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Schwarz-Weiß-Rot: Grotesken cover

Schwarz-Weiß-Rot: Grotesken

Chapter 6: TOILETTPAPIER! TOILETTPAPIER!
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About This Book

A collection of short grotesques that mix absurdist humor, dark comedy, and erudite parody to skew literary, scientific, and political pretensions. Individual pieces stage surreal conceits—mock inventions, theatrical resurrections of past voices, and exaggerated rhetorical disputes—to unsettle received truths about perception, language, and authority. The tone shifts between playful irony and macabre wit, employing sharp verbal turns, ironic reversals, and vivid grotesque imagery. Formally varied vignettes probe how ideas are constructed and defended, inviting both laughter and critical reflection on cultural narratives and the contradictions beneath public seriousness.

. . . daß die Flöhe leiser stechen,

die dich kurz vorher behopsten,

und die Läuse, die sich moppsten,

in dein Fell von frischem brechen.

(Fortsetzung folgt.)

*

(Fortsetzung.)

Nun war Klara endlich eine alte Frau geworden, die sich meiner kaum noch erinnerte. Ich selbst ruhte auch lange schon von meinen Irrfahrten (auf dem Friedhof der Selbstmörder) aus. Unsre junge Generation feierte bereits ihre fünfzigsten Geburtstage; sie trug in ihren Anzügen Taschen, in denen sie die Fäuste ballen konnte. Sonst alles so liebenswürdig, selbst der Tod lächelte schelmisch, und in seinen Wangen zeigten sich liebliche Senkgrübchen. Da — ich glaube Mittwoch — karjolte mein Grab los. Ein langer Schleier von Verzweiflungen wehte flordünn über die Eingesunkenen, darunter her rollten unsre Gräber wie blumengeschmückte Autos beim Festkorso. Wir sausten zur Stadt, ich ließ mein Autograb vor dem Haus meiner greisen Wittib halten: „Wie bist noch gegen mich gesinnt? Und weinest oder lachst du?“

(Fortsetzung folgt.)

*

(Fortsetzung.)

Auch die andern Grabgefährten hielten bald da, bald dort. Und die Ihnen bekannten „Lieben“, die sich gern „unsre“ nennen, kamen. Sie kamen herbei, sie eilten, sie genierten sich. Auch Klara kam:

„Wie hast du dein Leichentuch arrangiert, Helmut-Hinrich? Immer noch der alte Theatraliker — so in die Höhe, so —“ ein Tränenrieseln drang unter ihren zarten, welken Lidern hervor, und die Sonne. Ich meine wohl, die Sonne schien so goldwarm um die alte Gestalt herum, so unsäglich ironisch, so anders. Rührungen gibt es, ganz leise, unmerklich, bis zum Sterben des Todes. Ich hatte mit Klara einige Kinder erzeugt, sie sahen aus den Fenstern, sie winkten mit den Tüchern, ich rasselte mit knöchernen Fingern hinauf wie mit Kastagnetten und ballerte meinen Schädel bis unters Dach. Doch:

„Ade nun, ihr Lieben,

Geschieden muß sein!“

(Fortsetzung folgt.)

*

(Fortsetzung.)

Klara wollte gern mit, ich widerriet es ihr. Laß deinen andern Fuß, flehte ich, nicht wissen, daß du mit dem einen schon dort stehst, wohin ich jetzt mit meinen beiden springe. Noch ein Kuß. Noch einer. Noch zwei. Noch Küsse. Ein Blick von der Brechungskraft — und

„Weiter, weiter . . .“, na, „hopp, hopp, hopp!“ schon weniger. Nein, sämtliche Trompeten von Jericho unsre Hupen. „Die Gräberautos,“ hieß es in einem Bericht, „passierten soeben unser Örtchen. Die Spitzen der Behörden hatten sich mit der Schuljugend zur Begrüßung aufgestellt. Bürgermeister Verbogen hielt die Festrede, worin er überzeugend nachwies, daß justament einzig und allein die Selbstmörder eine ganz besondere Talentiertheit zur Unsterblichkeit entfalteten. An Exzellenz Häckel ging ein Huldigungstelegramm ab.“

(Fortsetzung folgt)

*

(Fortsetzung.)

