Sollte einmal in der Ableitung eine Stockung eintreten, der Gasdruck in der Retorte also steigen, so geben die beiden Spiralfedern gleich nach, die Glocke mit dem Bügel hebt sich und das Gas entweicht. Sobald die Stockung in der Leitung beseitigt ist, senkt sich die Glocke und die Entwicklung geht ruhig weiter. Eine Explosionsgefahr ist also völlig ausgeschlossen. Man kann die Retorte übrigens leicht auf ihre Sicherheit prüfen, indem man den Schlauch, welcher das Gas ableitet, zusammendrückt.
Die Braunsteinkuchen werden hergestellt aus einem Gemisch von 4 Theilen chlorsaurem Kali und 1 Theil Braunstein; es wird soviel Wasser zugesetzt, dass die Masse feucht, nicht nass wird. Nachdem alles gut gemischt ist, drückt man den Teig in eine Eisenform (welche jedem Apparate zugeliefert wird), streicht das Ueberstehende ab, dreht die Form um und lässt den Kuchen herausfallen.
Das Trocknen der Kuchen geschieht bei gelinder Wärme oder an der Luft. Nach dem Trocknen werden sie mit der unteren Seite in ein teigförmiges Gemisch von Wasser und Braunstein eingetaucht und nochmals getrocknet. Dies bewirkt, dass die Kuchen beim Gasentwickeln nicht an der unteren Metallplatte festbacken.
Die trockenen Kuchen sind reinlich in der Handhabung und hart wie Kohlen. Wenn sie zur Gasentwicklung gebraucht sind und aus der Retorte genommen werden, haben sie noch ihre frühere Form; sie sind nur angeschwollen.
Zur Herstellung der Kuchen darf nur reiner Braunstein benutzt werden. Er darf keine Verunreinigung organischer Natur (z. B. Kohle) enthalten. Wer die Selbstbereitung der Kuchen scheut, kann sie im Handel bekommen.
Der entwickelte Sauerstoff wird in einen Gasbehälter geleitet. Dazu dient ein Gassack oder ein Gasometer.
Die Gassäcke
sind aus dreifachem Kautschuktuch gefertigt. Sie müssen vor allem dicht sein und soviel Gas aufnehmen, als für eine Vorstellung ausreicht. Bevor der Sauerstoff in den Gassack geleitet wird, muss er gekühlt und gewaschen werden. Bei Benutzung eines Gasometers ist ein Waschgefäss überflüssig, da hier das Gas sowieso durch Wasser geführt wird. In Figur 7 ist die Anordnung der verschiedenen Apparate dargestellt. A ist die Retorte, B der Deckel. An Stelle derselben kann natürlich auch die Sicherheitsretorte verwandt werden. Ein weiter Kautschukschlauch leitet den Sauerstoff in das längere Rohr (C) des Waschgefässes, welches etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Durch das kürzere Rohr (D) gelangt das Gas weiter durch Vermittlung eines Kautschukschlauches in den Sack (E). Wenn der Sack hinreichend mit Sauerstoff gefüllt ist, wird der Hahn abgesperrt und bei der Vorstellung wird der Kalklichtbrenner aus dem Sacke, der alsdann mit einem Gewichte beschwert wird, gespeist.
Die Füllung des Sackes nimmt eine ziemliche Zeit in Anspruch. Vortheilhafter ist es, wenn man
das Gasometer
verwendet. In allen Fällen lässt sich dasselbe, wie wir später sehen werden, nicht benutzen. Hier kann die Gasentwicklung während der ganzen Vorstellung ohne Störung fortgesetzt werden, und es genügt, wenn man 15 bis 20 Minuten vor der Vorstellung mit der Gasentwicklung beginnt.
Das Gasometer ist aus verzinktem Eisenblech construirt. Es besteht im Wesentlichen aus einem Behälter, dessen unterer Theil mit Wasser gefüllt wird, und einer Glocke. Der Sauerstoff wird unten in das Wasser geleitet, steigt auf und sammelt sich unter der Glocke, die dadurch gehoben wird.
Damit nicht zu viel Wasser nothwendig ist, ist das Gasometer mit einer cylinderförmigen »Seele« versehen, welche etwa bis zur Mitte der Höhe des Behälters reicht. Der Raum, der dadurch gewonnen wird und der im übrigen stets trocken bleibt, kann sehr gut zum Verpacken von Laternen oder Apparatstücken benutzt werden; unten ist er durch einen Deckel geschlossen.
Der cylinderförmige Mantel der Glocke ist nach oben hin fortgesetzt und bildet hier einen Kasten, der zur Aufnahme des Gewichtes bestimmt ist, um das Gas unter Druck zu bringen; er kann ebenfalls zum Verpacken von allerhand Gegenständen verwandt werden. Der obere Deckel des Gasometers ist mit vier Stangen versehen und bildet mit diesen eine Art Tisch. Die Stangen sind unten durch einen Ring verbunden. Wenn der Apparat aufgestellt ist, ragt dieses Tischchen oben heraus; der untere Ring ist dann mit vier Flügelschrauben an der Wandung des Behälters befestigt (vgl. Fig. 8). Ist der Apparat verpackt, so liegt der Deckel fest auf dem Behälter und die Stangen ruhen zwischen den Wandungen des Behälters und der Glocke.
