choüe-ty-che im Chinesischen;—oufouhon-ouche im Mandschu;—bato-ajehr im Malaiischen.
balghami im Persischen ist der berühmte schöne Tuffkalk von Schiramin, olmweit Tabritz in Persien, der zum Theil in dünnen Blättern bricht, höchst durchscheinend ist, eine vortreffliche Politur annimmt, sehr allgemein als Marmor angewendet wird, den aber die Antiquare Alabaster nennen.
ajag tasch im Türkischen;—hirsemm im Arabischen, rokham alabiad ist der erwähnte persische Kalktuff.
πωρος, πωρινος λιθος, gehört zum Theil hierher, ist ein leichter, aber fester Kalktuff, der häufig, auch bey dem olympischen und delphischen Tempel als Baustein angewendet wurde, daher auch porus, porus lapis bey den Römern.
lapis tiburtinus der Römer, ist der travertino der jetzigen Italiener, der Tuffkalk des Anio, auf dem vorzüglich ohnweit Tivoli (dem alten Tibur) sehr grosse Brüche stets umgingen. Er diente zu allen Zeiten als ein wichtiges Material für die Prachtgebäude von Rom, wurde schon in den allerältesten Zeiten angewendet, da die uralten Ruinen von Pestum daraus bestehen. Den Kalkbrennern diente er als lapis albus; zur Tünche brauchte man besonders den fistulosus, der voll Röhren ist.—tofus, tophus bezeichnete lockere Gesteine, theils Tuffkalk, theils vulkanisehen, etwas verhärteten Tuff (jetzo peperino).
tufus, tophus im Mittelalter;—bartuf im Walachischen;—tuf im Bretonischen;—rusg, comhdach im Gälschen, sind die kalkigen Incrustationen;—tufa im Portugiesischen;—toba, piedra tosca im Spanischen;—tuf, tufeau im Französischen;—tuff, duckstein im Teutschen;—duifsteen im Holländischen;—ducksten, vattensten im Schwedischen;—tof, dziar im Polnischen.
travertino im Italienischen, zu dem auch gehört der pietra forte, tartari, osteocolla, confetti de Tivoli;—hassock im Englischen heisst auch Tuffkalk.
zemnity im Czechischen;—mesz rosda im Magyarischen.
H. Tropfstein, Sinter, Kalksinter.
Ein Kalkstein, der sich in den Höhlen bildet aus sickernden Wassertropfen, besonders in Zapfen, die theils nach unten, theils nach oben wachsen, die man sonst als Stalactiten und Stalagmiten hiernach unterschied. Zuweilen bildet er ein Gewebe von feinen, glänzenden Fäden, heisst dann Eisenblüth (weil diese meist in Eisenbergwerken gefunden werden), jernblom im Schwedischen, flores ferri. Bey den Autoren wird zwar der Tropfstein mehrfach erwähnt, aber ohne besondern Namen.
chy-tschoung-sju und tsing-tsuen-chy im Chinesischen.
stalagtites, stalagmites im neuern Latein, von stalagma, σταλαγμος der Tropfen, also Tropfstein im Teutschen, welches Wort wieder zusammenhängen wird mit driog, der Tropfen, im Gälischen;—stalactide im Französischen;—stalactiti, stalagmiti im Italienischen;—dropsteen, leckstein im Holländischen, Schwedischen, Dänischen;—sopleniec (von sopel der Zapfen) im Polnischen;—lodowiec (von lod das Eis), topienec, naciec im Czechischen, auch wapenek krapnikowity.
I. Roggenstein, Oolit, Erbsenstein.
Ein dichter, oft mergliger Kalkstein von körniger Form, theils feinkörnig, dem Fischroggen ähnlich, theils grosskörnig, wie die Erbsen.
Der Hammitis der Römer wird hierher gehören, von dem Plin. 37. 60 erwähnt: er sey dem Fischroggen ähnlich.
pisolithus im neuern Latein;—pisolite, oolite im Französischen;—oolit, roesstone im Englischen;—rämsten im Schwedischen;—borsokö, ikrakö im Magyarischen.
K. Faserkalk.
Ein Kalkstein von fasrigem Gefüge, zuweilen sehr fein, und Politur annehmend; er wird dann convex geschliffen, hat ein Schillern wie Faserkiesel (Katzenauge) und Fasergyps, heisst dann wohl Atlasspath.
tsing-tsuen-chy;—choui-tshong-pe-chy im Chinesischen.
Beachtete man das Gestein im Oriente und Alterthume, so wird man es wahrscheinlich zum Katzenauge gerechnet haben.
satin spar im Englischen;—chanx fibreuse im Französischen.
shilnowaloi iswestnoi kamen im Russischen;—weglan wapna wtoknisty im Polnischen;—wlaknowity im Czechischen;—bar fibros im Walachischen.
L. Kalkspath, Arragonit.
Ausgezeichnet durch spathige Struktur und Krystallform, aber ohne technische Anwendung. Der vollkommen durchsichtige Kalkspath, der besonders ausgezeichnet in Island vorkommt, hat die Eigentümlichkeit, dass er vollkommner und stärker als die andern Mineralien, beym Durchsehen nach gewissen Richtungen die Gegenstände verdoppelt, heisst daher Doppelspath, Isländischer Spath, dubbelsten im Schwedischen, welche Eigenschaft zuerst Erasmus Bartholini 1670 beachtete.
Dem Kalkspathe sehr verwandt ist der Braunspath (chaux carbonté magnesifère), der Talkerde enthält, und der Arragonit, der Strontianerde enthält, 1788 von Werner und Klaproth bekannt wurde, in welchem erst Stromeyer 1812 die Strontianerde nachwies.
