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"Semmering 1912"

Chapter 105: ENTZWEIT
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About This Book

A linked collection of short sketches and essays offering impressionistic observations of mountain landscapes, hotels, urban parks, and domestic gardens. The pieces move between lyrical landscape description, witty character sketches, and concise reflections on taste, solitude, and modern manners, often keyed to seasonal shifts and particular settings. Forms range from brief aphoristic fragments to longer travel impressions, united by a conversational, fragmentary voice that privileges mood, sensory detail, and ironic wit over linear plot, inviting readers to linger in small moments and refined perceptions.

ENTZWEIT

Oft sagte ich ihr, was mir an ihr nicht recht war — — —

ganz verzweifelt starrte sie mich mit bösem Blicke an.

Ein Abgrund öffnete sich, meine Liebe und ihre Freundschaft aufzunehmen.

Dunkel ward’s und kalt.

Hilflos ist die Frau in solchen Augenblicken, glaubt stets sich etwas zu vergeben, falls sie milde wird, ergeben,

fällt der bangen Stunde hilflos stumm anheim.

Ich sagte: „Hörst du die Holzfäller, den Schwarzspecht, riechst du der feuchten Wurzelstämme braunen Moder, siehst du die Bläue des letzten Enzians, fühlst du meinen Schmerz?“

Sie sagte: „Mit solchen Reden wollen Sie mich versöhnen?!“

„Mit solchen Reden nicht, doch überhaupt. Und irgendetwas muß gesprochen werden, sei’s dies, sei’s jenes. Vielleicht findet sich ein Wort — — —. Es muß ein Wort einfach gefunden werden, das sich wie eine Notbrücke von meiner Seele zu der deinen spannt!“

Und sie: „Siehst du, du bereust — — —.“

„Ja, ich bereue, daß meine Liebe größer als meine Sehnsucht, dich zu bessern, ist!“