Zum Gebrauche nimmt man zunächst den oberen Deckel sowie die Glocke heraus und füllt den unteren Theil des Behälters mit Wasser bis etwa 3 cm unter den Boden der »Seele«. Man braucht dazu bloss einen Eimer voll Wasser. Dann setzt man die Glocke ein und lässt sie ganz herunter sinken; dazu muss der Hahn an der einen Röhre offen sein. Das Einfüllen von Wasser kann auch durch eine Oeffnung in dem Kasten geschehen. Das obere Gestell (Tischchen) wird angeschraubt, der Sauerstoffgenerator daraufgesetzt, von unten her mit drei Schrauben befestigt und alsdann durch einen Gummischlauch mit dem Rohre (ohne Hahn) innerhalb des Kastens verbunden, welches bis unten in das Wasser hinunterreicht.
In den Kasten legt man ein Gewicht von 15 bis 25 kg; unter Umständen noch mehr, wenn man einen grösseren Druck haben will. Wir benutzen zur Belastung meist zwei Ziegelsteine, welche zusammen etwa 17 kg wiegen.
Nun wird ein Braunsteinkuchen in die Retorte gelegt und der Brenner darunter angezündet. Nach Verlauf von mehreren Minuten hört man es im Gasometer quattern: es entwickelt sich Sauerstoffgas. Der innere Blechkasten hebt sich.
Nach 5 Minuten ist die Gasentwicklung meist beendigt; es wird alsdann ein neuer Kuchen aufgelegt; nun geht die Entwicklung viel schneller vor sich. Vor Beginn der Vorstellung entwickelt man so viel Gas, bis der innere Blechkasten etwa noch eine Hand breit von der Platte des oberen Gestelles absteht; dazu sind zwei oder höchstens drei Kuchen erforderlich. Wenn der Gasbehälter soweit mit Sauerstoff gefüllt ist, löscht man die Flamme im Generator aus und legt einen neuen Kuchen ein.
Bei Beginn der Vorstellung zündet man den Brenner unter der Retorte wieder an und lässt die Flamme klein brennen, sodass sich das Gas nur langsam entwickelt und das verbrauchte Gas ersetzt. Man kann auf diese Weise immerzu auf jede beliebige Zeit während der Vorstellung Sauerstoff erzeugen.
Zur Ableitung des Sauerstoffes aus dem Gasometer befindet sich in dem inneren Blechkasten ein zweites Rohr mit Hahn, welches mit dem Kalklichtbrenner durch einen Schlauch verbunden wird.
Das Gasometer kann gleichzeitig als Ständer für das Sciopticon verwendet werden (vgl. Fig. 8); es ist aufgestellt 1,20 Meter hoch.
Ausser Sauerstoff ist zur Erzeugung des Kalklichtes ein brennbares Gas erforderlich. Am bequemsten ist die Verwendung von Leuchtgas. Es wird einfach das Rohr der Gasleitung mit dem Brenner durch einen Schlauch verbunden oder, wenn man einen bestimmten Druck erhalten will, das Leuchtgas in einen Gassack geleitet und nachher von hier in den Brenner geführt.
Nicht jeder ist in der glücklichen Lage, Leuchtgas durch die Rohrleitung zur Verfügung zu haben. Man ist dann genöthigt, an Stelle desselben Wasserstoffgas, welches im übrigen ein noch helleres Licht giebt, oder Alkoholdämpfe zu benutzen. Den Wasserstoff kann man in Stahlcylindern bekommen; es gilt davon dasselbe, was über die Cylinder mit verdichtetem Sauerstoff gesagt wurde. Meist wird man ihn selber herstellen.
Die Bereitung des Wasserstoffes
geschieht auf kaltem Wege durch Zersetzung von Wasser, indem diesem Schwefelsäure und metallisches Zink zugesetzt wird. Ein praktischer Apparat, der hierzu verwendet werden kann, ist in Figur 9 abgebildet. Dieser ganz aus Kupferblech gefertigte Wasserstoff-Generator besteht aus einem äusseren Behälter C mit zwei Handhaben B und einem inneren Cylinder A, welcher sich mittelst zweier Haken I und H in C auf- und niederheben lässt. Wenn der Cylinder gehoben ist, lässt er sich, wie die Abbildung es zeigt, auf zwei Stangen E und F feststellen. In den Behälter C wird Wasser gegossen, welches mit Schwefelsäure angesäuert ist, in den Cylinder A bringt man Zinktafeln oder Abfälle, die dann auf dem durchlöcherten Boden T ruhen. Soll der Apparat in Wirksamkeit treten, so lässt man den inneren Cylinder herunter; es entwickelt sich alsbald Wasserstoff, der durch ein Bleirohr S abgeleitet wird. D ist eine Waschflasche.
Der Apparat wird direct mit dem Brenner durch einen Schlauch in Verbindung gesetzt; er dient also gleichzeitig als Gasometer. Nöthigenfalls kann man natürlich auch den Wasserstoff in einen Gassack leiten, und aus diesem den Brenner speisen. In diesem Falle lässt sich auch eine Bleiretorte benutzen.
Ueber die Verwendung von Alkoholdämpfen in Verbindung mit Sauerstoff zur Erzeugung des Kalklichtes werden wir später zu sprechen kommen.