Der Name Spath bedeutet bey uns blättriges Gefüge, mit dem aber sehr häufig Krystallform verbunden ist; er ist spath im Französischen, Schwedischen, Dänischen;—spar im Englischen;—espato im Spanischen und Portugiesischen;—schpat im Russischen;—szpat im Polnischen, welche Worte zunächst zusammenhängen mögen mit ysparth im Wälschen, theilen, spalten, entfernter mit spatika im Sanscrit, d.i. Krystall.
Die krystallinischen Fossilien der Kalkreihe, als Kalk-, Gyps-, Flussspath und andere, unterschied man früher nicht gehörig, konnte es auch kaum, da chemische Analysen fehlten, man begriff sie im Allgemeinen unter Spath und unter den fluoribus, wie Agricola, Boetius de Boot u.s.w.; erst seit Cronstedt (1758) wurde der Kalkspath näher fixirt. Nach der Form bekam er besondere Namen, als Schweinszahn, Nagelkopf, Hahnenkamm und viele andere.
Mit welchem Namen man ihn im classischen Alterthume bezeichnete, ist unbekannt, die von Plinius erwähnten: pangonius, ceponius, leucochrysos, melichrysos u.s.w. können hierher gehören.
Die Orientalen werden ihn unter den Namen für Krystall begriffen haben (s. diesen).—
spath culcaire im Französischen;—lime spar im Englischen;—meszkovalz im Magyarischen;—wapanec, uhlan wapnicity im Czechischen;—weglan wapna blaskowy im Polnischen.
§. 5. Flussspath-Gruppe.
Flusssaurer Kalk, theils derb, meist krystallisirt. Die Krystalle, meist ziemlich durchsichtig, sind verschieden, oft schön gefärbt, grün, gelb, roth, blau, daher man sie früher als falschen, unächten Smaragd, Amethyst, Sapphir u.s.w. bezeichnete, auch Topasfluss, Smaragdfluss u.s.w. nannte (fausse emeraude,—amethyste u.s.w. emeraudes morillon;—fluor viridis,—caeruleus u.s.w.). Der Androdamas von Agricola (1550) und Scheuchzer (1718) war in Würfeln krystallisirter Flussspath. Die Krystalle, als solche, können ihrer wenigen Härte wegen nicht zu Schmucksteinen angewendet werden, aber Flussspath kommt auch in grossen, hübsch gefärbten krystallinischen Massen vor, solche werden vorzüglich in England (in Derbishire und Buxton seit 1765) zu Gefässen, Vasen und dergleichen verarbeitet, die sich ganz hübsch ausnehmen, aber nur in geringem Werthe stehen. Auch im alten Aegypten hatte man schon Gefässe von Flussspath, von denen einige auf uns gekommen sind.
Manche Abänderungen phosphoresciren (d.h. eine Zeitlang dem Sonnenlichte ausgesetzt, leuchten sie im Dunkeln) von allen Mineralien am stärksten, diese kommen jetzo besonders und am schönsten in Siberien vor, heissen Chlorophan (früher spathum lucens, spath phosphorique). Diese Eigenschaft war schon dem Alterthume bekannt, und der pazon, topazion der Alten wird ein solcher Chlorophan von der ägyptischen Insel ophiodes gewesen seyn, woher unser Name Topas stammt. Die Phosphorescenz des Flussspathes überhaupt, in der neuern Zeit wird von Beckmann 1676 entdeckt seyn, er hiess daher auch phosphorus smaragdinus, hesperus, vesperugo.
Der krystallisirte und derbe (der ganze Felsmassen bildet) ist sehr leichtflüssig, wesshalb man ihn häufig beym Schmelzen des Eisens, Kupfers, als Flussmittel (flux, fondant, erbue, castine im Französischen) zusetzt, während man anderntheils hierzu auch Kalk, Thon—herbue—u.s.w. anwendet); desshalb bezeichnet ihn der teutsche Bergmann als Flösse, woher er lateinisch fluor, fluores genannt wurde; dieser Name ging in die Mineralogie über, und die Gattung fluores begriff, wie der basaltes, sehr verschiedene Gesteine. Als Scheele 1771 den Flussspath zerlegte, und die Flusssäure zuerst darstellte, wurde die Gattung speciell fixirt. Praktisch kannte man die Flusssäure bereits früher; schon Schwanhard 1670 ätzte damit auf Glas, und 1725 wurde bekannt: dass man dieses Aetzwasser aus böhmischem Smaragd oder Hesborus bereite.
tse-chy-yng im Chinesischen, ist blauer Flussspath; lou-fou-chy ist grüner.
παζιον, τοπαζιον der Griechen, von gelber und grüner Farbe, welcher, der Sonne ausgesetzt, stark im Dunkeln leuchtet, massig und glasähnlich auf der ägyptischen Insel Ophiodes vorkam, war gewiss ein Chlorophan oder Flussspath.
topazius der Römer, von theils goldgelber, theils grüner Farbe, daher unterschied man mehrere Arten: a) prasoides den grünen (von πρασον Lauch, πρασινος lauchgrün), b) den chrysopteros wohl goldgelb; hierher dürfte gehören c) der chrysoprasius (wohl verschieden von chrysoprasus, eine Art Beryll), der gelbgrün war, und in grossen Stücken brach, wie d) der chrysopastus und chrysolampes, auch wohl der chrysolithus der Römer und Griechen (s. oben unter Chrysolith), chryselectrum und xanthus. Zu den phosphorescierenden Steinen dürfte auch wohl die Ceraunia gehört haben.—belur (d.i. Krystall) und seberget. (d.i. wahrscheinlich Chrysolith) nennen die jetzigen Einwohner von Aegypten den Stein der Insel topaze, welcher unser Flussspath seyn wird.
