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"Semmering 1912"

Chapter 133: HOTEL-STUBENMÄDCHEN
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About This Book

A linked collection of short sketches and essays offering impressionistic observations of mountain landscapes, hotels, urban parks, and domestic gardens. The pieces move between lyrical landscape description, witty character sketches, and concise reflections on taste, solitude, and modern manners, often keyed to seasonal shifts and particular settings. Forms range from brief aphoristic fragments to longer travel impressions, united by a conversational, fragmentary voice that privileges mood, sensory detail, and ironic wit over linear plot, inviting readers to linger in small moments and refined perceptions.

HOTEL-STUBENMÄDCHEN

Ich sagte zu meinem Hotel-Stubenmädchen: „Johanna, Sie werden von Tag zu Tag unaufmerksamer gegen mich. Gestern waren sogar keine Zündhölzer vorhanden.“ Sie sagte: „Jetzt wird es schon wieder besser werden. Ich habe nämlich meine Schwester, 27 Jahre alt, verloren, man hat ihr zum Schluß das ganze linke Bein abgenommen. Sie hat gesagt: „Ich möchte auch mit einem Bein leben!“ Aber es ist doch nicht gegangen.“ Sie brachte mir zehn Pakete Zündhölzchen. Sie sagte: „Wenn man nur wüßte, wofür man so schwer bestraft wird!? Die Dame auf Nr. 32 hat sicherlich mehr gesündigt als wir, und wie fein lebt sie?!“

Ich sagte: „Johanna, wenn es auf Erden richtig zuginge, brauchten wir ja nicht die Hoffnung aufs Himmelreich — — —“

Sie sagte: „Entschuldigen Sie vielmals die zahlreichen Versäumnisse der letzten Tage. Meine arme Schwester hat ausgerungen. Jetzt kann ich wieder meine Pflicht erfüllen!“