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"Semmering 1912"

Chapter 12: LIED OHNE REIME
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About This Book

A linked collection of short sketches and essays offering impressionistic observations of mountain landscapes, hotels, urban parks, and domestic gardens. The pieces move between lyrical landscape description, witty character sketches, and concise reflections on taste, solitude, and modern manners, often keyed to seasonal shifts and particular settings. Forms range from brief aphoristic fragments to longer travel impressions, united by a conversational, fragmentary voice that privileges mood, sensory detail, and ironic wit over linear plot, inviting readers to linger in small moments and refined perceptions.

LIED OHNE REIME

Ihr Reichen,
hab’ ihr das Nachtmahl nicht bezahlen können im kleinen lieben Gasthaus — — —;
hab’ mein Mädel verlieren müssen — — —;
hab’ ihr ein Kleid für den Sonntagausgang nicht schenken können — — —;
hab’ ihrem Bruder nicht ewig Zigarren kaufen können — — —;
hab’ ihrer Schwester die Krankheit nicht bezahlen können — — —;
hab’ ihrem Vater seinen Vierteljahrszins nicht geben können;
hab’ mein Mädel nicht in den „Zirkus Schumann“ führen können — — —;
und sie schwärmt doch so für edle Pferde — — —;
da hat einer zu ihr gesagt: „Ich gebe dreihundert Kronen monatlich und die Kostüme“ — — —;
Ihr Reichen!
Hab’ mein Mädel verlieren müssen — — —;
kann nur mehr Kleinigkeiten schenken,
zum Namenstag, zum Geburtstag und zu Weihnachten — — —.