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Unser Familien-Arzt / Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-Heilmethode cover

Unser Familien-Arzt / Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-Heilmethode

Chapter 144: Zweites Kapitel. Störungen der Menstruation.
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About This Book

Ein praktischer Familien-Heilratgeber richtet sich an Laien und besonders an Landbewohner, erläutert in leicht verständlicher Sprache Symptome, Ursachen und schrittweise Maßnahmen bei häufigen Krankheiten sowie Sofortmaßnahmen bei Notfällen. Für jede Erkrankung werden Behandlungsoptionen verschiedener medizinischer Richtungen – allopathisch, homöopathisch, hydropathisch, eclectisch und krautärztlich – nebeneinandergestellt, ergänzt durch ausführliche Anleitungen zur Krankenpflege, Ernährung und Hausapotheke. Das Werk ist systematisch gegliedert nach Krankheitsgruppen und Körperregionen und betont präventive Pflege sowie einfache, rasch anwendbare Verfahren für Situationen, in denen ärztliche Hilfe nicht sofort verfügbar ist.

Zweites Kapitel.
Störungen der Menstruation.

Verzögerte und unterdrückte Menstruation.

Wenn die Monatsreinigung nicht zu rechter Zeit eintritt, so heißt man dies verzögerte oder unterdrückte Menstruation. Man hat jedoch die Entwicklung des betreffenden Mädchens in Anschlag zu bringen, auch wenn sie das Alter erreicht hat, wo das Auftreten dieser Funktion erwartet werden kann, denn die Körperentwicklung ist eine Bedingung der Monatsperiode. So lange das Mädchen nicht körperlich zugenommen hat, wenn sie über die Hüfte nicht weiter geworden, wenn ihre Brüste nicht weiter geworden, und sie keine dieser Periode vorangehenden Veränderungen wahrgenommen hat, wird es nur schädlich wirken, wenn man der Natur Gewalt anthut. In solchem Falle ist eine „allgemeine“ Behandlung nöthig. Man lasse die Betreffende sich viel in freier Luft bewegen, sie gehe frühzeitig zu Bett und stehe Morgens frühe auf. Geht sie noch zur Schule, so sollte man sie während der Zeit nicht in dieselbe senden. Ihre Kost muß nahrhaft aber nicht reich sein, sonst werden Magenstörungen entstehen. Ist sie jedoch vollkommen entwickelt, und leidet zeitweilig an Blutandrang im Kopf, in der Brust, oder im Unterleib, dann wird das Einschreiten nöthig. Folgende Symptome werden sich gewöhnlich in diesen Fällen einstellen.

Symptome. Kopfweh, Schwere, Vollheit, Pulsiren in der Mitte der Hirnschale und im Hinterkopf, Schmerzen im Rücken und den Lenden, kalte Füße und Hände, die zuweilen sehr heiß werden, trockene, rauhe Haut, langsamer Puls und nicht selten Fallsucht (Epilepsie).

Behandlung.

Homöopathisch. Einige Tage vor der Periode sollte die Patientin ein warmes Hüften- oder Fußbad nehmen, zweimal des Tages und Abends beim zu Bett Gehen mit warmem Wasser benetzte Tücher auf den Unterleib legen.

Ein sehr gutes Rezept wird von Prof. Cooke vom Hahnemannischen medizinischen Collegium in Chicago empfohlen, nämlich: Etwa zwei Wochen vor der Periode nehme eine Dosis Gelseminum jeden Abend, und eine Dose Belladonna jeden Morgen. Kurz vor Eintritt der Menstruation nehme diese zwei Heilmittel abwechselnd alle zwei oder vier Stunden.

Pulsatilla. — Wenn die Patientin melancholisch und traurig und zum Weinen geneigt ist; Blässe mit abwechselnder Hitze, Appetitlosigkeit mit Lust für saure Speisen, Uebelsein und Erbrechen.

Bryonia. — Blutandrang im Kopf, geröthetes Gesicht, häufiges Nasenbluten, Hartleibigkeit, Herzklopfen.

Lycopodium. — Anwendbar bei ähnlichen Symptomen.

Phosphorus. — Wenn die Patientin zu Lungenkrankheiten geneigt ist, schwache Brust, Husten, Brustschmerzen, Blutspeien.

Arsenicum. — Wassersuchtartige Anschwellungen um die Augen oder der Füße oder anderer Gliedmaßen, blasse Gesichtsfarbe, gelbsüchtig.