paz im Hebräischen, und tuphasjon im Syrischen, wird mi [mit] παζιον und τοπαζιον im Griechischen zusammenhängen.
ssila im Persischen, heisst jetzo (nach Ebersmann Reise nach Buchara 1823 Pag. 74) auf dem Edelsteinmarkte von Buchara, der ungeschliffene Flussspath, finussa der geschliffene, der mit Lasurstein ans Badakschan kommt.
fzazejon im Aethiopischen, wird mit äthiopischem Topas übersetzt, so auch Warawere (von warek das Gold) und tankar (von tankara das Gold im Abessinischen);—zahebem wareke ist im Amharischen ein Stein von Goldfarbe mit Topas übersetzt; wohin diese Steine gehören, muss ganz dahin gestellt bleiben.
Als man in der neuern Zeit gelbe Edelsteine (besonders unsern Topas in Sachsen) kennen lernte, suchte man nach einem etwa passenden Namen im Alterthume, nannte sie erst Chrysolithe, dann Topase, wendete freilich, wie so häufig, fälschlich den alten Namen auf den neuen Stein an.
Der practische Bergmann benutzte als gutes Flussmittel ein Gestein, das er daher Flösse, Flüsse nannte, bey dem oft hübsche gefärbte Krystalle einbrachen, die man Flussspath nannte; im Lateinischen fluores, die Agricola (im Bermannus 1546) als eigne Gattung heraus hob und deutlich charakterisirt, und die Mineralogen der spätem Zeit setzten in die Gatten der Flüsse oder Fluores vielerley ähnliche Gesteine.
fluor in England, auch fusible spath, sparry fluor, der Bergmann nennt ihn sugary spar (wohl Zuckerspath), in Cornwall auch kand. In Derbishire kommt er häufig und schön gefärbt vor, wird zu Gefässen verarbeitet, heisst bey den Arbeitern blue John, blueston, im gemeinen Leben Derbystone.
fluor im Französischen, auch spath fluor, flux, spath vitreux und —phosphorique; der Hüttenmann nennt ihn castine, auch erbue, wenn er als Zuschlag, d.i. Flussmittel dient.
fluor, espato fluor, espalto im Spanischen, auch castina, was überhaupt Zuschlag, oder Flussmittel ist;—fluor im Portugiesischen;—fluor, spato fluore im Italienischen.
flusspath im Schwedischen, auch oakte rubin, sapphir fluss u.s.w.;—flussjord im Dänischen.
plawik, plawnik im Russischen, topidlo rozdopidlo ist das Flussmittel beym Schmelzen; der Chlorophan heisst: isum-rudistoi [or: isumrudistoi] kamenj;—kaziwil im Czechischen;—szpat im Polnischen, auch roztop (das Flussmittel beym Schmelzen).
folyo im Magyarischen;—folyo kovacs ist Flussspath.
§. 6. Phosphorsaurer Kalk.
Der Apatit ist den Gemmen verwandt, krystallisirt, schön, meist grün, auch blau gefärbt, nimmt Politur an, wird wohl zu Schmucksteinen geschliffen, wurde früher meist Chrysolith genannt (Chrysolithe ordinaire von Romé de l'Isle); er ist weich, phosphoresciert stark, wie der Flussspath, bestehet aus phosphorsaurem Kalk, findet sich in Sachsen, Spanien, hat seinen Namen durch Werner erhalten, der ihn aus dem griechischen Worte απαταω (decipio) bildete, ihn als eigne Gattung (1788) fixirte, die in demselben Jahre von Klaproth chemisch festgestellt wurde. Eine Art hiess früher Spargelstein und Moroxit, die unkrystallisirte Art ist der Phosphorit, in welchem Proust 1788 die phosphorsaure Kalkerde nachwies.
Dem Alterthume kann der Apatit, vorzüglich der spanische, wohl bekannt gewesen seyn, wir wissen aber nicht, unter welchem Namen, vielleicht wurde er zu prasoides u.s.w. gerechnet.
apalite, chaux phosphatée im Französischen;—apalit, phosphate of lime im Englischen, ähnlich in der wissenschaftlichen Sprache aller Zungen.
§. 7. Gyps oder schwefelsaurer Kalk.
Der Gyps ist zu allen Zeiten bekannt gewesen und angewendet worden, dass es aber Schwefelsäure ist, die ihn characterisirt, hat erst die neuere Chemie ermittelt. Der gewöhnliche Gyps ist ein wasserhaltiger, schwefelsaurer Kalk; der sehr häufig vorkommende wasserfreie heisst anhydrit, der einen etwas andern Charakter trägt; zu diesem gehört der marmo bardiglio di Bergamo der Künstler, welche Abänderung von den Mineralogen lange als Vulpinit bezeichnet wurde.
