smaragdus übersetzt, scheint mit dem eben erwähnten balant im Arabischen Aehnlichkeit zu haben; 2) dar, übersetzt mit perlartiger Stein, ist vielleicht das chaldäische dur, übersetzt mit lapis pretiosus; 3) socherth oder sochareth, wahrscheinlich bunter Stein.

marmar, marmer, marmira, auch pudra, pidra (wohe [woher] vielleicht πετρος im Griechischen), im Chaldäischen; schajisch, schajercha, mit Marmor übersetzt kann auch Onyx gewesen seyn (s. diesen).

μαρμαρος im Griechischen (ψεφις sind die Steine zur Mosaikarbeit);—μαρμαρον im Neugriechischen;—im Mittelalter war δοκιμινον (der Marmor von der Stadt Docimeum in Phrygien) der gewöhnliche Name für Marmor;—recha der Alchemiker.

marmore im Walachischen;—marmari im Albanischen;—maen-mynor, mynor, marmawr im Wälischen;—mein-marbre [or:meinmarbre] im Bretonischen;—marmor, marmur, marbyr im Gälischen;—marmor im Lateinischen;—marble im Englischen;—marbre im Französischen;—marmo im Italienischen;—marmol im Spanischen;—marmore im Portugiesischen;—marmor im Schwedischen und Dänischen;—marmel im Holländischen;—marmul im Alt-Hochteutschen;—marmara im Isländischen;—marmari im Norwegischen;—marm im Angelsächsischen;—marmor im Russischen und den meisten slawischen Dialecten;—mramor im Böhmischen;—marmur im Polnischen;—marbel im Krain;—marvany im Magyarischen;—marmoras im Litthauischen.

b) Die bekanntesten, wahren, aus kohlensaurem Kalk bestehenden Marmorarten der Griechen und Römer.

marmor parius, auch lychnites und lychdinus, war ein schöner weisser Stein aus dem Gneisgebirge der Insel Paros (jetzo Paris), einer der Cycladen, der von den Griechen sehr geschätzt wurde. Die alten Brüche liegen jetzo unbenutzt, die jetzigen Künstler nennen den Stein marmora graeca duro.

marm. thasios, von der Insel Thasos, jetzo Tasso, im ägäischen Meere bey Thrazien, ausserordentlich weiss, fein und schön, war ein Hauptmaterial der alten griechischen Künstler.

marm. lebsius, von der Insel Lesbos, jetzo Metellino im ägäischen Meere, dem vorigen sehr ähnlich, etwas bläulicher,

marm. pentelicus, vom Berge Penteles bey Athen, wo die grossen unterirdischen Brüche noch vorhanden sind. Der marmor graeco fino der Archäologen, ein zarter, weisser Marmor. Aus demselben bestehen viele Statuen, auch sind das Parthenon und viele Prachtgebäude daraus erbauet. Er hat öfter grüne Stellen, heisst dann Cipolino (Zwiebelmarmor).

marm. lunensis, von den Künstlern jetzo bardiglio oder bigio di Carara genannt, ist der jetzo allbekannte Marmor von Carara in Toscana (sonst Luna in Hetrurien), der durch ganz Europa verführt wird, der im alten Rom zu Statuen und Prachtbauten vorzugsweise verwendet wurde.

marm. hymettus, vom Berge gleiches Namens, ohnweit Athen, ein weisser und grauer grossschuppiger Marmor, der beym Reiben etwas stinkt, jetzo marmo cipolla der Künstler.

marm. proconensis und cyziscecum von der Insel Proconensis im Hellespont, der Stadt Cyzicus gegenüber, das heutige marmora, weiss mit grauen und blauen Adern, wurde sehr allgemein in den griechischen Städten zu Säulen und Prachtbauten verwendet, wird jetzo wenig gebrochen.

marm. ephesius, ein blendend weisser Marmor von Ephesus in Ionien (Kleinasien), vorzüglich verwendet zu dem berühmten Tempel der Diana daselbst, mit Säulen von 160' Höhe. Unterirdische, unendlich ausgedehnte Steinbrüche sind noch vorhanden.

