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"Semmering 1912"

Chapter 146: VERSÄUMTES RENDEZVOUS
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About This Book

A linked collection of short sketches and essays offering impressionistic observations of mountain landscapes, hotels, urban parks, and domestic gardens. The pieces move between lyrical landscape description, witty character sketches, and concise reflections on taste, solitude, and modern manners, often keyed to seasonal shifts and particular settings. Forms range from brief aphoristic fragments to longer travel impressions, united by a conversational, fragmentary voice that privileges mood, sensory detail, and ironic wit over linear plot, inviting readers to linger in small moments and refined perceptions.

VERSÄUMTES RENDEZVOUS

Ein dunstiger schwüler Tag — — —

Ich schlief bis 7 Uhr abends,

Verschlief das Rendezvous.

Und dennoch war es mir,

als ob sie es nicht eingehalten hätte!

Wie hat sie mein Versäumnis ausgenützt?!

Hat sie gekränkt gewartet, nein!?

Sie absolvierte ihr Programm,

Was ging sie’s an, daß ich verschlief?!

Sie führte ihr Söhnchen zur Taubenfütterung nach Venedig.

Dann „Cavaletto“ und „Café Lawena“.

Es war meine Schuld, daß ich nicht kam — — —.

Und meine Schuld war es, daß ich mich kränkte.

Was konnte sie dafür?!

Und doch!

Was immer in uns vorgeht in bezug auf die geliebte Frau, an Leid und Bangen — — —

sie trägt zum Teil die Schuld!

Weshalb, wieso, das kann ich euch nicht sagen! Doch es ist! Wie du es anstellst, Frau, daß wir nicht gekränkt sind,

das sei die Genialität deiner zarten Seele!