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Sämtliche Werke 3-4 cover

Sämtliche Werke 3-4

Chapter 20: XVI.
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About This Book

The narrative follows a compassionate, guileless man who returns to society and whose moral sincerity unsettles a circle of relatives and acquaintances. His entanglements with rival affections and an obsessive suitor trigger intense confrontations that probe sanity, guilt, and moral responsibility. The prose alternates close psychological observation, heated interpersonal scenes, and philosophical reflection to examine how innocence withstands manipulation, jealousy, and social hypocrisy. Through layered character studies and ethical debate, the work explores themes of compassion, self-destruction, redemption, and the limits of sympathy within a realist framework punctuated by spiritual and metaphysical questioning.

XVI.

Die Sache hat ihre Richtigkeit,“ erklärte endlich Ptizyn, indem er den Brief zusammenfaltete und dem Fürsten zurückgab. „Sie bekommen ohne alle Scherereien nach dem unantastbaren Testament Ihrer Tante ein sehr großes Vermögen.“

„Nicht möglich!“ rief der General wie aus der Pistole geschossen aus.

Die meisten vergaßen den Mund zu schließen.

Hierauf erzählte Ptizyn, sich vornehmlich an den General wendend, was Ssalaskin dem Fürsten im Brief mitgeteilt hatte. Der Inhalt war kurz folgender:

„Vor fünf Monaten war die Tante des Fürsten Lew Nikolajewitsch Myschkin, die ältere Schwester seiner Mutter gestorben. Sie war die Tochter des Moskauer Kaufmanns dritter Gilde, Papuschin, der nach einem Bankerott, wie es hieß, in Armut gestorben war. (Der Fürst hatte beide nie gekannt.) Doch der ältere leibliche Bruder dieses Papuschin war ein bekannter, sehr reicher Kaufmann. Vor etwa einem Jahre hatte er ganz plötzlich – in ein und demselben Monat – seine beiden Söhne verloren, worauf der Alte aus Gram ebenfalls erkrankt und gestorben war. Seine einzige noch lebende Verwandte und Erbin, jene Tochter seines armen Bruders, die zu der Zeit auch schon von den Ärzten aufgegeben war (sie starb bald darauf an der Wassersucht), hatte sogleich nach dem Fürsten zu forschen begonnen, hatte ihr Testament gemacht und Ssalaskin die Erledigung der Angelegenheit übertragen. Nach dem Empfang dieses Briefes von Ssalaskin hatte sich der Fürst dann entschlossen, selbst nach Rußland zurückzukehren ...“

„Ich kann Ihnen einstweilen nur sagen,“ schloß Ptizyn, sich an den Fürsten wendend, „daß Sie alles, was Ssalaskin Ihnen von der Unantastbarkeit Ihrer Erbschaft schreibt, ohne weiteres als bare Münze annehmen können. Dieser Brief ist ebensogut wie bares Geld in der Tasche. Ich gratuliere, Fürst! Vielleicht erben Sie auch so an anderthalb Millionen, vielleicht aber auch noch mehr. Papuschin war ein sehr reicher Kaufmann.“

„Teufel noch eins! Na, er lebe hoch, der letzte Fürst aus dem Geschlecht der Myschkin!“ gröhlte Ferdyschtschenko, der als erster die Fassung wiedergewann.

„Hurra!“ brüllte mit lauter Stimme Lebedeff – er hatte am meisten getrunken.

„Und ich habe dem armen Jungen noch mit fünfundzwanzig Rubel unter die Arme gegriffen, hahaha! Wie nennt man das! Umgekehrte Welt!“ rief der noch ganz erstarrte General lachend aus. „Nun, mein Lieber, ich gratuliere, ich gratuliere!“

Und sich vom Platz erhebend, ging er auf den Fürsten zu und umarmte ihn. Nach ihm erhoben sich auch die anderen, um dem Erben Glück zu wünschen. Selbst die Zaghafteren, die sich zuvor in das andere Zimmer zurückgezogen hatten, begannen im Salon zu erscheinen. Alles sprach durcheinander, es war kein Wort zu verstehen, Ausrufe wurden laut, man verlangte Champagner – alles geriet in Bewegung. Ja, im ersten Augenblick vergaß man sogar Nastassja Filippowna und daß sie doch immerhin die Dame des Hauses war. Allmählich aber erinnerte man sich ihrer wieder, erinnerte sich ebenfalls, daß der Fürst ihr doch kurz zuvor einen Heiratsantrag gemacht hatte, was die ganze Situation jetzt noch dreimal unerhörter machte. Tozkij konnte vor Verwunderung nur noch die Schultern hochziehen. Von den Herren war er der einzige, der noch saß, während die anderen alle sich in einem dichten Haufen um den Tisch drängten. Später wurde von den meisten behauptet, daß erst in diesem Augenblick Nastassja Filippowna den Verstand verloren hätte. Sie saß immer noch auf ihrem Platz und betrachtete eine Weile alle mit einem seltsamen, gewissermaßen erstaunten Blick, als begriffe sie gar nicht, was hier vorging, und als strenge sie sich an, etwas Unverständliches zu erfassen. Dann wandte sie sich plötzlich dem Fürsten zu und sah ihn, die Brauen drohend zusammengezogen, scharf und feindselig an – doch das dauerte nur einen Augenblick. Vielleicht schien es ihr, daß es nur ein Scherz sein könne, daß er sich über sie lustig mache. Doch der Blick des Fürsten schloß jeden Zweifel aus. Sie sann einen Augenblick nach und dann lächelte sie – es war ein Lächeln, das sie selbst nicht zu bemerken schien ...