marm. phrygius, synadicus, docimenum, δοκιμευς, ein sehr schöner weisser, auch roth- und blauadriger Marmor, von Docimeum und Synada, ohnweit Nicaea in Phrygien; die ausgedehntesten alten Brüche findet man noch jetzo bey Eski-kara-Hissar (dem alten Synada), wo Blöcke über 100' Höhe gewonnen wurden. Er ging viel nach Griechenland, später besonders nach Rom, wurde so häufig angewendet, dass im Mittelalter der Marmor überhaupt δοκιμινον genannt wurde.

marm. coralliticus, wahrscheinlich aus Phrygien, war auch sehr weiss.

marm. tyrius, von Tyrus in Syrien, war weiss, aus ihm bestehen die Tempel in Tyrus, Jerusalem, überhaupt in Syrien.

marm. caristaeus, von Karisto auf Euboea (Negroponte), war von graugrüner Farbe mit grasgrünen Adern (ein marmo cipolino der Künstler), die alten Brüche werden noch jetzo betrieben.

marm. numidicus, von Berge Maurasido in Numidien, wird gelb gewesen seyn, bildet den Giallo antico der Künstler.

marm. chius von der Insel Chios, der schwarz gefleckt ist, und der —lucullus aus Aegypten, waren schwarz, sind der nero antico der Künstler.

marm. taenarius aus Lacedaemon war schwarz, vermuthlich aber kein Marmor.

marm. oder lapis megarensis, auch porinus, λιθος κογχιτης, conchites, war nicht eigentlich politurfähiger Marmor, sondern der, an Petrefacten reiche tertiäre Kalkstein, der bey Megara, wie in vielen Gegenden Griechenlands vorkommt, sehr häufig als Baustein diente, was auch noch jetzo der Fall ist; bey den jetzigen Griechen heisst er πορος.

c. Nicht aus Kalkstein bestehende, politurfähige Gesteine, die zum Marmor gezählt wurden, und hieran sich schliessende Gebirgsarten.

1. Alabaster, alabastrites, s. Gyps.

2. Serpentin (s. oben beym Talk);—verde ranocchia der Künstler. Ist der ophites der Römer, λιθος οφιτης der Griechen, welcher Name wahrscheinlich nicht von ophis die Schlange herstammt, sondern von der Insel Ophiusa (später Tenos, jetzo Tinos), wo seit ältesten Zeiten Serpentinbrüche betrieben wurden, wie auch noch gegenwärtig; das Gestein heisst: μαρμαρον πρασιον im Neugriechischen, und es ist wohl möglich, dass es diesen Namen schon im Alt-Griechischen führte, da πρασιον in Verbindung mit andern Wörtern grüne Steine bezeichnet;—Serpent in ininniger [inniger] Verbindung mit Kalkstein, kommt in Italien mehrfach vor, wie bey Genua, der bekannte marmo della Polcevera und pietra l'Avezzara, war den Alten ohne Zweifel bekannt, wir wissen aber nicht, unter welchem Namen. Zu unserm Serpentin gehört grossentheils der gabbro der Italiener, auch der marmor de Valerano, der verde di prato u.s.w.

3. Grünporphyr, verde antico der Künstler. Eine Grundmasse von grünem, dichtem Feldstein, mit Einmengungen von Feldspath und mehr oder weniger Hornblende; ein sehr zähes Gestein, das aber häufig zu Werken der Kunst im Alterthume diente.—Der marmor lacedaemonicus und crociacus, λιθος κροκιατêς, ist ein schöner, ausgezeichneter Grünporphyr, der bey dem alten Crocos in Laconien gebrochen wurde (s. Expedition scientifique de Morée pag. 131). Der marmor augustum und tiberium wird der ägyptische Grünporphyr seyn, von dem sich mehrere Kunstwerke erhalten haben, der in Oberägypten bey Syene häufig vorkommt, die Künstler nennen ihn verde ranochia.

