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Rumänisches Tagebuch cover

Rumänisches Tagebuch

Chapter 51: 6. Dezember, mittags
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About This Book

A series of dated wartime diary entries sketches the daily life of an officer on the Western Front in 1916, blending battlefield movements, administrative duties, encounters with civilians, and moments of private reflection. It records marches, quartering, shortages and inspections, censorship, fears and small acts of kindness, sensory impressions of landscape and weather, and the emotional weight of separations and relics from home. Observations alternate between logistical details and humane vignettes—children's drawings, wounded prisoners, and domestic exchanges—revealing how routine, memory, and the constant presence of violence shape perception.

6. Dezember, mittags

Die Aktion begann im Morgengrauen und ging auf wie eine Gleichung; seit neun Uhr steht kein Russe mehr auf dem Mihályszállás; sie sind bis zum Monte Ardelle zurückgegangen. Die Aufgabe ist gelöst; vor zehn Uhr sind bereits ungarische Offiziere eingetroffen, um die Stellung kennen zu lernen, die morgen ihr Bataillon von uns übernehmen soll.

Kristl ward um elf Uhr wachgehaucht, stand sofort auf, aß mit großem Hunger. Nun wir ihm aber eröffnen, daß er, mit einem ärztlichen Bericht versehen, nach Palanka gehen dürfe, um von dort aus nach Bayern zu kommen, will sich sein Gesicht gleich wieder ins Störrische verziehen, doch nimmt er sich zusammen und bittet schließlich mit überlegten und herzlichen Worten, ich solle ihn doch hier lassen. Fast könnte man glauben, sein Gedächtnis für die Heimat sei abgeschwächt; jede Veränderung scheint er zu fürchten und an unseren paar Gesichtern zu hängen, als wären sie die Welt. Aber was tu ich mit einem so zerspringlichen Wesen in dieser schwelenden Luft? Und der Major und Leverenz, was werden sie dazu sagen? Voreilig äußert Raab, wir würden ja nun doch in Ruhe kommen; falls Kristl vom Sanitätsdienst etwas verstehe, könne er wohl noch etliche Tage bleiben und im Revier ein wenig helfen. „Ich bin als Krankenträger ausgebildet“, fällt Kristl eifrig ein; „Verbände mache ich die allerschönsten, auch Arm- und Beinschienen.“ Ich versprach, mir die Sache zu überlegen und mit Kommandeur und Kompagnieführer zu besprechen. Vorderhand bleibt er als Revierkranker in Beobachtung und meldet sich zweimal am Tage bei mir. Er geht sogleich mit Raab, sucht sich nützlich zu machen, putzt Flaschen und Instrumente, wickelt Mullbinden auf.