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Mineralogia Polyglotta cover

Mineralogia Polyglotta

Chapter 263: A. Wolfram.
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About This Book

A compact multilingual mineralogical reference that organizes mineral names, gemstone types, rock and earth groups, salts, combustible minerals, and metals into systematic chapters. It classifies gems by color and mineral species by group (quartz, feldspar, micas, carbonates, sulfates, phosphates, etc.), describes properties and uses, and enumerates common salts and fuel minerals. Extensive comparative vocabulary and etymologies present mineral terms across many languages and dialects, aiding identification and cross-cultural terminology. Entries combine brief definitions, classification notes, and linguistic variants to serve both scientific reference and lexical comparison.

riti im Sanscrit, auch krischnatchurna, asomala, lohakitta, patratira, sulaghatana;—zangar im Hindu;—karat-an-besi im Malaiischen;—mangertonek im Grönländischen;—zank, shank, thrthour im Armenischen;—zenk im Kurdischen;—jenk, auch zingiarül-hae-did [or: zingiarül-haedid] im Persischen;—sindschar, eigentlich sindscharulhadidi, auch sahal, sühekel, zebret im Arabischen, cholifar und colcathar ist das durch Brennen des Vitriols erhaltene rothe Eisenoxyd (sogenannter calcinirter Vitriol), das auch jetzo noch colcothar heisst; in der alten Bergwerkssprache heisst es: rother Heinz, bey den Alchemikern alcabrusy, alcaladim;—sadid im Maltesischen;—kiüf, enarim im Türkischen;—zaege im Amharischen;—haluda im Chaldäischen;—zedjo, ithus im Syrischen;—ιος, σιδηρος im Griechischen.

skouri im Albanischen, σκουρα im Mittelalter, σιδηροσκουρα im Neugriechischen.

rdza im Polnischen, rdzawy ist rostig;—rez im Czechischen und Slowakischen, rezawj ist rostig; zra im Sorbischen;—ergya im Illyrischen;—arja, erja im Windischen (Krain);—argya in Croatien, Dalmatien, Bosnien;—sersaw im Wendischen;—rozda im Magyarischen, roszdas ist rostig;—rugina, fagaru im Walachischen;—meirg im Gälischen;—rhwd im Wälischen, rhwdawg ist rostig, rhwd haiarn Eisenrost;—rubigo, ferrugo im Lateinischen;—robin im Spanischen, auch herrin, herrumbre, aherrumbramiento (von hierro das Eisen), aherrumbrar ist rostig werden;—ruggine, rubigine im Italienischen;—rouille im Französischen, rouiller ist rosten;—ferrugem im Portugiesischen;—rust im Englischen, rusty ist rostig, to rust rosten;—rust, iaern raest im Dänischen;—roest, ijzerroest im Holländischen;—rost, rid, järnrid im Schwedischen;—rid, jarnrid im Isländischen;—rusa im Lettischen;—ruoste im Finnischen (ob daher das teutsche Rust?);—ruos im Lappländischen.

K. Eisenerz im Allgemeinen.

lchagasa-sa, tho-phou im Tibetanischen;—bato wadas im Malaiischen;—aduru çallu, cany-çallu, ipanada im Hindu;—nalla isaca in der Telingasprache;—cari usa in der Carnatacasprache;—manul in dem Dialecte von Tamul;—timur tasch im Türkischen;—zeleznice, zelezna ruda im Czechischen;—zelazna ruda im Polnischen;—shelesja ruda im Windischen;—vasercz im Magyarischen;—γης σιδηριτιδος im Griechischen;—vena ferrea im Lateinischen;—ferri vena im neuern Latein;—mine de fer, galine im Französischen;—iron ore im Englischen, gubbin nennt der englische Bergmann das kohlensaure Eisenerz der Steinkohlenformation, das vorzugsweise verschmolzen wird;——jarn malmur im Isländischen;—jarn malm im Schwedischen;—jernerts im Dänischen;—iizermyn im Holländischen;—clach-jarum im Gälischen.

L. Kies, Eisenkies, Schwefelkies, Markasit.

Gewisse Verbindungen der Metalle mit Schwefel heissen Kies, und wenn sie krystallisirt sind, Markasit. Am häufigsten, fast überall verbreitet ist das Schwefeleisen, der Eisen-oder Schwefelkies, bey welchem der Mineralog viele Arten unterscheidet, als Leber-, Speer-, Magnetkies u.s.w., der dem Kupferkies (s. diesen) in der Farbe ähnlich ist. Indem in das Schwefeleisen andere Metalle mit eintreten, erscheint Kupfer-, Arsenik-, Kobaltkies u.s.w. Manche Arten von Schwefelkies sind so hart, dass sie Feuer schlagen und in früherer Zeit wurde der Schwefelkies ziemlich allgemein als Feuerstein benutzt. Was die Anwendung betrifft, so wird der Schwefelkies gewöhnlich nicht auf Eisen benutzt, häufig aber auf Schwefel, Vitriol u.s.w. In früherer Zeit (auch im Alterthume) schliff man manchen Schwefel-und Arsenikkies, nannte diese Stücke Elementar- oder Gesundheitssteine und schrieb ihnen medicinische oder magische Wirkungen zu. Die alten Einwohner von Peru fertigten Spiegel daraus (miroirs des Incas).

