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"Semmering 1912"

Chapter 93: KRANKHEIT
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About This Book

A linked collection of short sketches and essays offering impressionistic observations of mountain landscapes, hotels, urban parks, and domestic gardens. The pieces move between lyrical landscape description, witty character sketches, and concise reflections on taste, solitude, and modern manners, often keyed to seasonal shifts and particular settings. Forms range from brief aphoristic fragments to longer travel impressions, united by a conversational, fragmentary voice that privileges mood, sensory detail, and ironic wit over linear plot, inviting readers to linger in small moments and refined perceptions.

KRANKHEIT

Wenn man körperlich sehr, sehr leidend ist, so zerquetscht,

dann wird man erst wie der „Normalmensch“!

Man wird reduziert auf das „allgemeine Maß“!

Da sieht man erst, wie schrecklich dieses ist! Pfui Teufel!

Man könnte keiner ideal schönen Frau mehr, selbstlos exaltiert, zu Füßen sinken — — —.

Man erwünscht sich eine „Gefährtin“, „Pflegerin“, „Teilnehmerin“.

Für „Seelen-Luxus“ ist keine Kraft vorhanden — — —.

Die Wiesen sind schneefrei und sogenannte „Palmkatzerln“, wie graue Seidenflocken, blühen an den noch blätterlosen Weidenbäumen.

Das alles übt keinen Reiz mehr aus.

Man sagt: „No, schon wieder ein Frühling; die 30 Lichtbäder im Sanatorium haben mir einen Schmarrn geholfen.“

Jetzt kommt der Frühling daher, und er geniert mich direkt — — —.

Früher hab ich ihn angedichtet, mit der Kraft meiner unendlichen Seele — — —;

jetzt kann ich nicht einmal mehr „heurige Radieschen“ vertragen.

Was geht mich da der Frühling an?!?