Ich hörte das sagen,
Dass sich herausforderten ‖ zum Einzelkampfe
Hildebracht und Hadubrand ‖ zwischen zwei Heeren.
Sohn und Vater ‖ ihre Rüstung richteten,
Sie bereiteten ihre Kampfhemden, ‖ gürteten sich Schwerter an,
Die Helden über die Ringe, ‖ als sie zu dem Kampfe ritten.
Hildebracht sprach, ‖ er war der vornehmere Mann, 20
Der Lebens erfahrenere: ‖ zu fragen begann er
Mit wenig Worten, ‖ wer sein Vater wäre
In der Menschen Volke,
‘oder welches Geschlechtes du bist.
Wenn du mir einen sagst, ‖ weiss ich mir die andern,
Kind, im Königreiche: ‖ kund ist mir alles Volk.’
Hadubracht sprach, ‖ Hildebrands Sohn,
‘Das sagten mir ‖ unsere Leute,
Alte und kluge, ‖ die früherhin gelebt, 20
Dass Hildebrand hiess ‖ mein Vater, ich heisse Hadubrand.’
***
‘Ehedem ging er ostwärts, ‖ (er floh Odoakers Hass)
Hin mit Dietrich ‖ und seiner Degen viele.
Er liess im Lande ‖ hilflos sitzen
Die Frau in der Behausung, ‖ das Kind unerwachsen
Des Erbes beraubt: ‖ er ritt ostwärts von hinnen.
Er war dem Odoaker ‖ übermässig verhasst,
Der Degen genehmster ‖***
Nachmals musste Dietrich ‖ entbehren
Meinen Vater. ‖ Er war so von Freunden verlassen. 30
Stets an des Volkes Spitze: ‖ ihm war immer Kampf zu lieb.
Kund war er manchen ‖ kühnen Mannen.
[Nicht glaube ich, dass er noch das Leben hat,]
Weiss Ziu, Irmingott ‖ oben vom Himmel,
Dass du niemals noch ‖ Streit führtest
Mit so nahe verwandtem Mann ‖ . . . . . . . . . .
Da wand er vom Arme ‖ gewundene Reife 20
Aus kaiserlicher Goldmünze gefertigt, ‖ wie sie ihm der König gegeben,
Der Hunnen Herrscher: ‖ ‘das gebe ich dir nun aus Huld.’
Hadubracht sprach, ‖ Hildebrands Sohn,
‘Mit dem Gere soll ‖ der Mann Gabe empfangen,
Spitze wider Spitze. ‖ Du bist dir, alter Hunne,
Uebermässig schlau, ‖ verlockst mich . . . . .
Mit deinen Worten, willst mich ‖ mit deinem Speer werfen.
Bist ein also gealterter Mann, ‖ und führst doch ewig Trug im Schilde. 30
Das sagten mir ‖ Seefahrende
Westwärts über den Wendelsee, ‖ dass ihn der Krieg dahingerafft:
Tod ist Hildebrand, ‖ Herbrands Sohn.’
Hildebrand sprach, ‖ Herebrands Sohn,
‘Wohl sehe ich * an deiner Rüstung
Dass du daheim ‖ einen wackeren Herren hast,
Dass du noch nicht unter diesem Herrscher ‖ Flüchtling geworden bist.’
***
‘Weh nun, waltender ‖ Gott, Wehschicksal geschieht.
Ich wallte der Sommer ‖ und Winter sechzig, 20
Wo man mich hinstellte ‖ in das Volk der Schützen,
Ohne dass man mir vor einer Stadt ‖ den Tod bereitete:
Nun soll mich das eigene ‖ Kind mit dem Schwerte hauen,
Zerschmettern mit seiner Waffe, ‖ oder ich ihm zum Tode werden.
Doch kannst du nun leichtlich, ‖ wenn dir deine Kraft zureicht,
Von so vornehmem Manne ‖ Rüstung gewinnen,
Raub erbeuten, ‖ wenn du da einiges Recht hast.
Der möchte nun der feigste sein ‖ der Ostleute,
Der dir jetzt den Kampf weigerte, ‖ nun dich dessen so sehr gelüstet, 30
Den gemeinsamen Streit. ‖ Versuche den Kampf
Wer von beiden sich heute ‖ der Kriegsgewänder rühmen dürfe,
Oder dieser Brünnen ‖ beider walten.’
Da ritten sie erst ‖ mit den Speeren aufeinander
In scharfen Schauern: ‖ es blieb in den Schilden stecken.
Dann stapften zusammen ‖ ??
Zerhieben feindlich ‖ die weissen Schilde
Bis ihnen ihre Bastschilde ‖ klein wurden
Zernichtet mit Waffen ‖ . . . . . . . . . .
***