bismuth sulfuré im Französischen, ähnlich in den neuern Sprachen.
C. Wissmuthocker.
Ein gelbes Wissmuthoxyd, von gelber Farbe, erdig, von seltenem Vorkommen.
wismatblüet der sächsischen und böhmischen Bergleute;—bismuth oxydé im Französischen und ähnlich in den übrigen Sprachen.
D. Weisses Wissmuthoxyd.
Dieses chemische Präparat bildet den Grund zur meisten weissen Schminke.
magisterium vismuti oder marcasittae der ältern Schriftsteller;—blanc d'Espagne im Französischen;—schminkweiss, spanisch weiss im Teutschen;—hwit smink im Schwedischen.
§. 17. Blei.
A. Das metallische Blei.
Blei, Zinn und Zink haben in ihrem metallischen Zustande grosse Aehnlichkeit mit einander, führen auch in mehreren Sprachen einen gemeinschaftlichen Namen, wie plumbum im Lateinischen, on im Magyarischen u.s.w., werden dann durch Beyworte unterschieden.
sié, tsien, tschjän, kien, jen, jan, gouen, he-youen im Chinesischen;—ien, auch mamari im Japanischen;—jen auf Korea;—ke auf Awa;—tschi in Tunkin und Siam;—timah im Malaiischen, ist Blei und Zinn, timah itan oder etan (d.i. das weisse) ist unser Blei, timahputi unser Zinn;—tudja im Tungusischen;—mane im Tibetanischen (nach Klaproth), auch zah-nye oder shane (nach Wilson), zha-rnye-zha-nyè, dnage-po, ra-nya, ra-rnyie, auch mit Blei übersetzt, wird Zinn seyn, von ranga im Sanscrit;—chorgoldsi und togolcha im Mongolischen, auch chara-chorgoltsch, chara togolga, bugonai-tulga, ukyr-tulga (tulga scheint Zink zu seyn);—churguschin, auch kargaschin im Tartarischen;—tartchan im Tartarisch-Mandschu;—akerlok in Grönland bey den Eskimo's (bedeutet auch Zinn).
kurchan, kargaschin (aus dem Tartarischen), kursun im Türkischen, auch on (wie im Magyarischen);—kurgusch, kurguschun im Kurdischen, auch resas, erssas (aus dem Arabischen);—churguldschim im Kalmückischen.
korhaschin, tschuti, tuschi im Lesgischen;—tkue, tkut, tqwia im Georgischen;—phaabpsah im Tscherkessischen;—desch in andern kaukasischen Sprachen.
sisa, seesa im Hindu;—sisa, sisaka im Bengalischen und Sanscrit, hier auch alinuka, naga, dichterisch auch gandupa-dabhara, çwetarandschana, tschina, tamara pischta (wanga wird Zink seyn);—sika, sikir im Afghanischen, auch sürp (wie im Persischen);—mulva soll das Blei auch im Indischen heissen, ich weiss aber nicht, in welcher Sprache.
sürb, üsrüb, osrob, usrub im Persischen;—surb, scurb im Bucharischen;—idsi, ischdi im Ossetischen.
rasas, rassas, raesas, rafas, russas im Arabischen, bezeichnet Blei und überhaupt die leichtflüssigen Metalle;—russas-aswad (Schwarzblei) ist unser Blei, das auch surb, osrob (wie im Persischen) heisst; russas abiad (Weissblei) ist Zinn und Zink; saerfan ist ein nicht näher bekanntes bleiartiges Metall;—rsas im Maltesischen;—rassas, auch orszaska im Berberischen;—orszas im Dungalischen, Szauakischen und Darfur (Nordafrika).
kapar, gabar, dsar im Armenischen;—abar im Chaldäischen, auch abra, abara, abas, kuni, kunja, karkumischa, karkemisch (wie im Tartarischen);—arar im Abessinischen;—arare im Amharischen;—arar im Tigrysischen (Nordafrika).
laht im Koptischen;—lath in der ägyptischen Hieroglyphensprache nach Champollion;—espeduljon im Syrischen, auch kann onco hieher gehören, gewöhnlich durch Zinn übersetzt; psimuthjon, auch durch Blei übersetzt, ist wohl Bleiweiss, das psimithium der Griechen.
swinetz im Russischen;—swins im Lettischen;—swinas im Schamitischen;—svinz, svinitz im Windischen (Krain);—schiroi im Permischen (Finnischen).
olom, oon im Magyarischen, auch on (wie im Türkischen) bezeichnet Blei und überhaupt die leichtflüssigen Metalle;—olow, olowin im Polnischen;—olowo, wolowa im Czechischen (das gleichklingende olowa im Russischen ist Zinn, nicht Blei, was swinetz heisst);—olowo im Illyrischen, Slowakischen, Bosnischen, Ragusanischen, Croatischen;—olobo, woloi im Serbischen;—woloi, wolüi, wowoy im Sorbischen und Windischen (Krain);—oliovo, cliowo in den samojedischen Sprachen, auch nourgos, niurgul, kupt, chupt.