chi-tchong-hoang im Chinesischen, auch tang-chi (d.i. cubischer Stein);—mas im Malaiischen (wie der zum Theil ähnlich krystallisirte Diamant), auch amas, orang.

markshika im Bengalischen und im Sanscrit, auch tarri, der gelbe ist nilamrittika, auch madhudhatu (honiggelber Stein);—markassit im Persischen, wobey man unterscheidet: a) den Goldmarkasit oder abrendsche, der zum Polieren der Edelsteine gebraucht wird, wohl nicht hieher gehört; b) der Silber-, Kupfer- und Eisenmarkasit; ob der miskal hieher gehört, ist zweifelhaft;—marchasita im Arabischen (ist wohl eigentlich der krystallisirte), auch schaghharat, buritasch (mit pyrites zusammenhängend) und alrusenat, der harte, feuerschlagende Kies.

byritaes im Türkischen;—puritos im Syrischen, auch markeschito, was eigentlich Zinnkies seyn soll;—πυριτης im Griechischen, auch πυριμαχος (wenn auch der letztere Name mit πυρ das Feuer zusammenhängen wird, so stammt ersterer doch gewiss aus dem Oriente);—pirites der Römer;—pyrites, iron pyrites im Englischen (der dortige Bergmann nennt den Kies meist mundic, wohl von mwn im Wälschen d.i. Erz—in Schottland auch dogger);—pirites im Portugiesischen, auch markasita, wenn er krystallisirt ist;—pirita im Spanischen, auch marquesita, in der Bergwerkssprache: cascajo, marquesitas mundic, bronce margaritoso (bronce dorado ist Kupferkies, bronce bianco Arsenikkies); magistral ist eine Verbindung von Schwefel- und Kupferkies, die zur Amalgamationsbeschickung benutzt wird;—pirite im Italienischen;—pirite im Französischen.

kjes im Lappländischen, auch swfwelkjes;—kyss, kenkovecs, vasercz kenköves im Magyarischen;—kys, kyz, sjriccnjk zelezicny im Czechischen;—kyss, wasserkys beym teutschen Bergmanne, in Ungarn ist gelf der bleiche, blachmal der goldhaltige; kies im Schwedischen, auch svafvelkies, jernkies, fyrsten (Feuerstein), marchasister ist der krystallisirte;—küs im Dänischen, jernküs, ildstein.

kaltschedan im Russischen;—chidsch im Armenischen.

M. Magneteisenstein, Magnet.

Der Magneteisenstein ist ein fast reines Eisenoxydul von schwarzer Farbe und grosser Härte, theils octaedrisch krystallisirt, theils derb, theils in Körnern, dann häufig ein Gemengtheil des Sandes, in welchem die Edelsteine gefunden werden. Er ist magnetisch, aber nur attractorisch; bestreicht man aber damit einen Eisenstab, so wird er attractorisch und retractorisch, zur Magnetnadel, die beweglich, sich in die nordsüdliche Linie stellt, das wesentlichste Erforderniss des Compasses und der Boussole oder des See-Compasses bildet. Diesen hatten die Chinesen seit ältester Zeit, von ihnen wird er nach Europa gekommen seyn; den Magnetismus aber kannte ganz gut das Alterthum wie der Orient. In vielen Sprachen stehen die Namen von Magneteisenstein und Diamant in genauem Connex, beide Mineralien haben aber auch manche Analogien, wie gleiche Krystallform, grosse Härte, und es giebt schwarze Diamanten, die dem krystallisirten Magneteisenstein sehr ähnlich sind.

tse im Chinesischen, auch tse-chy; y-tie-chy (d.i. Stein, der Eisen anzieht); kouei-ku ist der Compass (dessen Name aus dem Chinesischen zu stammen scheint); thou-kouei-tchin ist die Magnetnadel;—khaba-lena-do im Tibetanischen;—touroun kemoun im Tartarischen, wie auch der Compass heisst;—batu-barami, besi-barani im Malaiischen;—tshumbaka-patthara im Hindu;—tschum-ba-kapathara im Bengalischen, auch lohakanta (d.i. Eisengeliebt);—krisch-naloha im Sanscrit (d.i. Eisenzieher), auch akarchaka, ajaskanta (d.i. von Eisen geliebt).

magnatis, myknatys im Persischen (bey dem man Eisen-, Gold-, Silbermagnet unterscheidet), auch ahen ruba (d.i. Eisenräuber) und ahenkes (der magnina gehört nicht hieher, sondern ist Braunstein);—magnatis, maeghnytys im Arabischen, auch hadschar aldschadheb (d.i. anziehender Stein) und demyr kapan (was auch Compass heisst); den Goldmagnet erwähnt Taifaschi nur nach Aristoteles, nicht nach eigner Kenntniss;—myknatys im Türkischen, auch mailati oder megladez tasch (kabala heisst bey den Türken und allen Muhammedanern eine herzförmige, silberne Büchse mit einer Magnetnadel, die ihnen zu den Gebeten die Richtung nach Mekka andeutet);—makind, magnis, atamant im Armenischen;—maknatis im Kurdischen;—magnises im Chaldäischen, auch eben schöebeth (d.i. anziehender Stein) und calamites und calamita (wohl eigentlich die Magnetnadel);—magnitos im Syrischen, auch kognatis, harklojo und harkelo (woher wohl ἡρακλεια im Griechischen);—μαγνητις der Griechen, aber nur die männliche Art (die weibliche war theils Braunstein, theils Arsenikkies), auch λιθος αντιφυσων (der anziehende Stein) und besonders in älterer Zeit ἡρακλεια (was aus dem Syrischen stammt, nicht herkulischer Stein heissen wird);—μαντιτης, καλαμιτα, λαπις καλαμιταρος im Mittelalter, βελονιον war die Magnetnadel;—μαγνητης, auch καλαμιτα im Neugriechischen;—magnes der Römer, aber nur die männliche Art, war Magneteisenstein (die weibliche war Braunstein), auch adamas (wie im Armenischen), aber nur die Arten arabicus, cenchron, macedonicus cyprius sind unser krystallisirter Magneteisenstein (der adamas indicus war Diamant), der siderites und lapis theamidis können auch hieher gehören.