„Also wirklich Fürstin!“ murmelte sie gleichsam etwas spöttisch vor sich hin, und als ihr Blick zufällig auf Darja Alexejewna fiel, lachte sie hellauf. „Eine etwas unverhoffte Lösung ... ich ... ich ... hatte das nicht erwartet ... Aber, meine Herren, was stehen Sie denn, bitte, setzen Sie sich doch und gratulieren Sie uns! Jemand hat, glaube ich, Champagner verlangt – Ferdyschtschenko, gehen Sie, bitte, bestellen Sie. Katjä, Pascha!“ – sie erblickte plötzlich ihre Mädchen in der Tür – „kommt her, ich heirate, habt ihr es schon gehört? Den Fürsten dort, er hat anderthalb Millionen, ist ein Fürst Myschkin und nimmt mich!“

„Mit Gott, Mütterchen, es ist auch Zeit! Sonst verscherzt du sie ja alle!“ warf Darja Alexejewna ein, die durch das Erlebte geradezu erschüttert war.

„Aber so setzen Sie sich doch her zu mir, Fürst,“ fuhr Nastassja Filippowna lebhaft fort, „so, und dort kommt ja auch schon der Champagner, also, bitte, zu gratulieren, meine Herren!“

„Hurra!“ ertönte es von mehreren Seiten.

„Hoch! Hurra! Wir gratulieren!“

Viele drängten zum Champagnerkübel, darunter fast alle Begleiter Rogoshins. Aber wenn auch vornehmlich sie es gewesen waren, die das Hoch ausbrachten, so waren doch viele von ihnen noch immer schüchtern und erwarteten mißtrauisch die weitere Entwicklung der Dinge. Sie fühlten, daß die Sache eine andere Wendung genommen hatte. Viele wieder flüsterten miteinander, daß es ja doch nichts Außergewöhnliches sei, daß doch so manche Fürsten noch ganz andere Weiber geheiratet hätten, sogar Zigeunerinnen aus dem Steppenlager!

Rogoshin selbst stand und blickte mit einem starren, verständnislosen Lächeln drein.

„Fürst, lieber Junge, besinn’ dich!“ flüsterte der General ganz entsetzt dem Fürsten zu, indem er ihn, leise an ihn herantretend, am Ärmel zupfte.

Nastassja Filippowna hörte es und lachte hellauf.

„Nein, Exzellenz! Jetzt bin auch ich Fürstin, und Sie haben doch gehört, daß der Fürst mich nicht beleidigen lassen wird! Afanassij Iwanowitsch, so wünschen Sie mir doch Glück! Ich werde ja jetzt neben Ihrer Frau Gemahlin sitzen. Was meinen Sie, ist es nicht vorteilhaft, einen solchen Mann zu haben? Anderthalb Millionen und dazu noch Fürst, und dann noch, wie man sagt, ein Idiot, was will man mehr? Jetzt erst beginnt das wirkliche Leben! Rogoshin, du bist zu spät gekommen! Nimm dein schmutziges Geldpaket, ich heirate einen Fürsten und bin jetzt selbst reicher als du!“

Da begriff Rogoshin endlich, was geschehen war. Sein Gesicht verzerrte sich in unsäglichem Schmerz. Er hob die Arme und ein Stöhnen entrang sich seiner Brust.

„Tritt zurück!“ schrie er dem Fürsten zu.

Ringsum erscholl Gelächter.

„Damit du an seine Stelle treten kannst?“ fiel Darja Alexejewna siegesstolz ein. „Pfui so einer! Wie er das Geld auf den Tisch wirft, da sieht man gleich den Bauer. Der Fürst heiratet sie, du aber willst sie nur zur Schande haben!“

„Auch ich heirate sie! Auf der Stelle heirate ich sie, sogleich! Alles gebe ich hin! ...“

„Hört doch! Du bist ja wie ein Betrunkener in der Schenke. Vor die Tür setzen sollte man dich!“ sagte Darja Alexejewna unwillig.

Das Gelächter wurde noch lauter.

