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The German Classics from the Fourth to the Nineteenth Century, Vol. 1 (of 2) cover

The German Classics from the Fourth to the Nineteenth Century, Vol. 1 (of 2)

Chapter 268: GOTTFRIED ARNOLD.
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About This Book

A companion anthology assembles representative extracts of German prose and poetry from the fourth to the nineteenth century, chosen to illustrate the literary periods treated in a contemporary scholarly history. It presents original medieval and early‑modern texts alongside modern German renderings, and includes biographical notices, editorial notes, and guidance on transcription, orthography, and layout. Selection principles and chapter headings follow the historian’s framework while certain major figures receive extended treatment, and the volume intermixes poems, prose excerpts, and critical commentary to serve as a practical reading‑book and reference for students and general readers.

GOTTFRIED ARNOLD.

[Scherer D. 345, E. 347.]

Geboren 1665 zu Annaberg, studierte in Wittenberg und ward 1697 Professor der Geschichte in Giessen. Schon früh durch Spener zur mystischen Theologie hingeleitet, trat er später in das Predigeramt und schrieb theologische und geistliche Lieder. Er starb 1714 als Prediger zu Perleberg. Sein grösstes Werk ist die ‘Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie’. Ausserdem: ‘Göttliche Liebesfunken’; ‘Geheimniss der göttlichen Sophia oder Weisheit’. Herausgegeben von Ehmann ‘Sämmtliche geistliche Lieder’ und ‘Geistliche Minne-Lieder’ (2 Bde. Stuttgart 1856).

ICH LASS IHN NICHT!

Ach nein, ich lass dich nicht, ach nein! 20
Du sollst und kanst mir nicht entgehen,
Ich halte dich, mein einig Ein,
Und lässt du auch zuletzt geschehen,
Dass Erd und Himmelreich vergieng,
Es irrt mich nicht, es mag vergehen,
Um dich lass ich schon alle Ding,
Wie sollt darauff mein Wille sehen?
Mein GOtt, mein Lieb, mein einig Guth!
Und gieng mir Lieb und Seel zu Grunde,
So lang da noch in meinem Muth
Ein Schmack und Fünckgen wird gefunden,
So lang bleib ich dir treu gesinnt,
Mit Zucker hast du mich gefangen, 10
Als wie man lockt ein spielend Kind,
So lüstet mich dir anzuhangen.
Du bist mein Grund, wo sollt ich hin?
Du bist mein GOtt, dir halt ich stille:
Mein Wille, Geist hat seinen Sinn,
Dir gantz verknüpfft: so gehs nur wie es ist.