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Türkische Märchen

Chapter 44: 43. DER FUCHS UND DIE TROMMEL
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About This Book

The volume gathers an anthology of Turkish folktales, arranged in two parts: numbers 1–21 collect orally transmitted popular tales gathered in Anatolia, while numbers 22–66 present literary or art tales that reached Turkish letters via Persian and Indian models. Translations and occasional stylistic adjustments aim to preserve the simplicity of the folk narratives and to render the more elaborate courtly stories, many drawn from Tutiname, Humajunname and Qyrq vezir traditions. Bibliographic notes and editorial comments indicate sources and variants, and the selection demonstrates the range from direct, unadorned storytelling to refined parable-like and didactic tales.

[Inhalt]

43. DER FUCHS UND DIE TROMMEL

Ein Fuchs streifte in einem Walde umher. Von der Macht des Hungers getrieben suchte er überall in Gedanken nach Nahrung. Er kam gerade in die Nähe eines Baumes, an den man eine Trommel gehängt hatte. Bei jedem Windstoße wurde ein Zweig des Baumes in Bewegung gesetzt, der auf die Trommel schlug, wodurch ein schrecklicher Laut ertönte. Der Fuchs sah einen Hahn, der auf dem Kopf einen Kamm wie eine Kaiserkrone trug, ein Gefieder wie ein Pfau hatte und stolz und majestätisch auf einer Wiese einherstolzierte.

Der Fuchs verbarg sich in einem Winkel im Hinterhalte und wartete auf den Augenblick, wo er ihn erbeuten konnte. Da schlug plötzlich der Ton der Trommel an sein Ohr. Der Fuchs schaute hin und sah einen merkwürdigen Körper, von dem ein schrecklicher Ton ausging. Seine Freßbegier regte ihn auf und gab ihm den Gedanken ein, daß das Fleisch und Fett dieses Gegenstandes seiner Stimme gleich sein müßten. Sogleich verließ er das Versteck, wo er auf den Hahn lauerte, und ging auf den Baum zu. Als der Hahn dies merkte, brachte er sich in Sicherheit. Der Fuchs erstieg mit vieler Anstrengung den Baum und zerriß mit gierigem Zahn die Trommel, aber er fand sie innen leer und außen trockenes Holz und Fell. Das Feuer der Gier verbrannte sein Herz und das Wasser der Reue floß ihm in Strömen aus den Augen, und er sagte: „Schade, daß ich mich durch diese inhaltslose Form habe täuschen und mich durch diesen trügerischen Gedanken von meiner anständigen Beute habe abbringen lassen.“ [256]