WeRead Powered by ReaderPub
Unser Familien-Arzt / Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-Heilmethode cover

Unser Familien-Arzt / Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-Heilmethode

Chapter 110: Dyspepsie oder schwacher Magen.
Open in WeRead

Explore more books like this:

About This Book

Ein praktischer Familien-Heilratgeber richtet sich an Laien und besonders an Landbewohner, erläutert in leicht verständlicher Sprache Symptome, Ursachen und schrittweise Maßnahmen bei häufigen Krankheiten sowie Sofortmaßnahmen bei Notfällen. Für jede Erkrankung werden Behandlungsoptionen verschiedener medizinischer Richtungen – allopathisch, homöopathisch, hydropathisch, eclectisch und krautärztlich – nebeneinandergestellt, ergänzt durch ausführliche Anleitungen zur Krankenpflege, Ernährung und Hausapotheke. Das Werk ist systematisch gegliedert nach Krankheitsgruppen und Körperregionen und betont präventive Pflege sowie einfache, rasch anwendbare Verfahren für Situationen, in denen ärztliche Hilfe nicht sofort verfügbar ist.

Zwölftes Kapitel.
Krankheiten des Magens und der Eingeweide.

Mangel an Appetit (Anorexia). Heißhunger (Bulemia).

Mangel an Appetit und krankhafte Eßlust wird bei vielen Krankheiten gefunden, ersterer besonders bei Krankheiten der Eingeweide oder Lungen, sowie auch bei anderen acuten Krankheiten, Unordnung des Magens u.s.w. Letzteres ist zuweilen eine Folge von Wurmleiden oder Verlust der Kräfte, Verdauungsschwäche u.s.w. Die Behandlung dieser Krankheiten findet man unter der Rubrik „Dyspepsie.“

Dyspepsie oder schwacher Magen.

Dyspepsie ist eine der gewöhnlichsten Krankheiten, welchen der Arzt begegnet. Sie wird überall, unter allen Klassen und häufiger bei Personen von mittlerem Alter gefunden. Solche, welche eine sitzende Lebensweise führen, keine Gelegenheit haben Bewegung zu machen, sowie auch jene, die Spirituosen und dem Tabak ergeben sind, sind mehr als Andere dazu geneigt.

Symptome. Die Dyspepsie kann vorübergehend sein oder sich einwurzeln. Unter vorübergehend verstehen wir einen leichten Anfall von Unverdaulichkeit, welcher von Ueberessen oder von unzulänglichen Nahrungsmitteln herrührt. Unter eingewurzelt verstehen wir solche Fälle, welche eine lange Zeit — Monate, ja sogar Jahre lang, anhalten. Bei dieser Krankheit verliert der Magen seine Kräfte zu verdauen und der Kranke ist nur dann fähig etwas zu essen, wenn er immer Spirituosen, Pillen und andere Arzneimittel zu sich nimmt. Ein vorübergehender Anfall von Unverdaulichkeit macht sich durch ein Gefühl von Ausdehnung des Magens, Aufstoßen, Appetitlosigkeit, Widerwille gegen Speisen, zuweilen durch Uebelkeit und Erbrechen kenntlich. Bei der eingewurzelten oder chronischen Form ist der Appetit veränderlich, zuweilen gänzlich verloren, steigert er sich dann wieder bis zur Gefräßigkeit. Nimmt der Patient eine volle kräftige Mahlzeit, wird er niedergeschlagen, Schmerz und eine Schwere im Magen stellen sich ein; ein Verlangen nach Essen, das nach dem ersten Mund voll befriedigt, ist vorhanden; die Zunge ist blaß, welk, schleimig, oder wird trocken, klebrig, oder dick belegt, besonders am Morgen beim Aufstehen; ein beständiges unbehagliches Gefühl von Schwere im Magen, ebenso saures oder unangenehmes Aufstoßen, bei Säure im Magen und einem Gefühl von Sinken und Flattern in der Magengrube; Empfindlichkeit gegen Druck, zuweilen Uebelkeit und Erbrechen, Kopfschmerz, Mattigkeit und große Niedergeschlagenheit, Todesfurcht und Befürchtungen vor der Zukunft, Herzklopfen oder ein starkes Schlagen in der Gegend des Magens, Verstopfung, unangenehmer Geschmack im Munde, besonders des Morgens beim Erwachen; das Gedächtniß ist vermindert; die Stimmung ist veränderlich und die Laune reizbar; Tiefsinn, Gedanken- und Ideenverwirrung; Schwindel; Schwachsichtigkeit, Flecken schimmern vor den Augen; das Gesicht ist blaß und hat einen ängstlichen Ausdruck, die Haut ist trocken und gerunzelt, Alpdrücken ist eine gewöhnliche Erscheinung, Kneipen oder krampfartige Thätigkeit der Muskeln; abwechselnd Hitze und Kälte; ziehende Schmerzen im Rücken und in den Schultern; häufiges Seufzen; ein Gefühl von Beklemmung in der Gegend des Herzens; Geräusch oder Singen in den Ohren.