μολυβος, μολυβδος im Griechischen (ein Wort unbekannten Ursprunges, das mit den erwähnten slawischen Worten noch die meiste Analogie hat, doch will ich damit nicht behaupten, dass es aus dem Slawischen entnommen sey; ich weiss nicht, wie das Blei im Phönizischen hiess);—μολυβι im Neugriechischen;—μολυβος, μολυβη, πλουμος, πλουματον im Mittelalter;—moliwo in der Zigeunersprache, auch artschitsch und swinzi (wie im Windischen).
saturnus bey den Alchemikern, auch osrob, ursub (wie im Persischen), uzuruo, aaban, afrob, alabari.
plumbu im Walachischen;—mpliumt im Albanischen;—plumb im Epirotischen;—plonn, plomm im Bretonischen;—plwn im Wälschen (wwn plwn ist Bleierz, plymen das Bleiloth, plymlyd ist bleiern);—blobm im Cornischen;—plumbum der Römer, waren die leichtflüssigen Metalle, plumbum nigrum war unser Blei (plumbum album Zinn);—plomb im Französischen, in alter Zeit kommt auch accil vor;—piombo im Italienischen;—plomo im Spanischen (plomar ist mit Blei überziehen, plomero der Bleigiesser);—chumbo im Portugiesischen, adjectiv braucht man auch plumbeo;—plun im Allemannischen.
bli, blijo, blyso im Lappländischen;—blyiy im Finnländischen;—bly im Isländischen, Schwedischen, Dänischen;—bli im Platteutschen; blijern ist bleiern;—bli im Altfränkischen;—blei im Hochteutschen.
luaidh im Gälschen; luaidh dhub (Schwarzblei) ist eigentlich unser Blei (luaidh gheal—Weissblei—ist Bleiweiss), luaidhe ist bleiern;—lead im Englischen; leaden ist bleiern, to lead mit Blei überziehen (daher wohl das teutsche: löthen, Loth u.s.w.);—lead im Angelsächsischen;—lood im Holländischen;—hetlod im Belgischen.
beruna im Baskischen.
B. Bleioxyd im Allgemeinen.
Das Blei oxydirt sich leicht, giebt mit dem Sauerstoffe verschiedene Oxyde, als: a) zuerst und schon durch Einwirkung der athmosphärischen Luft, bildet sich das graue Oxyd oder die Bleiasche, auch das weisse Oxyd; b) vermittelst Feuer bildet sich zuerst das gelbe Oxyd oder der massicot, der zum Glasiren der Töpfe gebraucht wird, c) dieser schmilzt leicht zusammen zu einer glimmerigen Substanz, der Bleiglötte, die theils gold-, theils silberfarbig ist, gold- silberglötte; d) diese weiter zusammengeschmolzen giebt das bleiglas;—e) aus dem gelben Oxyd bereitet man durch weitere Behandlung das rothe Oxyd, die mennige, die als Malerfarbe dient.
C. Das graue und weisse Bleioxyd und die Bleiasche.
safeda im Hindu;—alaunoch, alahabar im Arabischen;—onmesz im Magyarischen;—olowinka im Czechischen;—μολυβδος πεπλαυμενος, = κεκαυμενος im Griechischen;—spodium plumbi, plumbum elotum der Römer; plumbagin im Englischen;—cendre de plomb im Französischen;—alvaiade im Portugiesischen;—bliaska, blygelbe im Schwedischen;—bleyasch im Teutschen;—alumboti der Alchemiker, auch botanum melisodium.
D. Glötte, Bleiglötte.
Das im Feuer zu einer glimmerartigen Masse zusammengeschmolzene Bleioxyd, von silberweisser und goldgelber Farbe, daher: silberglötte, goldglötte.
mordar seng im Hindu;—murdesenk im Türkischen;—mürdasenk im Persischen, eigentlich wohl kilimia auch altum tewali; schacht übersetzt mit scoria auri ist wohl Goldglötte wie saecht im Arabischen;—murtek im Arabischen, eigentlich wohl climia (wie kilimia im Persischen), auch almaric und saecht, climia alsoda ist Silberglötte, climia alheb Goldglötte;—μουρτασαγκι im Neugriechischen, auch λιθαργυρον und αφρος απο μολυβι;— madro, madreco im Syrischen;—kharmartzana im Armenischen;—aliji im Koptischen, übersetzt mit spuma metallorum könnte hieher gehören.
molybdites, auch spuma argenti der Römer, chrysites ist Goldglötte; argirites Silberglötte (aus dem Griechischen);—μολυβδοτεον, μολυβδοκτεον im Mittelalter.
λυθαργυρος der Griechen und zwar χρυσιτης und αργυριτης, Gold- und Silberglötte;—litargiris im Spanischen, auch almartogo und greta;—lithargyrio im Portugiesischen;—litharge im Französischen;—litharge im Englischen (in allen diesen Sprachen ist das Wort wohl nicht aus dem Griechischen, sondern aus dem Keltischen entlehnt).
pena im Windischen (Krain), auch smet, slatna pena die Goldglötte, sreberna pena oder smet Silberglötte.
gleyta, glita im Polnischen, auch piana olowna und bialo krusz;—glet, kleyt im Czechischen, auch kyslicnjk olowaty;—gloette im Norwegischen;—glete, glit im Schwedischen, silberglitt, blygült;—glit, glöd im Dänischen, blyglöd, silberglöd;—gelit im Holländischen, goudgelit ist Goldglötte;—glette, silberglette, guldglett beym teutschen Bergmanne.
ezüst tajter (Silberschaum), auch ontajtek im Magyarischen.
E. Bleiglas.
Die zu einem gelben, glasartigen Körper zusammengeschmolzene Glötte.