magnet im Englischen, auch loadstone (wohl von load im Angelsächsischen, lod, lodail im Gälschen schwer), magnetisch heisst magnetical, zuweilen auch adamantine; der englische Bergmann nennt den Compass dial, was sonst der Zeiger der Sonnenuhr, auch das Zifferblatt der Uhr heisst;—magnet im Schwedischen, auch segelsten, quicksten;—magnetsteen, seilsteen im Dänischen;—magnetsteen, zeilsteen im Holländischen;—magnetstein im Teutschen, der krystallisirte hiess bey den alten Bergleuten swarzer kies;—segulsteinn im Isländischen;—segelstein im Altsächsischen;—magnite, magnithoi, kamenj im Russischen;—magnes im Polnischen, auch zelezo magnetyerne, zelazociag ist der Magnet;—magnet, dralowec im Czechischen, banska strelka ist der Berg-Compass;—magnes-kö, magnes vas ercz im Magyarischen.

calamita im Italienischen (wie im Chaldäischen und Neugriechischen, ähnlich mag auch der Name im Albanischen und Walachischen lauten, den ich nicht in den Wörterbüchern finde);—kalamita in Krain, Croatien, Bosnien, auch selezovlek im Windischen, und magnet;—kalamit, auch gvozdoteg in Illyrien (von gvozdje das Eisen), sivernica ist die Boussole, von siver der Nordwind;—guozdotegh im Ragusanischen.

imana, arriman im Baskischen;—iman, auch pedra de cevar im Portugiesischen;—iman, yman, piedra iman im Spanischen, auch piedra de cevar, magnete, calamita; ahuja, ahujon, auch bruxula ist der Berg-Compass. Der Bergmann nennt den Magnetkies chino wie den Kupferkies;—aimant im Französischen, pierre d'aimant, daher l'aiguille aimantée die Magnetnadel, calamite ist der Magnetstein, auch der Compass;—azimant im Altfranzösischen.

mein aiman im Bretonischen;—maen ehed, maen-tynu, ehedfaen im Wälschen, tryawch ist Anziehung, Magnetismus;—clach-iuil im Gälischen (von iul der Leiter, Führer, daher iulach der Compass, der im Irischen auch combaiste heisst), auch clach tharruing, clach tairnich; tarrang ist die Nadel, auch der Compass, tarruingeach, dlu-thairneach, auch sreangtar ist magnetisch.

N. Spatheisenstein.

Ein kohlensaures Eisenoxyd mit spathiger Structur, dem Kalkspathe ähnlich; verwittert leicht zu Brauneisenstein, wird dabey dunkel gefärbt und erdiger. Er ist ein häufiges, reiches Eisenerz, das meist ein stahlartiges Eisen und vorzüglichen Stahl liefert. Er findet sich in vielen Gebirgen; der schöne Stahl aus Steiermark und Kärnthen, der seit ältester Zeit, auch unter keltischer und römischer Herrschaft gewonnen wurde, ist das Product von Spatheisenstein, der daher von jeher bekannt war, doch findet sich kein Name dafür in der classischen und orientalischen Litteratur.

kit'h im Hindu (übersetzt mit carbonate of iron) wird hieher gehören;—manhura, sinhara im Sanscrit.

plin, eisenärzt in Kärnthen;—spath in Steiermark heisst der frische, braun-, blau-, ockererz der mehr verwitterte, glimmer der glimmrige, kleesch der quarzige;—pflinz, flinz beym teutschen Bergmanne, auch stahlerz, stahlstein, weiss eisenstein;—hwit jernmalm im Schwedischen;—sparry ironstone im Englischen;—fer blanche, mine d'acier, spath martial im Französischen; der Bergmann um Grenoble nennt ihn maillat, rives, rives orgueil, leux, wenn er zersetzt ist mines douces;—minera de ferro bianco, = spatico im Italienischen.

schelesnoi schpat im Russischen;—weglan zelaza im Polnischen;—ocelek, uhlan zelecity im Czechischen;—vasas nekez kovats im Magyarischen.

minera chalybis im neuern Latein, auch minera ferri alba, minera martis spatosa.