„Hörst du es, Fürst,“ wandte sich Nastassja Filippowna an ihn, „wie ein Bauer deine Braut kaufen will?“

„Er ist betrunken,“ sagte der Fürst, „er liebt Sie sehr.“

„Aber wirst du dich später nicht dessen schämen, daß deine Braut beinahe mit einem Rogoshin davongefahren wäre?“

„Das wollten Sie nur im Fieber, Sie sind auch jetzt noch im Fieber.“

„Und du wirst dich auch nicht schämen, wenn man dir später sagt, daß deine Frau Tozkijs Mätresse gewesen ist?“

„Nein, ich werde mich nicht schämen. Sie waren nicht aus freiem Willen bei Tozkij.“

„Und wirst es mir nie vorwerfen?“

„Nein, niemals.“

„Nun, sieh dich vor, versprich nicht fürs ganze Leben!“

„Nastassja Filippowna,“ sagte der Fürst leise und wie voll tiefen Mitleids, „ich sagte Ihnen vorhin, daß ich Ihre Einwilligung als Ehre auffassen werde, daß Sie mir eine Ehre erweisen, und nicht ich Ihnen. Sie lächelten über diese Worte und ringsum, das sah ich, wurde gleichfalls gelächelt. Ich habe mich vielleicht sehr lächerlich ausgedrückt und bin vielleicht auch selbst lächerlich gewesen, aber es will mir immer scheinen, daß ich ... sehr wohl begreife, was Ehre ist – und ich bin überzeugt, daß ich die Wahrheit gesagt habe. Sie wollten sich soeben ins Verderben stürzen, unwiderruflich, für immer, denn Sie hätten sich das nie verziehen. Aber Sie sind ja doch völlig unschuldig. Es kann doch nicht sein, daß Ihr Leben schon zugrunde gerichtet sei! Was will denn das sagen, daß Rogoshin zu Ihnen gekommen ist und Gawrila Ardalionytsch Sie betrügen wollte? Weshalb kommen Sie immer wieder gerade darauf zurück? Das, was Sie getan haben – dazu wären nur wenige fähig, das sage ich Ihnen. Daß Sie aber mit Rogoshin fortfahren wollten, das wollten Sie ja nur im Augenblick eines krankhaften Anfalls. Sie sind auch jetzt noch krank, solche Anfälle gehen nicht so schnell vorüber. Es wäre besser, Sie gingen zu Bett. Sie würden morgen Wäscherin geworden sein, denn bei Rogoshin wären Sie ja doch nicht geblieben. Sie sind stolz, Nastassja Filippowna; vielleicht aber sind Sie schon dermaßen unglücklich, daß Sie sich selbst tatsächlich für schuldig halten. Sie müssen behutsam gepflegt werden, Nastassja Filippowna. Ich werde Sie pflegen. Als ich heute Ihr Bild erblickte, war es mir, als hätte ich ein bekanntes Gesicht wiedererkannt. Und es schien mir sogleich, als riefen Sie mich! ... Ich ... ich werde Sie mein ganzes Leben lang hochachten, Nastassja Filippowna ...“ brach plötzlich der Fürst kurz ab und er errötete. Es war ihm mit einemmal zum Bewußtsein gekommen, vor welchen Menschen er redete.

Ptizyn senkte vor lauter Schamgefühl den Kopf und blickte zu Boden. Tozkij dachte bei sich: „Zwar ein Idiot, weiß aber doch, daß man mit Schmeichelei am besten fängt. Instinkt.“ Der Fürst fühlte und sah auch Ganjäs brennenden Blick auf sich ruhen, mit dem jener ihn gleichsam versengen zu wollen schien. Ganjä stand in der entferntesten Ecke.

„Endlich sieht man einmal einen guten Menschen!“ sagte Darja Alexejewna ganz gerührt.

„Ein gebildeter Mensch, doch ein verlorener!“ brummte der General für sich.

Tozkij schickte sich an, aufzustehen. Er sah sich nur noch nach dem General um und verständigte sich mit ihm durch einen Blick: sie wollten sich beide entfernen.

„Ich danke Ihnen, Fürst. Bis jetzt hat noch niemand so zu mir gesprochen,“ sagte Nastassja Filippowna. „Man hat mich immer nur kaufen wollen, doch heiraten wollte mich noch kein einziger Ehrenmann. Haben Sie gehört, Afanassij Iwanowitsch? Wie gefiel Ihnen das, was der Fürst sagte? Es war ja doch beinahe unschicklich ... Rogoshin!“ unterbrach sie sich, „du, wart’ mal noch mit dem Fortgehen. Aber du gehst ja auch noch gar nicht fort, wie ich sehe. Vielleicht werde ich noch mit dir gehen. Wohin wolltest du mich bringen?“

„Nach Jekateringoff!“ berichtete sofort Lebedeff, Rogoshin aber zuckte nur zusammen und starrte sie an, als könnte er nicht glauben, was er gehört hatte. Er schien völlig stumpf geworden zu sein, wie von einem entsetzlichen Schlage auf den Kopf.