A. Gyps im Allgemeinen und der gemeine dichte Gypsstein.
Er ist unkrystallisirt, kommt in ganzen Bergmassen vor, gebrannt wird er mit Wasser plastisch, erhärtet dann bald, wird zu Fussboden, Stuckatur-Verzierungen, Bildwerken, auch als Düngmittel verwendet.
altschi, alci im Türkischen;—gadsch, gidg, pur im Armenischen, prel ist begypsen;—ghiez im Kurdischen.
dschibs, tschesspin, giaru im Persischen, dschespiden ist gypsen;—giebsin, gyss, giaess, cepsin, auch ciared, kaermed, scharuk im Arabischen; gabbasch ist Gypsofen;—gebsus im Abessinischen;—gubassus im Syrischen;—gubsin, gubsis, guphis im Chaldäischen.
gipsu, ipsos im Walachischen;—altsi (aus dem Türkischen) im Albanischen;—gyp im Bretonischen;—aol geal im Gälischen;—γυψον, γυπος, σκιρος, λατυπη (beide Worte haben keinen Anklang in den andern Sprachen) im Griechischen und Neugriechischen;—gyps, plaisterstone, parget im Englischen;—gypse im Französischen, platre ist der gemeine dichte Gyps (wird zusammenhängen mit Glas, plas im Keltischen—weiss, blass und tre Stein);—gesso im Portugiesischen;—yeso, yezgo im Spanischen;—yesso im Italienischen;—gips im Schwedischen, Dänischen.
ghipse im Russischen;—gips, siarczan wapna im Polnischen;—sadra, sadrowec, siran wapnicily im Czechischen, wodnaty ist der dichte Gyps;—ges, kamen bjeli in Bosnien;—bjelokan im Ragusanischen;—sirgu akmins im Lettischen.
maz, gipsz, gyantakö im Magyarischen;—gybs im Maltesischen.
hvit im Isländischen;—spaerstan, spaeran im Angelsächsischen.
B. Der gebrannte Gyps—Sparkalk—und der Gypsmörtel.
Er wurde auch im Alterthume vielfach angewendet, zum Estrich (pavimentum), zu Figuren, Modellen, Stuckaturarbeit (sigilla aedificiorum, coronae u.s.w.), welche unter der caelatura begriffen wurden.
ajend im Türkischen;—gief, auch ajende im Arabischen, sywa balzighy ist auch Gyps;—γυψον der Griechen;—gypsum der Römer;—πασαλειφαρ im Mittelalter;—aol, phlasd im Gälischen.
parget im Englischen; pleister ist der Mörtel von Gyps und Kalk;—pleister im Holländischen;—yesso mate im Spanischen;—stucco im Italienischen.
Sparkalk im gemeinen Teutsch, wird aus dem Angelsächsischen herkommen, wo der Gyps Spaerstein, das Marienglas spaerglass heisst, was mit lapis specularis zusammenhängen wird.
C. Alabaster.
Der Alabaster ist ein weisser auch hübsch gefärbter dichter Gyps oder Anhydrit (wasserloser Gyps, bardiglione im Italienischen), zum Theil durchscheinend, der stets viel zu Kunstwerken verarbeitet, im Alterthume unter die Marmorarten gezählt wurde. Was aber die italienischen Künstler und Archäologen jetzo orientalischen Alabaster nennen, ist meist ein schöner dichter Tuffkalk. Aegypten lieferte besonders schönen Alabaster; es sind Sarcophage auf uns gekommen, deren Gestein fast durchsichtig ist, und einen Silberklang giebt.
rdo-manyina, auch ka-ma-ru (d.i. weicher Stein) im Tibetanischen;—pualam im Malaiischen (ist auch Marmor);—obesiksak im Grönländischen (ist auch Marmor);—su mermer im Türkischen;—aghabast im Armenischen.
peka im Aethiopischen (ist auch weisser Stein);—schatiphto, schotiphjotho, dagugitho, bistho im Syrischen, was sowohl Alabaster, als eine Salbenbüchse bedeutet.
al-bassrah (d.i. weisser Stein), auch su mermeri im Arabischen; ballat ist ein dem Marmor ähnlicher, aber weicherer Stein, dschodsdsam ist der Name eines weichen Steines, lachfat ein dünner weicher Stein, ob aber diese Steine zum Gyps gehören, muss ganz dahin gestellt bleiben;—rokham alabid wird mit orientalischer Alabaster übersetzt, wird aber wohl der persische, alabaster-ähnliche Tuffkalk seyn.
unch, uncha im Chaldäischen;—ount in der ägyptischen Hieroglyphensprache;—ount im Koptischen, ist eigentlich Onyx, wird auch mit Marmor übersetzt, kann auch den mehrfarbigen Alabaster bezeichnet haben.
ονυξ im Griechischen, ist unser Onyx, aber auch der mehrfarbige Alabaster (s. oben bey Onyx);—auch, besonders in der spätern Zeit, αλαβαστρος (was auch Salbengefäss bedeutet), αλαβαστριτης. Ob dieser Name von der Stadt Alabastron in der Thebaide herstammt, oder (wie vielleicht wahrscheinlicher) vom semitischen al bassrah, muss ich dahin gestellt seyn lassen, immer wird er semitischen Ursprunges seyn, wie auch Plinius 37. 18 bemerkt.
αλαβαστρον im Neugriechischen.
alabastrites der Römer, der vorzüglich zu Salbenbüchsen, auch zu Säulen verwendet wurde, auch χερτριτης, chermites, der zu Sarcophagen diente; ein sehr durchscheinender Alabaster, wird der phengites gewesen seyn, aus dem kleine Tempel und Hallen construirt wurden, der aus Cappadocien in Kleinasien kam.
clach-eiting im Gälschen (vielleicht von eith das Eis);—alabastro im Bretonischen (wohl aus dem Lateinischen).
alabatre im Französischen;—alabastro im Spanischen, Italienischen und Portugiesischen, wo effingites ein durchscheinender Stein ist, der hierher gehören wird;—alabast im Holländischen und Dänischen;—alabastursteiern im Isländischen;—alabastr im Englischen, Polnischen, Czechischen (hier auch sadrowec zrnaty) und Windischen;—alabastri kiwwi im Esthnischen;—alabastron-kö im Magyarischen.
