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Chapter 87: WIDMUNG AN ANNA KONRAD
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About This Book

A series of brief, fragmentary pieces—essays, letters, aphorisms and vignettes—presents intimate impressions of urban life, artistic circles and personal relationships. The narrator alternates between melancholic observation and wry epigram, reflecting on friendship, creativity, illness, memory and the small incidents of cafés, theatres, bathing places and country retreats. Portrait sketches and short episodes mingle with poetic asides, postcards and aphoristic formulations to form a collage of moods that privileges momentary sensation over sustained narrative. Recurring concerns include aesthetic perception, social manners, solitude and the consolations and limits of recollection.

WIDMUNG AN ANNA KONRAD

O Fraue,

Nicht was du bist, bist du!

Das, was wir von dir träumen, das bist du!

Was in der dunklen Wehmut unseres begeisterten Blicks erschimmert, das bist du!

Der Duft deines Atems, der uns den Duft der ganzen blühenden geheimnisvollen Welt bringt, das bist du!

Deine nicht erfüllten Sehnsuchten, die auf deinem lieblichen Antlitz kauern, und die wir mehr miterleben, miterleiden als du selber,

Das bist du!

Die Träne, die aus unsern Augen langsam herabrieselt (wir selber wissen nicht, aus welchem Leid sie ihre Quellen hat) das, das bist du!

Und unser Lächeln bist du, wenn du kommst — — —!

Und unsere ernste Stille, wenn du von uns gehst — — —!

Wenn du uns kränkst und wenn du uns verwundest,

Nimmst du dir selbst die Pracht des eigenen Lebens,

Denn was wir von dir fühlen, das bist du! Bleib darum milde — — —.

Dreh’ nicht der Nachtigall den Hals um, wenn sie in die lichte Mondnacht schmettert,

Denn ihr Lied macht erst die Mondnacht zu dem, was sie ist!

O Fraue, laß uns singen, sagen, klagen — — —.

Was du von uns vernimmst, das erst bist du!