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Rumänisches Tagebuch cover

Rumänisches Tagebuch

Chapter 3: 5. Oktober
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About This Book

A series of dated wartime diary entries sketches the daily life of an officer on the Western Front in 1916, blending battlefield movements, administrative duties, encounters with civilians, and moments of private reflection. It records marches, quartering, shortages and inspections, censorship, fears and small acts of kindness, sensory impressions of landscape and weather, and the emotional weight of separations and relics from home. Observations alternate between logistical details and humane vignettes—children's drawings, wounded prisoners, and domestic exchanges—revealing how routine, memory, and the constant presence of violence shape perception.

5. Oktober

Die Division verlangt einen Bericht über unsere Gefechtsstärke. Die Gasmasken sollen abermals geprüft werden. Das ganze Bataillon wird morgen gemustert, und ich muß alle Mannschaften aussondern, denen ich nicht genügend Kraft zu großen Leistungen zutraue. Sie kommen zu den Ersatzbataillonen; die bleibenden werden gegen Cholera geimpft. Über das Wohin verlautet nichts. Die Schutzimpfung gegen Cholera spricht für den östlichen Kriegsschauplatz. Offiziere und Mannschaften sind, wie vor jeder Veränderung, sehr aufgeräumt, obgleich ihnen Maurepas noch in den Nerven zittert. Alle verwünschen schon wieder die sogenannte Ruhe mit karger Kost, unaufhörlichen Besichtigungen, Übungen, Appellen, Alarmen und Ehrfurchtsgebärden vor unversehrten Uniformen. Viele sehnen sich wieder nach dem gefährlicheren und härteren, aber würdigeren und freieren Leben vor dem Feind.