Sulphur. — Wenn obige Heilmittel nicht wirken.

Verordnung der Heilmittel. Gebe eine Dosis (6 Kügelchen) alle Morgen von irgend einem dieser Mittel eine Woche oder zehn Tage lang. Wird die Patientin besser, so setze vier Tage lang aus und gebe eine Woche lang jeden Morgen Sulphur.

Allöopathisch. Hier wie in der homöopathischen Behandlung wird das Wasser in gleicher Weise gebraucht. Der Stuhlgang sollte durch ein mildes Reinigungsmittel, z. B. Castoröl und Aloepillen (Pill of aloes), regelmäßig erhalten werden. Fühlt die Patientin während oder vor dem Blutausflusse Schmerz und Vollheit im Kopfe, so gebrauche man folgendes:

Eisenhut- (Sturmhut) Blätter-Tinktur (Tincture of aconite leaves) 2 Drachmen.
Belladonna-Tinktur 1 Drachme.
Spanische Fliegen- (Cantharides) Tinktur 1
Morphium 3 Grane.
Syrup 4 Unzen.

Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal des Tages. Wenn die Schmerzen heftig sind, so mag alle zwei Stunden eine Dosis genommen werden.

Ist der Körper geschwächt, so mag zwischen den Perioden folgendes gebraucht werden:

Kohlensaurer Eisen-Niederschlag (Precip. carbonate of iron) 5 Drachmen.
Sturmhut- (Eisenhut) Extrakt (Extract of conium) 2
Peru-Balsam 1 Drachme.
Alcohol 4 Unzen.
Wintergrünöl (Oil wintergreen) 20 Tropfen.
Syrup 8 Unzen.

Dosis: Zwei Theelöffel voll dreimal des Tages. Schüttle die Mischung vor dem Gebrauch.

Oder:

Orangenschalen-Syrup (Syrup of orange peel) 1 Unze.
Rosenwasser 7 Unzen.
Salzsaure Eisentinktur 1 Unze.

Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll in ½ Glas voll Wasser dreimal des Tages.

Eclectische und Kräuterkur. Wenn die Patientin robust ist, so gebe zeitweilige Dosen von zusammengesetztem Leptandrin-Pulver (Compound powder of leptandrin). Ist sie jedoch schwach und nervös, so erhalte den Stuhlgang regelmäßig mit folgendem:

Pulverisirter Rhabarber Unze.
Doppeltkohlensaures Kali (Bi-carbonate of potassa) 1

Hiervon gebe man eine kleine Dosis dreimal des Tages, genügend um regelmäßige Oeffnung zu erhalten. Als ein Stärkemittel gebrauche man zusammengesetzten Wallwurzwein (Compound wine of comfrey). Zur selben Zeit verordne, wenn Kopfweh und Schmerzen im Kreuz und den Lenden vorhanden sind, warme Am. Ysop- (Penny royal), Rainfarn- (Tansy), schwarzen Schlangenwurzel- (Black cohosh) oder Raute- (Rue) Thee. Manchmal mildert ein warmer, aus Hopfen und Rainfarn zubereiteter und auf den Unterleib gelegter Umschlag die Schmerzen. Wenn, obgleich die Gesundheit durch obige Mittel besser geworden, die Menstruation noch nicht eingetreten ist, so verordne man:

Wiesenrauten-Stammblatt (Caulophyllin) 10 Grane.
Aletridin 8
Belladonna-Extrakt 1 Gran.

Mische dieses und bereite zehn Pillen daraus, von welchen eine dreimal des Tages zu nehmen ist.

Oder:

Kohlensaures Eisen (Carbonate of iron) 7 Grane.
Cimicifugin 3
Entenfuß (Podophyllin) 1 Gran.

Genügend weißen Terpentin, um aus dieser Masse Pillen zu bereiten. Man mache 4 Pillen und nehme eine dreimal des Tages.

Mit gutem Erfolg mag Sabenbaumöl (Oils of savin) und Rainfarn (Tansy), gleiche Theile von jedem, angewandt werden. Man gebe 5 oder 10 Tropfen der Mischung zweimal des Tages, und beginne damit eine Woche, ehe die Menstruation eintreten soll.

Die Bleichsucht (Chlorosis or Green Sickness).

Junge, unverheirathete, schwächliche Frauenzimmer sind es gewöhnlich, die von dieser Krankheit zu leiden haben. Sie stellt sich gewöhnlich zur Zeit der Mannbarkeit (Puberty) ein und äußert sich durch Appetitlosigkeit und Unverdaulichkeit. Die Menstruations-Blutung ist entweder gar nicht vorhanden, oder sehr gering.