Ursachen. Eine von den häufigsten Ursachen von Verdauungsschwäche ist hastiges unzulängliches Kauen der Speisen, Mangel an Bewegung und Ruhe des Geistes, unpassende Nahrung, wie zu kräftige, reizende Speisen, Spirituosen, zu häufiger Genuß von warmen Flüssigkeiten und Tabak, spätes Aufbleiben, stark gewürzte Gerichte, übermäßig starke Entleerungen, sitzende Lebensweise, langes angespanntes geistiges Arbeiten, Trägheit, zu langes Schlafen, das Athmen unreiner Luft, geschlechtliche Ausschweifungen; Leute, welche sehr schnell essen und dazu übermäßig viel Wasser, Thee oder Kaffee trinken, sind diesem mehr ausgesetzt als andere; auch Essen, unmittelbar nach starker körperlicher oder geistiger Arbeit ist sehr schädlich; starke Bewegung nach der Mahlzeit oder kurz vor dem Schlafengehen, Aerger, Eifersucht, große Freude, nächtliches Wachen sind hervorragende Ursachen. Der Mißbrauch von Abführmitteln, der die Eingeweide träge macht, ist äußerst schädlich.

Behandlung.

Allgemeine. Gutes Kochen ist ein wichtiger Theil der Behandlung bei der Verdauung; die Speisen sollten gut, aber nicht übermäßig gekocht werden; halb gar gekochtes Fleisch ist bei Dyspepsie das Beste. Leute, die an Dyspepsie leiden, sollten alle eingemachten Fleischarten, wie Schinken, Zunge, geräucherte oder gesalzene Fleischsorten, Würste u.s.w., sowie auch rohes Gemüse, Pickles, Salat u.s.w. vermeiden. Die Nahrung muß, ehe sie in den Magen geht, langsam und gehörig gekaut werden, jeder Mundvoll muß so gekaut sein, bis er von selbst in die Speiseröhre tritt, denn Speisen, die gehörig gekaut sind, folgen ihrer eigenen Bestimmung. Verschiedene Sorten von Pasteten, heißes Brod, heißer Zwieback, Eier, Suppen, stark gewürzte Gerichte, Puddings u.s.w. müssen vermieden werden.

Fische sind am meisten verdaulich, wenn gekocht, weniger wenn gebraten und am wenigsten wenn gebacken. Die meisten Sorten von wildem Geflügel können erlaubt werden, auch Hammelfleisch, Wild, Hühner und Turkeyfleisch, rohe Austern, geröstetes, gebackenes oder gekochtes Obst, Schwarz- oder Weizenbrod, Kartoffeln sind für die Kost zulässig. Thee, Kaffee und alle berauschenden Getränke müssen vermieden werden, der beste Trunk bleibt immer Wasser oder Milch, wenn eins oder das andere ohne unangenehme Symptome genommen werden kann. Während des Essens sollten nicht zu viele Flüssigkeiten genommen werden, und es wird besser sein, wenn der Patient damit bis nach der Mahlzeit wartet. Wenigstens sechs Stunden sollten immer von einer zur andern Mahlzeit verstreichen, während bei einem gesunden Magen drei bis vier Stunden hinreichen. Niemals sollte Jemand eine Reise oder einen Ausflug weder mit zu vollem noch mit ganz leerem Magen antreten. Das Trinken geschieht für den Magen vortheilhafter vermittelst Schlürfens oder indem man jedesmal einen Mund voll nimmt, als durch das Trinken in langen Zügen. Nach Bewegung von irgend welcher Art, wie Reiten, Gehen u.s.w. sollte man sich stets vorher eine halbe Stunde ausruhen, ehe man eine Mahlzeit zu sich nimmt, und ebenso sollte nach der Mahlzeit ein solcher Zeitraum verstreichen, ehe irgend eine Bewegung gemacht wird. Gehen, Laufen, Springen, Tanzen, Holzsägen oder das Rudern eines Bootes sollte jeden Tag regelmäßig geübt werden. Folgende Kosteintheilung ist mit geringer Veränderung von Dr. Leared.

Leicht verdaulich. Hammelfleisch, Wild, Hase, süßes Brod, junge Tauben, Feldhuhn, Fasanen, Birkhuhn, Rind- und Hammelfleisch, Milch, Steinbutte (turbot), Schellfisch, Butten (flounders), Zunge (sole, eine Fischart), Fische im Allgemeinen, geröstete Austern, altbackenes Brod, Reis, Tapioca, Sago, Pfeilwurz (arrow root), Spargel (asparagus), Meerkohl, französische Bohnen, Blumenkohl (cauliflower), gebackene Aepfel, Orangen, Weintrauben, Erdbeeren, Pfirsiche, Zwiebackwasser (toast water), schwarzer Thee, Sherry, Claret.