„Was, was redest du, was fällt dir ein, Täubchen? Laß das doch jetzt, diese Albernheiten! Bist du denn ganz von Sinnen?“ fuhr die erschrockene Darja Alexejewna auf.

„Ja, hast du denn im Ernst daran geglaubt?“ Nastassja Filippowna sprang lachend auf. „Diesen jungen Knaben da sollte ich zugrunde richten? Das wäre ja ganz nach Afanassij Iwanowitschs Geschmack, der liebt ja namentlich halbwüchsige Kinder! Fahren wir, Rogoshin! Halte dein Geldpaket bereit! Das hat nichts zu sagen, daß du mich heiraten willst, das Geld mußt du mir trotzdem geben. Ich nehme dich vielleicht noch gar nicht. Du glaubst wohl, wenn du mich heiratest, behältst du das Geld? Unsinn! Ich bin selbst eine Schamlose! Ich bin doch Tozkijs Geliebte gewesen ... Fürst! Du brauchst jetzt Aglaja Jepantschina, aber nicht mich, denn sonst – Ferdyschtschenko würde doch mit dem Finger auf mich zeigen. Du fürchtest dich nicht, ich aber würde mich fürchten, daß ich dich zugrunde gerichtet habe und du es mir später vorwerfen wirst! Und was du da redest, daß ich dir eine Ehre erweise, nun, so weiß doch Tozkij, wie es sich damit verhält. Du aber, Ganetschka, hast Aglaja Jepantschina schon verspielt – weißt du das auch? Hättest du nicht mit ihr geschachert, so würde sie dich ja unbedingt genommen haben! Aber so seid ihr ja alle: entweder mit entehrten oder mit ehrbaren Frauen leben – das ist die Wahl! Denn sonst verwirrt man sich unfehlbar ... Da sieht mich der General an und kann den Mund nicht mehr schließen ...“

„D–D–Das ist ja Sodom! Sodom!!“ stieß der General hervor, die Schultern vor Entrüstung in die Höhe ziehend, und erhob sich schleunigst. Alles war wieder auf den Beinen. Nastassja Filippowna gebärdete sich wie eine Rasende.

„Ist es denn möglich!“ stöhnte der Fürst, und seine Hände krampften sich zusammen.

„Du glaubst wohl – nicht? Ich bin vielleicht noch stolzer, als ihr glaubt, und wenn ich auch tausendmal eine Verworfene bin! Du sagtest vorhin, an mir sei alles vollendet – eine schöne Vollendung das, wenn sie einzig dazu dient, um nachher damit prahlen zu können, daß ich eine Million und die Fürstenkrone unter die Füße getreten und in die Spelunke gehe! Was bin ich denn für eine Frau für dich? Afanassij Iwanowitsch, hören Sie! Ich habe doch tatsächlich eine Million zum Fenster hinausgeworfen! Und Sie glaubten wohl, ich würde es für ein Glück ansehen, wenn ich mit Ihren Fünfundsiebzigtausend Ihren Ganetschka bekäme? Die Fünfundsiebzigtausend kannst du behalten, Afanassij Iwanowitsch – nicht einmal bis zu Hundert hat er sich emporgeschwungen, da ist doch Rogoshin nobler als er! – Ganetschka aber werde ich selbst trösten, ich habe schon einen Gedanken. Jetzt aber will ich leben! leben! leben! wild und wüst! ich bin ja doch eine Straßendirne! Zehn Jahre lang hab’ ich im Gefängnis gesessen, jetzt kommt mein Glück! Was stehst du, Rogoshin? Komm, fahren wir!“

„Fahren wir!“ jubelte Rogoshin, ganz außer sich vor Entzücken. „He, ihr alle! ... kommt! Wein her! Wein!“

„Sorge nur für Wein, ich werde trinken. Wird dort auch Musik sein?“

„Alles, alles wird sein! – Komm nicht zu nah!“ schrie Rogoshin in seiner Raserei, als er sah, daß Darja Alexejewna sich Nastassja Filippowna nähern wollte. „Sie gehört mir! Alles gehört mir! Königin! Nun komme, was will!“

Der Atem stockte ihm vor Herzklopfen; er ging immer nur um Nastassja Filippowna herum und schrie jedem zu: „Komm nicht zu nah!“ Inzwischen hatten sich schon alle seine Begleiter im Salon versammelt, selbst die schüchternsten hatten sich hervorgewagt. Die einen tranken, die anderen schrien und lachten, alle waren sie in der lebhaftesten und ungezwungensten Stimmung. Ferdyschtschenko versuchte bereits, sich freundschaftlich ihnen anzuschließen, um dann gleichfalls mit nach Jekateringoff fahren zu können. Der General und Tozkij machten wieder eine Bewegung zur Tür hin, um schnell zu verschwinden. Ganjä hatte gleichfalls schon seinen Hut in der Hand; doch schien er sich von dem Bilde, das sich hier vor seinen Augen aufrollte, noch nicht losreißen zu können.