ιλκυσμα, ιλκασμα der Griechen (könnte vielleicht zusammenhängen mit kilimia im Persischen, cliinia im Arabischen,—die Namen der Glötte—oder einem ähnlichen semitischen Worte);—helcisma der Römer, auch scoria plumbi;—scoria argenti war ein bleiischer Ofenbruch von zusammengeschmolzener Glötte;—verre de plomb, oxide de plomb vitreux im Französischen und ähnlich in den verwandten Sprachen.
F. Massicot, Masticot, Bleigelb.
Das gelbe Bleioxyd, das vermittelst Feuer erhalten wird, es dient zu gelben Wasserfarben, zur Glasur der Töpfe u.s.w.
abar im Arabischen, übersetzt durch plumbum ustum, kann hieher gehören;—massicol im Englischen und Französischen;—blegelb im Teutschen;—blygelbe im Schwedischen;—playgeel im Altteutschen;—zestam olowity im Czechischen.
G. Mennige.
Das rothe Bleioxyd—die Mennige—ist dem Zinnober ähnlich (der damit auch häufig verfälscht wird), eine geschätzte Malerfarbe, die feiner zubereitet Vermillion heisst. Der Name kann von minium im Lateinischen, minea im Baskischen d.i. Zinnober herstammen, hängt aber vielleicht zusammen mit mwyn im Wälschen, was zart, lieblich heisst, da mwyn coch (d.i. roth) eine zarte rothe Farbe heisst.
tan im Chinesischen;—sindur, naga im Hindu;—sindura im Bengalischen;—sindura im Sanscrit, auch tschinpischta, nagasambhawa (aus Blei hervorgegangen), nagarakta (d.i. rothes Blei, von rakta roth), nagarenu, raktarenu (d.i. rother Staub), raktabaluko (d.i. rother Sand);—sidilinggan, sadalinggan im Malaiischen;—siring im Arabischen, auch arandsch, ascrengu, tezri;—isreng, sulgun im Türkischen;—esrench, zarkum im Arabischen, auch salikum, sidufos;—affrengi, azemafor, acartum der Alchemiker.
persch, pirch im Koptischen, ist auch Bolus oder Röthel;—mnis, menis im Syrischen;—zericum (wie zarkum im Arabischen) im Kurdischen ist auch Bleiweiss; serkon, serak im Chaldäischen (eigentlich eine aus Mennige und Röthel präparirte Farbe).
σανδιξ oder σανδυξ im Griechischen (wohl gewiss semitischen Ursprunges), σιρικον war die aus Mennige und Röthel präparirte Farbe (wie sirkon im Chaldäischen, zarkum im Arabischen);—sandyx der Römer, auch cerussa usta und sandaracha factitia (nicht zu verwechseln mit dem natürlichen sandarak-sandarus im Persischen—der das Gummi von einer Art Wachholderbaum ist und zum Firniss dient), siricum war die daraus präparirte Farbe.
mwyn coch im Wälschen (von mwyn zart und coch roth) bedeutet Mennige, auch Zinnober (jede zarte rothe Farbe);—minium im Englischen, was doch vielleicht eher mit diesem mwyn zusammenhängt, als minium im Lateinischen, das Zinnober bedeutet;—minium im Französischen, auch uzefur, oxide de plomb rouge;—minio im Portugiesischen, im gemeinen Leben auch azarcas, zarcao, auch vermilhao;—menie im Holländischen;—mönja, brandt, blywitt im Schwedischen;—minien, mingen im Altteutschen;—miniom im Magyarischen;—miniia im Polnischen;—minyum, surik im Czechischen;—meneka im Windischen.
H. Bleiweiss.
Es ist ein kohlensaures Bleioxyd, meist durch Essig bereitet, von schön weisser Farbe, ein sehr bekanntes und verbreitetes Färbematerial. Hiervon wesentlich verschieden ist das reine essigsaure Bleioxyd, der bleizucker, sucre de saturn, ein süsses Salz, das vorzüglich in der Färberey benutzt wird.
hou-mien im Chinesischen;—zha-nye-dakara-po im Tibetanischen;—zerikum im Kurdischen, was auch Mennige ist;—isfidach, sepidach, sipilab im Arabischen, auch alseregi, baruch; der aspideg und asidagi ist das mehr zubereitete Bleiweiss;—buruk im Maltesischen (wie baruch im Arabischen);—iistibach, irreg, issreny im Türkischen;—spitakagjegh, spitakutz, kapari im Armenischen;—psimutijon im Syrischen (wird öfter auch durch Blei übersetzt);—ψιμμιθιον, ψιμυθος im Griechischen (wohl offenbar semitischen Ursprunges);—εμπιακα, μπλαετο, ῥουπω, σπινταζη im Mittelalter;—μπιαγκα im Neugriechischen;—alfidus bey den Alchemikern, auch balae, albotar, gersa, arfiora, presmucum, pynkis, alkarat, almachabat, biarchetunsin.
cerussa, auch psimithium im Lateinischen;—ceruse, wheite lead im Englischen;—ceruse im Französischen, auch abit, aboit im Altfranzösischen;—albayalde, albayaque, blenqueta im Spanischen.
gwyn blwm (Weissblei) im Wälschen;—guen pariss im Bretonischen;—luaidhe gheal (Weissblei) im Gälschen;—blyhvidt im Schwedischen, Dänischen, Isländischen;—blywit im Platteutschen und Holländischen;—olowenka, plewey im Czechischen;—biel olowa, bleywais im Polnischen;—foiora, pleibes im Walachischen;—jörogfeger (Griechisch Weiss), plairaisz im Magyarischen;—svinzhna bieloba im Windischen:—parno in der Zigeunersprache.