Mäßig verdaulich. Rind- und Lammfleisch, Kaninchen, Turkey, Ente, wildes Geflügel, Schnepfe, Suppen, Eier nicht hart gekocht, Butter. Schildkröte, Stockfisch, Hecht, Forelle, rohe oder gedämpfte (stewed) Austern, Kartoffeln, Rüben, Kohl, Spinat, Artischocken, Salat, Sellerie, Aprikosen, Korinthen, Himbeeren, Brod, Mehlpuddings, Gelee, Marmalade, Rhabarber, gekochte Früchte, Cocoa, Kaffee, Malzgetränke, Portwein.

Hart verdaulich. Schweinefleisch, Kalbfleisch, Gansleber, Herz, Gehirn, Salzfleisch, Wurst, Hechte und gedämpfte (stewed) Fleische, Makrele, Aal, Lachs, Häring, Hellbutte, Salzfisch, Hummer, Krebse, Seegarnelen, Muscheln, Oel, zerlassene Butter, hartgesottene Eier, Käse, frisches Brod, Kuchen, in Butter gebackener Zwieback, Pasteten, Rahmtörtchen, Nüsse, Erbsen, Pflaumen, Kirschen, gedörrte Früchte, Gurken, Zwiebeln, Möhren, Pastinaken (parsnips), rothe Rüben (beets), Bohnen, Pilze, Pickles, Chocolade, Champagner, Liqueurs.

Eclectische und Kräuterkur. Gegen Säure und heißes Aufstoßen nehme ein Brechmittel von fünf bis zehn oder zwanzig Granen Brechwurz (Ipecac) in einem Theetassenkopf voll warmen Kamillen- oder anderen Thee; diese Dosis wird wiederholt, wenn die erste nicht Erbrechen verursacht. Nachdem der Magen beruhigt ist, gebe man ein Seidlitzpulver. Die Anwendung von Einspritzungen ist in strengen Fällen oder bei Personen von zartem Körperbau viel besser zur Bewegung der Eingeweide, als Gaben von Abführmitteln und mag zu diesem Behufe Molasses und warmes Wasser, oder warmes Wasser und ein wenig Salz angewendet werden. Bei Fällen, die dann erst eingetreten sind, wo leichte Verstopfung und Magensäure vorhanden sind, nehme man Folgendes:

Gagel in Pulvern (Bayberry bark in powders) 1 Unze.
Stachliche Eschenrinde in Pulver (Prickly ash bark in powders) 1
Gelbwurz-Pulver (Golden seal powder) 1
Bitterwurz in Pulver (Bitter root in powder) 1
Doppeltkohlensaure Soda oder Potasche (Bi-carbonate of soda, or potash) 1

Mische es. Dosis: Einen halben bis einen ganzen Theelöffel voll dreimal des Tages.

Bei chronischen Fällen oder hartnäckiger Verstopfung nehme Folgendes:

Kalmus in Pulver (Blue flag in powder) 1 Unze.
Alraun in Pulver (Mandrake in powder) 1
Bitterwurzel in Pulver (Bitter root in powder) 1
Pulverisirte Blutwurzel (Pulv. blood root) ½
Spanischer Pfeffer (Capsicum) 2 Drachmen.

Mische dieses. Dosis: Dreimal des Tages einen halben bis einen ganzen Theelöffel voll.

Ist Säure im Magen vorhanden, so füge doppeltkohlensaure Soda oder Potasche (Bi-carbonate of soda or potash) eine Unze hinzu. Säure kann zuweilen durch ein Seidlitzpulver, ein- oder zweimal des Tages genommen, verbessert werden und gegen Wind im Magen ein warmer Trank von grünem Münz- oder Pfeffermünz- (Spearmint or Peppermint) Thee. Ist Kolik vorhanden, so nehme man einen Theelöffel voll Paregoricum (Paregoric) in ein wenig heißes Wasser. Bei beständiger Verstopfung der Eingeweide wird das nachstehende sehr empfohlen:

Wismuth-Oxyd (Oxide of Bismuth) 12 Grane.
Aloe (Aloes) 24

Mache mit Molasses oder einer Auflösung von Gummi Arabicum 12 Pillen daraus. Dosis: Jeden Abend beim zu Bett Gehen vier Pillen, bis der Magen wieder gestärkt ist. Wismuth kann auch da, wo ein tägliches Abführmittel nicht erforderlich ist, allein in Pulvern von fünf Granen auf eine Dosis gegeben werden. Es kann mit Honig oder Molasses oder mit irgend einer anderen derartigen Zuthat genommen werden.

Weißer Senfsamen ist ein altes und viel gebrauchtes Mittel. Eine Dosis sollte davon jeden Tag durch drei oder vier Wochen hindurch genommen werden. Man nehme einen halben bis ganzen Eßlöffel voll und verschlucke den Samen ganz mit kaltem Wasser. Sodbrennen wird zuweilen durch einen Theelöffel voll überkohlensaure Soda (Super-carbonate of soda) in ein wenig Wasser oder einen halben Theelöffel voll Saleratus in einem halben Tassenkopf voll Wasser sofort gelindert. Magnesia in zwei bis drei Theelöffeln voll in einem Bierglas voll Wasser genommen, hat sich als ein ausgezeichnetes Mittel bewährt.

