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Sonderlinge cover

Sonderlinge

Chapter 2: Vorwort.
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About This Book

A collection of short sketches that presents a gallery of eccentric individuals encountered in everyday life. Each piece focuses on a single peculiar character or habit, mixing gentle comedy, compassion, and occasional darkness to show how individuality shapes behavior and social awkwardness. The tone shifts between anecdote and quiet portrait, emphasizing small, telling details of manner, belief, and circumstance rather than a sustained plot. Taken together, the vignettes form a mosaic of human oddity and stubborn dignity, exploring folly, hidden wisdom, and modest virtues through concise, episodic narratives.

Vorwort.

Wenn man die Menge betrachtet, sind fast alle Leute gleich. Und wenn man in den Einzelnen schaut, ist fast jeder ein Original. Man soll auf allen Bäumen der Welt ja nicht zwei Blätter finden, die ganz gleich sind, und im unermeßlichen Menschenwald ja nicht zwei Gesichter, die in gar nichts verschieden wären. Jeder Mensch existiert nur in einem einzigen Exemplar.

Ganz so sind die Sonderlinge dieses Buches nicht gemeint. Das sind vielmehr wunderliche Charaktere, durch Naturanlage, äußere Verhältnisse, besondere Weltanschauungen und Leidenschaften so gebildet. Bevorzugt habe ich die Harmlosen, Humorvollen, Gut- und Edelherzigen, besonders die froh verzichtenden Weltabweisenden, die meine Lieblinge sind. Aber es gibt auch finstere, dämonische Gesellen darunter; dann solche mit genialer Begabung und solche, die im Volk »halbe Narren« genannt werden, weil sie ganze Weise sind. Oft auch Menschen, die ihren Beruf verfehlt haben, oder die so eckig sind, daß sie sich in keinen einordnen lassen. Solche grollen dann gerne mit der Welt, führen ein verkümmertes, wunderliches Dasein. Manche machen sich aus Kleinlichkeit ein absonderliches Leben, manche aus Weltüberlegenheit.

Gefunden habe ich derlei Leute nicht, denn ich habe nie nach ihnen gesucht. Auf langem, reichlich gewundenem Lebensweg und mit einem Auge für innere Eigenarten begegnet man ihnen auch so. Manche, die Plaudersamen, sich selbst Ausspielenden machen es einem leicht, sie zu fassen; nur darf man sich nicht zu sehr foppen lassen. Dann hängt man ihnen gern einmal ein anekdotisches Mäntlein um. Etliche sind mir bloß erzählt worden und ein paar sind mir im Traume untergekommen, weniger aus der Umwelt, als aus mir selbst hervorgegangen.

Und so ist eine wunderliche, gemischte Gesellschaft zusammengekommen, die sich gewiß nirgends anders als im duldsamen Buche miteinander vertragen würde.

Der Verfasser.