I. Bleiglanz.
Ist Schwefelblei, meist krystallisirt, ein überall verbreitetes Erz, aus dem fast alles gewonnen wird, da die übrigen Bleierze nur sparsam vorkommen. So lange daher metallisches Blei verwendet wurde, dürfte auch der Bleiglanz bekannt seyn.
kalu miniram im Ceylonischen;—sürmeh soll man den Bleiglanz in Indien nennen, so heisst aber Spiesglanz;—zha-nye-rdo im Tibetanischen (d.i. Bleistein);—gaburaran, koshi gabarjeay im Armenischen (von gaba Blei).
μολιβδιτες, μολιβδοειδης im Griechischen;—μολυβοχωρα, μολυβι σκαφτον im Neugriechischen;—molibdites der Römer (galena und molybdaena waren wohl nicht Bleiglanz, sondern Zinkblende).
alchohol (?) im Arabischen (alcohol ist die Spiesglanzsalbe, s. unten);—alcohol, alquirol, auch zofre im Spanischen, galena (jetzo der gebräuchlichste Name) und columbina; alcol ist der Bleiglanz, der als Schlich von den Töpfern zur Glasur gebraucht wird; saroche nennt der Bergmann bleiglanzhaltige Erze;—alquifoux, archifow im Altfranzösischen (ein Name, den man noch jetzo in Teutschland am Rheine dem feinkörnigen Bleiglanz giebt, der gemahlen und zubereitet zur Glasur der Töpfer dient; übrigens ist jetzo in Frankreich galéne die allgemein gebräuchliche Benennung;—galene im Englischen, auch plumbagine und lead glance; der englische Bergmann nennt den Bleiglanz meist pee, das mulmige Bleierz belland, das gewonnene Bleierz im Allgemeinen bowse;—biombo galenico im Italienischen.
mwn plwn im Wälschen (d.i. Bleierz);—blymalm, blyglants, terninge malm im Schwedischen;—blyerts im Dänischen, Holländischen;—glantz beym teutschen Bergmanne, bleyglantz; die dichte Abänderung ist bleyschweiss, bleyschweif, bleyschuss.
swinzowoi blesk, vataya ruda im Russischen;—olowice, olowiany kruszec, krostokrusz im Polnischen;—olowina, cestinec, lestenec im Czechischen;—olobo im Serbischen;—onercz, onasercz, fenyes onercz im Magyarischen.
K. Bleispath.
Man begreift hierunter die Verbindung von Bleioxyd mit verschiedenen Säuren, die dessfalsigen Mineralgattungen sind verschieden, meist prismatisch krystallisirt, kommen im Ganzen nur sparsam vor, haben nur ein mineralogisches Interesse. Man unterscheidet besonders a) kohlensaures Bleioxyd von weisser Farbe—Weissbleierz—öfter auch durch Kohle schwarz gefärbt—Schwarzbleierz;—b) phosphor- und arseniksaures Bleioxyd von meist grüner Farbe—Grünbleierz;—chromsaures Bleioxyd von meist rother Farbe, das fast nur in Siberien vorkommt—rothes bleierz.
plombe spatique im Französischen und zwar: blanc-, verd-, rouge, auch carboné-, phosphaté-, chromaté;—im Englischen white-, green-, red lead ore, auch carbone, phosphate, chromate of lead;—blyspath im Schwedischen, hoit blymalm, grön blyspat;—szpat olowiang im Polnischen;—swinzowaja ruda im Russischen, und zwar: belaja-, selenaja-, krasnaja das weisse, grüne, rothe;—onmesz im Magyarischen, und zwar: fejer-, zäl-, veres, das weisse, grüne, rothe.
L. Bleierde.
Derbes und erdiges kohlensaures Bleioxyd.
bly-jord im Schwedischen;—lead earth im Englischen, belland beym Bergmanne;—plombe carbonaté terreux im Französischen;—belowa im Czechischen;—swinzowaja iswesti im Russischen;—onmesz im Magyarischen.
§. 18. Zinn.
A. Das metallische Zinn.
Ein bekanntes leichtflüssiges Metall, welches vorzugsweise aus Indien, England und dem böhmisch-sächsischen Erzgebirge kommt. Es dient besonders zu zinnernem Geschirr, zum Verzinnen von Kupfer und Eisen, zur Fertigung der Bronce u.s.w. Es stehet dem Blei und Zink sehr nahe, daher in mehreren Sprachen diese 3 Metalle durch denselben Gattungsnamen bezeichnet werden. Das in sehr feine Blattchen [Blättchen] geschlagene Zinn heisst stanniol, stagniol, sagnol.
sy, la-sy, ting, sik, tschilja im Chinesischen; teou-sy ist Zinn aus Malacca;—muk in Siam;—sik in Japan;—nap auf Korea;—tocholcha, dogolgan im Mongolischen, auch tulga und tschagan-gorold-dsin;—toholon im Tartarisch-Mandschu;—todjah, tudjla im Tungusischen;—chorgol, dogum im Jakutischen;—akerlok im Grönländischen bey den Eskimo's (bedeutet auch Blei);—tlai in Tunkin;—bulai auf Awa;—lolpi im Ostjäkischen (Samojedischen);—hattusch im Wogulischen.