4. Grünstein, diabase, besteht aus Feldspath und Hornblende, wird oft feinkörnig bis zum Dichten, findet sich häufig in Oberägypten, ist der granitello verde d'Egitto, und bey feinerem Korn basalt vert oriental der Künstler. Zuweilen hat die Grünsteinmasse Trümmer von Granit und Porphyr eingemengt, das Gestein ist dann bekannt als Breccia d'Egitto. Viele ägyptische Kunstwerke bestehen aus diesen Gesteinen; wir kennen den speciellen Namen im Alterthume nicht; wahrscheinlich wurde sie wohl zu dem basanites gerechnet.

5. Hornblendgestein; melampyre, amphibolite, aphanit im Französischen; basalte nero der Künstler und Archäologen. Ist ein dunkelgrünes, fast schwarzes Gestein aus vorwaltender Hornblende, der mehr oder weniger schwarzer Glimmer, Feldspath und Quarz beygemengt seyn kann, bildet mit ähnlichen Trappgesteinen, besonders in Aegypten mächtige Einlagerungen im granitischen Gebirge. Es ist ein höchst zähes, ungemein schwer zu bearbeitendes Gestein; gleichwohl verarbeiteten es vorzugsweise die Aegypter zu Statuen und andern Kunstwerken.—Wenn sich in die ziemlich reine Hornblendmasse viel Feldspath einmengt, gehet das Gestein in Grünstein, und wenn Glimmer dazu tritt, in Syenit über, der dem Granite verwandt ist, welchem aber eigentlich die Hornblende fehlt. Um Syene im Nilthale bilden rother Granit und Syenit grosse Gebirgszüge, ihnen zur Seite stehen Felsen von dunkelm Ansehn, reich an Hornblende, in denen bedeutende Lager von rabenschwarzer, harter, zäher Hornblende vorkommen. Diese war der

λιθος βασανιτος der Griechen, der basanites der Römer, welcher Name mehrfach erwähnt wird. Nur einmal in der alten Litteratur, bey Plin. 36. 11. kommt das Wort basaltes vor, aber bey Vergleichung der hierher gehörigen Stellen kann man nicht im geringsten zweifeln, dass der Name basaltes bloss durch einen Schreibfehler für basanites stehet. Den Namen basaltes kannte das Alterthum gewiss gar nicht. Den fehlerhaften Namen basaltes übertrug Georg Agricola (der die neuere Mineralogie begründete) auf unsern Basalt, der von dem basanites der Alten wesentlich verschieden ist, in Aegypten gar nicht vorkommt. Aus dem Basanit (basalte nero) wurden Statuen, auch sehr grosse gefertiget, wozu unser Basalt gar nicht geeignet ist.

Der λιθος μελανος, oder der schwarze äthiopische Stein der Griechen und Römer, wurde unterschieden von dem basanites und von dem bunten äthiopischen Stein, unserm Syenit. Man wendete ihn an zu Reibsteinen, besonders zu Platten, mit denen auch der untere Theil der sogenannten dritten Pyramide belegt war. Diese Platten sind zum Theil noch vorhanden, bestehen meist aus Granit, theils aus dunkler Hornblende mit Quarz (s. v. Moll's Annalen I. v.J. 1802, Pag. 165), welches Gestein sich ganz wohl zu Reibsteinen eignet.

6. Granit, Syenit. Das körnige Gemenge von Feldspath, Quarz und Glimmer oder Hornblende, nannte man sonst Syenites, später Granit; Werner unterschied von dem eigentlichen Granit, der Glimmer (und keine Hornblende) führt, den Syenit, der Hornblende (und keinen Glimmer) enthält, aber in der Natur gehen beide Gesteinarten ohne Abschnitt oft in einander über, und da der Glimmer oft auch schwarz ist, sieht er der Hornblende sehr ähnlich. Je nachdem grauer Quarz, rother Feldspath, schwarzer Glimmer oder Hornblende, mehr vorwaltend wird, erhält das Gestein ein anderes Ansehen; die italienischen Künstler unterscheiden granito rosso,—bigio und—nero, der viel schwarzen Glimmer oder dunkle Hornblende enthält, und indem diese vorwaltender wird, bildet sich der Uebergang in den basalte nero. Die Uebergänge von Granit, Syenit, Grünstein, Hornblendgestein in einander sind sehr häufig in Oberägypten und Aethiopien. Das granitische Gestein nimmt eine sehr schöne Politur an, aber wegen seiner Härte sind Kunstwerke daraus in der neuern Zeit höchst selten, im Alterthume, besonders in Aegypten, waren sie äusserst häufig, zum Theil höchst colossal, wie z.B. die Obelisken, auch die Grösse der Steinbrüche setzt uns in Erstaunen.

