(Am 17. November erhält Iwan Petrowitsch durch die Stadtpost gleichfalls zwei Briefe. Er erbricht den ersten und entnimmt ihm einen eilig und flüchtig beschriebenen Zettel. Die Handschrift ist die seiner Frau. Adressiert ist er an Jewgenij Nikolajewitsch, geschrieben den 4. August. Außer dem Zettel enthält das Kuvert nichts weiter. Iwan Petrowitsch liest:)
Leben Sie wohl, leben Sie wohl, Jewgenij Nikolajewitsch! Möge Gott Ihnen auch dieses Gute vergelten. Werden Sie glücklich, das Los, das mir zufällt, ist grausam, grauenhaft! Es war Ihr Wille. Wäre Tantchen nicht gewesen, ich hätte mich Ihnen nicht so anvertraut. Lachen Sie nicht über mich, und auch nicht über Tantchen. Morgen werden wir getraut. Tantchen ist froh, daß sich ein guter Mensch gefunden hat, der mich ohne Mitgift nimmt. Heute hab’ ich ihn mir zum erstenmal aufmerksam angesehen. Er ist, glaube ich, ein guter Kerl. Man läßt mir keine Zeit. Leben Sie wohl, leben Sie wohl ... Mein Liebling Sie!! Denken Sie manchmal auch an mich, ich – ich werde Sie nie vergessen. Leben Sie wohl! Ich unterschreibe diesen letzten Brief wie meinen ersten ... wissen Sie noch?
Tatjana.
(Im zweiten Brief steht folgendes:)
Iwan Petrowitsch!
Morgen erhalten Sie neue Galoschen. Ich bin nicht gewohnt, fremdes Eigentum aus fremden Taschen hervorzuholen, und ebensowenig ist es meine Art, allerlei Fetzen auf den Straßen aufzusammeln.
Jewgenij Nikolajewitsch wird in den nächsten Tagen nach Ssimbirsk reisen, im Auftrage seines Großvaters, für den er dort einiges erledigen soll, und da hat er mich denn gebeten, ihm zu einem Reisegefährten zu verhelfen. Wollen Sie nicht?