Der Kalklichtbrenner.
Die beiden Gase, Sauerstoff und Leuchtgas oder Wasserstoff werden in den Kalklichtbrenner geleitet und dort entzündet; die intensive Flamme bringt das Kalkstück in Weissgluth.
Das Gemisch des Sauerstoffes mit Wasserstoff oder Leuchtgas ist sehr explosiv; am sichersten ist es daher, wenn die Gase erst im letzten Augenblicke — also in der Flamme — gemischt werden. Anderer[P2:probably missing hyphen to join with "seits"] seits bekommt man ein mehr als doppelt so helles Licht, wenn die Gase vorher gemischt werden.
Dementsprechend giebt es zwei verschiedene Arten von Kalklichtbrennern: Sicherheitsbrenner und Brenner für gemischte Gase.
Bei dem Brenner für gemischte Gase werden die Gase vor dem Austritt gemischt. Die Helligkeit des Lichtes ist hier, wie eben gesagt, bedeutend grösser: die Sicherheit hingegen ist eine geringere: unter Umständen kann ein Zurückschlagen der Flamme vorkommen — allerdings auch nur dann, wenn man unvorsichtig ist und die Sicherheitmassregeln nicht berücksichtigt. Bei diesem Brenner müssen beide Gase unter genau gleichem Druck stehen, und dies lässt sich nur erreichen, wenn man zwei Gassäcke verwendet.
Bei dem Sicherheitsbrenner werden beide Gase in getrennter Rohrleitung bis in die Flamme geführt. Hier ist ein Zurückschlagen ausgeschlossen. Es können sowohl Gassäcke wie Gasometer benutzt werden; letzteres ist natürlich bequemer. Leuchtgas wird direct aus der Rohrleitung entnommen.
Ein dritter Brenner kommt zur Verwendung bei Alkohol-Sauerstoff; es ist ebenfalls eine Art Sicherheitsbrenner. Der Alcohol wird in einen Docht geleitet, der aus dünnen Eisendrähten besteht und der stark erhitzt wird, und wird hier in Dampf verwandelt. In die Flamme tritt der Sauerstoff ein.
Die drei verschiedenen Brenner sind in den Figuren 10, 11 und 12 abgebildet. Das untere Stück (nb), ein massiver Messing-Cylinder, ist bei allen Brennern dasselbe. In diesen Cylinder sind zwei Löcher gebohrt; das eine (o1) für den Sauerstoff, das andere (h) für das Leuchtgas, den Wasserstoff oder Alkohol.
Bei dem Brenner für gemischte Gase (Fig. 10) ist auf den unteren Cylinder ein Aufsatz aufgeschraubt, der sich oben zu einem schmalen Rohre verengt. Die Gase mischen sich hier in der Kammer c und treten vereint durch m aus.
Die beiden andern Brenner haben je zwei Aufsätze; bei beiden wird zunächst auf die Oeffnung von o1 ein Rohr o aufgeschraubt, welches den Sauerstoff bis in die Flamme leitet. Der Sicherheitsbrenner hat des weiteren einen nach oben sich verengenden Aufsatz (jg), der das Leuchtgas oder den Wasserstoff nach oben führt (Fig. 11).
Bei dem Brenner für Alkohol-Sauerstoff tritt an Stelle des Aufsatzes (jg) ein hohler Cylinder (ja), der einen Docht (w) aus feinen Eisendrähten enthält (Fig. 12).
Ein praktischer Kalklichtbrenner, bei welchem jeder der drei Aufsätze zur Verwendung kommen kann, ist in Fig. 13 dargestellt; derselbe passt in jedes Sciopticon. Die verschiedenen Theile sind enthalten in und an einem Holzstück B. An den beiden Zuleitungsrohren befinden sich die Hähne O für den Sauerstoff und H für das brennbare Gas. Die Hähne werden meist von verschiedener Form und ausserdem der eine blank, der andere schwarz gemacht, damit sie nicht verwechselt werden. Die Zuleitungsrohre führen zu dem Brenneraufsatz (g) — in der Abbildung der Sicherheitsbrenner — welcher durch einen der beiden andern ersetzt werden kann. Die zwei nicht gebrauchten Aufsätze liegen in den Oeffnungen d und e im Holzstück; diese Oeffnungen werden verschlossen durch eine drehbare Messingscheibe f. Hinter dem Brenner g befindet sich ein Messingwinkel k, der sich auf dem Holzstück nach vorn und hinten verschieben lässt und den Kalkhalter p trägt. L ist die Kalkscheibe; sie ist eingeklemmt zwischen die beiden Blechstücke. V ist der Kopf eines kleinen scharfen Instrumentes, welches zum Reinigen der Ausflussröhre des Sauerstoffes gebraucht wird. Das Heben und Senken des Brenners geschieht mit Hülfe einer Schraube S, welche auf ein gebogenes Metallblech r wirkt.
Die Kalkcylinder.
Die Flamme der Gase wird gegen eine Kalkscheibe gerichtet. Man verwendet hierzu gewöhnlichen gebrannten Kalk, Wiener Kalk oder künstlich hergestellte Cylinder.