Ursachen. Alles, was die Lebensfunktionen stört, z. B. unnahrhafte Speisen und Aufenthalt in feuchten, schlechtgelüfteten Zimmern; die Krankheit kann sich auch vererben, so daß alle Frauenzimmer derselben Familie damit behaftet sind. Diejenigen, die viel Thee, Kaffee, verdünnte Säuren und schlechte Weine trinken und sich sehr fest schnüren, sind dieser Krankheit leicht ausgesetzt. Unter anderen veranlassenden Ursachen mögen genannt werden: Störende Gemüthsbewegungen, unerwiederte Liebe, Heimweh, Trübsinn &c.

Symptome. Die Symptome, welche diese Krankheit kennzeichnen, äußern sich nicht alle zugleich, sondern treten nach und nach auf, so daß sich die Kranke deren kaum bewußt wird. Sie klagt gewöhnlich erst über Ermüdung und Widerwillen gegen geistige und körperliche Anstrengung. Die Hautfarbe ist eigenthümlich, nicht besonders weiß, aber blaß mit gelben und grünlichen Streifen. Die Lippen sind manchmal beinahe ganz weiß, die Augenlider bleifarbig und angeschwollen. Die Haut ist kalt. Der Gaumen wird weiß und die Haut ist gewöhnlich mit einer weißen Masse bedeckt und des Morgens fühlt die Kranke ein klebriges Gefühl im Munde. Der Athem ist übelriechend. Die Patientin ist sehr schwach und ermüdet bei jeder kleinen Anstrengung. Sie athmet schnell, nicht weil die Lungen krank sind, sondern weil sie nicht Kraft genug hat, die Brust gehörig zu erheben. Der Schlaf wird oft gestört und ist nicht stärkend. Hartleibigkeit ist vorhanden und zuweilen auch Uebelsein und Erbrechen. Der Puls ist schwach und schnell. Die Kranke ist traurig, weint oft plötzlich und ist gerne allein. Der Appetit ist verringert und dyspeptische Symptome, z. B. Sodbrennen, saurer Magen, Schmerz in demselben mit Nausea, zeigen sich. Sie begehrt unverdauliche Substanzen, wie Griffel, Kreide, Holzkohle &c. Auf außerordentliche Hartleibigkeit folgt Diarrhöe schlecht verdauter Substanzen. Mit dem Fortschreiten der Krankheit schwellen die untern Gliedmaßen an, hektischer Husten tritt ein, welcher manchmal von Blutspeien begleitet ist. Der Unterleib wird fest und schwillt und zwar oft so stark, daß man die Kranke für schwanger hält. Die Menstruations-Blutung, wenn sie überhaupt eingetreten, wird sehr schwach und schmerzhaft, hält nur kurze Zeit an, ist blaß, wässerig und hört endlich ganz auf. Manchmal fühlt die Kranke heftige Schmerzen in der linken Brust. In manchen Fällen äußern sich nervöse Symptome, z. B. hysterische Anfälle, Krämpfe &c. Man mag die Bleichsucht für Herzkrankheit oder Auszehrung halten, und ich habe deshalb eine genaue Beschreibung derselben gegeben, damit man sie gleich von Anfang an zu erkennen vermag. Jedoch treten an ein und derselben Person nicht alle hier angegebenen Symptome auf; jedoch wird man immer die Mehrzahl derselben finden.

Behandlung.