syenites der Griechen und Römer war der ägyptische Granit und Syenit, der Name ist ein ägyptischer, hängt zusammen mit der Stadt Syene in der Thebaide, wo die wichtigsten Brüche waren. Nach Plin. 36. 13 trug das Gestein auch den griechischen Namen pyropaecilon, Herodot II. 137 bezeichnet es als bunten äthiopischen Stein. Diess Gestein, aus dem die Obelisken bestehen, kennen wir sehr gut, es ist ein wahrer Granit aus vorwaltendem rothem Feldspath, grauem Quarz und etwas schwarzem Glimmer, doch kommt wirklicher Syenit, mit viel Hornblende, auch im dortigen Gebirge vor.

Der Name Granit, mit dem man fälschlicherweise den syenites der Alten bezeichnet, stammt aus neuerer Zeit, hängt wohl mit granosus zusammen, wie man den Stein seines körnigen Gefüges wegen genannt haben mag; im mittelalterlichen Latein wird ein marmor granitum, quasi granis conspersum erwähnt. In der alten Bergwerkssprache heisst grintstein ein schlechter Stein, der aus verschiedenen Materien bestehet, woraus vielleicht Granit geworden seyn kann.

Der Name Granit ist in die wissenschaftliche Sprache der Völker übergegangen, übrigens heisst er: bato betul im Malaiischen;—λυβικος oder νουμικος λιθος im Neugriechischen;—graberg im Schwedischen;—schpatowoi dekoi kamene im Russischen;—zula im Böhmischen.

7. Gneiss, Gneus, dem Granit geognostisch sehr verwandt, ebenfalls aus Quarz, Glimmer und Feldspath bestehend, aber in fasrigem halbschiefrigem Gefüge, der keine Politur annimmt, im Alterthume nicht beachtet seyn mag. Der Name ist neuern, aber unbekannten Ursprunges; der Bergmann in Böhmen und Sachsen braucht häufig die Worte: Kneis, Geneis, Ginest, Gniest, Kniest, Knaust für hartes Gestein, auch gneisig für fest; sie mögen wohl slawischen Ursprunges seyn. Im Böhmischen heisst er übrigens rula, im Schwedischen mark groesten.

8. Porphyr. Porphyrartig nennen wir ein Gestein, wenn es aus einer vorherrschenden Grundmasse bestehet, in der krystallinische Mineralien eingemengt sind. Bey dem eigentlichen Porphyr bestehet die Grundmasse aus Feldstein, in welchem Feldspath, Quarz, etwas Glimmer oder Hornblende liegen. Am gewöhnlichsten ist das Gestein roth, zeigt sich aber auch grün oder schwarz. Das Gestein ist, besonders in manchen Abänderungen, sehr politurfähig; das Alterthum verarbeitete besonders den ägyptischen (aus den grossen Brüchen zwischen Berenice und Coptos, in dem mons porphyrites, jetzo Dschebel dochan, wo die ausgedehntesten Steinbrüche noch vorhanden sind). Jetzo sind grosse Schleifereien in Elfdalen (Schweden) und im Altai. Dieser, wie der antike Porphyr (porfido rosso der Künstler), hat eine bräunlich rothe Grundmasse, in welcher kleine röthliche Krystalle von Feldspath (Albit), von Glimmer oder Hornblende, auch wohl kleine Flitterchen von Eisenglanz, selten Quarzkörner liegen.

Es ist diess der πορφυριτης, porphyrites der Griechen und Römer (der den Namen von πορφυρα, die Purpurfarbe, hat), der auch leptosephos oder leucostinctus hiess. Der Name Porphyr ist in die wissenschaftliche Sprache aller Völker übergegangen. Im Türkischen heisst er sumaki oder sumaki mermer.