Pyrosis oder Sodbrennen kann durch Nachstehendes gelindert werden:

Sennesblätter (Senna leaves) 1 Unze.
Pulverisirte Jalappenwurzel (Jalap, powdered) ½
Pulverisirte Gelbwurz (Golden seal, powdered) ½
Pulverisirter Fenchelsamen (Fennel seed, powdered) ½
Aloe 2 Drachmen.
Tolu-Balsam 1 Unze.

Gieße ein halbes Pint kochendes Wasser darüber und rühre es um. Wenn kalt gieße es in eine Quartflasche und fülle dieselbe mit gutem Branntwein oder Whisky. Nachdem es zwei Stunden gestanden hat, wird es fertig sein zum Gebrauch. Dosis: Alle Morgen vor dem Frühstück einen Eßlöffel voll.

Folgendes kann zuweilen angewendet werden:

Dreifachsalpetersaures Wismuth (Tris nitrate of Bismuth) 5 Grane.
Schwefelsaures Morphium (Sulphate of morphine) 1–10 Grane.

Mische es zu einer Dosis.

Präparirte Holzkohle (Prepared charcoal) kann in Dosen von einem Theelöffel voll dreimal des Tages in einigen Fällen gegeben werden.

Folgendes ist bei Dyspepsie ein sehr schätzbares Mittel:

Chinarinde (Peruvian bark) 1 Unze.
Enzianwurzel (Gentian root) 1
Orangenschale ½
Koriandersamen (Coriander seed) ½

Stoße diese vier Artikel in einem Mörser oder in einem anderen Gefäße, lege sie in ein Quart französischen Branntwein (French brandy) und lasse das Ganze vier bis fünf Tage vor dem Gebrauche stehen. Dosis: Ein halber bis ganzer Theelöffel voll in einem Weinglas voll Wasser ungefähr eine oder zwei Stunden vor den Mahlzeiten.

Blähungen und Kolik können durch einen bis zwei Tropfen von Cajeputöl (Cajupet) auf Zucker, oder doppeltschwefelsaure Soda (Bi-sulphate of soda), eine bis zwei Stunden nach den Mahlzeiten genommen, entfernt werden.

Die folgenden sind einige von den Mitteln, die sich bei Behandlung der Dyspepsie sehr zuträglich erwiesen haben:

Pulverisirter türkischer Rhabarber (Powd. turkey rhubarb) 2 Drachmen.
Kohlensaure Soda (Carbonate of Soda) 48 Grane.
Einfacher Syrup 1 Unze.
Quellwasser ½ Pint.

Dosis: Dreimal des Tages vor dem Essen einen Eßlöffel voll.

Rosenwasser (Rose water) 1 Pint.
Schwefelsaure Magnesia (Sulphate of magnesia) 6 Drachmen.
Cascarilla-Tinktur 1 Unze.

Mische es. Dosis: Drei Eßlöffel voll zweimal des Tages.

Die folgenden Pillen werden empfohlen:

Aloe 3 Grane.
Rhabarber (Rhubarb) 3
Spanische Seife (Castile soap) 3
Gelbwurz (Golden seal) 60
Cayenne-Pfeffer (Cayenne) 20
Pulverisirter Lobelia-Samen 20

Theile es in 60 Pillen mit Enzian-Extrakt. Dosis: Jeden Abend eine beim zu Bett Gehen.

Ein anderes:

Wismuth-Oxyd (Oxide of bismuth) 4 Drachmen.
Rhabarber (Rhubarb) 2
Aloe 1 Drachme.
Cayenne-Pfeffer (Cayenne) 1
Brechwurz (Ipecac) 30 Grane.

Mische es gehörig und mache mit Gummi Arabicumschleim 120 Pillen daraus. Dosis: Vor jeder Mahlzeit eine Pille.

Homöopathisch. Um die Wahl der Heilmittel zu erleichtern, ist die Krankheit in Klassen mit den zu jeder derselben erforderlichen Heilmitteln eingetheilt. Ehe man daher eines der Mittel wählt, sehe man zuerst die untenstehenden Einzelnheiten durch.

Gegen Dyspepsie bei Erwachsenen: Aconitum, Antimonium, Arnica, Belladonna, Bryonia, Calcarea Carbonica, Carbo Vegetabilis, Chamomilla, China, Hepar Sulphuris, Ipecacuanha, Mercurius, Nux Vomica, Pulsatilla, Phosphorus, Sepia, Sulphur, Veratrum.

Bei Kindern: Aconitum, Bryonia, Calcarea Carbonica, Chamomilla, Ipecacuanha, Pulsatilla, Sulphur.

Wenn langes Wachen die Ursache der Dyspepsie ist: Nux Vomica, Arnica, Pulsatilla, Veratrum, Carbo Vegetabilis.

Durch übermäßige geistige Anstrengung: Nux Vomica, Sulphur, Lachesis, Calcarea Carbonica.

Wenn die Folge von übermäßigem Genuß von Spirituosen: Nux Vomica, Sulphur, Lachesis, Arsenicum, Carbo Vegetabilis.