Allgemeine. Die Thatsache in Betracht ziehend, daß die Ursache „Blutverarmung“ ist, wird die Behandlung verhältnißmäßig nicht sehr schwierig werden. Die Kranke bewege sich viel in der frischen Luft, verwahre den Körper gegen Kälte vermittelst warmer Kleidung und halte sich in einem gut gelüfteten Zimmer auf. Die Kost sollte nahrhaft, nicht aber stimulirend sein. Regelmäßige Gewohnheiten in jeder Beziehung und Herbeiführung heiterer Gemüthsstimmung durch Gesellschaft und unschuldige Vergnügungen — dies ist bei der Behandlung sehr wichtig. Ehe man der Kranken Arznei giebt, müssen die veranlassenden Ursachen entfernt werden. Die Lebensweise der Patientin muß total verändert werden. Ging sie beständig zur Schule, so muß sie nun aus derselben bleiben, ist sie geneigt, immer zu Hause zu sein, so sende man sie aufs Land. Man stelle ihr die Gefahr vor, der sie sich aussetzt, wenn sie sich nicht im Freien bewegt, und verschaffe ihr alle mögliche Bewegung. Die Entfernung der sittlichen und geistigen Ursachen ist die schwierigste Aufgabe; aber auch in dieser Beziehung werden Luft- und Scenerieveränderung, neue Freundschaften u.s.w. eine gute Wirkung ausüben. Diejenigen, die in Fabriken arbeiten oder in ruhiger Körperstellung irgend einem Berufe nachgehen, müssen andere Beschäftigung aufsuchen. Ein lauwarmes Morgenbad, nach welchem der Körper tüchtig gerieben wird, ist von guten Diensten, ebenso das „Sitzbad“ oder das Abwaschen und Baden mittelst des Schwammes am Abend. Vor und nach dem Baden sollte die Patientin spaziren gehen oder sich mit Arbeit Bewegung verschaffen. Während der Menstruation muß alle Behandlung mittelst des Wassers eingestellt werden.

Allöopathisch. Die folgende Vorschrift wird von Dr. Pancoast von Philadelphia empfohlen. Man wechselt mit den Mischungen jeden Tag ab; das heißt, man nimmt No. 1 den einen und No. 2 den nächsten Tag u.s.w.

No. 1. — Kohlensaurer Eisen-Niederschlag (Precip. carbonate of iron) 5 Drachmen.
  Sturmhut- (Conium) Extrakt 2
  Peru Balsam 1 Drachme.
  Zimmetöl 20 Tropfen.
  Syrup 8 Unzen.
  Pulverisirter Gummi Arabicum 2 Drachmen.

Mische. Dosis: 2 Theelöffel voll dreimal des Tages, jeden andern Tag nach den Mahlzeiten. Schüttle die Mischung vor dem Gebrauch.

No. 2. — Brechnuß-Tinktur (Tinct. of Nux Vomica) 1 Drachme.
  Eisen-Iodide-Syrup (Syrup iodide of iron) 1 Unze.
  Syrup 4 Unzen.

Mische dieses. Dosis: ein Theelöffel voll dreimal des Tages, jeden andern Tag in Wasser nach den Mahlzeiten. Eine andere Behandlung:

Man reinige die Eingeweide mit der folgenden Mischung:

Schwefelsaure Magnesia (Sulphate of magnesia) 1 Unze.
Salpetersaures Kali (Nitrate of potash) 10 Grane.
Lakritzen-Extrakt (Extract of liquorice) 1 Skrupel.
Zusammengesetzter Senna-Aufguß (Compound infusion of senna) Unzen.
Jalappen-Tinktur (Tinct. of jalap) 3 Drachmen.
Flüchtiger Salzgeist (Spirits of sal volatile) 1 Drachme.

Mische dieses. Dosis: zwei oder drei Eßlöffel voll zu einer Zeit, mit Zwischenräumen von zwei Stunden, bis die Wirkung eintritt.

Auf dieses verordne man schwefelsaures Eisen 5 Grane, Enzian- (Gentian) Extrakt 10 Grane.

Bereite hieraus 3 Pillen und nehme 1 Pille zweimal des Tages mit zusammengesetzten Aloe- oder Rhabarber-Pillen jeden Abend.

Homöopathisch. Pulsatilla. — Für Frauen mit mildem, ruhigem Temperament, welche oft traurig sind und viel weinen, oder wenn Erkältung und Bloßstellung in der Witterung die Krankheit verursachten. Die folgenden Symptome deuten auf die Verordnung dieser Arznei hin: Fahle Farbe mit Röthe und Hitze abwechselnd, Herzklopfen, kalte Hände und Füße, Schwerathmen, mit einem Erstickungsgefühl nach jeder Anstrengung, öfterer Stuhlgang und Weichheit desselben, Uebelkeit und Erbrechen, Anschwellen der Füße, Frösteln, Ohrensausen und Gesichts-Neuralgie.

Bryonia. — Mag abwechselnd mit Pulsatilla gegeben werden, wenn Blutanhäufungen in der Brust vorkommen, Hartleibigkeit, Nasenbluten, Hitze abwechselnd mit Frösteln, Husten, wobei Klumpen schwarzen Blutes abgehen, Schmerzen im Kreuz.