kalang (von der Insel Kalah im indischen Meerbusen) im Malaiischen, ein durch ganz Asien verbreiteter Name, auch kalah, tinah-putih, mipis und mimpis;—kelley in Hindostan;—k'hé in der indischen Provinz Tenasserim;—ckalai im Tartarischen, auch ackkorgasch und korgoschik;—kalai im Türkischen, auch korgot, enück;—kalai, kale, quale im Georgischen;—galai, auch such, sachu im Tscherkessischen und den kaukasischen Sprachen;—kala im Ossetischen;—kalai im Arabischen;—kalay, qualay im Kurdischen;—qualat im Persischen, auch arsis, arzihz (wie arzihz im Sanscrit);—arsis im Bucharischen;—osis im Permischen;—καλαι, καλαγι im Neugriechischen.
anak, anag im Armenischen (anaki ist zinnern) auch glajek, galajek; nak im Aethiopischen;—gnaek im Abessinischen;—thran im Koptischen (anin ist zinnernes Geschirr), basnes, basns, auch durch Zinn übersetzt, ist wohl ehern;—bdil, bedil im Hebräischen;—cheseth im Altägyptischen;—djaurigge im Dungalischen;—drina nobürde in Burnu (Nordafrika);—korekone im Amharischen, auch arare (wie Blei), makebate ja arare ist verzinnen.
olowo, olobo, lova im Russischen (in den übrigen slawischen Sprachen ist olowo das Blei, kositer das Zinn);—on, olom im Magyarischen, eigentlich foger-on (d.i. Weissblei).
kastira, kastra im Sanscrit, auch rangu, arzihz trapu, ferner: trapula, trapusha, apusha, pattra, barbatira, surebha, nagadschirana, hima, alinaka, gurupatra, singata (aus Ceylon), banja (aus Bengalen);—rân, ranga, swarnadscha im Bengalischen;—ranga im Hindu;—ra-nya im Tibetanischen (rarnye und zan-nye mit Blei übersetzt kann hieher gehören).
kasdir im Arabischen; auch kalai, qualui (wie im Tartarischen, ein durch Asien verbreitetes Wort) und russas abead (Weissblei), russas, ryssas, raesus ist der gemeinschaftliche Name für Blei, Zinn, Zink (wie rsas im Maltesischen), übrigens heisst althe oder calhi die beste Sorte von Zinn, cerab ist eine schlechtere Art, inoe oder unot hat eine dunklere Färbung und keinen Klang (wohl ein legirtes Zinn), calicon ist strengflüssiger, wohl unser Zink, semkary ist verzinnen;—kastir in Darfur und im Szauakischen (Nordafrika);—kastira, kistara im Chaldäischen, auch abaz, abza, biz, pathkith, bdil, bedil (wie im Hebräischen);—kasdrin im Syrischen (onco wird auch mit staunum, kerutinon mit plumbum album übersetzt);—kastora, kistira im Phönizischen;—kositorin im Walachischen (kositar ist Zinngiesser);—κασσιτερον und καττιτερον im Griechischen (γεγανωμενα war verzinntes Geschirr); cassiteron der Römer, auch plumbum album (Weissblei), ihr stannum war aber—wenn man die auf uns gekommenen Stellen der Classiker prüft—nicht Zinn, sondern unser Zink, obwohl das lateinische Wort stannum von stan im Gälschen herkommt, was allerdings Zinn heisst; Zinnerze fehlen in Italien und Griechenland, aber aus zinkischen Kupfererzen wurde auch in Cypern stannum, d.i. Zink gewonnen;—kositer im Illyrischen, kositeritti ist verzinnen;—kositer im Windischen (Krain), obkositerati ist verzinnen;—kositer im Slowakischen, auch kalai, daher kalayscar der Zinngiesser;—kositer in Bosnien;—kossiter im Ragusanischen;—kosziter, auch czing in Croatien;—kaster im Altnordischen.
tina im Altfinnischen und Finnländischen (vielleicht mit ting im Chinesischen zusammenhängend):—tinna im Ehstnischen;—tidne, tadne im Lappländischen;—tenn im Schwedischen;—tin im Dänischen und Holländischen;—tin im Isländischen, tinna ist verzinnen;—tinn im Platteutschen;—tin im Angelsächsischen, tinnan ist verzinnen;—tin im Englischen, to tin ist verzinnen; block tin ist sehr reines Zinn in Blöcken; streamtin ist das aus den Seifenerzen geschmolzene Zinn, dieses durch ein Umschmelzen gereinigt giebt das reine grain tin, Kornzinn. tin in England wird nicht einheimischen, keltischen Ursprunges seyn, sondern ein fremdes Wort; in Cornwall, wo seit den ältesten Zeiten Zinnbergbau war, heisst das Zinn staern, stan (wie stan, staoin im Gälischen), stannary laws ist die Bergordnung für den Zinnbergbau, stan nary court ist das dasige Ober-Bergamt; pol stean ist ein Zinnsteinschacht, huel stean die Zinngrube; spalliard heisst der Zinnbergmann, flooran ist fein eingesprengter Zinnstein, pillion ist Zinn, welches nach der ersten Schmelzung noch in den Schlacken zurückbleibt;—pewtur ist legiertes Zinn, auch zinnernes und überzinntes Geschirr; dieses Wort ist auch keltischen Ursprunges, ist das gälsche peotar, feodar, das bretonische fewtur.