„Komm nicht zu nah!“ schrie wieder Rogoshin.

„Was gröhlst du denn so!“ lachte ihn Nastassja Filippowna aus. „Ich bin doch hier noch die Herrin im Hause, wenn ich will, lasse ich dich hinauswerfen. Ich habe von dir noch kein Geld genommen, da liegt es ja noch auf dem Tisch! Gib es her, das ganze Paket! Und hier in diesem Paket sind hunderttausend Rubel? Pfui, welch eine Abscheulichkeit! Was hast du nur, Darja Alexejewna? Soll ich ihn denn wirklich zugrunde richten?“ (Sie wies auf den Fürsten.) „Wo kann er denn ans Heiraten denken, er braucht ja selbst noch eine Wärterin! Da, der General, der wird seine Wärterin sein – seht doch, wie er um ihn scharwenzelt. Sieh, Fürst, deine Braut hat das Geld hier genommen, denn sie ist ja doch eine Dirne – und du wolltest sie heiraten! Aber warum weinst du denn? Bitter ist das, was? Du lach’ doch, ich finde, du hast Grund, froh zu sein,“ fuhr Nastassja Filippowna fort, in deren eigenen Augen große Tränen standen. „Vertraue der Zeit – alles wird vergehen! Es ist besser, sich jetzt zu besinnen, als nachher, wenn’s zu spät ist ... Aber warum weint ihr denn alle – da, auch Katjä weint! Katjä, was hast du, mein liebes Ding? Ich hinterlasse dir und Pascha viele Sachen, es ist schon alles vorgesehen ... Jetzt aber lebt wohl! Ich habe dich, ein ehrsames Mädchen, mich Dirne bedienen lassen ... Es ist besser so, Fürst, wirklich besser, du würdest mich später doch verachten und wir wären beide unglücklich. Schwöre nicht, ich glaube ja doch nicht! Und es wäre ja auch so dumm! ... Nein, glaub’ mir, es ist besser so, wir scheiden als Freunde. Auch ich bin ja eine Schwärmerin, was käme dabei heraus? Habe ich denn nicht selbst schon von dir geträumt? Du hast recht, schon lange habe ich von dir geträumt, schon dort in Otradnoje, wo er mich fünf Jahre in der Einsamkeit sitzen ließ! Da denkt man denn bisweilen und denkt und spinnt Träume und Träume – da habe ich mir denn immer solch einen wie du vorgestellt, einen wahren und ehrlichen und guten und mutigen Menschen, und der auch ebenso dumm ist wie du, so dumm, daß er plötzlich zu mir kommt und sagt: ‚Sie sind unschuldig, Nastassja Filippowna, und ich vergöttere Sie!‘ Und so spinnt man die Träume weiter und weiter, bis man wahnsinnig zu werden meint ... Und dann kommt wieder jener da angefahren: weilt zwei Monate im Jahr, entehrt, beschmutzt, entfacht, verdirbt und fährt fort, – oh, tausendmal schon wollte ich mich im Teich ertränken, war aber zu feig dazu, der Mut langte nicht! – nun, und jetzt ... Rogoshin, bist du bereit?“

„Fahren wir! Komm nicht zu nah!“

„Fahren wir!“ ertönten mehrere Stimmen.

„Die Troiken warten! Mit Schellen am Kummetholz!“

Nastassja Filippowna ergriff das Geldpaket.

„Ganjä, ich habe einen guten Einfall: ich will dich entschädigen, denn warum sollst du alles verlieren? Rogoshin, wird er für drei Rubel bis auf den Wassiljewskij kriechen?“

„Sicher!“

„Nun, dann höre mich, Ganjä, ich will deine Seele zum letztenmal bewundern: du hast mich selbst drei Monate lang gequält, jetzt ist die Reihe an mir. Siehst du hier dieses Paket in Zeitungspapier: das sind hunderttausend Rubel. Nun sieh, ich werde es sogleich in den Kamin werfen, ins Feuer, hier in Gegenwart aller Anwesenden, alle sind Zeugen! Sobald dann das Feuer das Papier erfaßt hat – kriech’ in den Kamin, aber ohne Handschuhe, mit bloßen Händen, nur die Ärmel kannst du aufkrempeln, – und hol’ das Paket aus dem Feuer! Holst du es heraus – so gehört es dir, die ganzen Hunderttausend gehören dir! Wirst dir höchstens die zarten Fingerchen ein bißchen verbrennen, aber dafür sind es doch Hunderttausend, bedenk bloß! Wie lange zieht man sie denn aus dem Feuer! Es ist ja nur ein Augenblick! Ich aber will mich an deiner Seele ergötzen, ich habe meine Freude dran, daß du nach meinem Gelde ins Feuer kriechst! Hier sind alle Zeugen: das ganze Paket gehört dir! Ziehst du es nicht heraus, so verbrennt es, ich werde es keinen anderen herausnehmen lassen. Fort da vom Kamin! Alle fort! Das Geld gehört mir! Ich hab’s für eine Nacht von Rogoshin bekommen. Ist’s mein Geld, Rogoshin?“

„Deines, meine Freude! Deines, Königin!“

„Nun, dann alle fort von dort! was ich will, das tue ich! Seht! Ruhe! Mischt euch nicht ein! Ferdyschtschenko, schüren Sie das Feuer!“

„Nastassja Filippowna, die Hände gehorchen mir nicht!“ stammelte Ferdyschtschenko wie betäubt.