O. Eisenglanz.

Ein weiches, häufiges, durch schöne Krystalle ausgezeichnetes Eisenerz. Die ungeheure Erzniederlage auf der Insel Elba (Athalia der Alten) bey Italien bestehet fast allein aus Eisenglanz, der kaum an irgend einem andern Punkte so schön als hier vorkommt, der seit den ältesten Zeiten von den Karthagern, Kelten und Römern hier gewonnen wurde, um Italien mit Eisen zu versehen. Man kannte daher im Alterthume und Oriente dieses Erz sehr gut, es wird häufig von den Autoren erwähnt, aber kein bestimmter Name genannt.

androdamanta niger der Römer kann vielleicht hieher gehören;—ferrum mineralisatum niger im neuern Latein;—minera di acciajo im Italienischen;—fer speculaire, mine de fer grise im Französischen;—iron glance im Englischen;—jern glands im Schwedischen und Dänischen;—spiegelstein, spiegelglanz beym teutschen Bergmanne.

schelesnoi blesie im Russischen;—kieslienjk zcleziny im Czechischen;—blyskawka, niedokwas zelaza im Polnischen;—üveg tasercz im Magyarischen.

P. Rotheisenstein.

Ein rothes Eisenoxyd, sehr häufig, fast überall verbreitet, dadurch vorzüglich ausgezeichnet, dass es einen rothen Strich giebt, meist stark und blutroth abfärbt, daher auch blutstein genannt. Das Erz ist theils erdig wie der eisenrahm, eisenschaum, theils dicht, theils fasrig, dabey oft rundförmig abgesondert, und besondere rundliche Gestalten zeigend, bekannt unter dem Namen glaskopf, wohl corrumpirt aus Glattkopf wegen der glatten rundlichen Oberfläche.

chin-tan, tai-tche-chy, ting-teou-tchi im Chinesischen;—geri im Bengalischen, auch gerimali (ist eigentlich rother Eisenocker);—dhatukascia im Sanscrit (eigentlich das rothe Eisenoxyd);—aduru callu, cany callu, ipanada im Hindu;—sadenegi, scedigi im Arabischen, vielleicht gehört hieher auch der hagiar salchus oder scheithus (wie σχιστος klingend);—schadno im Syrischen.

αἱματιτη im Griechischen, von αἱμα das Blut; λιθος σχιστος war wohl die erdige Abänderung, unser Eisenrahm;—αἱματιτης im Neugriechischen, auch αἱματος;—haematites der Römer; hatte mehrere Arten als: xanthos menui der Indier und lapis schiston, der die erdige Art gewesen seyn wird;—hematide, sanguine, auch fer oligiste im Französischen;—hematite roxo (der rothe), harderic, albin, sanguina piedra im Spanischen (almagre, rubrica ist der Röthel zum Rothanstreichen);—amatita im Italienischen.

clach-fhola im Galischen (von fuil das Blut);—blodstein, glaskopt, torsten im Schwedischen;—blodstone im Englischen;—blutstein, glaskoph beym teutschen Bergmanne.

krowawick, krasnoi schelesnoi kamenj im Russischen;—krwowawnik, niedokwas zeleza ezerwony im Polnischen;—krewel, krwawnick (Glaskopf), zebirjcek, auch kyslicnjk zelezicny im Czechischen;—kryvnek, krawne kamen in Krain;—reres vasercz im Magyarischen.

Q. Braun- und Schwarzeisenstein.

Eisenoxyd von brauner und schwarzer Farbe und einem gleichfarbigen, nicht rothen Striche, übrigens dem Rotheisensteine in Form und Structur ganz ähnlich, von diesem nur oryctognostisch verschieden; der Techniker macht keinen wesentlichen Unterschied, weshalb auch kaum bestimmte trivielle Namen bekannt sind.

brown iron stone im Englischen;—buroi schelesnoi kameni im Russischen;—hnedel im Czechischen;—barna vasercz im Magyarischen.

R. Ocker, Eisenocker.

Eisenoxydul-Hydrat, von rother oder gelber Farbe, theils erdig, theils schmierig, als Absatz von Gewässer, bald rein, bald unrein, bildet in Verbindung mit Thon, den Bolus und Röthel, auch die Gelberde und das Ockergelb, die als Farbe benutzt werden, s. diese Artikel bey den Erden.

Das Wort ocker, das ähnlich in den neuern Sprachen, auch im Lateinischen und Griechischen vorkommt, wird aus dem Keltischen stammen, zusammenhängen mit odhar im Gälschen, fahl, dunkel, daher ωχρος im Griechischen, pallidus, ochre im Englischen u.s.w.

S. Thoneisenstein, Adlerstein.

Ein Eisenoxyd, roth oder gelb, mehr oder weniger sandig oder thonig, das oft in besondern Formen oder Concretionen erscheint, aber selten technischen Nutzen gewährt. Manche dieser Concretionen sind geodenförmig, rund, im Innern hohl, enthalten Sand oder Steine, klappern beym Schütteln, erregten seit alten Zeiten Aufmerksamkeit, gaben zu verschiedenen Conjecturen Aulass, waren unter dem Namen Adlersteine bekannt.

go-ho-ky, yu-yu-linang, yu-liang-chy, nieou-hoang im Chinesischen;—ardsuakhar im Armenischen;—iktamakt im Arabischen;—iktemet im Türkischen;—itubhnon im Syrischen.