D. Gypsspath, Marienglas.
Der Gyps erscheint häufig in Krystallen; diese sowohl, als grosse krystallinische Massen sind sehr ausgezeichnet spätig, oft sehr gross und dünnblättrig, liefern grosse, sehr dünne, ganz durchsichtige Blätter, die hierin dem grossblättrigen Glimmer sehr ähnlich sind, welcher aber derartig fast nur in Russland vorkommt, daher man ihn russisches Glas nennt, den Gyps im gemeinen Leben als Fraueneis bezeichnet. Da man die Heiligenbilder sonst häufig mit Fraueneis oder mit Glimmer bedeckte, so nennt man beide,—meist aber ersteres—Marienglas. Wie den Glimmer braucht man auch zuweilen das Fraueneis als Glas, was aber hierzu weniger geeignet ist. In den Apotheken nannte man früher das Fraueneis: alumen scagliclae oder scagliosum.
pe-ky-chy, huen-tsing-chy im Chinesischen;—keblekajak im Grönländischen (wie auch das russische Glas heisst);—hajelakhar im Armenischen;—büsakil-kaemer im Türkischen;—batzeka im Aethiopischen, selenites oder lapis albus splendens Arabiae kann hierher gehören;—ajarisum im Arabischen ist lapis specularis; locats oder lucats ist lapis resplendens in gypso, also Gypsspath; die arabischen Aerzte übersetzen selenites mit bozak lkamari und πετροσελινον mit batrasalijun.
λιθος σπεκλαρου der Griechen. Herodot III. 17. erwähnt: die äthiopischen Völker stellen ihre einbalsamirten Leichen unter ein Gehäuse von ὑαλος (Glas), das man bey ihnen in Menge und sehr schön gräbt;—dieses hyalos (Glas) wird wahrscheinlich Fraueneis gewesen seyn, doch war diess wohl nicht der wissenschaftliche Name.
lapis specularis der Römer, aber nur die weisse Art gehört hierher, die schwarze wird russisches Glas gewesen seyn; selenites war Fasergyps;—lapis specularis im Mittelalter, auch lapis arabicus, auch gypsum, den man auch zu Fenstern brauchte.
pierre speculaire, selenite im Französischen;—piedra espejuelo im Spanischen;—scajola, selenite im Italienischen;—selenite, spar, icing glas im Englischen;—spegelsten, selenit, gyps cristaller im Schwedischen;—spar, sperglas, unser frawn Eyss im Altteutschen;—ipsos spat im Walachischen.
selenit im Russischen;—sklo kamienne im Polnischen;—satrowec lupenaty im Böhmischen;—tükörkö im Magyarischen.
E. Strahl- und Fasergyps.
Der Gyps erscheint häufig ausgezeichnet strahlig und fasrig; der Fasergyps ist zuweilen so fein und hart, dass er zu Schmuckgegenständen, vorzüglich zu grossen Perlen für Halsbänder u.s.w. verarbeitet wird, die einen eigenthümlichen, schönen, wandelnden Lichtschein geben, wie das Katzenauge (Faserquarz), solche Sachen werden viel in China, auch in England gemacht. Dieses ausgezeichnete Schillern scheint im Alterthume vorzüglich die Aufmerksamkeit erweckt zu haben.
chy-kao, dshugan im Chinesischen.
hagiar alchamar im Arabischen, kann hierher gehören;—aphrus lainum im Syrischen, übersetzt mit talcum lapis ist offenbar das αφροσσεληνος der Griechen, welche ihr Wort wahrscheinlich aus der semitischen Sprache entlehnten.
σελενιτης, αφροσεληνος der Griechen; Dioscorides sagt: er stellt das Bild des Mondes dar (schillert), ist weiss, durchscheinend, leicht, wird in Arabien gefunden. Galen sagt: der aphroselenites kommt aus Aegypten; göttlicher Thau in die Helligkeit des Mondes gesetzt, coagulirt sich zu diesem Stein, der dem Specularstein ähnlich ist, daher auch der Name.
selenites, aphroselenites der Römer. Der Name selenites ging in das neuere Latein über, womit man den Gypsspath, auch die ganze Gattung Gyps bezeichnete, kam so auch in die neuern Sprachen.
fibrous gyps im Englischen;—gypse fibreux im Französischen;—stralgips im Schwedischen;—gyantokö szalas im Magyarischen;—sadrowec wlaknowity im Czechischen.
§. 8. Baryt-Gruppe.
A. Schwefelsaurer Baryt, Schwerspath.
Der schwefelsaure Baryt ist ein häufiges Fossil in den Erzgängen, es zeichnet sich aus durch grosse Schwere, blättrige Structur und schöne Krystalle, die aber nicht geschliffen werden können, auch giebt es derbe, strahlige, fasrige und körnige Abänderungen. Der teutsche Bergmann kannte das Fossil stets, nannte es schwerer Spath, bey den Mineralogen hiess es gypsum ponderosum, marmor metallicum. Da fand der Chemiker Bergmann (um 1780), dass dieses Gestein eine eigenthümliche Erde enthalte, die er Baryt (von βαρος, schwer) nannte, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache aller Völker überging.
Aller Schwerspath phosphorescirt, leuchtet, wenn er erhitzt wird, in besonders hohem Grade ist diess der Fall bey Schwerspathknollen, die sich bey Bologna im Thon finden, was 1630 durch Vincent Cascarialo gefunden wurde; seit der Zeit kennt man diess Fossil als lapis illuminabilis und lucifer, pietra de Bologna, Bologneser Spath, phosphor de Bologne, phosphorus bononiensis.
In den Gewerben findet der Schwerspath manche Anwendung, zu Pastellstiften, weisser Farbe u.s.w.
Die Chinesen brauchen ihn zur Porzellanfabrikation, nennen ihn chekao.