cyn, ceyn im Czechischen; cynugi, po cynowati ist verzinnen, cynar, konwar der Zinngiesser (dieses cyn, woher das teutsche zihn, zinn, scheint nicht sowohl slawischen, als finnischen Ursprunges, da bey den meisten slawischen Stämmen das Zinn kositer oder olowa heisst);—cyna im Polnischen, cynowy ist zinnern;—cin im Slowakischen;—czin-edeny im Magyarischen.
stan, staoin im Gälischen, auch feodar, peotar ist auch das legirte Zinn zu Geschirr (wie pewter im Englischen, peltre im Spanischen);—slian im Cornischen;—ystaen im Wälschen (auch alcan, von can weiss), ystaeniaw ist überzinnen, ystenawr der Zinngiesser;—sten, stean, steinn im Bretonischen, steinage ist Zinngeschirr, steinnein ist verzinnen;—feutur, auch fitur, und gloan ist (wie pewter im Englischen) zinnernes oder verzinntes Geschirr;—estan im Provenzalischen;—etain im Französischen, auch estain; etamer ist verzinnen, etamage ist Verzinnung;—estain im Altfränkischen;—estanno im Spanischen; sita heisst das feine chinesische Zinn (wohl von tschitja im Chinesischen), peltre, pêlterria ist das überzinnte oder zinnerne Geschirr (wie pewter im Englischen);—estanho im Portugiesischen; das feine indische heisst calain (der asiatische Name), eine andere Sorte ist tutanaga, wird aber wohl Zink seyn, von tutanag im Indischen.
stagnum, stannum celtiberium, auch cositerium im Mittelalter, ferner σταγνον, στακτιμολυβδον, σταννιον; daher σταννιαζειν und σταννιαρειν verzinnen;—Jupiter bey den Alchemikern, auch alnec, alenel, alkalap, aleth, asabum, almiba, caldar, cardir, feruzegi, kaufor, razdir, laos, meselrabira, rasar, zarfu, elkaley;—plumbum candidum im neuern Latein.
B. Zinnlegierungen.
a) Zinn und Kupfer giebt die Bronce, die schon erwähnt ist.
b) Zinn mit wenig Blei giebt das Metall zu dem Zinngeschirr, ist das coarse pewter der Engländer, feodar im Gälschen.
c) Zinn mit gleichem Theil Blei giebt das bekannte Schnellloth, Schlagloth, argentarium tertiarium der Römer.
d) Zinn und Wissmuth giebt ein höchst leichtflüssiges Metall, das Zinnloth, das besonders zum Zusammenschmelzen des Zinnes gebraucht wird; ist das eigentliche pewter der Engländer (aus 9 Theilen Zinn und 1 Theil Wissmuth).
e) Zinn und Schwefel giebt das Musiv- oder Muschelgold von schön goldgelber Farbe;—(or mussiv, or de mosaique im Französischen);—malare gull im Schwedischen.
C. Zinnerz, Zinnstein.
Der Zinnstein ist Zinnoxyd und meist krystallisirt, der sich meist in Gängen, auch in Seifen findet, aber bauwürdig nur an wenigen Punkten, besonders in Indien, England, Böhmen und Sachsen. Die wenigen andern Zinnerze sind so selten, dass der Zinnstein das einzige Erz ist, aus dem Zinn geschmolzen wird, und er muss überall bekannt seyn, wo Zinn gewonnen wird.
kalin soll in Indien der Name seyn;—marchasita im Arabischen begreift auch den Zinnstein, so auch markeschitto im Syrischen;—ibn-gnaek im Abessinischen (d.i. Zinnstein);—tinstone, tinore im Englischen; flooran ist eingesprengtes Zinnerz, scove ist Stuferz in den Zinnsteingängen, aber scovan ist Granit der Zinnsteingänge;—tinberg, tinmalm im Schwedischen;—tinerz im Dänischen;—zihnstein der teutschen und böhmischen Bergleute; graupen, graupel, zihngraupen, als rothe, gelbe, weisse sind die grössern reinern Krystalle (wohl von kraupi im Czechischen das Korn, der Hagel), keffer, rammel, plautze, zihnkeffer heisst das graupige Zinnerz aus den Zinnseifen, zwitter, zytter ist das Zinnerz im Allgemeinen, daher Zwittergänge, Zwitterpocher, Zwitterheerde u.s.w. und hängt dieses Wort offenbar mit kositer (s. oben) zusammen.
ruda cinowa im Czechischen;—cynowy kruszel, ruda cynowa im Polnischen;—olowännoi ruda im Russischen;—czin-erez im Magyarischen.
stagno nerato im Italienischen;—estanno vidrioso im Spanischen;—etain oxide im Französischen.
§. 19. Zink.