λιθος αετιτης im Griechischen (von αετος der Adler);—lapis aetites, geodes gungites der Römer;—κρατητηρα im Neugriechischen;—etites, piedra del agula im Spanischen, auch im Portugiesischen;—aetide, pierre d'aigle im Französischen;—eagle stone im Schwedischen, ljusgrä jernmalm ist Thoneisenstein;—clach iolaire [?*] im Gälschen (von iolair der Adler);—arrandaria im Baskischen.

orlü kamen, bolatnaja im Russischen, glinistoi schelesnoi kameni ist Thoneisenstein;—orli kamieni, zelaze itowe im Polnischen;—orlici kamen im Czechischen;—sasko im Magyarischen.

T. Bohnerz, Linsenerz.

Ein körniger Thoneisenstein, auch linsen- und bohnenförmig, der nicht selten, besonders in der Juraformation vorkommt, auch verschmolzen wird, dem Alterthume wohl bekannt gewesen seyn mag, wenn wir auch den Namen nicht kennen.

tching-to-ta-chy im Chinesischen;—bohnerz, linsenerz, hirseerz, zieselerz beym teutschen Bergmanne;—pea iron ore im Englischen.

U. Raaseneisenstein, Morasterz, Sumpferz.

Ein, meist phosphorsaures Eisenoxydul, das sich in Seen, Sümpfen, Mooren fortwährend bildet (meist aus den Panzern einiger microscopischen Infusorien), häufig in knolligen, rundlichen Formen; da es an der Oberfläche liegt, ist es sehr leicht zu gewinnen, wird in vielen, besonders in den nördlichen Gegenden als Eisenerz verschmolzen. In den südlichem Gegenden, auch in Griechenland und Italien ist es wenig heimisch, im classischen Alterthume kommt dafür kein Name vor. Im neuern Latein heisst es ferrum limosum, tophus ferri.

che-han-chy im Chinesischen.

wiensenerz [wiesenerz] im Teutschen, auch sumpferz, morasterz, seeerz, modererz, pfennigerz, lindstein, ortstein, heidstein, raudenstein;—sjömalm im Schwedischen (Seeerz), skraggmalm, myrmalmer (Moorerz), pennigsmalm, purlemalm; brandörke, grönörke; örke heissen, besonders in Dalekarlien, diese Erze im Allgemeinen, osmund ist das daraus geschmolzene Eisen;—fer limoneux, mine de marais im Französischen;—swampy argillaceous ore im Englischen.

bahnak im Czechischen;—ruda blothna, rudwodna (Seeerz), zelazo darniowe im Polnischen;—dernowoi schelesnoi kamenj im Russischen;—vasagyagborso-vizi, = toi im Magyarischen.


§. 10. Mangan, Braunstein.

A. Manganmetall.

Das regulinische Mangan oder Manganmetall, welches zur Zeit keine technische Anwendung findet, ist sehr schwer aus den Erzen zu reducieren, wurde erst in neuerer Zeit durch Kaim (1770), sowie durch Scheel (1774) und durch Bergmann (1774) dargestellt oder vielmehr als eignes Metall erkannt, welches vom Eisen verschieden sey, für welches Buttmann den Namen Mangan vorschlug, den Karsten (1808) in das Mineralsystem einführte. Das Manganerz kannte man stets, benutzte es technisch.

B. Graubraunsteinerz.

Ist das häufigste Manganerz, das in vielen Gegenden gefunden wird, ein schwarzes, meist krystallinisches Manganoxyd, das früher stets zu den Eisenerzen gerechnet wurde, obwohl es kein Eisen enthält. Es hat und hatte von je her mehrfache technische Anwendung, dient zur Glasur des Töpfergeschirrs, vorzüglich aber in den Glashütten zum Entfärben und Reinigen der Glasmasse (hiess Glasseife), zugleich, in anderen Verhältnissen zugesetzt, auch zum Färben der violetten, braunen und schwarzen Gläser, die im Alterthume häufig zu Spiegeln angewendet wurden, hiess früher magnesia vitriariorum.

wou-ming-y im Chinesischen.

manganesa im Bengalischen;—magnina im Persischen;—μαγνητις λιθος im Griechischen, aber nur die weibliche Art (die männliche war Magneteisenstein), auch der ανθρακιον von Orchomenos;—magnes lapis im Lateinischen, aber nur die weibliche Art (die männliche war Magneteisenstein), auch der alabandicus lapis;—manganesia, alabandina im Spanischen;—manganesia im Portugiesischen;—manganese im Italienischen;—manganese im Französischen; auch perigord, pierre de perigeux (weil es bey dieser Stadt viel gegraben wurde), auch savon de verreries (Glasseife);—manganesia, oxyde of manganese, grey mangansian ore im Englischen;—maghnisia, marganez im Russischen;—manganez, niedokwas manganezu im Polnischen;—burel im Czechischen.

braunstein der teutschen Bergleute;—brunsteen im Schwedischen und Dänischen;—bruinsten, manganesia im Holländischen.

chambar, chucef der Alchemiker kann hierher gehören.