Kaum hatten wir nun, durch ein paar Handgriffe, unsre Gräberautos in Luftgräberschiffe umgewandelt, als oben im herrlichen frischen Himmel Fritz M . . . . . . . r sich erbot, uns Gespräche halten zu lassen. Er wies uns Proben — gar nicht übel! Jedoch die Brauchbarkeit des Himmels zur Diskretion vor unsern Lieben soll nicht beeinträchtigt werden. Gern, sagten wir ihm, wollten wir auf sie pfeifen, ungern zu ihnen reden. Entsetzlich schwer begriff dieses olle Sprachrohr seine völlige Überflüssigkeit. Es legte sich verstohlen an H. v. Kleist an, kam aber versehentlich an das vis-à-vis von dessen Mund, und v. Kl. entnahm einer seiner Anekdoten einen Äolus und ließ diesen.

(Fortsetzung folgt.)

*

(Fortsetzung und Schluß.)

Das Abgebrochne aber ist es, das so siegt. Wenn Sie jemals auf unserm ungewöhnlichen Wege in den Himmel kommen sollten: lassen Sie von dem an die Konsequenz. Nicht in ihr, nie in ihr, nur in Ihren Abgebrochenheiten ruht und schwelgt Ihr Himmel. Sie seufzen. Unterbrechen Sie Ihr Seufzen. Unterbrechen Sie die Gedanken und Stimmungen, die sich konsequenterweise daran knüpfen wollen! Essen Sie einen Pfirsich, stecken Sie seinen Kern ja in Ihren (bloß schon darauf wartenden) Blinddarm. Vergessen Sie nie, daß Sie nur zur Zerstreuung gesammelt sind! „Vergißmeinnicht“ ist die schlimmste Blume, denn nur ihretwegen hat man das Grab erfunden, worauf sie blüht. —

TOILETTPAPIER! TOILETTPAPIER!

EIN Mann ging ja aus. Vorn hatte er ein Baro-, hinten ein Thermometer am Rocke befestigt. Er ärgerte sich doch, daß die Wetterhäuschen so feststanden. Er wollte ja selbst ein lebendiges, wandelndes Wetterhäuschen sein.

Der Mann ging an Leute ’ran und klappte ihnen den Deckel seiner Uhr an die Nasen: „Sie wollen gewiß gern wissen,“ sagte er liebreich, „wie spät es ist? bitte!“ — Die Leute mochten das nicht, sie empfanden es als Belästigung, sie wurden ungeduldig. Aber Boboll (so hieß der Mann) machte sie noch auf sein Thermometer aufmerksam; worauf sie ihn erregt anblickten und weitergingen. Jedoch er ließ es nicht zu, er lief ihnen eilfertig voran und hinderte sie am Weitergehen. Dann drehte er sich um und sagte: „Hinten können sie auch den genauen Barometerstand nachsehen.“

Damit hatte er die Leute besiegt, sie ließen gar nicht mehr von ihm, sie umhegten ihn warm, und er schritt zufrieden in ihrer Mitte. Aus den Taschen zog er darauf gute Pakete parfümiertes Toilettpapier und verteilte sie herzlich gern. Den Damen gab er Sicherheitsnadeln und Puderpapier. Ein reicher Herr hatte auch etwas genommen und bot ihm Geld — aber er lehnte es ab und fragte unschuldig genug: „Bin ich ein Automat? Ich tue es ja freiwillig.“ Da wurde der reiche Herr rot vor Frohsinn, und alle jubelten und freuten sich mit ihm. Viele riefen: „20 Grad im Schatten!“ Andre wiesen einander das feine Papier; und jemand sagte, ich glaube hinten sein Barometer sinkt. Hierüber johlte die jüngere Umgebung so anhaltend, daß der ganze Trupp mit Bobolln in der Mitte von Schutzmännern umstellt und aufgefordert wurde, sich zu zerstreuen. Bobolln wollten sie festnehmen, weil sie ihn für einen Straßenhändler ohne Gewerbeschein hielten. Aber der reiche Herr klärte dieses Mißverständnis auf. Und als die Schutzmänner das Nähere hörten und sahen, wurden sie lustig und guter Dinge; sie sagten alle mit einer Stimme: „Lütütü“! und pochten sich dabei mit ihren Zeigefingern gegen ihre kräftigen Stirnen.