Diese Kalkstücke haben die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Luft anzuziehen und dann allmälig zu zerbröckeln. Um dies zu verhindern, muss man die Scheiben gut in Staniol einwickeln und in Blechbüchsen verpacken.
Gute künstlich hergestellte Kalkcylinder halten sich auch unverpackt sehr lange.
Sehr wichtig ist es, die Kalkscheiben erst langsam zu erwärmen, also die Leuchtgas- (Wasserstoff- oder Alcohol-) Flamme einige Minuten allein klein brennen zu lassen, damit die Feuchtigkeit langsam ausgetrieben wird und der Kalk trocknet. Würde man von vornherein Sauerstoff zugeben und die intensive Flamme gegen den Cylinder richten, so würde das im Kalk enthaltene Wasser plötzlich in Dampf verwandelt und die Scheibe in Stücke gesprengt werden. Auch ist es gut, während des Erwärmens den Cylinder zu drehen.
Wenn die Flamme eine Zeit lang auf den Kalk eingewirkt hat, nimmt die Leuchtkraft desselben ab; man dreht ihn dann etwas. Auf diese Weise hält ein gutes Kalkstück mehrere Stunden aus.
Der Kalkhalter.
Die abgenutzten Stellen des Cylinders sind stets bröckelig; das Drehen derselben muss daher vorsichtig geschehen. Bei dem in Fig. 13 abgebildeten Kalkhalter, dem sog. Storchschnabel, ist dies nicht möglich. Ich habe einen neuen Halter construirt, in welchem der Kalk von beiden Seiten gut gefasst wird. Das Drehen geschieht von hinten her sehr bequem mit Hülfe einer Zahnradübertragung. Von einem 3/4 Jahre alten künstlichen Cylinder, welcher des Versuches halber nicht verpackt aufbewahrt wurde, war nach Verlauf von zwei Stunden, die er in der Flamme gestanden hatte, noch nichts heruntergebröckelt; ausserdem war er erst zu Dreiviertel abgenutzt.
Die Handhabung des Kalklichtes.
Der Brenner für gemischte Gase erfordert die Anwendung von zwei Gassäcken, welche vor der Vorstellung gefüllt werden. Es ist ja darauf zu achten, dass die beiden Gassäcke stets unter gleichem Druck sind; denn sonst kann es vorkommen, dass der Inhalt des mehr beschwerten Sacks sich in den andern ergiesst, wodurch sich eine gefährliche explosive Gasmischung bilden würde. Einen ziemlich gleichmässigen Druck erhält man, wenn man die beiden Säcke aufeinander zwischen zwei Bretter legt und beschwert. In die beiden Gasleitungen schaltet man eine Sicherheitsvorrichtung ein, welche ein Zurückschlagen verhindert.
Das Reguliren der Hähne muss hier viel exacter geschehen als beim Sicherheitsbrenner, und erfordert einige Uebung.
Anfänger sollten nicht mit gemischten Gasen arbeiten, sondern sich des Sicherheitsbrenners bedienen.
Der Sicherheitsbrenner giebt zwar ein geringeres Licht, aber es ist noch immer sehr intensiv und für die meisten Zwecke ausreichend. Die Handhabung ist gefahrlos, sehr einfach und bequem, besonders dadurch, dass man keine Gassäcke braucht.
In den meisten Fällen wohl wird Leuchtgas verwendet werden. Wer es nicht zur Verfügung hat, kann den Wasserstoff-Generator mit Gasometer benutzen; derselbe wird direkt mit dem Brenner verbunden, und es ist hier also auch kein Sack erforderlich — oder er verwendet den Brenner für Alkohol-Sauerstoff.
Der Sauerstoff wird in der oben beschriebenen Weise mittelst der Sicherheitsretorte entwickelt und im Gasometer gesammelt. Vor der Vorstellung wird der Gasbehälter mit Sauerstoff gefüllt. Diese ganze Vorbereitung nimmt etwa 15 bis 20 Minuten in Anspruch.
Der Sauerstoffkrahnen des Kalklichtbrenners wird mit dem Ableitungsrohre des Gasbehälters (welches mit einem Hahn versehen ist) durch einen Schlauch verbunden; desgleichen der andere, links befindliche Krahnen des Brenners mit der Gasrohrleitung oder dem Wasserstoffgenerator. Man überzeugt sich, dass die Schlauchverbindungen gut und die Hähne am Brenner geschlossen sind, und öffnet nur den Hahn im Gasbehälter sowie den Hahn am Leuchtgasrohre vollständig. Diese Hähne bleiben offen. Nun öffnet man den Hahn für Leuchtgas links am Kalklichtbrenner, zündet den Brenner an und dreht die Flamme klein.
Indess ist ein Kalkcylinder eingesetzt und dieser wird nun in der Flamme langsam erwärmt. Man schiebt den Brenner in die Laterne, um das Metall derselben und besonders den Condensor allmälig zu erwärmen.
Nach einiger Zeit dreht man die Flamme etwas höher und lässt nach und nach Sauerstoff zu. Alsbald beginnt der Kalk zu glühen.
In die Retorte ist ein frischer Kuchen eingelegt; die Flamme darunter lässt man klein brennen. Ist dieser Kuchen aufgebraucht, so wird er wieder durch einen neuen ersetzt und zwar so lange, als man noch Sauerstoff entwickeln will.