Das Alterthum mag ihn gekannt haben, wir wissen aber nicht unter welchem Namen.
barytes im Englischen; beym Bergmanne heisst besonders der dichte: caulc, kauck, chaulk;—baryte, spath pesant im Französischen;—espajo pesanto im Spanischen;—baryte, barote im Italienischen;—barit, lysesten, tungspath (verschieden von tungsten, d.i. Schelerz) im Schwedischen.
tàscheloi schpat im Russischen;—siarkan baryty im Polnischen;—merotec im Czechischen;—nehez im Magyarischen.
B. Witherit.
Kohlensaure Baryterde, die nicht häufig, besonders in England, auch an einigen andern Punkten vorkommt. Sie ist ein starkes Gift, und schon lange wurde das Fossil als Rattengift in England gebraucht und Ratzenstein genannt. Der englische Chemiker Dr. Withering in Birmingham ermittelte zuerst (1784) die wahren chemischen Bestandteile, worauf ihm Werner den Namen Witherit gab, der in die wissenschaftliche Sprache überging. Das Alterthum und der Orient haben ihn schwerlich gekannt.
§. 9. Strontian-Gruppe.
A. Strontianit.
Dem Schwerspathe in mancher Hinsicht ähnlich, chemisch ganz verschieden, aus Kohlensäure und einer eigenthümlichen Erde—der Strontianerde—bestehend, wie besonders durch Klaproth dargelegt wurde. Wurde zuerst bekannt aus den Gängen von Strontian in Schottland, weshalb Sulzer und Werner (1791) ihm den Namen Strontianit gaben, der in die wissenschaftliche Sprache aller Völker überging, neben welchem auch die chemische Bezeichnung sehr üblich ist: schwefelsaurer Strontian, sulfate of Strontian, Strontiane sulfaté u.s.w.
B. Zölestin.
Der Zölestin ist schwefelsaurer Strontian, hat manche Analogie mit Gyps, zeigt sich krystallisirt fasrig und derb, kommt an vielen Punkten, aber nicht häufig vor; der krystallinische wurde für Schwerspath, der fasrige für Gyps gehalten. Der Chemiker Clayfield fand zuerst, dass die Krystalle von Bristol, und Klaproth (1797), dass der blaue sogenannte Fasergyps aus schwefelsaurem Strontian beständen, wegen der meist himmelblauen Farbe wurde ihm der Name Zoelestin gegeben, den Werner in sein System aufnahm, der in die wissenschaftliche Sprache überging, doch braucht man meist den chemischen Namen: schwefelsaurer Strontian, strontiane sulfaté, sulfate of Strontian u.s.w.
§. 10. Borax-Gruppe.
A. Borazit.
Der Borazit ist ein seltenes Fossil, das an wenigen Orten vorkommt, ausgezeichnet in dem Gypse bey Lüneburg. Die dessfalsigen Krystalle waren längst unter dem Namen Würfelstein bekannt; Lasius machte 1787 zuerst durch eine Notiz auf sie aufmerksam, nannte sie kubischer Quarz, dann wurden sie Würfelspath und Sedativspath genannt. Westrumbs entdeckte den Gehalt an Boraxsäure (1788), worauf ihm Werner den Namen Borazit gab (1789), der in alle Sprachen überging, aber häufig bezeichnet man auch das Fossil chemisch, als boraxsaure Kalkerde, Magnesie boraté, borate of magnesia u.s.w.
B. Datolith.
Der Datolith ist ein seltenes Fossil, welches ausgezeichnet in Norwegen vorkommt. Esmark in Schweden gab den Namen, fixirte die Gattung. Klaproth fand als chemische Bestandtheile Kieselerde, Kalkerde und Boraxsäure, man bezeichnet den Datolith auch meist chemisch als chaux boratée silicieuse, siliceous borate of lime u.s.w. Werner nahm ihm 1807 in das Mineralsystem auf.
Viertes Kapitel. Salze und Verwandtes.
§. 1. Kochsalz.
A. Kochsalz und Salz im Allgemeinen.
Das Kochsalz ist chemisch ein Chlornatron oder salzsaures Natron, zusammengesetztes Natron und Salzsäure oder Chlor; es bildet das Steinsalz, wird aber am meisten gewonnen aus dem Meerwasser, aus salzigen Quellen oder Soolen, aus Salzseen u.s.w., dient vorzugsweise zur Würze der Speisen. Der Name des Kochsalzes bedeutet auch in fast allen Sprachen das Salz im Allgemeinen.
lou, pe-tsai im Chinesischen, hien ist salzig;—tsha, za, tscha, charuza im Tibetanischen, lana-tsha ist die Soole;—hvyah im Javanischen;—ouppu im Tamulischen;—siwo, siro im Japanischen;—maschu auf den japanischen Inseln;—dabasu, tabassu, tabass im Mongolischen;—dabsum, tapsoun, nasan im Tartarisch-Mandschu;—da-wuszum [or: dawuszum] im Tungusischen.
tos, tus im Tartarischen;—tus, tuz im Türkischen, taslisu ist die Salzsoole;—tuss im Kirgisischen;—tus, tur, auch tschak, sirro, sak, ser, sir in den samojedischen Sprachen.
tus im Jacutischen;—tuch, tuchi, auch tschag, psu, zam, zon, sio in den kaukasischen Sprachen;—chuch, schugh, im Tscherkessischen;—chu, khu, choi, kohhe im Kurdischen;—mirilli, gim im Georgischen;—guimu im Lesgischen;—jumi im Mingrelischen;—tegjio, yamgan im Korjakischen.
