JOHANN SCHEFFLER, GENANNT ANGELUS SILESIUS.
[Scherer D. 336, E. 338.]
Geboren 1624 zu Breslau. Er studierte Medicin und ward Leibarzt bei dem Kaiser Ferdinand. Durch das Studium theosophischer Schriften und persönliche Bekanntschaft mit holländischen Mystikern ward er zum Übertritt zur Römischen Kirche bewogen. Er wurde Priester und lebte meist im Jesuiten-Kloster zu Breslau. Starb 1677. Ausser seinen theologischen Streitschriften sind am bekanntesten: sein ‘Cherubinischer Wandersmann’, eine Sammlung mystischer Sprüche; seine ‘Heilige Seelenlust’, eine Sammlung geistlicher Hirtenlieder; seine ‘Sinnliche Betrachtung der vier letzten Dinge’. Seine geistlichen Lieder haben trotz ihrem pantheistischen Charakter zum Theil Eingang in protestantische Gesangbücher gefunden. Herausgegeben von Rosenthal (Regensburg, 1862).
1.
2.
AUS DEM CHERUBINISCHEN
WANDERSMANN.
Man weiss nicht was man ist.
Der Ewige Tod.
Kein Tod ist ohn ein Leben.
Wie wird man GOtte gleich?
Die Rose.
Die GOttheit ist ein Nichts.
Wie ruhet GOtt in mir?
Der Mensch der macht die Zeit.
Immer dasselbige.
GOtt ist, Er lebet nicht.
{10} Die Einsamkeit.
Die Morgenröth’ und Seele.
Die Perlen-Geburt.
Die Sünde.
Der Mensch.
Das Meer in einem Tröpfflein.
{30} GOtt schafft die Welt noch.
Alles muss wider in Eins.
Die Sünd ist allein das Ubel.
Viel Götter und nur einer.
{10} Eins kan nicht ohn das andre.
Die schönste Weissheit.
Wir dienen uns, nicht GOtt.
Den Himmel kan man stehlen.
Die neue und alte Liebe.
Die Seraphische Liebe.
3.