Das Licht ist nach kurzer Zeit vollständig ruhig und regelmässig. Um die grösste Helligkeit zu erhalten, ist etwas Uebung erforderlich. Man öffnet zunächst beide Krahnen vollständig und schliesst dann allmälig den Leuchtgas- (resp. Wasserstoff-) Krahnen und beobachtet dabei, ob das Licht heller wird. Ebenso versucht man, ob man etwas Sauerstoff absperren kann.
Wenn die Hähne richtig regulirt sind, brennt die Flamme vollständig geräuschlos, und der Kalk giebt an der getroffenen Stelle ein kräftiges, weisses Licht.
Nun wird der Brenner in der Laterne solange hin- und hergeschoben, auf- und niedergedreht, bis man auf der Wand ein gleichmässig beleuchtetes Bildfeld erhält.
Wenn so weit alles fertig ist, wird die Vorstellung glatt und ohne Unterbrechung vor sich gehen; man braucht nur von Zeit zu Zeit nach dem Lichte zu sehen und, wenn nöthig, den Kalkcylinder etwas zu drehen, sowie gelegentlich einen neuen Kuchen in die Retorte zu legen.
Nach der Vorstellung wird zuerst der Sauerstoffhahn zugedreht und dann der andere.
Bei der Benutzung von Leuchtgas ist zuweilen ein Reguliren des Leuchtgaskrahnen am Brenner nothwendig, indem sich der Druck in der Gasleitung ändert. Diese Druckveränderung macht sich besonders bemerkbar, wenn die Rohrleitung eng ist und in der Nähe mehrere Gasflammen angezündet oder ausgedreht werden.
Der Brenner für Alkohol-Sauerstoff erfordert einige Uebung in der Handhabung. Der Sauerstoff wird in der bekannten Weise dem Gasometer entnommen; der Alkohol befindet sich in einem Behälter, welcher mit einer verschliessbaren Oeffnung zum Füllen sowie mit einem Krahnen zur Ableitung versehen ist.
Dieser Behälter wird durch einen kurzen Schlauch mit dem Wasserstoff-Krahnen des Brenners in Verbindung gesetzt und neben der Laterne so aufgestellt, dass die obere Fläche mit der Brennerspitze etwa in gleicher Höhe steht — nicht höher.
Man öffnet den Hahn am Alkoholgefäss sowie den entsprechenden am Kalklichtbrenner; beide werden ganz aufgedreht. Vorsichtig hebt man den Alkoholbehälter etwas auf, bis der Alkohol bis an die Spitze des Drahtdochtes dringt; dann lässt man ihn wieder herunter. Nun wird angezündet.
Man lässt die Flamme längere Zeit brennen, damit sich der Docht erhitzt. — Inzwischen entwickelt man Sauerstoff.
Wenn das Gasometer mit Sauerstoff gefüllt ist, lässt man etwas Sauerstoff in die Flamme treten; allmälig mehr. Wenn es im Brenner quattert, so kocht der Alcohol; das dauert kurze Zeit — bald verwandelt er sich in Dampf und man erhält ein ruhiges Licht.
Man regulirt mit den beiden Hähnen am Kalklichtbrenner, bis man das beste Licht erhält. Mit der Zeit kann man, wenn es nöthig erscheint, das Alcoholgefäss etwas höher stellen, um den Druck zu erhöhen.
Sollte einmal etwas Alkohol überlaufen, so lasse man ruhig abbrennen; es ist keine Gefahr dabei.
Man achte darauf, dass das Sauerstoffrohr mehrere Millimeter über den Doch hinausragt (vgl. Fig. 12).
An Stelle des Drahtdochtes kann man auch einen gewöhnlichen breiten Baumwolldocht verwenden. Man nimmt dann aus dem Aufsatz die innere Hülse, den Boden sowie die Drähte heraus, schraubt den Aufsatz auf und setzt den Docht zwischen Hülse und Sauerstoffrohr. Man erhält hier ein etwas schwächeres Licht; aber die Regulirung ist bequemer. Nur achte man darauf, dass der Alcoholbehälter nicht höher steht, als die Spitze des Brenners.
Man verwende nur reinen Alkohol.
Beim Arbeiten mit Kalklicht beachte man Folgendes:
Stets zuerst das Leuchtgas (Wasserstoffgas) anzünden und dann erst Sauerstoff zulassen; will man auslöschen, zuerst den Sauerstoffhahn schliessen.
Die Ausflussöffnung des Sauerstoffrohres muss quer stehen.
Wird beim Zulassen des Sauerstoffes die Flamme ausgeblasen, so hat man den Sauerstoffhahn zu schnell geöffnet.
Wenn die Flamme zischt, so ist die Zufuhr der Gase nicht richtig regulirt — oder die Oeffnung des Sauerstoffrohres ist nicht rein.
Flackert die Flamme, so kann das davon herrühren, dass zuviel Wasser im Gasometer oder das Gewicht auf dein Behälter zu schwer ist: es hat sich dann Wasser in den Ableitungskrahnen des Gasbehälters gesetzt.
Stets halte man ein oder lieber mehrere Kalkstücke bereit für den Fall, dass eines zerspringen sollte; am besten in einem Storchschnabel, den man sofort an Stelle des Kalkhalters einsetzen kann.