„A–ach!“ rief Nastassja Filippowna unwillig, ergriff selbst die Feuerzange, schob die zwei glimmenden Holzscheite zurecht, und wie das Feuer aufschlug, warf sie das Geldpaket darauf.

Ein Schrei entfuhr den Anwesenden. Viele bekreuzigten sich unwillkürlich.

„Sie ist verrückt geworden! Sie ist wahnsinnig!“

„Soll ... soll ... soll man sie nicht binden?“ flüsterte der General Ptizyn zu; „oder ... oder nach dem Arzt schicken ... Sie ist ja doch wahnsinnig, wahnsinnig, das ist sie doch!“

„N–nein, das ist vielleicht doch nicht gerade Wahnsinn,“ murmelte Ptizyn. Er war erbleicht und zitterte und vermochte seinen Blick von dem bereits glimmenden Zeitungspapier nicht abzuwenden.

„Sie ist doch wahnsinnig, absolut wahnsinnig, sehen Sie denn das nicht?“ wandte sich der General an Tozkij.

„Ich habe Ihnen ja gesagt, daß sie ein Weib mit Kolorit ist,“ flüsterte der gleichfalls etwas erbleichte Tozkij zurück.

„Aber, ich bitte Sie! – es sind doch Hun–dert–tau–send!“ ...

„Großer Gott, großer Gott, heiliger Vater im Himmel!“ ertönte es ringsum. Alles drängte zum Kamin, alle wollten sehen, wie das Geld brannte, alles rief und schrie durcheinander ... Einige sprangen sogar auf die Stühle, um über die Köpfe der anderen hinweg zu sehen. Darja Alexejewna eilte in höchster Angst zur Tür und tuschelte dort entsetzt mit Katjä und Pascha. Die schöne Deutsche lief fort.

„Mütterchen! Königin! Allmächtige!“ schrie Lebedeff, der vor Nastassja Filippowna auf den Knien umherrutschte und immer wieder verzweifelt mit beiden Armen auf den Kamin wies. „Hunderttausend! Hunderttausend! Habe ich selbst gesehen, vor meinen Augen wurden sie eingepackt! Mütterchen! Barmherzige! Laß mich in den Kamin kriechen! Ich krieche dir mit allen vieren hinein, den ganzen grauen Kopf steck’ ich ins Feuer! ... Eine kranke Frau ohne Beine, dreizehn Stück Kinder – alles Waisen, der Vater vor einer Woche beerdigt, sie haben nichts zu beißen und zu nagen! Erbarmen, Erbarmen, Nastassja Filippowna!“

Und noch mit dem letzten Schrei auf den Lippen, kroch er schon zum Kamin.

„Fort! Nicht! Weg da!“ schrie ihn Nastassja Filippowna an und stieß ihn fort. „Tretet zur Seite, alle, alle! Ganjä, was stehst du denn da? Schäm’ dich doch nicht! Kriech los! Dein Glück ist’s!“

Doch Ganjä hatte an diesem Tage und Abend schon gar zuviel ausgehalten. Auf diese letzte, unerwartete Folter war er nicht vorbereitet. Das Gedränge teilte sich vor ihm in zwei Hälften, es bildete sich eine Gasse zwischen ihnen, und Ganjä stand drei Schritte von Nastassja Filippowna, Auge in Auge ihr gegenüber. Sie stand am Kamin und wartete und sah ihn mit flammendem, unverwandtem Blick an. Ganjä stand schweigend mit gekreuzten Armen, im Frack, den Hut und die Handschuhe in der Hand, vor ihr, ohne sich zu rühren, und sah starr ins Feuer. Ein sinnloses, irres Lächeln huschte über sein Gesicht, das so bleich war wie eine weißgetünchte Wand. Zwar konnte er den Blick nicht losreißen von dem glimmenden Päckchen, doch schien sich plötzlich etwas Neues in seiner Seele erhoben zu haben: es war, als hätte er sich geschworen, die Folter auszuhalten. Er rührte sich nicht: nach ein paar Augenblicken wurde es allen klar, daß er nicht nach dem Geldpaket greifen würde, daß er es nicht wollte!!!

