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Chapter 120: SEMMERING, ENDE SEPTEMBER 1911
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About This Book

A series of brief, fragmentary pieces—essays, letters, aphorisms and vignettes—presents intimate impressions of urban life, artistic circles and personal relationships. The narrator alternates between melancholic observation and wry epigram, reflecting on friendship, creativity, illness, memory and the small incidents of cafés, theatres, bathing places and country retreats. Portrait sketches and short episodes mingle with poetic asides, postcards and aphoristic formulations to form a collage of moods that privileges momentary sensation over sustained narrative. Recurring concerns include aesthetic perception, social manners, solitude and the consolations and limits of recollection.

SEMMERING, ENDE SEPTEMBER 1911

Immer noch dieses Nachtgebrause im Göstritzwalde, immer noch um 7 morgens diese silbergrauen Nebelschleier. Aber meine Seele ist krank, weil Du nicht da bist, Anna Konrad! Du gehst, unausgeschlafen, müde, in die Schule, lernst mechanisch, daß Hannibal den Giftbecher trinken mußte aus irgendeinem Dir unverständlichen Grunde. Du kannst nicht mehr abends beim Abschiede zu mir sprechen: »Also schicken Sie mir bestimmt heute noch ›halb und halb‹; das hieß: Für 20 Heller Extrawurst, und für 20 Heller Zuckerln als Dessert!« Ich kam mir da jedesmal vor wie Kaiser Josef in den Volksstücken, der Leute beglückte, indem er einfach sagte: »Was braucht Ihr zu Eurem Glücke?! 10000 Gulden? Da habt Ihr sie!« Nun bist Du ferne, Anna Konrad! Immer noch dieses herrliche Nachtgebrause im Göstritzwalde, immer noch um 7 morgens die dichten silbergrauen Nebelschleier um Berg und Wald — — —.

Anna, Anna, Anna Konrad, ich liebe Dich!

Peter Altenberg.