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Reife Früchte vom Bierbaum cover

Reife Früchte vom Bierbaum

Chapter 28: Die Reise ohne Fahrplan.
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About This Book

A curated selection of the author's recent work gathers lyrical poems, witty short pieces, satirical sketches, dramatic fragments, travel letters and essays, showcasing energetic humor, worldly aestheticism, and a zest for life. Verses and songs range from playful, folksy motifs to graceful lyricism; prose contributions include humorous tales, biting social sketches and stage pieces that pit passion against convention. Critical and autobiographical essays reflect on artistic temperament and modern travel, while occasional longer narratives experiment with irony and grotesque. Throughout, an affirmative, spirited tone and fond critique of bourgeois propriety unify the collection.

Die Reise ohne Fahrplan.

In diese rätselhafte Welt
Sind wir alle als Rätsel gestellt;
Bilden Scharaden.
Wer sucht den Sinn, wer findet Verstand
In diesem wimmelnden Allerhand?
Wer kann uns erraten?
Wir selber? Kaum. Wir tauschen nichts als Zeichen,
Andeutungen geheimnisvoller Art;
Ziehn uns Signale auf und stellen Weichen,
Daß keiner stören mag des andern Fahrt,
Die ach auf sträflich unsoliden Speichen
Uns an ein Loch führt, keinem noch erspart:
An den bekannten Tunneleingang, der,
Wenn wir es könnten, längst vermauert wär'.
Vielleicht studiert ein Gott das wirre Wesen,
Wie ein Professor dies und das studiert:
Bakterien, unters Mikroskop gelesen;
Zahlenkolumnen, mächtig aufmarschiert;
Vokabeln eines Dichters; welche Spesen
Im Haushalt der Natur die Kraft summiert.
Wer weiß, was einen Gott dran interessiert, –
Bis er, gelangweilt, mit dem Sturmesbesen
Das rätselhafte Zeug beiseite wischt:
Daß Laus wie Elefant zugleich verschwinden,
Die ganze Weltgeschichte Kehricht ist,
Napoleon nicht und Goethe mehr zu finden
Im großen schwarzen Weltentintengischt,
Durch das die Zeit sich ruhig weiterfrißt.
Doch kann's auch sein: Es kennt die Hieroglyphen
Der Irgendwer, der diese Rätsel schrieb,
Die nebenbei auch uns ins Leben riefen.
Wer weiß, vielleicht sind wir ihm wirklich lieb,
Und, was uns weh tut, jeder Schicksalshieb,
Will uns, prost Mahlzeit, will uns bloß vertiefen.
Es kann ja sein. Was kann nicht sein auf Erden?
Wir können in der Tat noch alle Engel werden.
Weiß Gott: Gott weiß es! Unser ist allein
Die Pflicht, ihm ein gefüger Stoff zu sein,
Auf daß uns selbst die wunderliche Erde
Kein Nadelkissen oder Kantenstein,
Sondern ein Garten voller Früchte werde.
Und geht es dann ins Tunnelloch hinein,
Soll wenigstens die Lebewohlgebärde
Den weiter Rätselnden kein schlechter Anblick sein.

Ende.