Anhangsweise mögen hier noch ein Paar ägyptische Gesteine erwähnt werden, die zwar nicht politurfähig sind, aber im Alterthume erwähnt werden.

λιθος τροικον, lapis troicus ist der in Unterägypten verbreitete, zur Kreideformation gehörige Nummulitenkalk, reich an Petrefacten, besonders Nummuliten, die man im Alterthume, wegen ihrer Form mit Linsen verglich, wie Strabo und Plinius erwähnen. Dieser Kalkstein lieferte das Hauptmaterial zu den Pyramiden und andern grossen Bauwerken. Der λιθος πορος, den Theophrast §. 15 erwähnt, mag auch hierher gehören.

Der lapis thebaicus, auch psarronium ist der, durch die Thebaide, über Aegypten, Abessinien, Syrien u.s.w. verbreitete Flötzsandstein, der hier mächtige Felsgebilde darstellt, auch zur Kreideformation gehören wird. Er ist meist ziemlich feinkörnig, manche Schichten sind grobkörnig und ausserordentlich fest (breche silicieuse); manche sind grobe Breccien, die zuweilen eine grüne Farbe haben (breccia verde d'Egitto). In diesem Sandstein liegen die Grabkammern der Aegypter, zuweilen ganze unterirdische Paläste, aus demselben bestehen die meisten grossen Bauwerke und Monolithen.

E. Kreide.

Ist ein weisser, erdiger, lockerer, schreibender Kalkstein; dient als Poliermittel, vorzugsweise als Farbe; besonders fein präparirt heisst sie: blanc d'Espagne, blanc de Bougival. Geognostisch bedeutet das Wort die, zur Kreideformation gehörigen Flötze, meist harter Kalk- und Sandstein.

kin im Chinesischen (ist auch Thon);—sadagara (weisse Erde) im Tibetanischen;—dhavalamrittika (weisse Erde), aus khati im Sanscrit;—khatika, khadimati im Bengalischen;—simie-chunamboo im Hindu.

kavidsch im Armenischen;—law, akuan, chack im Persischen;—hawwara, debesur im Arabischen;—tebaschyr im Türkischen;—maret tzaoda im Abessinischen.

criadh, cailc im Gälschen;—creye, cleiz im Bretonischen;—marm im Wälschen;—krida, creta im Walachischen.

κριθη, λευκογεα (weisse Erde), λευκογραφις im Griechischen; κρηδα, ασπροχωμα im Neugriechischen;—creta argentaria, auch -eretria, -melia, -selinusia, pnigitis und paraelonium im Lateinischen;—kreta im Magyarischen;—krita im Schwedischen;—kryt im Isländischen und Holländischen;—kridt im Dänischen;—kride im Plattteutschen;—kryda im Polnischen, Czechischen, Windischen, Slowakischen;—krayda in Coatien, Krain u.s.w.;—krihte im Lettischen;—creta im Italienischen;—greda im Spanischen und Portugiesischen;—craie im Französischen;—chak im Englischen.

clera im Baskischen;—mehl im Russischen;—parmi in der Zigeunersprache.

F. Stinkstein.

Ein meist bituminöser Kalkstein, der gerieben stinkt.

Man kannte im Alterthume diese Eigenschaft mancher Kalksteine ganz wohl, besondere Namen dafür finde ich nicht erwähnt.

lapis suillus im neuem Latein;—pierre de porc,—puante,—fetide im Französischen;—fötid stone, stinkstone im Englischen;—pietra fetida im Italienischen;—wonjutschü kamenj im Russischen;—bar puturos im Walachischen;—orsten im Schwedischen.

G. Kalktuff, Tuffkalk.

Ein kalkiger Absatz von Gewässern, theils grob, dann oft röhrenförmig von incrustirten Gewächsen (Osteocolla, Beinbruch u.s.w. genannt), theils auch feinkörnig, selbst politurfähig, dann von den Antiquaren meist alabastre Orientale genannt. Dient häufig als Baustein. Manche Gewässer setzen sehr viel und rasch Kalktuff ab, so der Anio oder Teveron bey Tivoli (dem alten Tibur) ohnweit Rom, und einige Gewässer in Persien.