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Chapter 65: DER BESUCH
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About This Book

A series of brief, fragmentary pieces—essays, letters, aphorisms and vignettes—presents intimate impressions of urban life, artistic circles and personal relationships. The narrator alternates between melancholic observation and wry epigram, reflecting on friendship, creativity, illness, memory and the small incidents of cafés, theatres, bathing places and country retreats. Portrait sketches and short episodes mingle with poetic asides, postcards and aphoristic formulations to form a collage of moods that privileges momentary sensation over sustained narrative. Recurring concerns include aesthetic perception, social manners, solitude and the consolations and limits of recollection.

DER BESUCH

Eine junge Frau, die ich seit lange als eine fast Heilige an Demut und Sanftmütigkeiten verehre, kam an mein Krankenbett, bleich und verstört.

Sie erzählte mir, daß ihr Mann, der sich für sie aufopfere, Gesichtsneurose habe und sich, mit ihrer Einwilligung, der Operation auf Tod und Leben unterziehen wolle. Sie wisse nicht, ob sie es gestatten solle. »Soll ich, soll ich nicht, soll ich?! Ich werde es also an meinen Knöpfen abzählen —.«

Ich lag da, von meinen Leiden zerfressen, und sie stützte den Kopf in die Hand.

Da sagte sie: »Nicht, Peter, das Leben ist eigentlich komisch —.«

Und ich sah eine Träne, vielleicht die heißeste, verzweifeltste, die je geweint wurde.

Drei Tage später saß sie an meinem Krankenbette: »Peter, ich habe es ihm gestattet, und er ist daran gestorben. Peter, nicht wahr, die Welt ist komisch —.«

Ich lag da, von meinen Leiden zerfressen — — —.

Ich zählte es an den Knöpfen ab, was, weiß ich nicht. Aber immerhin, an den Knöpfen —. Soll man, soll man nicht, soll man?!