tarrajok im Grönländischen;—turruka im Tungusischen;—teguin im Tschudischen;—tak im Lamutischen;—peipiem in Kamtschatka.
zach, zauche im Ossetischen. malahi, auch kemtcha im Pehlvi (Alt-Persischen);—malga im Afghanischen;—melach im Hebräischen;—melcho im Syrischen;—melcha, melach im Chaldäischen;—mihl, mehl im Arabischen;—mell im Maltesischen, mellyha ist Saline.
tshawe im Amharischen;—tzewe im Aethiopischen;—tzew im Abessinischen.
hmu im Koptischen;—umbuttk im Dongolischen (Nordafrika);—imitta im Berberischen;—orot in Darfur (Nordafrika).
sara im Sanscrit, auch lawana (der gewöhnlichste Ausdruck für Salz in Indien), dschalarasa, kschara (ist im Bengalischen eigentlich das Natron); waridsha ist das aus dem Wasser erzeugte Salz; wasira und kadaka ist Seesalz; cjama, kshardtshtsha ist das schwarze Salz.
sira auf Sumbava;—garan im Malaiischen;—cha in der indischen Provinz Tenasserin;—jot in der Kaffersprache und in Afghanistan.
nimaka, nuna, lona in Bengalen (samudra ist das Meersalz);—nemek im Persischen;—namek im Bucharischen;—sare im Walachischen (wie im Sanscrit), saratu ist gesalzen, ockna die Salzgrube.
cripa, criupa im Albanischen; cripesoig ist salzen, benticripes die Salzgrube.
salann, sal im Gälischen, slochd-shalainn ist Saline;—hal, halen im Wälschen, halenu ist salzen, halwyn die Salzsoole, hallu salzsieden;—halein, haloin im Bretonischen, haloiner, halenner ist Salzsieder;—halinn, holin, hol im Cornischen.
salt im Gothischen.
ἁλς, ἁλος, ἁλας im Griechischen, ἁλμιρια ist die Saline, αχμε war wohl der zerfliessliche salzsaure Kalk und die Mutterlauge, die im Mittelalter σαλαμουρα, ἁλμουρις, ταριχεια hiess;—ἁλας im Neugriechischen.
sal im Lateinischen, sal e puteis war das Salz aus Quellen; sal marinum Meersalz, salina die Meersaline, spuma maris was das Meer unmittelbar absetzte; sal coctus, auch favilla salis, das abgeknisterte, gebrannte Salz, ramentum salis wohl dasselbe; flos salis aus Aegypten war wohl Natron, rubigo salis vielleicht die Mutterlauge, salsugo wohl der zerfliessliche, salzsaure Kalk.
alos bey den Alchemikern, auch alic, esebom, alsebon, almene, ansirato, alcali.
sal im Portugiesischen und Spanischen;—salt im Isländischen, Dänischen, Angelsächsischen;—sale im Italienischen;—sel im Französischen;—salt im Englischen; seat im Schwedischen;—solt im Niederteutschen;—sout im Holländischen.
sel, salno, saline im Ostiakischen;—slal im Wotjakischen;—sahis im Lettischen;—salz im Krimm-Tartarischen.
sole im Russischen (wie im Teutschen das Salzwasser—Soole—heisst);—sol im Polnischen, zol, zola, surowika ist die Salzsoole, gora solnia ist Salzwerk;—sol im Slowakischen, Krainschen, Illyrischen; solina ist Salzwerk;—sol, su im Wendischen; murska sou ist Meersalz;—sool, sal, sula im Finnischen und Esthnischen;—szol im Croatischen und Sorbischen;—soo im Ragusanischen;—sul, soli im Czechischen, slany ist gesalzen, solni do Salzgrube;—ssel im Wendischen, szelowy ist salzig.
sow, sol im Permischen;—so, sukan auf Korea;—so, sou im Magyarischen, sobonya ist Salzwerk.
agh im Armenischen;—gatza im Baskischen;—druska mica im Litthauischen;—lohn in der Zigeunersprache.
B. Steinsalz.
Das Steinsalz ist ein natürliches, festes, meist ziemlich reines Kochsalz, welches in der Erde bedeutende Massen bildet, in vielen Ländern vorkommt.
yen im Chinesischen;—ouche-tapsoun im Tartarischen;—rdo-tsha, lgyama-tsha, rgyama-tsha im Tibetanischen;—airina im Sanscrit, auch tarkshja, manibandha, sindhudscha (d.i. in Sindhu erzeugt);—teberzin im Arabischen.
ἁλος ορυκτον (das gegrabene) im Griechischen, αμμονιακον war das Steinsalz aus der ägyptischen Wüste (aber auch unser gummi ammoniacum);—σαλγεμμα, γαγγρινον, ἁλισαχη der spätern Griechen;—σκαφτον ἁλας im Neugriechischen.
sal montanus und nativus der Römer, mica hiessen in Cappadocien die grossen, ganz durchsichtigen Stücke (woher der Name mica später auf unsern, zum Theil durchsichtigen Glimmer übertragen seyn wird);—andran, sal adron, sendar, sabachi im Mittelalter.
sal gema im Portugiesischen;—sal gemme im Französischen;—salpedres im Spanischen;—sal di pietra im Italienischen;—saltrock im Englischen;—steensalt im Dänischen;—bergsalt im Isländischen und Schwedischen;—bergzout im Holländischen.
kamenay und honaya sole im Russischen;—sül kamene und kopana im Czechischen;—sol kamiene oder kopalna (das gegrabene) im Polnischen, in Wielitzka heisst das reinste Steinsalz schibika, das mit Thon gemengte spica, welches man in den teutsch-österreichischen Salinen halda und hasselgebirge nennt;—kamenska sou im Wendischen;—leddaina sals im Lettischen.
köso im Magyarischen;—manda im Burnu (Nordafrika).