Ebenso vom Kaffee: Nux Vomica, Ignatia.

In Folge des Tabaks: Nux Vomica, Hepar Sulphuris, Cocculus, Staphysagria.

Bei Verschlimmerung nach Trinken von kaltem Wasser: Arsenicum, China, Pulsatilla, Veratrum.

Nach Biertrinken: Arsenicum, Calcarea Carbonica, Rhus Toxicodendron, Sepia, Sulphur.

Nach Milchtrinken: Bryonia, Nux Vomica, Calcarea, Sulphur.

Nach Säuren: Nux Vomica, Sepia, Sulphur, Arsenicum, Lachesis.

Nach Brod: Nux Vomica, Sulphur, Pulsatilla, Bryonia, Mercurius.

Nach festen Speisen: Pulsatilla, China, Carbo Vegetabilis.

Wenn gleichzeitig mit Dyspepsie Verstopfung vorhanden ist: Nux Vomica, Sulphur, Bryonia, Lachesis.

Wenn mit Diarrhöe verbunden: Pulsatilla, China, Acidum phosphoricum, Carbo Vegetabilis, Mercurius, Arsenicum, Veratrum.

Gleichzeitig mit saurem Magen: Pulsatilla, Nux Vomica, Calcarea Carbonica.

Oder mit Geschwüren: Nux Vomica, Sulphur, Sepia.

Aconitum. — Wenn beim Beginne des Anfalles beträchtliches Fieber mit Durst und Uebelkeit, auch wenn Röthe und Wehsein des Mundes und Halses vorhanden sind.

Arnica. — Wenn ein Fall oder ein Schlag auf dem Magen die Ursache, mit Schmerz und einem Gefühl, als wenn das Rückgrat gebrochen wäre, Zunge dick, gelblich belegt, Uebelkeit mit Neigung zum Erbrechen, öfteres Aufstoßen mit fauligem bitterem Geschmack, nervöse Aufregung, Schwere in den Gliedern.

Nux Vomica. — Passend bei den meisten Fällen von Dyspepsie zu Anfange, besonders bei Verstopfung und einer Neigung zu Beulen, saurer, bitterer Geschmack im Munde; wenn die Nahrung, besonders Brod, sauer oder bitter oder geschmacklos ist; der Kranke hat nicht viel Appetit, aber ein Verlangen nach Bier, Wein oder Spirituosen; von der Nahrung leicht befriedigt, nach dem Essen mit Uebelkeit belästigt, Erbrechen der Speisen, Schwindel, Schwere, Schläfrigkeit, Vollsein, Ausdehnung des Magens, empfindlich gegen Berührung, Taumeln, Eingenommenheit des Kopfes, Kopfschmerz durch geistige Anstrengung erhöht, Klingen in den Ohren, Zunge weiß belegt, metallartiger, bitterer, saurer oder fauliger Geschmack im Munde des Morgens oder nach dem Essen, Sodbrennen, Windkolik, Gefühl von Beengung durch die Kleider um die Taille, saurer Magen, erfolgloses Stuhldrängen, harter, schwerer, mit Blut gestreifter Stuhl. Am besten paßt Sulphur nach diesem.

Sulphur. — Besonders bei lang anhaltenden Fällen, oder wenn kein Appetit nach Fleisch und Brod vorhanden, sondern ein Verlangen nach Wein und Säuren, Schwierigkeit des Athmens, Uebelkeit nach dem Essen, Aufstoßen und Erbrechen der Speisen; Frösteln, Säure und Sodbrennen, saurer Magen, geistiger Druck, unzufrieden mit Allem und Jedermann. Darauf paßt Calcarea Carbonica am besten.

Pulsatilla. — Ein wichtiges Mittel bei Dyspepsie, besonders bei frischen Fällen, die durch Ueberessen verursacht sind, durch den Genuß von Schweinefleisch, Hammelfleisch, Butter oder irgend einer fettigen Substanz, der Geschmack der Speise kommt wieder heraus in den Mund, Neigung zum Erbrechen, besonders nach Essen und Trinken, Geschmack schal oder faulig, ähnlich dem von schlechtem Fleisch oder Talg, Druck in der Magengrube, besonders nach dem Essen, der Kranke fröstelt, ist schwach, eigensinnig und melancholisch.

Antimonium Crudum. — Besonders nützlich, wenn die Störung vom Ueberessen herrührt und folgende Symptome gegenwärtig sind: Der Geschmack der zuletzt eingenommenen Speise kommt wieder in den Mund und stößt bald nach dem Essen Theile unverdauter Speisen in die Höhe, die Zunge ist mit einem weißen oder gelblichen Schleim belegt, der Magen ist empfindlich gegen Berührung und ausgedehnt.

Belladonna. — Wenn ein schmerzhaftes Ausdehnen des Unterleibes stattfindet, bei einem Zusammendrücken, als wenn die Eingeweide festgehalten würden, Schlucken, Uebelkeit oder eine Abneigung gegen die Speise, Erbrechen von Galle oder Wasser, auch bei Eingenommenheit des Kopfes oder Blutandrang nach dem Kopfe.