Auf der Wache gab Boboll an, er sei ein Menschenfreund, und mit seinen geringen Mitteln könne er leider nicht mehr tun. Er habe aber einen sicheren Blick für kleine Bedürfnisse der Passanten. Gewisse Bedürfnisse müßten allerdings erst geweckt werden. Fast jeder vermisse irgend eine kleine Behaglichkeit. Boboll nahm ein Sammetbürstchen aus der Tasche, einen dreiteiligen Handspiegel, ein umlegbares Schreibepultchen, einen Ferngucker und andre nützliche Dinge. —

Die Schutzleute betrachteten sich Bobolln lange Zeit aufmerksam. Er aber behielt seine schlichte Haltung bei und seinen guten Blick. Schließlich rieten ihm die Schutzleute ab, den Passanten zu helfen; ja, sie untersagten es ihm, weil es Unfug sei, da es Menschenaufläufe verursache; sie verwarnten ihn ernstlich und gaben ihm kund, er werde bei der nächsten Gelegenheit festgenommen werden. Hierauf ließen sie ihn frei und konnten sich noch eine geraume Weile kaum von ihm erholen. — — —

Boboll ging durch die Passanten und spürte ihre Bedürfnisse wieder so deutlich. Einem Herrn nahm er den Zylinderhut ab. Es war ein rosiger, pikanter Junge, der es eilig hatte. Aber Boboll zog sein Bürstchen, und da er den seidnen Hut fein glatt streichelte, beantwortete er die eifrigen Fragen des jungen Menschen gar nicht, sondern überreichte ihm mit Stolz die glänzende Zierde. Der Bengel klappte sie erst Bobolln ans Ohr, dann sich auf den Kopf und wollte rasch weiter. Aber Boboll fragte ihn, ob er Toilettpapier brauche, ob er den Barometerstand wissen wolle, bitte hinten, Thermometer sei vorn; und Boboll ließ ihn auch noch in den dreiteiligen Spiegel sehen. Der elegante, aber rohe Kerl knallte ihm darauf eine runter und rannte ihn über den Haufen, daß er im Mist lag. Der Spiegel klirrte in Stücke, und aus der Ferne flog noch ein Bändchen Toilettpapier heftig genug an Bobolls rechtes Auge.

Ahnungslose, mitleidige Passanten halfen Bobolln wieder auf die Beine; sie befreiten ihn von den Scherben des Spiegels und der andern Glasinstrumente. Boboll aber, noch erschüttert, forschte bereits wieder in ihren Mienen. Ach! Wie Vieles erriet er darin so genau: sie brauchten fast jeder Papier, Nadeln, Zeit- und andre Messer. Manche hatten das Datum vergessen; oder sie würden gern rasch etwas niederschreiben; oder es juckte sie an Stellen, zu denen sie selbst nicht gelangen konnten. Eine Dame hatte geweint, sie brauchte Puder; einem Herrn fehlte der Knopf an genierlicher Stelle. Gering waren diese Bedürfnisse — gewiß! Aber Boboll fand seine Seligkeit darin, sie zu befriedigen; und Boboll durfte es nicht mehr, es ging nicht, er sah es ein.

Das war nichts Geringes für ihn, es war seine Unbrauchbarmachung, das Ende, der Tod. Boboll mochte nur so funktionieren, nur als dieser kleine Passantengott, oder gar nicht. Entschlossen, sein Helfertum, aber mit diesem auch das Leben aufzugeben, dachte er nur noch darüber nach, wie er wenigstens aus seinem Tod den Passanten so manche Freude bereiten könne. Sein Vermögen stiftete er zur Errichtung einer fahrenden Bedürfnisbefriedigungsanstalt: hier sollten die Leute alle die vermißten Kleinigkeiten wiederfinden, die ihnen Boboll selbst nicht mehr zugute tun durfte. Bobolln fiel es als sehr sinnig ein, seine Leiche verbrennen und die Urne mit der Asche auf Wagen I ewig mitfahren zu lassen. Plötzlich hatte er eine viel glücklichere Idee.

