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Türkische Märchen cover

Türkische Märchen

Chapter 43: 42. DER TISCHLER UND DER AFFE
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About This Book

The volume gathers an anthology of Turkish folktales, arranged in two parts: numbers 1–21 collect orally transmitted popular tales gathered in Anatolia, while numbers 22–66 present literary or art tales that reached Turkish letters via Persian and Indian models. Translations and occasional stylistic adjustments aim to preserve the simplicity of the folk narratives and to render the more elaborate courtly stories, many drawn from Tutiname, Humajunname and Qyrq vezir traditions. Bibliographic notes and editorial comments indicate sources and variants, and the selection demonstrates the range from direct, unadorned storytelling to refined parable-like and didactic tales.

[Inhalt]

42. DER TISCHLER UND DER AFFE

Ein Tischler saß auf einem Stück Holz und zersägte es. Er hatte zwei Keile. Den einen klemmte er in die Spalte, damit der Weg für die Säge leichter sein sollte, und wenn eine bestimmte Grenze überschritten war, schlug er den zweiten Keil ein und nahm den ersten heraus. In dieser Weise arbeitete er. Ein Affe sah der Arbeit des Tischlers und der Bewegung der Säge zu. Plötzlich mußte der Tischler während der Arbeit etwas anderes tun und ging weg. Als der Affe den Platz des Tischlers leer sah, kam er sogleich herbei, stieg auf das Holz und setzte sich darauf. Irgendwie kamen seine Hoden auf der Seite, wo gesägt war, in den Spalt, und er zog den Keil, ohne vorher einen andern einzuschlagen, heraus. Als der Keil herausgezogen war, schlugen die beiden Seiten zusammen und die Hoden des armen Affen wurden in dem Holze eingeklemmt. Der Affe schrie laut vor Schmerz und sagte: „Es ist gut, daß jeder in der Welt nur seine Arbeit macht, und der, der seine Arbeit nicht tut, der macht Gutes schlecht. Meine Arbeit ist es, Früchte zu pflücken. Was ging mich das Sägen an? Während es mein Beruf ist, mich im Walde umzuschauen, wozu [255]mußte ich mich mit Säge und Beil abgeben? Wer sich so benimmt, dem passiert das.“

Als der Affe sich selbst so tadelte, kam der Tischler. Als er ihn in dieser Lage sah, sagte er: „So geht es dem, der tut, was er nicht gelernt hat“ und ließ es nicht an reichlicher Strafe fehlen.