Arsenicum. — Besonders nützlich bei chronischen Fällen, bei Zusammenfallen des Gesichts, kalten Endgliedern, dunklen Ringen um die Augen, zugespitzte Nase, Zunge weiß oder bräunlich, auch bei Magenkrämpfen, bei einem Gefühl von Kälte oder Hitze, alles, was in den Magen geht, wird wieder erbrochen, die Haut ist heiß und trocken. Wenn Arsenicum von keinem guten Erfolge ist, gebe man Lachesis.

Bryonia. — Ein wichtiges Mittel gegen Dyspepsie, besonders wenn dieselbe im Sommer eintritt, auch wenn sie von Frostschauer, Kopfschmerz und Schmerz in den Gliedern und dem Rückgrat begleitet ist, ebenso bei den folgenden Symptomen: Zunge mit einem gelblichen Schleim belegt, heiß und trocken, Appetitlosigkeit, bittern Geschmack, große Abneigung gegen Speise, zuweilen ein großes Verlangen nach Speise und Getränken, Gefühl von Vollsein und Brennen im Magen nach den Mahlzeiten, viel Durst, Aufstoßen einzelner Theile von Speise nach jeder Mahlzeit, Sodbrennen, Verstopfung der Eingeweide, Uebelkeit des Morgens, Brennen im Magen, Laune reizbar und halsstarrig. Sollte Bryonia wenig oder gar keine Besserung gewähren, so gebe man Rhus.

China. — Dyspepsie in Folge von Blutverlust oder anderen Entleerungen, wenn unreine Luft die Ursache und bei folgenden Symptomen: Druck im Magen, als ob von einer Last herrührend, Gleichgültigkeit gegen Essen und Trinken, Verlangen nach Wein oder Säuren, schaler oder bitterer Geschmack im Munde, Wunsch nach verschiedenen Leckerbissen, ohne eigentlich zu wissen nach welchen, krankhafter Appetit nach etwas Starkem, Scharfem oder Saurem, Schwäche und Ermüdung, der Kranke dehnt und streckt seine Glieder in Folge eines Gefühls von Müdigkeit.

Cepa. — Kein Hunger, aber beträchtlicher Durst, Eingenommenheit des Kopfes, Schmerz in den Eingeweiden in Folge von Winden.

Carbo Vegetabilis. — Appetitlosigkeit, bittrer Geschmack im Munde, bloßes Aufstoßen von Luft, Geschmack der Speise, nachdem man sie bereits zu sich genommen, Sodbrennen während der Nacht, Windkolik, Rasseln im Unterleib.

Calcarea Carbonica. — Besonders bei Kindern, welche eine Neigung zu Skropheln haben, Säure des Magens, häufiges Aufstoßen von Wind, Gefühl von Vollsein im Kopfe bei einer Neigung zu krampfhaftem Kopfweh, Vollsein und Anschwellen in der Gegend des Magens, bei Empfindlichkeit gegen Berührung, nagende oder kneipende Schmerzen.

Chamomilla. — Besonders bei einem Anfall von Zorn oder durch Stehen in der Zugluft, während man schwitzt, Aufstoßen der Speise, Uebelkeit, Erbrechen von Speisen und grünem Schleim oder Galle, Magenkrämpfe, Kopfschmerz, Vollsein, Schwindel, gestörter Schlaf und Herumwerfen, Gesicht roth und heiß.

Hepar Sulphuris. — Gegen Dyspepsie, wenn dieselbe durch das Nehmen von blauen Pillen oder anderen Quecksilber-Präparaten verursacht wurde, ein heftiges Verlangen nach reizenden Stoffen, Weinen oder Säuren, der Magen scheint äußerst empfindlich zu sein und geräth leicht in Unordnung, obgleich der Patient gesund sein mag, Uebelkeit am Morgen, bei Erbrechen einer sauren, galligen oder schleimigen Masse. Kann abwechselnd mit Nux vomica, wenn harter, leicht gefärbter Stuhl vorhanden ist, oder mit Mercurius, bei einer weißlichen Diarrhöe, gegeben werden.

Ipecacuanha. — Besonders passend für Kinder, wenn sie Speisen, Getränke oder Galle erbrechen, Erbrechen mit Kälte des Gesichts und der Endglieder, Zunge weiß, gelblich belegt, Erbrechen mit Diarrhöe, Abneigung gegen Speise, besonders fette und reiche Kost, oder wenn die Verdauungsschwäche vom Essen des Turkey oder von Pasteten u. s. w. veranlaßt wurde.

Mercurius. — Aufstoßen eines sauren und bitteren Stoffes, fauliger, süßlicher oder bitterer Geschmack des Morgens, Neigung zur Diarrhöe, bei Durchfall oder Schweiß, schwache Verdauung bei beständigem Hunger, Druck in der Magengrube nach dem Essen. Ist vor oder nach Lachesis zweckmäßig zu geben.

Phosphorus. — Bloßes Aufstoßen, besonders nach dem Essen, Erbrechen nach dem Essen, Brennen im Magen.