A. Zinkmetall.
Der metallische Zink ist in seinem Aeussern dem Blei und Zinne ähnlich, ist ein leicht flüssiges Metall, welches sich aber an der Luft nicht oxydirt, leicht mit grünlicher Flamme brennt, indem weisser Rauch (Oxyd) aufsteigt. Die Zinkerze (Blende und Galmey) sind nicht allgemein verbreitet, erscheinen nur an wenigen Punkten bauwürdig, aber manche Kupfererze sind zinkhaltig, und dann wird in der Kupferhütte der Zink beyläufig (durch einen Zinkstuhl) gewonnen, wie es auch im Alterthume in den Kupferhütten von Cypern u.s.w. der Fall war. Eine wichtige Anwendung des Zinkes oder vielmehr des Galmey war stets die zur Fabrication des Messings, wozu es mit Kupfer zusammengeschmolzen wird. Das metallische Zink wird jetzo viel häufiger als früher zu Röhren, zum Decken der Dächer u.s.w. angewendet; Teller und Geschirr wird nicht daraus gemacht, aber kupfernes Geschirr kann man sowohl verzinnen, als verzinken, und letzteres war im griechischen Alterthume der Fall.
ya-yan im Chinesischen (d.i. das zweite Blei) auch tutenag (wie auch der Galmey heisst); kalin ist das Metall, womit die Chinesen ihre Dächer decken, wohl Zink, der in China seit den ältesten Zeiten bekannt war, als Handelsartikel besonders nach Ostindien ausgeführt wurde;—tutenach in Indien (aus dem Chinesischen);—dasta in Bengalen (wie der Galmey);—ditscha im Tibetanischen;—wanga im Sanscrit, auch tshinawanga (d.i. chinesisches Zinn), kuwanga;—kartschini im Persischen (d.i. chinesisches Eisen), nach einer wohl irrigen Conjectur von Hammer-Purgstall soll von der letzten Silbe dieses Wortes der Name Zink herstammen, der erst im 16. Jahrh. von Paracelsus zuerst erwähnt wird;—kalijon, kalicon, talicon im Arabischen (ist wohl das chinesische kalin), auch rhouh tutia (d.i. der Geist, das Metall von tutia Galmey), auch dschöst (was zusammenhängen kann mit dasta in Bengalen, oder ditscha im Tibetanischen);—arare im Amharischen (ist auch Zinn).
ψευδαργυρον der Griechen (d.i. Lugsilber);—stannum der Römer. Der Name ist offenbar keltisch, hängt zusammen mit stan im Gälschen, ystaen im Wälschen, d.i. Zinn, welches aber die Römer mit cassiteron und plumbum album bezeichneten. Was in den Autoren über stannum gesagt wird, passt nur auf unsern Zink, der in den cyprischen Kupferhütten beyläufig aus den zinkhaltigen Kupfererzen gewonnen wurde. Erst im Mittelalter brauchte man stannum für Zinn; hier und bey den Alchemikern scheint für Zink kein bestimmter Name vorzukommen.
zynek im Polnischen, auch schpiaotor;—zinek im Czechischen; wohl ein slawisches Wort, zusammenhängend mit zuna, zunek, zinek, was Aftermetall, Unerz, Unkraut bedeutet, daher wohl zinchum im neuern Latein, seit dem 16. Jahrh. und zink im Teutschen, Schwedischen, Englischen, Französischen, Spanischen, zinko im Italienischen und Portugiesischen, τζιγκον, auch κιγτος im Neugriechischen.
konterfay, conterfeyt, conterfey der alten teutschen Bergleute scheint vorzüglich der Zink gewesen zu seyn, der in den Kupferhütten beyläufig im Zinkstuhle gewonnen wurde; woher der Name stammt, ist unbekannt, aber ein aus Indien bezogenes Metallgemisch aus Zink und Wissmuth soll conterfay oder guntelfer geheissen haben.
spelter im Englischen, in der neuern Zeit auch zink;—speauter, sputer im Französischen, neuerlich auch zinc;—speauter, peauter im Belgischen;—peltre im Spanischen, neuerlich auch zink;—peltro im Italienischen (heisst auch, wie pewter im Englischen, das überzinnte Geschirr);—schpiator im Russischen, neuerlich auch zink;—spiauter im Polnischen, auch contryfall, zynk, polkuszeca;—splauter der alten böhmischen und sächsischen Bergleute, ist eigentlich der Galmey, auch das Zinkmetall;—fattyu, fattyn on im Magyarischen.
B. Zinkblende.
Ein Schwefelzink von rother, gelber, grauer Farbe, meist krystallisirt, dem Granit und Zinnstein ähnlich; ein sehr verbreitetes Erz, das gewöhnlich mit Kupfer- und Bleierzen einbricht, aber nur selten auf Zink benutzt wird (den man meist aus Galmey zieht), daher es der Bergmann gewöhnlich als unnütz über die Halde wirft.
μολυβδαινα der Griechen; derjenige πυριτης, aus dem man Zinkoxyd und Ofengalmey gewann, wird blendereicher Kupferkiess gewesen seyn;—molybdaena, auch galena der Römer;—alrusenai im Persischen, aber nur die rothe Art;—marchosita im Arabischen, aber nur die rothe Art; margasita aurea bey Albert dem Grossen, auch im neuern Latein, hier auch plumbago sterilis, sterile nitidum, granata zinchini.
plent im Czechischen, auch perestek;—blenda, auch obwanka im Russischen;—blende, pechblende, speisige blende beym sächsischen und böhmischen Bergmanne, wohl nicht vom teutschen blenden, sondern vom czechischen plent; blände, rödslag, schörlblende, hornblaede im Schwedischen;—blende im Spanischen, estoraque, auch viboria beym Bergmanne;—blende, zink sulfuré im Französischen;—blenda im Italienischen;—fattyuerz im Magyarischen, und zwar -barma, -fekete, -sarga das braune, gelbe, rothe, auch fallyu on feny.