C. Rothbraunsteinerz, Maganspath.

Ist ein Manganoxyd mit Kieselerde, oft auch mit Kohlensäure verbunden, meist von schön rother Farbe (daher auch Rothstein genannt), hat nicht das Ansehn eines Erzes, dient auch nicht als solches, sondern eines Kieselfossils, kommt vorzüglich schön in Sibirien und Siebenbürgen vor, wo die schon gefärbten Stücke zu Werken der Kunst verwendet werden. Diess wird wahrscheinlich auch im Alterthume geschehen und der Stein—nicht mit Unrecht—zu den rothen Gemmen gezählt seyn, wir wissen aber nicht unter welchem Namen. Die verschiedenen Namen, die man jetzo mineralogisch unterscheidet, haben kein allgemeines Interesse, brauchen hier nicht erwähnt zu werden.

festöercz im Magyarischen;—krasnoi marganez im Russischen;—red mangnesian ore im Englischen;—manganese carbonaté im Französischen.


§. 11. Chrom.

A. Chrommetall.

Das Chrommetall ist schwer darstellbar, erst in neuerer Zeit aus den Chromerzen, die nur an wenigen Punkten gefunden werden, reducirt. Es wird eben so wenig benutzt, als die Chromerze an sich; aber das Chromoxyd, das man aus dem Chromeisenstein gewinnt, hat in jüngster Zeit eine wichtige Anwendung in der Porzellanmalerei erhalten. Das Alterthum, wie der Orient werden das Metall nicht gekannt, die Erze nicht benutzt haben.

B. Chromeisenstein.

Es ist dies Magneteisenstein mit mehr oder weniger Chromoxyd, das im Serpentin vorkommt, der auch vom Chrome seine Färbung haben wird; es ist dem reinen Magneteisensteine höchst ähnlich, wurde von diesem früher nicht unterschieden.

fer chromaté im Französischen;—chromate of iron im Englischen.

C. Chromsaures Blei.

Es ist ein chromsaurcs Bleioxyd, ein Bleispath von schön rother Farbe, das fast nur in Sibirien, auch hier nur sparsam vorkommt, von wo es 1766 durch Lehmann zuerst bekannt wurde, aber erst Vaukelin wiess die Chromsäure nach.

rothbleierz im Teutschen;—plomb chromatée im Französischen;—chromate of lead im Englischen.


§. 12. Titan.

Das Titan ist ein seltenes, schwer darstellbares, erst neuerlich reducirtes Metall, das wie seine Erze, die nur sparsam vorkommen, keine technische Anwendung findet. Titansäure und Zirkonerde stehen sich chemisch sehr nahe. Erst Klaproth fixirte das Titanoxyd.

A. Titaneisen.

Eisenoxyd mit mehr oder weniger Eisenoxyd, dem Magneteisenstein sehr ähnlich, meist in Körnern vorkommend, auch bekannt unter den Namen Iserin, Nigrin, Menakan.

titane oxydé ferrifère im Französischen;—ferrougineous oxyde of titanium im Englischen.

B. Rutil.

Titanoxyd, mit etwas Eisen, meist krystallisirt, von röthlicher Farbe, daher Werner den Namen von rutilus (röthlich) entlehnte; Klaproth wies die Zirkonerde nach, früher stellte man es zum Schörl.

titane oxydé im Französischen;—red oxyd of titanium im Englischen.

C. Anatase.

Ein octaedrisch krystallisirtes braunes Titanoxyd mit etwas Kieselerde, wurde von Saussüre octaedrit, von Hauy anatase genannt, von Klaproth als Titanoxyd erkannt.

titane oxydée, anatase, oisonite, octacdrite im Französischen;—red oxyde of titanium, octaedrit im Englischen;—sorlo rosso im Italienischen.


§. 13. Wolfram oder Scheel.

Das Metall ist aus dem Wolfram erst neuerlich (1781) durch Scheel dargestellt, hat dadurch seinen Namen erhalten, hat keine technische Anwendung, doch dient das gelbe Scheeloxyd zu mehreren schönen gelben Farben. Die Erze kommen nicht häufig, fast nur in den nördlichen Gegenden vor, sie waren seit alter Zeit dem Bergmanne bekannt, aber unnütz.

A. Wolfram.

Scheelsaures Eisen, eisenschwarz, krystallisirt, wurde früher den Eisenerzen beygezählt, bis man das Scheelmetall entdeckte, hiess in der lateinischen Terminologie spuma lupi (wohl Uebersetzung von Wolf-ram), magnesia, suma jovis.

woltschez im Russischen;—chorec im Czechischen;—wolfram im Polnischen;—wolfram der alten Böhmischen und teutschen Bergleute, oder wolfrumb, wolfart, wolfert, wolfruss (welche Worte unbekannten, wahrscheinlich aber czechischen Ursprunges sind), auch saissbickel und schurell; der Bergmann begriff darunter auch unsern Schörl, und ähnliche, ihm unnütze Gesteine;—wolfram im Schwedischen, Dänischen, Französischen und Englischen, cal beym englischen Bergmanne in Cornwall, wohl aus dem Keltischen, wo das Wort hart und Stein heisst.

B. Tungstein, Schwerstein, Scheelit.

Es ist scheel- oder wolframsaurer Kalk von weisser oder gelber Farbe, spathiger Textur, häufig krystallisirt, sehr schwer, kommt besonders in Sachsen und Schweden mit Zinnstein vor, war dem Bergmann immer bekannt, der ihn in Schweden tungstein (d.i. Schwerstein), in Sachsen weissen zinnstein nannte, bis Scheele (1781) die Tungsteinsäure nachwies.

tungsteen im Schwedischen, von tung, d.i. schwer, daher gab ihm Werner den Namen Schwerstein, für welche viele Mineralogen den Namen Scheelit substituirten, Scheele, dem Entdecker der Scheelsäure, zu Ehren;—weisse zinngraupen, weisser zinnstein, zinnspath, weisser misspickel der alten sächsischen und böhmischen Bergleute;—gossan der Bergleute in Cornwall;—tungstène blanc im Französischen;—tungstena im Spanischen;—tungstate of lime im Englischen;—farkaskyal im Magyarischen;—belaja woltschezovaja ruda und täschelüj kameni im Russischen.


