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Rumänisches Tagebuch cover

Rumänisches Tagebuch

Chapter 47: 2. Dezember
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About This Book

A series of dated wartime diary entries sketches the daily life of an officer on the Western Front in 1916, blending battlefield movements, administrative duties, encounters with civilians, and moments of private reflection. It records marches, quartering, shortages and inspections, censorship, fears and small acts of kindness, sensory impressions of landscape and weather, and the emotional weight of separations and relics from home. Observations alternate between logistical details and humane vignettes—children's drawings, wounded prisoners, and domestic exchanges—revealing how routine, memory, and the constant presence of violence shape perception.

2. Dezember

Das Schicksal geht gelinde mit mir um. Ich habe als Verbandplatz ein leeres Gendarmeriewachthaus mit weitem Blick über die Hidegséglandschaft, ungefähr in der Mitte zwischen Bataillonsstab und Front. Während die Kompagnien in die Stellung stiegen, konnte ich den ganz versäumten Nachtschlaf ein wenig ersetzen. Nach zwei Stunden erwachte ich in einem Zustande, der in ähnlicher Form gewiß vielen bekannt ist, nur achtet nicht jeder auf dergleichen. Ich empfand mich als einen ovalen, durchaus leeren Raum, etwa drei Sekunden lang, dann fing ich an, mit unbändiger Gewalt von der linken Seite her ein unsichtbares Fluidum in mich hereinzusaugen, womit zugleich alle möglichen Bilder, Gedanken und Worte einströmten, Bekanntes und Unbekanntes. Plötzlich war ich angefüllt wie ein Luftballon, da wurde ich erst vollends wach. Dabei hatte ich ein Empfinden, als wäre Glavina in dem Fluidum aufgelöst gewesen.

Schnee fiel bis zum Abend; nun folgt Klarheit und Frost. Die Russen sitzen ruhig in ihren Stellungen. Den Gipfel halten sie fest; den westlichen Hang haben sie aufgegeben. Unten im Tale läuft ihre Linie dicht vor Hosszuhavas. Auf unserer Seite werden viele Geschütze eingebaut.