C. Chlor- oder Salzsäure.
Der Chlor ist nach der neuern Chemie ein eigenthümlicher, noch unzerlegter Körper, der in Verbindung mit Wasserstoff die Chlor- oder bisher sogenannte Salzsäure bildet, welche mit Natron das Kochsalz, mit andern Basen verschiedene Salze bildet.
sanmdramla (d.i. Säure aus dem Meere) im Bengalischen;—rkyana-tshahi-skyura-rtsi im Tibetanischen;—kwas solny im Polnischen.
§. 2. Salpeter.
A. Salpeter im Allgemeinen.
Der Salpeter ist ein salpetersaures Kaly, dem Kochsalze im Geschmacke ähnlich, es kommt nicht in festen Felsmassen vor, wie das Steinsalz, auch nur höchst selten in Quellen, wenigstens in der Menge, dass es aus diesen zu technischen Zwecken gewonnen werden könnte. Manche Gesteine, besonders manche Höhlen im Kalkgebirge effloresciren viel und fortwährend Salpeter; vorzüglich sind es manche Erdstraten, die Salpeter effloresciren, sehr reich an Salpeter sind; vor allen ist diess in Indien der Fall, auch in Kleinasien (wie bey Eregli, dem alten Heraklea) und in Spanien, auch erzeugt man Salpetererde, indem man animalische und vegetabilische Theile kalkigen Letten beymischt. Der Salpeter wird vielfach angewendet, vorzüglich aber zur Fabrication des Schiesspulvers (welches in Teutschland 1330 von B. Schwarz erfunden wurde), welches man im Alterthume, wenn auch wohl kannte, aber nicht derartig anwendete als jetzo; auch zur Gewinnung der Salpetersäure.
siao, mang-siao im Chinesischen.
jawakshare im Sanscrit, auch jawadsha, jawanaladsha, jawagrudsha, jawalasa, jawasuca, tarshya;—yan zein in der indischen Provinz Tenasserin.
shora, auch jawak shora im Hindu;—sora im Bengalischen;—shora im Afghanischen;—schur im Bucharischen;—schore im Persischen;—schire im Koptischen.
sandawa, mesiyu-mantan im Malaiischen;—gin-schugh im Tscherkessischen (heisst Pulversalz);—tschamsa, shanzau, tschek, pscha in den kaukasischen Sprachen;—tachs im Ossetischen;—jetso auf Korea;—alteri, altri, nitrum im Syrischen;—giöwertschile, gewhercile im Türkischen.
barud im Arabischen (wie jetzo auch das Schiesspulver heisst), ferner sure (wie im Hindu), mella hai, asijus, häufig auch telg-sini (chinesischer Schnee); bey den ägyptischen Aerzten barud und balachu lzini, d.i. dactylus sinensis;—boro im Burnu (Nordafrika);—schentsborak, aghborak im Armenischen.
λιθος ασσιος der Griechen, lapis assius der Römer kann hierher gehören, da der Araber Ibn Baithar dieses Wort mit barud übersetzt, das auch bey den Arabern asijus heisst (ob diess aus dem Griechischen entnommen, oder das griechische aus dem Arabischen, muss ich dahin gestellt lassen).
Das sal chaonicum der Römer mag hierher gehören, auch das nitrum chalastrium, von dem Plin. 31. 46 sagt: dass man es wie Salz zum Brodte essen könne.
σαλνιτρον im Neugriechischen, wird slawischen Ursprunges seyn, wie σαλονιτρον im Mittelalter, hier auch σαμετριον, salpetra, salpeta.
salitra, senitra im Russischen;—saletra, salitra im Polnischen;—sanytr, saneyter, salitr im Czechischen;—shaliter, shaniter im Wendischen;—salnitra im Illyrischen;—saliter, szalniter, szolnitra im Croatischen;—salnitar in Dalmatien;—shalintra im Slawonischen;—sanitra im Ragusanischen;—sejalitar in Bosnien;—saletran, saletron im Magyarischen;—salitre, salitrul im Walachischen.
natar im Gälischen, eigentlich salann ro ghear (scharfes Salz);—salpaestre im Bretonischen; salpestrereach ist Salpetergrube;—salpeter im Teutschen (was man mit Unrecht aus dem Lateinischen von sal und petra der Fels ableiten würde), salitter der teutschen Bergleute (aus dem Slawischen);—zalpeter im Holländischen;—salpetur im Isländischen;—salpeteries im Lettischen;—salitre im Spanischen; salitral die Salpetergrube.
niter, salpetre im Englischen;—nitro, salnitre im Italienischen;—nitro im Portugiesischen;—nitre im Französischen; nitrière die Salpetergrube;—niter im Schwedischen und Dänischen.
B. Salpetersäure, Königswasser.
Aus dem Salpeter wird mittelst Schwefelsäure leicht die Salpetersäure gewonnen, die—nicht gehörig gereinigt—gelbe Dämpfe ausstösst, dann Vitriolöl, spiritus nitri fumans heisst; gereinigt, mit etwas Wasser verdünnt, heisst sie Scheidewasser; mit 1/3 Salzsäure giebt sie das Königswasser, Goldscheidewasser, aqua regis, welche das Gold auflöst, von dessen Verfertigung wohl zuerst in dem Curriculo triumphalis antimonio die Rede ist, das man einem Basilius Valentin zuschreibt, der um 1500 verfasst seyn kann. Den Hindu war die Salpetersäure seit den ältesten Zeilen bekannt; ihren Namen habe ich noch nicht ermitteln können.