Kennen Sie die vielen Herrschaften, die den Verlust eines ihnen Nahestehenden beklagen, bis sie dessen Leiche schließlich in der Morgue entdecken? So! So! wollte Boboll sich sterben lassen. Er studierte Inserate, Polizeiberichte und Anschlagsäulen, und endlich gelang es ihm, einen richtigen Toten als vermißt angezeigt zu finden, der nach den Indizien ungefähr Ähnlichkeit mit ihm haben mußte. Gesucht wurde die Leiche des Krankenhäuslers Edgar Schiebedonkel, die wahrscheinlich von einem Wärter an die Anatomie verschachert worden war. Boboll besorgte sich eine Photographie Schiebedonkels und machte sich sorgfältig nach dieser zurecht, u. a. gehörte dazu eine Schnapsnase, eine Glatze, eine Narbe und mehrere Zahnlücken. Ja, Boboll ließ für schweres Geld Schiebedonkels alte Leibwäsche und Kleidung ankaufen. Aber sobald er sich die herzliche Freude der Familie und auch des entlasteten Wärters recht lebhaft vorstellte, wenn endlich Schiebedonkels Leiche sich im Schauhause wiederfände; so dünkte ihm kein Opfer zu gering, um der unmittelbare Urheber dieser Erfreuung zu werden.

Sein Testament schloß mit diesem Passus: „Um der Stiftung, die ich hiermit errichte, keinen Pfennig unnütz zu entziehen, stopfe ich Dynamitpatronen in meinen Kopf und Rumpf überall, wo es nur irgend angeht; ich zerplatze ohne Rückbleibsel und spare so die Beerdigungskosten zu Nutz und Frommen aller Passanten.“ — — —

So geschah es, daß eines schönen Tages der Wärter und die Familie Schiebedonkel ohne Zögern entschieden den toten Edgar in der Morgue rekognoszierten. Da aber hättet ihr einmal etwas sehen können: Edgars Leiche lächelte! Sie wollten, sie konnten es nicht für möglich halten, aber sie sahen es! Wahre Güte, echte Menschenfreundlichkeit gibt selbst Ihrer Leiche ein joviales Aussehen. —

Und just, als Familie Schiebedonkel mit dem Wärter den toten Boboll, den sie (der Wärter verwundert und froh) mit Edgarn verwechselten, zu Grabe brachten, karambolierte der Leichenwagen mit dem bekränzten ersten Tram der fahrenden Bedürfnisbefriedigungsanstalt, auf dessen Perron ein Greis Toilettpapier ausschrie. — —

DAS VERTIKALE GEWERBE

BEFÜRCHTEN Sie nichts, Leserin! Wir wollen von etwas anderem reden. Kommen Sie doch bitte nach der Zeppelinstraße. So. Da sind wir schon. Sie sehen eine Ballonhalle? Recht! Wir gehen hinein, wir werden einen Aufstieg machen, innerhalb einer Stunde sämtliche Länder der Erde überfliegen — und doch in dieser Ballonhalle bleiben.