Man denke daran, den Kalkhalter rechtzeitig zu drehen. Wenn man die Flamme zu lange einwirken lässt, so frisst sie ein Loch hinein und kann hierdurch gegen den Condensor abgelenkt werden.
Den Condensor schütze man durch eine Glimmerplatte. Es kann lange ohne eine solche gut gehen; aber man lasse sich dadurch nicht in Sicherheit wiegen: der Krach ist schneller da, als man denkt.
Nach jeder Vorstellung reibe man den Sauerstoffgenerator mit einem fettigen Lappen ab, damit er nicht rostet. Hat man dies versäumt, so besorge man es jedenfalls vor dem nächsten Gebrauch.
Electrisches Licht.
Heutzutage, wo fast jede grössere Stadt und auch viele kleinere Städte eine electrische Anlage haben, liegt es für manchen sehr nahe, das electrische Licht zu Projectionszwecken zu benutzen; besonders wenn er in seinem Hause electrischen Strom zur Verfügung hat. Man verwendet in der Laterne das electrische Bogenlicht. Die speciell hierfür construirten Lampen passen in jedes Sciopticon und sind für Gleichstrom wie für Wechselstrom zu gebrauchen. Die Regulirung der Lampen geschieht sehr einfach mit der Hand; es hat sich dies im Allgemeinen als praktischer herausgestellt, als die automatische Regulation.
Eine derartige Lampe für Hand-Regulation ist in den Figuren 14 und 15 dargestellt.
Die erste Abbildung zeigt die Lampe, wie sie bei Benutzung von Gleichstrom zur Verwendung kommt.
Bei Gleichstrom brennt die positive (hier die obere) Kohle doppelt so schnell ab als die negative (untere). Damit nun die Abnutzung eine gleichmässige wird und die Regulation sich vereinfacht, wählt man die obere Kohle doppelt so dick als die untere.
In der oberen Kohle bildet sich gegenüber der Spitze der unteren Kohle eine Höhlung. Von diesem Krater geht die grösste Lichtintensität aus. Wie aus der Figur zu ersehen, bringt man die untere Kohle etwas weiter nach vorn an und stellt den Apparat schräg. Dadurch wird erreicht, dass der Krater an der Vorderseite entsteht und sein ganzes Licht auf den Condensor wirft.
Bei Verwendung von Wechselstrom werden unten und oben gleiche Kohlen eingesetzt; der Apparat wird aufrecht gestellt (Fig. 15). Hier wird nach allen Seiten Licht ausgestrahlt; und es fällt daher verhältnissmässig nur ein geringer Theil auf den Condensor. Alles Uebrige geht verloren.
Am Fusse der Säule befindet sich ein Stift, welcher das Instrument in der einen oder anderen Stellung fixirt.
Die Kohlen werden gehalten in einem Winkel mittelst Klammer und Schraube. Bei Gleichstrom wird für die untere kleine Kohle noch ein Einsatz im Halter angebracht.
Die Regulirung geschieht mit Hülfe der drei Schrauben an der Rückseite. Zunächst muss man den Lichtpunkt mit der Mitte des Condensors in gleiche Höhe bringen. Dazu dient die unterste Schraube. Mit der zweiten (mittleren) Schraube dreht man das Instrument seitlich in die richtige Stellung. Der Abstand der Kohlen wird mit der obersten Schraube regulirt.
Zunächst werden die Kohlen aneinander gebracht, der Strom dadurch geschlossen, dann die Kohlen auseinander gedreht, 3 bis 4 mm weit. Diesen Abstand müssen die Kohlen halten. Alle zwei bis drei Minuten ist eine kleine Regulation erforderlich. Der Lichtpunkt bleibt dabei an der richtigen Stelle — in der Höhe der Condensormitte. Sollte sich nach einiger Zeit der Lichtpunkt einmal gehoben oder gesenkt haben, so genügt eine geringe Drehung an der unteren Schraube, um es wieder in Ordnung zu bringen.
Die Arbeit — wenn überhaupt von Arbeit die Rede sein kann — ist nicht grösser als das zeitweilige Drehen des Kalkcylinders beim Kalklicht.
Das Projectionsbild.
Projectionsbilder kann man in grosser Zahl im Handel bekommen. Aber wer »Lichtbildner« ist, wird zunächst den Wunsch haben, seine eignen Bilder auf der Wand zu sehen; daran wird er am meisten Freude haben.
Wer sich einigermassen mit der Photographie beschäftigt hat, dem wird es ein Leichtes sein, Projectionsbilder herzustellen.
Gemalte Bilder haben mehr Reiz; die Herstellung derselben erfordert aber grosse Uebung.
Die Bilder dürfen nicht zu dicht sein. Wenn man sie auf ein weisses Blatt Papier legt, müssen sie gerade die richtige Stärke zeigen.
Auch sollen die Projectionsbilder nicht hart sein; weiche Bilder nehmen sich stets besser aus.
Wenn man selbsthergestellte Bilder projicirt, thut man gut, zwischendurch zum Vergleich andere Bilder einzusetzen, welche möglichst vollkommen sind und als Maassstab dienen können.