„Ei, sie verbrennen, die Hunderttausend!“ schrie ihm Nastassja Filippowna zu. „Du wirst dich ja später erhängen, wenn du sie nicht nimmst! Ich scherze nicht!“

Das Feuer war zuerst zwischen den zwei glimmenden Holzscheiten fast erloschen, als das Geldpaket darauf niedergefallen war. Nur ein kleines blaues Flämmchen züngelte noch am unteren Rande des einen Holzscheits. Allmählich kroch es weiter, bis es die eine Ecke des Päckchens zu belecken begann; das Feuer blieb haften und schlängelte sich dann als schmale, dünne Zunge von der Ecke hinauf, lief von der oberen Ecke wieder am Rande weiter und plötzlich umschlang es das ganze Paket, und eine helle Flamme schlug flackernd nach oben, zugleich einen Feuerschein ins Zimmer werfend.

„Mütterchen!“ schrie Lebedeff und wieder wollte er auf den Knien zum Kamin kriechen, doch da zog ihn Rogoshin fort und stieß ihn zur Seite. Rogoshin selbst war nichts als ein einziges glühendes Augenpaar, sein ganzes Ich lag in seinem Blick, der wie gebannt immer wieder zu Nastassja Filippowna zurückkehrte, – er war berauscht, war trunken, war über der Erde!

„Das, ja, das ist eine Königin!“ rief er begeistert aus, sich an alle und an jeden wendend, gleichviel an wen. „Das, das ist nach unserer Art!“ stieß er wie besinnungslos hervor. „Nun, wer von euch, ihr Gauner allesamt, brächte so was fertig! was?!“

Der Fürst war der einzige, der schweigend beobachtete. Sein Gesicht war ernst und in seinen Augen lag Trauer.

„Ich zieh’ es mit den Zähnen heraus, auch nur für einen einzigen grauen Lappen!“ erbot sich Ferdyschtschenko.

„Ich auch!“ knirschte im Hintergrunde der Faustmensch, wahrscheinlich in einem Anfall entschiedener Verzweiflung. „T–teufel noch eins! Es brennt, alles brennt!“ schrie er laut auf, als er die Flamme emporschlagen sah.

„Es brennt, es brennt!“ schrien alle wie aus einem Munde, und ein wildes Drängen zum Kamin hub an.

„Ganjä, zier’ dich nicht, ich sage es zum letztenmal!“

„So geh doch, geh!“ brüllte Ferdyschtschenko außer sich und er stürzte sich auf Ganjä, um ihn am Ärmel mit Gewalt zum Kamin zu zerren. „So kriech doch in den Kamin, du Prahlhans! Es verbrennt! Oh, verrr–dammter!“

Doch Ganjä stieß plötzlich mit aller Kraft Ferdyschtschenko zurück, wandte sich um und ging zur Tür. Er hatte aber noch keine zwei Schritte gemacht, als er plötzlich wankte und krachend zu Boden schlug.

„Ohnmacht! Eine Ohnmacht!“ schrien mehrere Stimmen.

„Mütterchen! Allbarmherzige! Sie verbrennen!“ schrie Lebedeff.

„Sie verbrennen umsonst!“ brüllte es von allen Seiten.

„Katjä, Pascha, bringt ihm Wasser, Essig, Essenz!“ rief Nastassja Filippowna erregt ihren Mägden zu, ergriff dann selbst die Feuerzange und zog das Paket aus den Flammen hervor.

Die ganze Umhüllung war schon verbrannt und fiel in verkohlenden Blätterschichten ab, doch sah man sofort, daß der Inhalt unversehrt war. Rogoshin hatte das Geld in dreifaches Zeitungspapier eingepackt. Alles atmete erleichtert auf.

„Nur ein einziges kleines Tausendchen ist angebrannt, die anderen sind alle ganz!“ berichtete Lebedeff mit noch zitternder Stimme. Er weinte fast vor Rührung.

„Alle gehören ihm! Das ganze Paket gehört ihm! Sie hören es, meine Herren!“ rief Nastassja Filippowna laut und sie legte das Geldpaket neben den ohnmächtigen Ganjä hin. „Er ist doch nicht gegangen, hat es doch ausgehalten! Seine Eigenliebe ist doch noch größer als seine Geldgier! Tut nichts, er wird zu sich kommen! Er hätte womöglich ermordet ... Da, er kommt schon zu sich! General, Ptizyn, Darja Alexejewna, Katjä, Pascha, Rogoshin, habt ihr’s gehört? Das ganze Geld gehört Ganjä! Ich gebe es ihm als sein Eigentum, als Entschädigung, als Belohnung ... nun, da, gleichviel wofür! Sagt es ihm. Mag es hier neben ihm liegen. Rogoshin, marsch! Leb’ wohl, Fürst, ich habe zum erstenmal einen Menschen gesehen! Leben Sie wohl, Afanassij Iwanowitsch, merci!“

Die ganze Rotte Rogoshins drängte mit Geräusch und Geschrei dem Ausgang zu, wohin Nastassja Filippowna und Rogoshin bereits vorausgegangen waren. Im Saal brachten ihr die Mädchen den Pelz. Auch die Köchin Marfa kam aus der Küche herbeigelaufen. Nastassja Filippowna küßte sie alle zum Abschied.

