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Sämtliche Werke 12 cover

Sämtliche Werke 12

Chapter 12: Vorbemerkung
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About This Book

Eine Sammlung journalistischer und essayistischer Texte, Vorträge und Notate, die literarische Kritik, persönliche Erinnerungen und philosophische Besinnungen verbindet. Der Band behandelt russische Literatur und Autoren, Reflexionen über Byronismus und zeitgenössische Romane, sowie Untersuchungen zum russischen Nihilismus, zum sozialen Milieu, zu Schuld, Selbstmord und Unsterblichkeit. Dazu kommen Einführungen zur Lebens- und Arbeitssituation des Autors, Auszüge aus Tagebuchblättern und pointierte Feuilletons, die das publizistische Wirken und den Gesprächskreis beleuchten. Stilistisch wechseln analytische Essays, polemische Artikel und fragmentarische Notizen, sodass ein facettenreiches Bild literarischer, sozialer und existenzieller Themen entsteht.

Vorbemerkung

Über die literarische Tätigkeit Dostojewskis, soweit sie als Material für Band 12 der Ausgabe in Betracht kam, über die Beteiligung und Herausgeberschaft des Dichters an den verschiedenen Zeitschriften, in denen er seine kritischen Arbeiten veröffentlichte, gibt die Einleitung von N. N. Strachoff die nähere Auskunft. Strachoff (geboren im Jahre 1828 zu Belgorod im Gouvernement Kursk, Literaturhistoriker, Naturwissenschaftler und Philosoph) war Dostojewskis Freund. Seine Arbeit über den Dichter, die den vollen Reiz der persönlichen Anteilnahme an Dostojewskis Entwicklung wie Lebensgang hat, wurde dem Bande in Übersetzung beigegeben, weil sie unmittelbarer, als es jede geschichtliche Rückschau heute könnte, in das literarische Milieu des jungen Rußland einführt, dem Dostojewski angehörte und über das er sich schließlich führend erhob. Die Nähe, in der Strachoff zu der Welt des Nihilismus, aber auch des Antinihilismus und hier zu der politischen Partei der Slawophilen stand, zeigt die Welt, aus der Dostojewski hervorging und macht sie, die zunächst so überaus ideologisch erscheint, mit einer Fülle von biographischen und psychologischen Einzelzügen erst menschlich-begreiflich und darüber hinaus für unser modern-politisches Verständnis Dostojewskis ungemein wertvoll.

Die Lebensgeschichte Dostojewskis von seiner Kindheit bis zu seiner Rückkehr aus Sibirien und dem Beginn seiner publizistischen Tätigkeit (1821–1860), die der ihm gleichfalls befreundet gewesene Literaturhistoriker Orest Miller sogleich nach dem Tode Dostojewskis verfaßt hat, wurde dem vorhergehenden Bande der Deutschen Gesamtausgabe, Bd. XI, zugewiesen. Strachoffs Überblick über die letzten zwei Jahrzehnte Dostojewskis (1860–1881) ist von ihm als Fortsetzung jener Biographie der ersten Lebenshälfte Dostojewskis von Miller gedacht und in einem von ihnen gemeinsam herausgegebenen Bande 1883 erschienen.

Die Entstehung der im vorliegenden Bande vereinigten Aufsätze Dostojewskis fällt in die Jahre 1861–1880. Die Aufsätze von 1861 sind in der von seinem Bruder und ihm damals herausgegebenen Monatsschrift „Die Zeit“ erschienen; die von 1873 in der Zeitschrift „Der Bürger“, deren Redakteur er ein Jahr lang war; die von 1876–1880 in den von ihm allein herausgegebenen Monatsheften „Das Tagebuch eines Schriftstellers“. Die Gedanken aus seinem Notizbuch stammen aus seinem letzten Lebensjahr.

Der Text wurde in Auswahl und – soweit es die Notwendigkeit mit sich brachte, Dostojewskis Wiederholungen zu vermeiden – in Kürzung vorgelegt.

E. K. R.