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Chapter 84: EHEBRUCH
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About This Book

A series of brief, fragmentary pieces—essays, letters, aphorisms and vignettes—presents intimate impressions of urban life, artistic circles and personal relationships. The narrator alternates between melancholic observation and wry epigram, reflecting on friendship, creativity, illness, memory and the small incidents of cafés, theatres, bathing places and country retreats. Portrait sketches and short episodes mingle with poetic asides, postcards and aphoristic formulations to form a collage of moods that privileges momentary sensation over sustained narrative. Recurring concerns include aesthetic perception, social manners, solitude and the consolations and limits of recollection.

EHEBRUCH

Ich verzeihe dir! Vier Tage und vier Nächte habe ich mich durchgerungen. Die Nächte besonders waren voll von Qual. Wenn du gewußt hättest, was du mir angetan hast an Leid, du hättest es wahrscheinlich nicht getan. Aber ihr wißt es eben nicht, wollt, könnt es nicht wissen! Unser verstörtes Antlitz sagt euch nichts. Prügel sind der Ausbruch für euch unserer verletzten Eigenliebe. Und sogar Mord ist doch in Eueren Augen nur Rachgier! Unsere Zärtlichkeit könnt ihr nicht ahnen, die wir für euer Leben haben, wie jedes Muttertier für seine Jungen, oder wie der Storch, der sich auf dem brennenden Dache niederläßt, um mit den Jungen, die er nicht mehr erretten kann vor Qualm und Hitze, selbst zu verbrennen! So sind wir mit euch! Mit euch verbrennen, wenns keine Rettung gibt — — —. Das zarte Nest ist in Gefahr, das wir euch errichtet mit allen Mühen unseres armen Lebens; das Nest ist in Gefahr — — —. Ich will dich retten, doch der Qualm betäubt mich. Anita, oh Anita — — —! Vier Tage und vier Nächte hab’ ich mich durchgerungen. Die Nächte besonders waren voll von Qual. Ich will dich retten vor dir und vor den anderen! Ich liebe dich, es bleibt mir keine Wahl — — —. In mir sind Gottes Zärtlichkeiten für jedes Geschöpf, konzentriert auf dich! Bis du es aber spürst, vergehen Jahre, Jahre. Mir ist die Kraft verliehen, an deiner Bahre, in deinem toten Antlitz noch verständnisvollen Dank mir endlich zu erspähen! Vier Tage und vier Nächte hab ich mich durchgerungen. Die Nächte besonders waren voll von Qual. Ich liebe dich, es bleibt mir keine Wahl. Wir wollen den Schmerz begraben, der uns begrub — — —. Nimm also dein neues Kleid, wir wollen zu fremden Menschen gehen, die fröhlich sind, Geliebte!