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Chapter 22: HELGA
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About This Book

A series of brief, fragmentary pieces—essays, letters, aphorisms and vignettes—presents intimate impressions of urban life, artistic circles and personal relationships. The narrator alternates between melancholic observation and wry epigram, reflecting on friendship, creativity, illness, memory and the small incidents of cafés, theatres, bathing places and country retreats. Portrait sketches and short episodes mingle with poetic asides, postcards and aphoristic formulations to form a collage of moods that privileges momentary sensation over sustained narrative. Recurring concerns include aesthetic perception, social manners, solitude and the consolations and limits of recollection.

HELGA

Helga, mein Leitstern, bist du mir erloschen?!?

Leuchtest du mir nicht mehr in meinen Dunkelheiten?! Willst du meinen Verdüsterungen nicht mehr Klärung bringen?! Die Nebel zerstreuen, die sich über meiner Seele lagern, wie die Sonnenkraft auf Bergesgipfeln beim Nebelreißen?!? Wie ein Kindchen strecke ich die Arme nach dir aus. Hilf mir! Du gabst mir Kraft, du gabst mir Frieden! Sei ewig bedankt — — —! Nun kommen die Liebelosen und rauben mir alles! Düstere Nebel umwölken mein ehemals klares Gehirn — — —. Sei wieder die Sonne, die Klarheit bringt und Licht und Wärme! Hilf mir, Helga — — —! Alle andern Frauen nehmen und plündern, die Seele, den Leib, die Kraft des Gehirnes — — —! Du allein spendest und spendest und spendest! Kaum bist du fort, umdüstert sich alles — — —. Die bösen Geister nehmen mich in Besitz — — — Guter Geist, Helga, ich entbehre dich, wie ein krankes Kind seine Baba — — —. Gütige Kinderfrau, Helga, ich gebe dir diesen Ehrentitel, Statt dieses schnöden, inhaltslosen Titels: Geliebte!