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Neues Altes

Chapter 108: EPISODE
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About This Book

A series of brief, fragmentary pieces—essays, letters, aphorisms and vignettes—presents intimate impressions of urban life, artistic circles and personal relationships. The narrator alternates between melancholic observation and wry epigram, reflecting on friendship, creativity, illness, memory and the small incidents of cafés, theatres, bathing places and country retreats. Portrait sketches and short episodes mingle with poetic asides, postcards and aphoristic formulations to form a collage of moods that privileges momentary sensation over sustained narrative. Recurring concerns include aesthetic perception, social manners, solitude and the consolations and limits of recollection.

EPISODE

Zwei elegante junge Leute stellen sich verlegen vor:

»Wir sind seit langem begeisterte Verehrer Ihrer Dichtungen und bitten Sie um die Ehre, an unserm Tische mit uns Champagner zu trinken — — —.«

»Meine Herren, ich bin sehr, sehr krank, und bitte Sie daher, mir vorher alle Garantien zu bieten, daß man sich in vollster Korrektheit benehmen werde!«

»Aber Herr Altenberg, würden wir sonst um die Ehre Ihrer Gesellschaft zu bitten überhaupt wagen?!?«

Zwei Stunden später: »Sie, Peterl, mir san ganz gewöhnliche naive Menschenkinder, aber Sie haben doch das Raffinement, Sie verstehen doch diese Sachen aus dem ff. Sie, bitt’ Sie, mir beide fliegen so kolossal auf dös Menscherl dort am dritten Tisch. Gehn’s, kobern’s es uns zu — spielen Sie den Vermittler!«

Ich stand auf, sagte: »Meine Herren, Sie vergessen Ihre zugesagten Garantien! Ich muß Sie ernstlich daran erinnern — — —.«

»Was Garantien — wir wollen uns für unser Geld amüsieren.«

Darauf stand ich brüsk auf, ging zu der Dame hin und brachte sie an den Tisch. Eine Pause entstand beklommener Verlegenheit. Dann sagte ich: »Sie haben nun für Ihr Geld Ihr Vergnügen! Apropos, es gebühren mir aber noch für die Vermittlung zwei Flaschen Schampus! Also her damit! Ich werde sie aber allein an einem anderen Tische trinken!«