§. 14. Molybdän, Wasserblei.

Das Wasserblei, der Molybdänglanz der Mineralogen, ist eine Verbindung von Schwefel und Molybdänmetall, meist in bleigrauen glänzenden Blättchen oder Täfelchen, sehr weich und etwas abfärbend, hat Aehnlichkeit mit Reissblei oder Graphit, auch mit Glimmer, wurde bald mit letzterm (wie von Rome de l'Isle) bald mit ersterm vereiniget, bis Scheele (um 1780) hierin die Molybdänsäure entdeckte, und Lampadius in Freiberg das Wasserblei für eine Zusammensetzung von Molybdänmetall und Schwefel erkannte. Das Wasserblei, das nur sparsam meist im granitischen Gebirge vorkommt, gewährt kaum technischen Nutzen; zusammengeschmolzen mit Schwefel liefert es sehr schlechte Bleistifte; das molybdänsaure Zinnoxyd giebt eine Farbe, den blauen Karmin.

wasserblei im Teutschen;—blyerz im Schwedischen;—zeslec im Czechischen;—kïllow, auch wadd im Altenglischen;—potelot, galene sterile im Altfranzösischen.

μολυβδοιδες im Griechischen, erwähnt von Dioskorides, kann hieher gehören, daher ist der neuere Name entlehnt;—molybdaena, sulfuret of molybdaena im Englischen;—molybdène sulfuré im Französischen;—molybdena, lapis plomo im Spanischen;—molibdena im Russischen und Polnischen;—malibda, malibdika im Bengalischen, übersetzt mit molybdate, molilybdic, ist wohl neuern, europäischen Ursprunges.


§. 15. Kobalt.

Das Kobaltmetall kommt nicht gediegen vor, lässt sich schwer aus den Erzen reducieren, gewährt keinen technischen Nutzen. Am häufigsten findet sich der Schwefelkobalt oder Kobaltkies (Glanz- und Speiskobalt), der zur Smalte verwendet wird, unbedeutender das Kobaltoxyd, mit verschiedener Färbung, als schwarzer und rother Erdkobalt, Kobaltblüthe u.s.w. Das Wort kobalt wird slawischen Ursprunges seyn, zusammenhängend mit kow d.i. Erz, kowalti erzartig, daher kobolt, kobelt, womit der Hüttenmann die unreinen Metallgemische bezeichnet, die beym ersten Schmelzen der Kiese u.s.w. fallen, der Bergmann aber vorzüglich die Erze, die arsenikalische Dämpfe im Feuer ausstossen wie Arsenik- und Kobaltkies, daher er auch den gediegenen, scherbenförmigen Arsenik scherbenkobalt nennt. Wissenschaftlich ist der Name Kobalt auf das eigentümliche Metall beschränkt, auf den Kobalt, der im Czecishchen [Czechischen] dasik heisst.

Die Chinesen kannten seit ältester Zeit das blaue Kobaltglas, daher auch die Kobalterze; ans dem römischen und griechischen Alterthume ist blaues Kobaltglas (Smalte) auf uns gekommen, man muss daher auch damals die Kobalterze gekannt haben, wir wissen aber nicht mit Gewissheit, wo dasselbe bereitet wurde, wie die Erze hiessen, aber wahrscheinlich begriff man sie unter androdamas und argyrodamas (s. Arsenikkies).

A. Speiskobalt.

Das häufigste Kobalterz, eine Verbindung von Kobalt, vielem Arsenik und Eisen, entwickelt daher auf glühenden Kohlen starke Arsenikdämpfe. Ist von weisser und grauer Farbe, häufig krystallisirt. Behufs der Smalte-Fabrikation wird das Erz geröstet, um den Schwefel und Arsenik zu verdampfen, dann mit Quarz und Pottasche zusammengeschmolzen, dabey scheidet sich eine metallische Verbindung aus, die Nickel, Wissmuth, Silber u.s.w. enthält und Speise heisst. Das Wort Speise, woher Speiskobalt, ist in der sächsisch-böhmischen Bergwerkssprache ziemlich verbreitet, wird slawischen Ursprunges seyn, zusammenhängen mit spitz, spiza im Czechischen, was Bronce oder Broncefarbe bedeutet, daher nennt man Speise, Glockenspeise das Glockenmetall, Speise heisst der gelbe Kobaltkönig, den man beym Probieren kobalthaltiger Erze erhält, bleispeise ist beym Bleischmelzen das gelbe Gemisch von Kobalt, Kupfer und Schwefel, das im Ofen über dem Werke stehet; kobaltspeise ist der unreine gelbe Kobalt, der sich beym Schmelzen kobalthaltiger Silbererze, auch beym Schmelzen des Kobaltglases bildet, speisiges erz ist gelbes, kiesiges u.s.w.

koboljt im Russischen;—kobalt im Polnischen;—kobalt, auch dasik im Czechischen;—kobold, kobelt, graupenkobelt, kobaltspiegel, auch speise der sächsischen und böhmischen Bergleute;—koboltercz szörke im Magyarischen;—kobolt im Schwedischen;—cobaltgris-arsenical im Französischen;—arsenical cobalt im Englischen.