Sie wissen, man kann bereits auf ähnliche Weise zu Wasser und zu Lande reisen, in der Illusion, man säße in einem fahrenden Schilf oder Eisenbahnwagen, die gemalte Landschaft rollt draußen vor den Fenstern vorbei. Die Luftschiffahrt aber, die wir jetzt vorhaben, wird Sie durch die Restlosigkeit der Illusion entzücken. In diesem eigens zur exakten Vortäuschung von Luftreisen errichteten Kino hängt der Zuschauerraum hoch über der Schirmbühne. Sie kennen die Technik der sogenannten Hexenschaukeln: der Platz des Zuschauers ist stabil, der Raum aber um ihn herum beweglich, so daß der Plafond und der Fußboden beliebig miteinander verwechselt werden können, und der Zuschauer desorientiert und schwindlig wird. Nach diesem Beispiel sollten alle Räume zu Darstellungen eingerichtet sein; das beliebte horizontale Kino, in dem der Schirm sich vor dem Zuschauer befindet, ginge dann mit Leichtigkeit so zu verwandeln, daß der Zuschauer sich bald unter, bald über dem Schirm plaziert sähe; dadurch könnten die wunderbarsten Wirkungen hervorgebracht werden!

Hier nun treten wir ein wie in die Gondelgalerien eines Riesenluftschiffs. Diese Gondelgalerien sind an der Decke eines Saales befestigt, und diese Decke ist dem Bauch eines Ballons nachgebildet. Von diesem Ballongewölbe hängt, an Tauwerk und Schnüren, das Parallel-Ring-System aus vier Galerien herab, auf dem Sitzplätze so angebracht sind, daß die Zuschauer über beide Brüstungen nach unten sehen können. Die innerste Galerie hat nur eine Brüstung nach außen hin; ihr Kreisrund ist nach innen hin durch einen Fußboden ausgefüllt; unter diesem befindet sich die Zelle des Technikers mit dem Projektionsapparat, dessen Aufnahmen bei Gelegenheit wirklicher Luftschiffahrten angefertigt worden sind. Beiläufig bemerkt, hört sich das Geräusch dieses Apparates wie das Surren der Schraube eines Luftschiffs an und dient also zur Erhöhung der Illusion.

In senkrechter Tiefe unter diesen Galerien liegt die Bühne wie in einem Abgrund. Würde man einen Schlafenden auf eine dieser Galerien bringen und ihn dort aufwecken; sähe er dann über sich das Tauwerk und den Ballon, hörte er das Surren wie von einer Schraube und überzeugte sich beim Blicken in die Tiefe, daß unten etwa London vorbeizöge — so würde er niemals auf die Vermutung einer Illusion geraten. Mit größter Leichtigkeit sind Abstieg und Aufstieg vorzuspiegeln: das zum Aufstieg gebrauchte Filmband wird umgekehrt abgerollt.

Gleich das erste Bild wirft Sie unentrinnbar in den Wahn, Sie schwebten über der Halle desselben Theaters, in dem Sie sitzen, aufwärts, und Sie sähen, aus der Vogelperspektive, die weitere und immer weitere Umgebung. Der Lauf beschleunigt sich, und eine Reihe immer fernerer Landschaften und Städte ziehn unter Ihren Augen vorüber. Sie überfliegen Gebirge, Meere, Ströme, unter Ihnen rollt die ganze Erde vorbei.

Das ist aber noch gar nichts gegen die ungeheuere Steigerung der Illusion durch den Umstand, daß der Apparat schließlich astronomische Objekte projiziert, und Sie sich wirklich unter die Sterne versetzt glauben können. Diese Aufnahmen sind künstlich, aber sehr raffiniert hergestellt. Ihre Reihe beginnt mit der Erhebung von der Erdkugel: Sie sehen z. B. unter sich das Meer mit einigem Inselland; es versinkt in die Tiefe und wird dabei zauberhaft plötzlich sphärisch, die Wölbung wird kleiner und kleiner — auf einmal liegt sie tief unter Ihnen als Erdkugel, und Sie sind im Raum ohne Boden, bis Sie sich einer neuen Sternwelt, etwa dem Mond, dem Mars, wo nicht gar der Sonne nähern.

Wie? Sie sagen, es gäbe weder die Zeppelinstraße noch so ein Kino? Sie irren sich! Die Kino-Unternehmer sind noch lange nicht so dumm, eine solche Gründung zu unterlassen. Und übrigens, argwöhnen Sie vielmehr, die gesamte Welt wäre bereits ein so vertikales Gewerbe — aber nicht bloß optisch, sondern plastisch bis in alle Sinne hinein. Adieu! — — —