C. Zinkoxyd, Galmey.
Das Zinkoxyd ist theils ein natürliches, theils ein künstliches, die nicht wesentlich von einander verschieden sind und vorzugsweise zur Messingfabrikation dienen.
a) Das natürliche Zinkoxyd oder der Galmey ist meist weiss, derb oder erdig, häufig durch Eisen verunreinigt, findet sich nur in wenigen Gegenden. Ihm verwandt ist der zinkspath, ein kohlensaures, meist krystallisirtes Zinkoxyd, das nur sparsam als mineralogische Merkwürdigkeit vorkommt.
b) Beym Verschmelzen von zinkhaltigen Erzen, besonders Kupfererzen, verbrennt der Zink, und setzt sich als feine, weisse Flocken oder Blumen an die Decke der Hütte, oder in gewisse Vorrichtungen, ist bekannt unter den Namen: Hüttennichts, Hüttenrauch, tutia, im Englischen zink putti, im Französischen fleurs de zinc (auch wird in manchen Hütten durch gewisse Vorrichtungen metallischer Zink gewonnen); die Ofenbrüche sind dann auch zinkhaltig und geben den Ofengalmey, der in verschiedenen Formen erscheint.
packy-yn, auch tutenag im Chinesischen, lou-kan-chi ist das künstliche Zinkoxyd, die Tutia;—dasta im Bengalischen;—tutia, tutti in Indien (im Sanscrit ist tutia eigentlich Vitriol, man scheint das Zinkoxyd zu den Metallsalzen zu rechnen, übrigens mag tutia mit tutenag zusammenhängen);—tutia ist das Hüttennichts im Arabischen, Kurdischen, Persischen, Neugriechischen;—tutia, tutinegra im Portugiesischen;—tuthie im Fianzösischen;—tutty im Englischen;—uphumaphlus im Syrischen.
iklimia, sengi tutija im Persischen ist der natürliche Galmey;—yklimia im Türkischen;—klimia im Arabischen, auch acecon, aleron, azarem, azauene, der Ofengalmey ist deschudium;—καδμεια, καδμια der Griechen ist der natürliche, meist aber der Ofengalmey, man unterschied: βοοτριιτης den flockigen (das Hüttennichts), πρακοιδης den rindenförmigen, ονιχυτης den onyxartigen mit verschieden gefärbten Lagen, πομφολυξ war das reine weisse Zinkoxyd, das man in eigenen Oefen aus Galmey gewann, nicht zufällig in den Kupferhütten, wie die καπνιτης; σποθιον war das unreine Zinkoxyd, Ofengalmey, zinkische Ofenbrüche;—cadmia der Römer; cadmia lapis der natürliche Galmey; cadmia botriites, placitis, onichitis; auch pompholix und spodium das künstliche Zinkoxyd, wie bey den Griechen;—calamina im mittelalterlichen Latein, auch calia, ymia, terra tinea der natürliche Galmey, tutia der künstliche;—calamina, cadaria, alfusa der Alchemiker.
galimei, galmeyi im Russischen, zinkowümi zwetani sind die Zinkblumen, das Hüttennichts;—galman, galemon, galmaia im Polnischen (daher mögen wir den Namen Galmey erhalten haben, da in dem polnischen Theil von Schlesien seit ältester Zeit die wichtigsten Galmeygruben waren), auch popiolek von popiol die Asche; hutnych, urewieg, mosiezny ist unser Hüttennichts;—kolmai, auch hobresch im Windischen (Krain);—kalmey im Holländischen;—galmei im Dänischen;—calamina im Spanischen und Portugiesischen;—calamine im Englischen und Französischen;—giallomina, gellamira im Italienischen;—gallemeja, gallmej-jord im Schwedischen;—litunar malmur im Isländischen;—spiauter der alten teutschen Bergleute (wie auch der Zink hiess);—fattyn onmesz im Magyarischen.
§. 20. Spiesglanz oder Antimon.
A. Antimon im Allgemeinen und das regulinische Metall.
Antimon ist ein sehr leicht flüssiges Metall, das sich nur selten gediegen findet, häufig aber geschwefelt—grau spiesglanzerz—aus welchem Erze es leicht ausgesaigert wird; die andern Antimonerze sind bloss mineralogische Seltenheiten, gewähren keinen technischen Nutzen. Das Metall dient zur Reinigung des Goldes von andern Metallen, macht weiche Metalle härter, dient mit Blei legiert zu Buchdrucker-Lettern u.s.w.; das Oxyd—spiesglanzweiss—giebt eine gute Malerfarbe; wichtig ist der medicinische Gebrauch, als goldschwefel, mineralischer kermes u.s.w. Das natürliche Grauspiesglanzerz wenden wir als solches kaum an, aber im Oriente dient es von jeher zum Schwärzen der Augenbraunen.
Das Spiesglanz war wohl stets bekannt; die wissenschaftliche Litteratur desselben und verwandter Körper in neuerer Zeit beginnt mit dem curriculum triumphalis Antimonii oder dem Triumphwagen des Antimons, welches Buch dem Basilius Valentin zugeschrieben wird, aber erst um 1500 verfasst seyn mag, wo zuerst eine Menge chemische Präparate gehörig beschrieben sind, wie Antimonial-, Zink- und Wissmuthverbindungen, arsenige Säure, Salzsäure u.s.w., welches Buch von spätern Schriftstellern viel benutzt wurde.