Sepia. — Bei chronischer Dyspepsie mit oder ohne krankhaftes Kopfweh, Aufstoßen oder Schmecken von saurer oder fauliger Speise, Anschwellen des Unterleibes mit einem Drucke, wie von einem Stein herrührend, Uebelkeit vor dem Frühstück, ebenso nach dem Essen, Uebelkeit von schwangeren Frauen.

Lachesis. — Unregelmäßiger Appetit, ein Widerwillen gegen Brod, bei einem Verlangen nach Wein und Milch, häufige Uebelkeit, Erbrechen der Speisen, Verstopfung, Unbehaglichkeit, Trägheit, Schwere. Ist passend vor oder nach Mercurius.

Veratrum. — Wenn sich Ipecacuanha als unzureichend erwiesen hat oder wo nach Anwendung von Ipecacuanha noch Diarrhöe mit kneipenden Schmerzen in den Eingeweiden vorhanden ist, bei großem Durst, Kälte der Hände und einem Schauer über den ganzen Körper.

Andere Heilmittel wie Rhus, Acidum Phosphoricum, Cocculus, Ignatia, Staphysagria sind zuweilen, aber nicht oft anwendbar.

Verordnung der Heilmittel. Bei frischen Anfällen, und wenn viel Magenschmerz und krankhafter Reiz desselben vorhanden, nehme von dem gewählten Heilmittel alle halbe, ganze, zwei oder drei Stunden eine Dosis. Sobald die Strenge der Symptome nachzulassen beginnt, sollten die Zwischenräume verlängert werden. Bei chronischen Fällen ist das Mittel dreimal des Tages zu wiederholen. Bei Anwendung der Kügelchen gebe einem Erwachsenen zehn.

Allöopathisch. Wenn Mangel an Appetit ein Symptom ist und es ist keine erklärliche Ursache dafür vorhanden, nehme folgendes:

Rinden-Abkochung (Decoction of bark) 6 Unzen.
Schwefelsaures Chinin (Sulphate of quinine) 8 Grane.
Verdünnte Schwefelsäure (Dilute sulphuric acid) ½ Drachme.
Compound tincture of bark ½ Unze.
Orangenschalen-Syrup 2 Drachmen.

Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Eßlöffel voll.

Wenn es von einem Schmerz in der Magengrube begleitet ist, nehme das folgende:

Dreifach salpetersaurer Wismuth 10 Grane.
Gummi Arabicumschleim (Mucilage of gum arabic) ½ Drachme.
Syrup ½
Hopfen-Tinktur (Tincture of hops) ½ bis 1
Zimmet-Tinktur (Tincture of cinnamon) ½ bis 1
Wasser 1 Unze.

Mische es und nimm zwei- bis dreimal des Tages eine Dosis.

Beim Beginn der Dyspepsie ist in der Regel eine Störung der Leber vorhanden. In diesem Falle möge folgende Pille gegeben werden:

Enzian-Extrakt (Extract of gentian) ½ Drachme.
Pulverisirter Rhabarber (Pulv. rhubarb) ½
Blue Mass 4 Grane.

Mische es und theile es in 20 Pillen. Dosis: dreimal des Tages eine Pille eine Woche lang.

Salpetersaure Kochsalzsäure (Nitro muriatic acid), in Dosen von 3 bis 4 Tropfen wirkt als ein mildes stärkendes Mittel und kann den obigen Pillen folgen. Wo Nervenschwäche vorwiegend ist, und besonders bei chronischen Fällen, wird folgendes vorzüglich gefunden werden:

Pillen von kohlensaurem Eisen (Pill of carbonate of iron) 2 Skrupel.
Schwefelsaures Chinin (Sulphate of quinine) 1
Alkohol-Extrakt von Nux vomica 5 Grane.

Mische und theile es in 20 Pillen. Dosis: dreimal des Tages eine Pille.

Ist Mangel an Appetit und Niedergeschlagenheit vorhanden, nehme man folgendes:

Enzian-Aufguß (Infusion of gentian) Unzen.
Anderthalb kohlensaures Ammoniak (Sesqui-carbonate of ammonia) ½ Drachme.
Zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (Compound tincture of cardamons) ½ Unze.

Mische es. Dosis: zwei- oder dreimal des Tages zwei Eßlöffel voll.

Gleichzeitig nehme man folgende Pillen:

Pulverisirter Rhabarber (Powdered rhubarb) ½ Drachme.
Spanische Seife (Castile soap) 1 Skrupel.
Pulverisirter Ingwer (Powdered ginger) 12 Grane.

Mische es und mache 12 Pillen daraus. Nimm jeden Abend oder einen Abend um den andern zwei Pillen.

Gegen Verstopfung ist das unter Mettauer’s Aperient bekannte Mittel sehr zu empfehlen. Es besteht aus folgendem:

Pulverisirte Aloe (Pulv. Aloes) Unzen.
Doppeltkohlensaure Soda (Bi-carbonate of soda) 4
Zusammengesetzter Lavendel-Spiritus 2
Wasser 2 Quart.

