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Modernste Kriegswaffen - alte Erfindungen cover

Modernste Kriegswaffen - alte Erfindungen

Chapter 87: 85. Ein Telegraph im Jahre 1616.
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About This Book

A collection of illustrated essays surveys historical antecedents of modern military technologies, tracing how ancient, medieval, and early modern sources describe precursors to firearms, explosives, balloons and flying machines, submarines and diving suits, torpedoes and naval innovations, siege engines, signaling systems, and various field implements. Each brief chapter pairs descriptive narrative with folkloric, literary or technical citations and engraving references, assessing plausibility and showing recurring patterns of inventive thought and practical adaptation across different cultures and eras.

85.
Ein Telegraph im Jahre 1616.

Optischer Telegraph, Kupferstich von 1616.

Der Italiener Porta hatte 1589 in seinem weit verbreiteten Buch über natürliche Magie Anregungen zur optischen Telegraphie gegeben. Der aus Wetzlar stammende Maler Franz Keßler unternahm daraufhin Versuche und legte deren Ergebnis in einer heute außerordentlich seltenen Schrift „Secreta, Oder Verborgene geheime Künste“ nieder, die 1616 in Oppenheim erschien. Wir sehen aus dem Bilde, daß eine telegraphische Verbindung zwischen Napfort und Eckhausen geplant ist, um „durch die freie Luft hindurch, über Wasser und Land von sichtbaren zu sichtbaren Orten, alle Heimlichkeiten zu offenbaren und in kurzer Zeit zu erkennen“. Auf beiden Stationen befinden sich brennende Feuertonnen. Sobald der Beamte Hans auf der Station Napfort an einem Strick zieht, wird sein Feuer dem Beamten Peter in Eckhausen sichtbar. Aus der Anzahl der auf diese Weise zustande gekommenen Signalblitze läßt sich das telegraphierte Wort von einer neben der Feuertonne liegenden Tafel ablesen.