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The German Classics from the Fourth to the Nineteenth Century, Vol. 1 (of 2) cover

The German Classics from the Fourth to the Nineteenth Century, Vol. 1 (of 2)

Chapter 28: WANDERNDE JOURNALISTEN.
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About This Book

A companion anthology assembles representative extracts of German prose and poetry from the fourth to the nineteenth century, chosen to illustrate the literary periods treated in a contemporary scholarly history. It presents original medieval and early‑modern texts alongside modern German renderings, and includes biographical notices, editorial notes, and guidance on transcription, orthography, and layout. Selection principles and chapter headings follow the historian’s framework while certain major figures receive extended treatment, and the volume intermixes poems, prose excerpts, and critical commentary to serve as a practical reading‑book and reference for students and general readers.

WANDERNDE JOURNALISTEN.

DAS LUDWIGSLIED.

[Scherer D. 60, E. 54.]

Ein Lied auf den Sieg, den der westfränkische König Ludwig III, Sohn Ludwigs des Stammlers, im Jahre 881 bei Saucourt (Sathulcurtis) über die Normannen erfocht; nach dem Tode des Königs von Hucbald († 930), einem Mönche des flandrischen Klosters St. Amandus, aufgezeichnet. Herausgegeben in den Denkmälern Nr. 11.

Einan kuning uueiz ih, ‖ heizsit her Hluduîg,
Ther gerno gode thionôt: ‖ ih uueiz her imos lônôt.
Kind uuarth her faterlôs. ‖ thes uuarth imo sâr buoz:
Holôda inan truhtîn, ‖ magaczogo uuarth her sîn.
Gab her imo dugidî, ‖ frônisc githigini,
Stual hier in Vrankôn: ‖ sô brûche her es lango!
Thaz gideilder thanne ‖ sâr mit Karlemanne,
Bruoder sînemo, ‖ thia czala uuunniôno.
Sô thaz uuarth al gendiôt, ‖ korôn uuolda sîn god,
Ob her arbeidî ‖ sô jung tholôn mahtî.
Lietz her heidine man ‖ obar sêo lîdan,
Thiot Vrankôno ‖ manôn sundiôno. 10
Sume sâr verlorane ‖ uuurdun sumerkorane.
Haranskara tholôta ‖ ther êr misselebêta.
Ther ther thanne thiob uuas, ‖ inder thanana ginas,
Nam sîna vaston: ‖ sîdh uuarth her guot man.
Sum uuas luginâri, ‖ sum skâchâri,
Sum fol lôses, ‖ ind er gibuozta sih thes.
Kuning uuas ervirrit, ‖ thaz rîchi al girrit,
Uuas erbolgan Krist: ‖ leidhôr, thes ingald iz.
Thoh erbarmêdes got, ‖ uuisser alla thia nôt:
Hiez her Hluduîgan ‖ tharôt sâr rîtan.
‘Hluduîg, kuning mîn, ‖ hilph mînân liutin!
Heigun sa Northman ‖ harto biduuungan.’
Thanne sprah Hluduîg: ‖ ‘hêrro sô duon ih,
Dôt ni rette mir iz, ‖ al thaz thû gibiudist.’
Thô nam her godes urlub, ‖ huob her gundfanon ûf,
Reit her thara in Vrankôn ‖ ingagan Northmannon.
Gode thancôdun ‖ thê sîn beidôdun,
Quâdhun al: ‘frô mîn, ‖ sô lango beidôn uuir thîn.’ 10
Thanne sprah lûto ‖ Hluduîg ther guoto:
‘Trôstet hiu, gisellion, ‖ mîne nôtstallon.
Hera santa mih god ‖ joh mir selbo gibôd,
Ob hiu rât thûhtî, ‖ thaz ih hier gevuhti,
Mih selbon ni sparôtî, ‖ uncih hiu gineritî.
Nû uuillih thaz mir volgôn ‖ alle godes holdon.
Giskerit ist thiu hieruuist ‖ sô lango sô uuili Krist.
Uuili her unsa hinavarth, ‖ thero habêt her giuualt.
Sô uuer sô hier in ellian ‖ giduot godes uuillion,
Quimit hê gisund ûz, ‖ ih gilônôn imoz;
Bilîbit her thâr inne, ‖ sînemo kunnie.’
Thô nam er skild indi sper, ‖ ellianlîcho reit her;
Uuolder uuâr errahchôn ‖ sînân uuidarsahchôn.
Thô ni uuas iz burolang, ‖ fand her thia Northman.
Gode lob sagêda, ‖ her sihit thes her gerêda.
Ther kuning reit kuono, ‖ sang lioth frâno,
Joh alle saman sungun: ‖ ‘kyrriêleison!’
Sang uuas gisungan, ‖ uuîg uuas bigunnan. 10
Bluot skein in uuangôn, ‖ spilôdun ther Vrankon.
Thâr vaht thegeno gelîh, ‖ nichein sôsô Hluduîg
Snel indi kuoni, ‖ thaz uuas imo gekunni.
Suman thuruhskluog her, ‖ suman thuruhstah her.
Her skancta cehanton ‖ sînân fîanton
Bitteres lîdes. ‖ Sô uuê hin hio thes lîbes!
Gilobôt sî thiu godes kraft: ‖ Hluduîg uuarth sigihaft;
Joh allên heiligôn thanc! ‖ sîn uuarth ther sigikamf.
Uuolar abur Hluduîg, ‖ kuning uuîgsâlîg.
Sô garo sôser hio uuas, ‖ so uuâr sôses thurft uuas,
Gihalde inan truhtîn ‖ bî sînân êrgrehtîn.
Einen König kenne ich, ‖ er heisset Ludwig,
Der gern Gott dienet: ‖ ich weiss, (dass) er ihm es lohnet.
(Als) Kind ward er vaterlos: ‖ des ward ihm bald Ersatz.
(Es) berief ihn der Herr, ‖ sein Erzieher ward er. 20
Er gab ihm Geisteskräfte, ‖ herrliche Degenschaft,
Den Thron hier in Franken: ‖ so brauche er ihn lange.
Das theilte er dann ‖ bald mit Karlmann,
Seinem Bruder, ‖ die Fülle der Wonnen.
Da das ward all vollendet, ‖ prüfen wollte ihn Gott,
Ob er Mühen ‖ so jung dulden könnte.
Er liess heidnische Männer ‖ über See kommen,
Das Volk der Franken ‖ zu mahnen der (seiner) Sünden,
Einige bald verloren ‖ wurden, einige erkoren.
Leidbescherung duldete, ‖ der früher mislebte. 30
Der, der dann Dieb war, ‖ und der von dannen sich rettete,
Nahm seine Fasten. ‖ Seitdem ward er ein guter Mann.
Mancher war Lügner, ‖ mancher Raubmörder,
Mancher voll Zuchtlosigkeit, ‖ und er befreite sich davon.
Der König war entfernet, ‖ das Reich ganz zerrüttet.
Es war erzürnt Christ: ‖ leider! des entgalt es.
Doch erbarmte es Gott, ‖ er wusste all die Noth,
Er hiess Ludwig ‖ dahin bald reiten. 20
‘Ludwig, mein König, ‖ hilf meinen Leuten,
Es haben sie die Nordmannen ‖ hart bedrängt.’
Da sprach Ludwig: ‖ ‘Herr, so thue ich,
Wenn nicht der Tod mich hindert, ‖ Alles, was du gebietest.’
Da nahm er Gottes Urlaub, ‖ er hob die Kriegsfahne auf,
Er ritt dahin in Franken, ‖ entgegen den Nordmannen.
Gott sagten Dank, ‖ die seiner harrten,
Sie sagten alle: ‘Mein Herr, ‖ wie lange harren wir dein!’
Da sprach laut ‖ Ludwig der gute:
‘Tröstet euch, Gesellen, ‖ meine Nothgefährten. 30
Her sandte mich Gott, ‖ und mir selbst gebot,
Ob es euch Rath dünkte, ‖ dass ich hier föchte,
Mich selber nicht schonte, ‖ bis ich euch rettete.
Nun will ich, dass mir folgen ‖ alle Gottes Getreuen.
Beschert ist das Hiersein (Leben), ‖ so lange es Christ will;
Will er unsere Hinfahrt, ‖ deren hat er Gewalt.
Wer hier mit Kraft (Eifer) ‖ thut Gottes Willen,
Kommt er gesund davon, ‖ ich lohne es ihm: 20
Bleibt er darin (im Kampfe), ‖ seinem Geschlechte.’
Da nahm er Schild und Speer, ‖ gewaltiglich ritt er.
Er wollte die Wahrheit darlegen ‖ seinen Widersachern.
Da war es nicht gar lange, ‖ er fand die Nordmannen.
Gott sagte er Lob. ‖ Er sieht, dessen er begehrte.
Der König ritt kühn, ‖ sang ein heilig Lied,
Und alle zusammen sangen: ‖ ‘Kyrie eleison!’
Der Sang war gesungen, ‖ der Kampf war begonnen.
Blut schien in den Wangen, ‖ es freuten des sich die Franken.
Da focht der Degen jeglicher, ‖ keiner so wie Ludwig, 30
Schnell und kühn: ‖ das war ihm angeboren.
Manchen durchschlug er, ‖ manchen durchstach er.
Er schenkte zu Handen ‖ seinen Feinden
Bitteres Trankes. ‖ So weh ihnen stets des Lebens!
Gelobt sei Gottes Kraft: ‖ Ludwig ward sieghaft.
Und allen Heiligen Dank! ‖ Sein ward der Siegkampf.
Heil denn Ludwig, ‖ König kampfselig!
So gerüstet wie er stets war, ‖ wo irgend des Noth war,
Erhalte ihn der Herr ‖ bei seiner Herrlichkeit.

HÜPPE.