Das gebräuchliche Format der Bilder ist 7 × 7 cm, entweder rund oder eckig; die Platten haben das Format 83 × 83 mm oder 100 × 84 mm. In den meisten Fällen ist es nicht schwierig, eine Aufnahme auf das (für einen 10 cm-Condensor) erforderliche Format 7 × 7 cm zu bringen; man schneidet entweder ab oder verkleinert entsprechend.
Wer seine Bilder in der Grösse projiciren will, wie er sie aufnimmt, muss ein Sciopticon mit entsprechend grösserem Condensor benutzen; für 9 × 12 cm z. B. bedarf man eines Condensors von 15 cm Durchmesser.
Gute Laternbilder werden mit einem Deckglase versehen und mit einer Maske verkleidet. Diapositive, welche nur einmal vorgeführt werden, braucht man nicht durch ein Deckglas zu schützen; doch sollte man sie stets mit einer Maske versehen.
Sehr störend ist es, wenn ein Bild falsch herum eingesetzt wird. Um einen solchen Irrthum zu vermeiden, thut man gut, alle Bilder in den Kasten gleichmässig (etwa alle mit dem Kopf nach unten) zu stellen und auf den Rand jedes Bildes in eine Ecke einen kleinen Streifen weisses Papier zu kleben. Die Papierstreifen bilden zusammen ein langes weisses Band; ist dieses Band an einer Stelle unterbrochen, so steht dort eine Platte falsch. Die Papierstreifen können gleichzeitig zur Nummerirung benutzt werden.
Bei Bildern verschiedener Serien mache man die Streifen verschieden breit. Man kann dieselben dann auf den ersten Blick auseinanderhalten.
Der Bildhalter
muss in erster Linie so construirt sein, dass er Bilder verschiedener Formate gut aufnehmen kann; nichts ist während der Vorstellung so unangenehm, als wenn sich eine Platte im Halter festklemmt.
Am bequemsten ist die Verwendung eines Doppelbildhalters. Derselbe gestattet einmal ein rasches Wechseln der Bilder, zum andern bringt er dieselben sofort an ihren richtigen Platz. Ein derartiger Bildhalter ist in dem Sciopticon (Fig. 2) angebracht.
Die Wand.
Die Bilder werden entweder auf eine undurchsichtige Wand oder durch einen transparenten Vorhang geworfen. Das Aufwerfen ist stets vorzuziehen; denn in dem anderen Falle geht viel Licht verloren.
Man verwendet dazu ein weiss gedecktes, völlig undurchsichtiges Tuch, welches auf einen Holzrahmen aufgespannt oder — wie eine Landkarte — an die Wand gehängt wird. Am schönsten zeigen sich die Bilder auf einer mit Zinkweiss glatt und matt gestrichenen Wand.
Für das Durchwerfen der Bilder benutzt man eine Leinwand- oder Shirtingwand, die vorher angefeuchtet werden muss. Am einfachsten hängt man den Vorhang in einer Flügelthüre auf.
Der dunkle Raum.
Der Raum, in welchem Projectionsbilder vorgeführt werden, muss dunkel sein. Zumeist werden derartige Vorstellungen Abends gegeben, wo das Zimmer ohnehin dunkel ist. Andernfalls muss man das Tageslicht durch Blenden oder Vorhänge möglichst fernhalten.
Wenn man eine sehr intensive Lichtquelle verwendet, braucht der Raum nicht absolut dunkel zu sein. Für manche Zwecke ist das von grossem Vortheil.
Die Grösse des Bildes.
In erster Linie müssen sämmtliche Zuschauer das Bild gut sehen können. Dementsprechend müssen — gleichgültig wie gross das Bild ist — die Sitze der Zuschauer arrangirt sein. Am praktischsten ist es, wenn sie nach hinten zu ansteigen, wie es in vielen Laboratorien der Fall ist. Aber das lässt sich meist nicht machen. Man muss dann die Projectionswand entsprechend hoch und, wenn nöthig, etwas geneigt aufstellen.
Sodann müssen alle Zuschauer das Bild gut übersehen können. Dazu muss aber die Entfernung der ersten Reihe von der Wand mindestens das doppelte, besser das dreifache sein, als das Bild im Durchmesser misst. Bei gegebenem Raume darf das Bild also nicht zu gross gemacht werden.
Ueberhaupt ist es ein Irrthum, wenn man annimmt, die Wirkung würde um so besser sein, je grösser das Bild ist. Im Gegentheil sollte man das Bild lieber stets so klein machen, als es die Verhältnisse zulassen.
Für kleinere Kreise — Familien, kleinere Vereine und theilweise auch Schulen — ist zumeist ein Bild von anderthalb Meter im Durchmesser vollständig ausreichend; für Vorstellungen vor einem grossen Publikum genügt in der Regel ein drei Meter grosses Bild.
Je kleiner man das Bild macht, desto intensiver wird es — bei gleicher Beleuchtung. Wenn das Bild übergross gemacht wird, wozu natürlich eine sehr starke Lichtmenge erforderlich ist, so treten die Mängel klar zu Tage und die Wirkung des Bildes verliert.
Die Grösse des Bildes, welche das Sciopticon giebt, hängt ab von der Entfernung des Apparates von der Wand und von der Brennweite des Objectives.