B. Kobaltglanz, Glanzkobalt.

Kobaltmetall mit Eisen und wenigerm Arsenik als der Speiskobalt, röthlich weisser Farbe, meist krystallisirt, besonders häufig in Schweden.

koboltglantz, koboltmalm im Schwedischen;—koboljt loskowoi im Russischen;—saudasec im Czechischen;—oright, white kobalt, kobaltglance im Englischen;—zaffera im mittlern Latein.

C. Erdkobalt, Kobaltblüthe.

Kobaltoxyd, mehr oder weniger rein, von schwarzer, auch von rother Farbe, erdig, ohne technische Anwendung, dient nur selten zur Smaltefabrication.

schlackenkobold, koboldblüthe der teutschen Bergleute;—cobalt oxydé im Französischen;—cobalt ochre im Französischen.

D. Smalte.

Blaues Kobaltglas, gemahlen, geschlemmt und weiter zu verschiedenen blauen Farben präparirt ist die Smalte; escher, eschel ist eine blasse Smalte; zaffer heisst im gemeinen Leben das geröstete Kobaltoxyd mit Kieselpulver vermengt, das zur blauen Töpferglasur dient. Obwohl das Alterthum die Smalte kannte, so war doch die Kunst sie zu bereiten gänzlich verloren gegangen; erst um 1540 erfand wahrscheinlich Ch. Schürer, ein böhmischer Glasmacher sie wieder und bereits um 1570 bestanden mehrere Smalte-Fabriken in Böhmen und Sachsen, bald bemächtigten sich die Holländer dieses Handelsartikels, der als azura del alemagna nach Italien ging. Der Name smalte wird slawischen Ursprunges seyn, heisst smele, szalc im Slawischen.

pe-tsing im Chinesischen.

smele im Czechischen;—szmalc im Polnischen;—smolcz im Croatischen;—spushanstvu, svaritge im Windischen;—smalts, blästarkelse im Schwedischen;—smaltum im Mittelalter, auch azura del alemagna in Italien (d.h. teutsches Ultramarin); ferner zaffera (wie damals auch die Kobalterze hiessen) wahrscheinlich von σαφειρος, d.i. Lasurstein; daraus bildete sich safflor, wie man noch jetzo die rohe nicht gehörig präparirte Smalte nennt;—safr, auch azur sacado de cobalto im Spanischen;—zaffer im Englischen;—esmalte im Portugiesischen;—smalt im Französischen.


§. 16. Wissmuth.

A. Das metallische Wissmuth.

Der gediegene Wissmuth findet sich von den Wissmutherzen am häufigsten, ist aber doch ein seltenes Metall, das nur in Sachsen im Grossen ausgebracht wird, sparsamer findet sich der geschwefelte Wissmuth oder Wissmuthglanz und das erdige Oxyd, der Wissmuthocker. Das Metall wird vorzugsweise characterisirt durch seine ausserordentliche Leichtflüssigkeit, es schmelzt an der Flamme des Lichtes, schon auf einem heissen Ofen. Mit Spiesglanz giebt es das Metall zu den Buchdrucker-Lettern;—mit Zinn und Blei versetzt giebt es ein besonders leichtflüssiges Metall, welches bey gewissen Verhältnissen schon im siedenden Wasser schmilzt, das vorzüglich zum Löthen des Zinnes und Bleies dient. Das Zink wird durch Wissmuth härter und diese Legierung hiess sonst conterfait, guntelfer (wie man auch den Zink nannte), und ein solches Metall bezog man sonst aus Indien, wo der Wissmuth stets bekannt gewesen seyn wird. Die Römer und Griechen haben das Metall vielleicht gekannt und es unter plumbum begriffen, doch stehet darüber nichts fest. In den Apotheken hiess es sonst: margasita officinalis, aschblei, plumbum cinereum, stannum cinereum. Der Name mag aus dem Slawischen stammen, wenn er nicht indischen Ursprunges ist.

wismata (gesprochen bismuta) in Bengalen (ob vielleicht aus den europäischen Sprachen?);—vismouth, wismut im Russischen;—vizmunt, biszmut im Polnischen;—wyzmut im Czechischen;—biszmot im Magyarischen;—vissmut, askbly im Schwedischen und Dänischen;—bismuth im Holländischen;—tinglas, auch bismuth im Englischen;—bismute, etain de glace im Französischen;—bismute im Italienischen, Spanischen, Portugiesischen.

Die Alchemiker erwähnen zuerst den wismut; als ziemlich synonym nennen sie conterfayn und mythan (wohl ein orientalisches Wort, dessen Bedeutung dunkel ist), scheinen unter wismat auch wohl Schwefelkies verstanden zu haben;—Albert der Grosse (um 1250) begreift den Wissmuth unter marchasita, Basilius Valentin (um 1500) erwähnt wismut und bismuth.

B. Wissmuthglanz.

Ein Schwefelwissmuth, von grauer Farbe.