„Mütterchen, ist es denn wirklich wahr, daß Sie uns für immer verlassen? Wohin wollen Sie denn gehen? Und noch dazu am Geburtstage, an einem solchen Fest!“ jammerten die weinenden Mädchen, die ihr die Hände küßten.

„Auf die Straße gehe ich jetzt, Katjä, du hast es doch schon gehört, dort ist mein Platz, oder am Waschtroge! Genug von Afanassij Iwanowitsch! Grüßt ihn mir und gedenkt meiner nicht im Bösen ...“

Der Fürst eilte, so schnell er konnte, zur Auffahrt, wo sich die ganze Gesellschaft bereits in die vier Troiken gesetzt hatte. Der General holte ihn nur noch mit Mühe auf der Treppe ein.

„Fürst Lew Nikolajewitsch, komm zur Besinnung!“ rief er, ihn am Arm packend, um ihn zurückzuhalten. „Laß sie doch! Du siehst doch, was für eine sie ist! Wie ein Vater rate ich dir ...“

Der Fürst sah ihn an, doch ohne ein Wort zu sagen, riß er sich los und eilte hinaus.

Als der General auf die Straße trat, waren die Troiken schon fort und er sah nur noch, wie der Fürst dem nächsten Droschkenkutscher zurief: „Nach Jekateringoff, hinter den Troiken her!“

Der Schweißfuchs des Generals fuhr vor und brachte seinen Herrn in schlankem Trabe heim, mit neuen Hoffnungen und Berechnungen und auch mit den kostbaren Perlen, die Seine Exzellenz schließlich doch nicht vergessen hatte, mitzunehmen. Und zwischen den Gedanken und Hoffnungen des Generals tauchte auch wieder Nastassja Filippownas Bild vor ihm auf in seiner ganzen verführerischen Schönheit. Der General seufzte:

„Schade! Wirklich schade! Ein verlorenes Weib! Ein verrücktes Weib! ... Nun, aber der Fürst braucht jetzt etwas anderes als eine Nastassja Filippowna. Schließlich ist es noch ganz gut, daß es so gekommen ist ...“

Fast in derselben Art wurden auch noch von zwei anderen Gästen Nastassja Filippownas, die ein Stück Weges zu Fuß zu gehen beschlossen hatten, einige lehrreiche Ansichten ausgetauscht.

„Wissen Sie, Afanassij Iwanowitsch, das ist ungefähr ebenso wie bei den Japanern,“ sagte Iwan Petrowitsch Ptizyn zu Tozkij. „Der Beleidigte geht dort zu seinem Beleidiger und sagt: ‚Du hast mich beleidigt, und dafür schlitze ich mir vor deinen Augen den Bauch auf‘, und bei diesen Worten schlitzt er sich auch in der Tat den Bauch auf und fühlt dabei wahrscheinlich eine außerordentliche Genugtuung, ganz als hätte er sich nun wirklich an jenem gerächt. Es gibt sehr seltsame Charaktere in der Welt, Afanassij Iwanowitsch!“

„Sie meinen, daß auch hier etwas Ähnliches getan worden sei?“ fragte Tozkij mit einem Lächeln. „Hm! Nicht übel ... Sie haben einen sehr scharfsinnigen Vergleich angeführt. Aber Sie haben doch selbst gesehen, mein bester Iwan Petrowitsch, daß ich alles getan habe, was ich nur tun konnte: mehr als das kann ein Mensch nicht, das müssen Sie mir doch selbst zugeben? Und andererseits, wenn man bedenkt – es läßt sich doch nicht leugnen, daß diese Frau kolossale Vorzüge hat ... wirklich glänzende Gaben! Ich wollte ihr vorhin schon zurufen – wenn ich mir das in diesem Sodom hätte gestatten können – daß sie selbst meine beste Rechtfertigung gegen alle ihre Beschuldigungen ist. Nun, sagen Sie doch selbst, wer hätte sich nicht an diesem Weibe berauscht, bis zum Vergessen alles ... anderen? Sie sehen, dieser Bauer, dieser Rogoshin – er hat doch hunderttausend Rubel für sie herangeschleppt! Mag auch alles, was dort geschehen ist, sagen wir grotesk, romantisch, unschicklich sein, so hat es dafür doch Kolorit, es ist originell! – das müssen Sie mir zugeben! Gott, was könnte sie nicht sein: bei diesem Charakter und dieser Schönheit! Aber trotz aller Bemühungen, trotz aller Mittel, selbst ungeachtet ihrer Erziehung und Ausbildung – ist doch alles verloren! Ein ungeschliffener Diamant – das habe ich schon mehr als einmal gesagt ...“

Und Afanassij Iwanowitsch seufzte tief.