Es steht der Durchmesser des Bildes auf der Wand (B) zur Entfernung des Sciopticons (E) in demselben Verhältniss wie der Durchmesser des Laternenbildes (b) zur Brennweite des Objectives (f). Diese Formel ist nur annähernd richtig, aber für alle Fälle der Praxis hinreichend genau.
Darnach kann man leicht berechnen, ein wie grosses Bild man mit einem bestimmten Objectiv in einem gegebenen Raume überhaupt erhalten kann. Es ist nämlich: B = E × b/f oder in Worten: Projicirtes Bild = Entfernung des Apparates von der Wand × Laternenbild/Brennweite des Objectives. Die Laternenbilder messen zumeist 7 cm im Quadrat. Nehmen wir beispielsweise ein Objectiv von 14 cm Brennweite an, so wird B = E × 7/14 = 1/2 d. h. das Bild auf der Wand wird halb so gross wie der Abstand des Sciopticons; in einem 3 m breiten Zimmer kann man also mit diesem Objectiv ein Bild von höchstens anderthalb Meter Durchmesser erhalten.
Andrerseits lässt sich leicht bestimmen, wie weit man mit dem Apparate zurückgehen muss, um ein Bild gegebener Grösse zu erhalten. Es ist E = B × f/b oder in Worten: die Entfernung des Apparates ist gleich Grösse des projicirten Bildes × Brennweite des Objectives Laternenbild. Nehmen wir wieder ein Laternenbild von 7 cm Durchmesser und ein Objectiv von 14 cm Brennweite an, so ergiebt sich: E = B × 14/7 = 2 B. d. h. der Abstand des Sciopticons von der Wand muss doppelt so gross sein, wie das Bild werden soll; haben wir im gleichen Falle ein Objectiv von 21 cm Brennweite, so muss dieser Abstand dreimal so gross sein wie das Bild.
Schliesslich kann man noch berechnen, ein Objectiv welcher Brennweite erforderlich ist, wenn man in einem gegebenen Raume ein Bild bestimmter Grösse erhalten will. Es ist f = E × b/B oder in Worten: die Brennweite des Objectives ist gleich dem Abstand des Apparates × Laternenbild/projicirtes Bild. Wenn das Laternenbild wieder 7 cm gross ist und wenn wir beispielsweise den Abstand des Sciopticons von der Wand zu 300 cm und die Grösse des gewünschten Bildes zu 150 cm annehmen, so ist f = 300 × 7/150 = 14. Also müsste das Objectiv eine Brennweite von 14 cm haben.
Die Objective, welche gewöhnlich mit dem Sciopticon verwandt werden, haben eine Brennweite von 12—15 cm, geben also ein Bild, welches etwa halb so gross ist wie die Entfernung des Apparates von der Wand.
In manchen Fällen ist es wünschenswerth, auf eine kurze Entfernung ein grosses Bild entwerfen zu können — wenn z. B. das Bild durch eine transparente Wand geworfen wird und der Raum dahinter beschränkt ist.
An und für sich steht dem nichts im Wege: mit einem Objectiv von etwa 7 cm Brennweite würde man ein Bild erhalten, dessen Durchmesser gleich der Entfernung des Apparates ist. Aber selbst mit dem besten Objective würde man bei so kurzer Brennweite kein gleichmässig scharfes Bild erhalten: entweder ist die Mitte scharf oder der Rand. Je grösser die Brennweite des Objectives ist, desto gleichmässiger wird die Schärfe; wo es angeht, sollte man mit einer grösseren Brennweite arbeiten.
Bei Vorstellungen vor einem grossen Publikum projicirt man am besten die Bilder über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Man braucht dann ein Objectiv mit längerer Brennweite — bei einem mässig grossen Saale etwa 20-25 cm.
Stellt man den Apparat mitten im Zuschauerraum auf, so hänge man dahinter und an den Seiten einen dunklen Vorhang auf; denn die Lichtstrahlen, welche vom Condensor reflectirt werden, würden die zurücksitzenden Zuschauer blenden.
Das Einstellen.
Wenn die Beleuchtung — sei es nun Petroleumlicht, Kalklicht oder electrisches Licht — in gutem Gange ist, muss die Lichtquelle centrirt werden. Man stellt mit dem Objective scharf ein und beobachtet den Lichtkreis auf der Wand. Ist er rein und gleichmässig erleuchtet wie A in nebenstehender Figur, so ist alles in Ordnung. Beim Petroleumlicht wird man allerdings in der Mitte einen schwachen grauen Streifen wahrnehmen; dieser Fehler lässt sich aber nicht beseitigen, und er stört auch, wenn das Bild eingesetzt ist, nicht im geringsten.
Erscheint auf dem Bildfelde rundum ein dunkler Rand wie in B, so steht das Licht zu weit vor oder zurück. Wenn der Rand roth ist, muss die Lampe zurückgestellt werden; ist er blau, so muss man die Lampe dem Condensor nähern.
Ein dunkler Halbkreis links, wie in C, zeigt sich, wenn die Lampe zu weit links, und ein solcher rechts, wie in D, wenn sie zu weit rechts steht; anderseits oben, wie in E, wenn die Lampe zu hoch, und unten, wie in F, wenn sie zu tief steht.