Gieße das Ganze in einen Krug und lasse die Mischung 14 Tage lang stehen, schüttle es einmal des Tages gehörig um und gieße dann den Bodensatz weg. Es verbessert sich mit der Zeit.

Dosis: einen Theelöffel voll sogleich nach der Mahlzeit. Dies Mittel wird besonders gut bei galliger Dyspepsie gefunden werden, da es auf die Leber wirkt. In solchen Fällen nehme man einige Tropfen salpetersaure Kochsalzsäure (Nitro muriatic acid) vor der Mahlzeit und das vorhergehende Mittel nach dem Essen, was von außerordentlichem Erfolg begleitet sein wird.

Andere Mittel gegen Verstopfung sind folgende:

Pulverisirter Rhabarber (Pulverized Rhubarb) 2 Unzen.
Doppeltkohlensaure Potasche (Bi-carbonate of potassa) 1 Unze.

Mische es. Dosis: hinreichend um eine Bewegung der Eingeweide jeden Tag hervorzurufen.

Oder auch:

Rhabarber (Rhubarb) 2 Skrupel.
Aloe 1
Nux Vomica-Extrakt 4 Grane.

Mische es und theile es in 20 Pillen. Dosis zwei oder drei Pillen jeden Tag so oft als erforderlich.

Oder:

Rhabarber (Rhubarb) ½ Drachme.
Zusammengesetzter Koloquinthen-Extrakt (Compound extract of colocynth) ½ Drachme.

Mische und theile es in 20 Pillen. Nimm eine oder zwei, je nach Bedarf.

Gegen Magensäure gebe man präparirte Holzkohle (Prepared charcoal), in Dosen von einem Theelöffel voll, oder kohlensaure Magnesia (Carbonate of magnesia), oder dreifach salpetersauren Wismuth (Tris-nitrate of Bismuth), eine Priese doppelt kohlensaurer Soda (Bi-carbonate of soda) oder einen kleinen Eßlöffel voll Kalkwasser.

Gegen Sodbrennen — einen Theelöffel voll Magnesia oder Kreide in einem Glas kalten oder warmen Wassers. Kalkwasser oder flüssige Magnesia wird in denselben Fällen zuträglich gefunden werden.

Pyrosis (Sodbrennen mit starkem Wasserzusammenlaufen im Munde) wird durch 10 oder 15 Tropfen Ammoniak in einem halben oder ganzen Glas voll Wasser erleichtert werden.

Zur Bewirkung einer vollständigen Kur der Dyspepsie ist dreifach salpetersaurer Wismuth (Tris-nitrate of Bismuth), in Dosen von 20 bis 30 Granen dreimal des Tages bei jeder Mahlzeit. Ist viel Schmerz vorhanden, so gebe man folgendes:

Dreifach salpetersaurer Wismuth (Tris-nitrate of Bismuth) von 2 Skrupel bis zu 1 Drachme.
Magnesia von 2 Skrupel bis zu 1
Aloe-Tinktur ½ Unze.
Hopfen-Tinktur ½
Hinreichend Wasser, um 6 Unzen zu machen.

Mische es. Dosis: Zweimal des Tages einen Eßlöffel voll.

Oder auch:

Eisensaurer Ammoniak Alaun (Ammonio-ferric alum) 2 Skrupel.
Zimmetwasser 4 Unzen.

Mische und löse es auf. Dosis: Alle zwei bis drei Stunden einen Eßlöffel voll.

Gegen Magenschmerz oder Krampf lindert zuweilen folgende Einspritzung augenblicklich:

Castoröl 2 Unzen.
Stachlige Eschenrinden-Tinktur (Tincture of prickly ash bark) ½ Unze.
Zusammengesetzte virginische Schlangenwurzel-Tinktur (Compound tinct. of Virginia snake root) 2 Drachmen.
Aufguß von Wasserdost (Infusion of boneset) ½ Pint.
Sennesblätter ½

Mische und gebrauche es als Einspritzung.

Cajeput- (Cajeput) Oel in Dosen von 4 Tropfen auf ein Stück Zucker ist ein ausgezeichnetes Mittel. Kampher-Spiritus, Ingwer- (Ginger) Essenz und zusammengesetzter Lavendel- (Lavender) Spiritus sind allgemein bekannte und gebrauchte Linderungsmittel. Ein Senfpflaster auf dem Magen lindert oft augenblicklich.

Uebelkeit und Erbrechen.

Dem Erbrechen geht in der Regel ein eigenthümlicher Zustand, genannt Uebelkeit oder krankhafter Zustand des Magens, voraus. Dies Gefühl ohne Schmerz ist von Mattigkeit und großer Schwäche, blasser, kühler, feuchter Haut, eingefallenem Gesicht u. s. w. begleitet. Nachdem dieser Zustand eine geraume Zeit angehalten hat, tritt Erbrechen ein. Erbrechen wird gewöhnlich als Symptom einer Krankheit angesehen, tritt aber zuweilen auch selbstständig auf, d. h. ohne mit einer andern Krankheit verbunden zu sein.