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"Semmering 1912"

Chapter 113: RESPEKT
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About This Book

A linked collection of short sketches and essays offering impressionistic observations of mountain landscapes, hotels, urban parks, and domestic gardens. The pieces move between lyrical landscape description, witty character sketches, and concise reflections on taste, solitude, and modern manners, often keyed to seasonal shifts and particular settings. Forms range from brief aphoristic fragments to longer travel impressions, united by a conversational, fragmentary voice that privileges mood, sensory detail, and ironic wit over linear plot, inviting readers to linger in small moments and refined perceptions.

RESPEKT

Er war immer, immer gerührt, ergriffen durch ihre „Persönlichkeit“, die auch die lange Krankheit nicht in ihr vernichten konnte. Er hatte immer die Idee, sie würde mit dem letzten Atemzuge noch einen überaus herzigen und aparten Clowntrick machen, und z. B. sagen: „O, Peter, ich werde also, wenn ich hinkomme morgen, den Petrus bitten, er soll, wenn du ankommst, dir deine vielen Sünden verzeihen, schon weil du sein Namensvetter bist!“

Infolgedessen konnte er sich nicht enthalten, sie im Gespräche hie und da zärtlichst bei der Hand, am Arme, am Haupte, anzurühren. Wie ein süßes Kindchen.

Da sagte sie eines Tages: „Frau Lilly rührst du nie an, obzwar du sie auch sehr gern hast! Du hast aber mehr Respekt vor ihr! Siehst du?“

Seitdem habe ich die süße kindliche Frau nie mehr angerührt.

Einmal sagte sie zu mir: „Hast du mich also nicht mehr so gern wie früher, Peter?“

„O ja, aber ich habe Respekt vor dir bekommen!“

„Du dummer Mensch!“ sagte sie und lächelte —