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Rumänisches Tagebuch cover

Rumänisches Tagebuch

Chapter 9: 14. Oktober
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About This Book

A series of dated wartime diary entries sketches the daily life of an officer on the Western Front in 1916, blending battlefield movements, administrative duties, encounters with civilians, and moments of private reflection. It records marches, quartering, shortages and inspections, censorship, fears and small acts of kindness, sensory impressions of landscape and weather, and the emotional weight of separations and relics from home. Observations alternate between logistical details and humane vignettes—children's drawings, wounded prisoners, and domestic exchanges—revealing how routine, memory, and the constant presence of violence shape perception.

14. Oktober

Frühstück in Charleroi. Vor einem Jahr, um die nämliche Stunde, bin ich auf dem Wege zur Front hier durchgefahren. Den spitzen Schlackenbergen ist seither noch etwas mehr Grün angeflogen; bald werden sich Rasenflächen ausbreiten, dort und da steht schon ein Bäumchen. Ich freute mich wieder der nahen Kanäle mit den Pappelreihen, die der Meerwind seltsam zugeformt hat, der alten Männer und Frauen, die an Seilen ihre behäbigen Barken dahinziehen, der lieben blonden Kinder, die zutraulich heranspringen und um Brot bitten. Am Fuß der schwarzen Berge steht ein Wasser mit fettig schillernder Haut, aus der wie Speere einer versunkenen Phalanx lange dürre Schilfrohre schräg aufstarren. Schafe liegen kauend im Gras; der Himmel ist niedrig und grau, voll silberheller narbiger Einziehungen.