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Novellenbuch, 1. Band cover

Novellenbuch, 1. Band

Chapter 3: Vorwort
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About This Book

The volume collects four novellas that present compact, image-rich narratives set in varied historical milieus. Each piece centers on a pivotal incident that reveals psychological depth and moral ambiguity, with close character observation and economical plotting. Vivid period detail and atmospheric description create tableaux that illuminate themes of honor, fate, and the burdens of past actions. The authors favor precise, painterly language and restrained emotional tone, producing short narratives that emphasize consequence and inner conflict over extended narrative development.


Vorwort

zum Novellenbuch.

Eine der schönsten Sammlungen der deutschen Literatur ist der »Deutsche Novellenschatz«, den Paul Heyse in Gemeinschaft mit Hermann Kurz in den Jahren 1871 bis 1876 herausgab. Die Sammlung fand so großen Beifall, daß dem »Deutschen Novellenschatz«, obwohl er 24 Bände umfaßte, 1884 und 1885 der »Neue Deutsche Novellenschatz« mit 12 Bänden, herausgegeben von Paul Heyse und Ludwig Laistner, folgen konnte. Beide Sammlungen hatten den Zweck, aus der überreichen Fülle guter Novellen, die das deutsche Schrifttum aufwies, die besten herauszusuchen und in billigen Bänden einem größeren Leserkreise darzubieten.

Seit der Herausgabe der letzten Sammlung sind zwei Jahrzehnte verflossen, und die deutsche Literatur hat sich während dieser Zeit kraftvoll weiter entwickelt. Kein Wunder daher, daß heute vielfach das Bedürfnis empfunden wird, sich in eine ähnliche Bändereihe zu vertiefen, die die besten Novellen der letzten zwanzig Jahre vereinigen müßte. Die Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung will versuchen, eine solche Sammlung herauszugeben, in der Hoffnung, dem von ihr erstrebten Ziel dadurch abermals näher zu kommen: unseren Dichtern durch Verbreitung ihrer Werke ein Denkmal im Herzen des deutschen Volkes zu setzen.

Strenge Beschränkung auf Erscheinungen der letzten zwanzig Jahre liegt übrigens nicht in ihrer Absicht. Auch Novellen aus früheren Jahren gedenkt sie in die Sammlung aufzunehmen, wenn sie dessen würdig erscheinen.

Hamburg-Großborstel,
1. Oktober 1904.

Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung.