Als Cæsar da wieder nach Rom sich begab,
da wollten sie ihn nicht empfangen.
Sie sagten, dass er durch seinen Übermuth
einen grossen Theil des Heeres verloren habe,
welches er in fremdem Lande
ohne Erlaubniss so lange gehabt hatte.
Mit Zorn wandte er sich da zurück
zu dem deutschen Lande,
wo er kennen gelernt hatte
manchen sehr guten Helden. 10
Er sandte zu den Herren,
die da im Lande waren:
er klagte ihnen allen seine Noth,
er bot ihnen Gold sehr roth;
er sagte, dass er ihnen gern ersetzen wollte,
wenn er ihnen je etwas zu Leide gethan hätte.
Da sie seinen Willen vernahmen,
so sammelten sich da alle:
aus Gallien und Germanien
kamen ihm da manche Schaaren 20
mit glänzenden Helmen,
mit starken Panzerhemden.
Sie brachten manchen schönen Schildesrand;
wie eine Fluth kamen sie in das Land.
Da er sich Rom zu nahen begann,
da fürchtete sich mancher Mann,
denn sie sahen glänzen
seine Schaaren so breit,
die Fahnen entgegen getragen:
sie fürchteten sich alle des Lebens.
Cato und Pompejus
räumten das römische Haus;
der ganze Senat,
mit Sorgen flohen sie daraus. 10
Er fuhr ihnen nach jagend,
weithin schlagend,
bis nach Egyptenland:
so gross ward die Kriegsflamme.
Wer möchte all die Vielen zählen,
die dem Cæsar entgegen eilten,
von ostwärts allenthalben,
wie der Schnee fällt auf den Bergen,
mit Kriegsschaaren und mit Völkern,
wie der Hagel fährt von den Wolken. 20
Mit kleinerem Heere
wagte er sich an die Vielen.
Da ward der härteste Volkskampf,
wie das Buch sagt,
der auf dieser Erden
je gethan ward.
Hei, wie die Waffen klangen,
als die Pferde zusammen sprangen!
Die Heerhörner dröhnten,
Bäche Blutes flossen; 30
die Erde unten donnerte,
die Hölle glühte ihnen entgegen,
da die Stolzesten in der Welt
sich mit Schwertern suchten.
Da lag da manche breite Schaar
mit Blute gar beronnen.
Da konnte man sterben sehn,
erschlagen durch die Helme,
des mächtigen Pompejus Mannen:
Cæsar gewann da den Sieg. 10