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Modernste Kriegswaffen - alte Erfindungen cover

Modernste Kriegswaffen - alte Erfindungen

Chapter 110: 108. Die Erbswurst im 18. Jahrhundert.
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About This Book

A collection of illustrated essays surveys historical antecedents of modern military technologies, tracing how ancient, medieval, and early modern sources describe precursors to firearms, explosives, balloons and flying machines, submarines and diving suits, torpedoes and naval innovations, siege engines, signaling systems, and various field implements. Each brief chapter pairs descriptive narrative with folkloric, literary or technical citations and engraving references, assessing plausibility and showing recurring patterns of inventive thought and practical adaptation across different cultures and eras.

108.
Die Erbswurst im 18. Jahrhundert.

Der Direktor der Kgl. Hofapotheke zu Berlin, Herr Johann Heinrich Pott, erfand im Jahre 1756 ein „Pulver wider den Hunger“. In den bekanntesten Tagebüchern des Generalmajors von Scheelen wird über diese Erfindung folgendermaßen berichtet: „Der Regiments-Felscher Schmuckert von der Garde hatte ein Pulver erfunden, davon man ohne Brot und ander Essen 14 Tage leben kann, und es dem König gemeldet, der König machte also die Probe. Den 5. mußte von der Garde der Lieutnant Raoul mit drei Mann vor die langen Brücke nach der Maulbeerplantage vom Waisenhause gehen und daselbsten acht Tage in einem Hause sich einquartieren und alle Tage stark arbeiten und manchmal des Tages zwei Meilen marschieren. Es waren drei verschiedene Kerls. Der erste war ein gesunder starker Kerl, der für zwei Mann essen konnte. Der zweite war ein ordinairer Esser, aber ein starker Trinker, etwas liederlich. Der dritte ein sehr ordentlicher Mensch im Essen und Trinken. Der Lieutnant Raoul hingegen, war der schwächlichste von ihnen allen. Ein jeder bekam des Tages zwölf Loth Pulver, des Morgens zwei Loth, alsdann vier Stunden gearbeitet, zu Mittag sechs Loth, wieder vier Stunden gearbeitet, als Wasser zu trinken. Der liederliche konnte Tabak rauchen und täglich vor ein Dreier Branntwein trinken, des Abends vier Loth. Man tat das Pulver in kochend Wasser und ließ es zwei Minuten kochen, so war es gut und wie ein Brei zu essen, es quoll auf, die Leute bekamen sonst nichts anderes zu essen, der Lieutnant mußte davon repondieren. Sie bekamen auch nichts. Die ersten Tage sättigte das Pulver die Leute sehr gut, ohne daß ihre Kräfte abnahmen. Der Lieutnant rapportierte alle Morgen schriftlich davon General Retzwo, Major Diericke. Des Nachts schliefen die Leute auch draußen. Das neuerfundene Pulver wider den Hunger ist in Frankreich erst vorm Jahr erfunden worden, man hält es dorten sehr geheim. Der Herzog von Nivernois hat unserm König was davon gegeben, dieser hat es in Berlin durch den Professor Pott auflösen lassen. Das Rezept hat Balbi und General Retzwo an den Regiments-Felscher Schmuckert gegeben, der hat das Pulver nachgemacht und gibt es vor seine Erfindung aus.“

So ist auch die Erbswurst, die der Berliner Koch Grüneberg im Jahre 1867 aufbrachte, an sich nichts neues gewesen.