Als Gott mit seiner Gewalt
schlug in Egyptenland,—
mit zehn Plagen schlug er sie,—
Moses, der treffliche heilige Bote,
er hiess ein Lamm schlachten:
sehr geheim war seine Absicht.
Mit des Lammes Blute
segnete er die Thür,
er strich es an den Überpfosten:
der Würgengel fuhr da vorüber. 10
Wo er das Blut erblickte,
in dem Hause geschah kein Schade.
Das war Alles geistlich zu verstehn,
das bezeichnet christliche Dinge.
Das Schattenbild war vorhanden,
die Wahrheit aufbewahrt.
Als das wahre Osterlamm
kam in der Juden Gewalt,
und das herrliche Opfer
lag auf des Kreuzes Altar,
da verwüstete unser Held
des alten Wüthrichs Land:
den Teufel und sein ganzes Heer,
die verschlang das rothe Taufmeer.
Von dem Tode starb der Tod.
Die Hölle war beraubt,
als das herrliche Osterlamm 10
für uns geopfert ward.
Das gab uns freie Fahrt
in unser altererbtes Land,
über Weg und Steg
thun wir einen geistlichen Gang.
Das tägliche Himmelsbrot;
Gottes Brunnen ist das Blut:
wo das stand an dem Überpfosten,
da schritt der Würgengel vorüber.
Geistliches Israel, 20
nun erblicke von neuem dein Erbe,
dieweil du erlöset bist
von dem Joche Pharaos.
Unser alter Feind
der verwehrt uns nun dasselbe Land,
er will uns gerne schädigen:
den Weg müssen wir mit Kampf zurücklegen.
Wenn uns nicht zweifelt das Gemüth,
gar gross ist seine Gewalt,—
mit ihm behaupten wir das Land.
O gebenedeites Kreuz,
aller Hölzer bestes,
an dir ward gefangen
der gierige Leviathan.
Leben sind deine Äste, dieweil wir
das Leben gerettet an dir. 10
Ja es trugen deine Äste
die himmlische Bürde.
Auf dich floss das hehre Blut.
Dein Wuchs ist lieblich und gut,
damit erlöset ist
die ganze Menschheit, die da ist.
Herr, du hast uns verheissen,
was du in Wahrheit vollführen wolltest.
Du geruhtest uns zu versprechen,
wenn du würdest, Herr, erhoben 20
von der Erde auf das Kreuz,
du würdest uns zu dir ziehen.
Deine Marter ist erfüllt.
Nun erfülle, Herr, deine Worte.
Nun zieh du, himmlischer König,
unser Herz dahin, wo du bist,
damit wir, deine Vasallen,
von dir nicht getrennt sind.
O Kreuz des Erlösers,
du bist unsere Segelstange.
Diese ganze Welt ist das Meer,
mein Herr der segelnde Ferge,
die guten Werke sind unser Seil:
die bestimmen unsere Heimfahrt.
Das Segel, der wahre Glaube,
der hilft uns wohl dazu. 10
Der heilige Geist ist der Wind,
der führt uns über die Fluth.
Das Himmelreich ist unsre Heimat,
da sollen wir landen, Gottlob.