Ferrum. — Bei großer Schwäche, Appetitlosigkeit, Uebelsein und hektischem Husten, wassersuchtartige Anschwellungen um die Augen, Fahlheit der Haut, die Lippen sind beinahe blutlos, Schwierigkeit beim Athmen, Mangel an Lebenswärme.

Sulphur. — Gegen hartnäckige Fälle, namentlich wenn die obigen Heilmittel nicht wirkten. Klopfende Schmerzen im Kopf, Ohrensausen, saures Aufstoßen vom Magen, Hartleibigkeit mit harten Stuhlabgängen, große Bedrückung nach dem Sprechen, Schwierigkeit beim Athmen mit Druck in der Brust.

Calcarea Carbonica. — Kann nach Sulphur gebraucht werden, namentlich wenn die Abzehrung sehr bedeutend ist und die Patientin Schwierigkeit beim Athmen hat.

China und Carbo Vegetabilis. — Eine Dosis abwechselnd jeden Abend 5 oder 6 Wochen lang, wenn das Uebel nach einer heftigen Krankheit oder nach Hämorrhoiden eingetreten ist.

Verordnung der Heilmittel. Man verordne vom gewählten Heilmittel 5 oder 6 Kügelchen — trocken — einmal in 4 Stunden. Sobald Besserung eintritt, so gebe man die Arznei alle 12 Stunden oder alle 2 oder 3 Tage.

Kost. Diese sollte ganz einfach, aber nahrhaft sein. Man vermeide alle Stimulanten und hochreifen Früchte &c. Kaffee, grüner Thee und Liquöre dürfen nicht genossen werden.

Eclectische und Kräuterkur. Um den Stuhlgang regelmäßig zu erhalten, gebrauche man zusammengesetzte Leptandrin-Pillen (Compound pill of leptandrin), jeden Abend zu nehmen. Wirkt diese Dosis nicht, so füge zu jeder Pille 120 Gran Brechnuß (Nux Vomica) hinzu. Ist der Magen sauer, so gebe kohlensaures Natron (Carbonate of soda), oder kohlensaures Kali (Carbonate of potash), oder kohlensaure Magnesia (Carbonate of magnesia), mit Gelbwurz- oder Quassia-Thee. Zur Verbesserung des Blutes brauche folgendes:

Kohlensaures Eisen (Carbonate of iron) 5 Drachmen.
Assafötida Skrupel.
Entenfuß (Podophyllin) 8 Grane.

Mische dieses und bereite 24 Pulver daraus und verordne 1 Pulver dreimal des Tages.

Oder dieses:

Myrrhen-Tinktur, Aloe-Tinktur, von jedem 1½ Unzen, Blutwurzel- (Blood root) Tinktur, salzsaure Eisen-Tinktur (Muriated tinct. of iron), von jedem eine Unze. Mische dieses und verordne einen Theelöffel dreimal des Tages.

Oder die folgenden Pillen:

Schwefelsaures Eisen (Sulphate of iron), zu pulverisiren und an die Luft zu setzen, bis es trocken und weiß wird 1 Drachme.
Chinin (Quinine) 30 Grane.
Myrrhen (Gum Myrrh) 30
Entenfuß (Podophyllin) 20

Hiervon bereite man 60 Pillen mit Enzian-Extrakt (Extract of gentian) und nehme eine Pille Abends und Morgens.

Die zusammengesetzten Pillen von blausaurem Eisen (Compound pills of ferrocyanuret of iron) werden ebenfalls empfohlen. Man nehme dieselben Morgens und Abends. Man sollte eines dieser Präparate mehrere Wochen lang hinter einander nehmen und alsdann ein anderes.

Uebermäßige Menstruation (Profuse Menstruation — Menorrhagia).

Dies ist, wie der Name angiebt, ein übermäßiger Blutfluß während der Menstruation. Die Quantität Blut, die während der Monatsperiode ausfließt, ist bei verschiedenen Frauen verschieden, beträgt aber gewöhnlich zwischen vier und acht Unzen. Die Quantität mag an der Zahl der gebrauchten Tücher (Napkins) geschätzt werden. Jedes derselben enthält etwa ½ Unze oder einen Theelöffel voll, so daß 8 Napkins 4 Unzen enthalten würden, 20 zehn Unzen u.s.w. Bei manchen Frauen mag der Blutausfluß sehr reichlich sein, ohne daß dadurch die Gesundheit beeinträchtigt würde.

Ursachen. Dieses Uebel mag durch einen schwachen Zustand der Gebärmutter, durch vieles Kinderzeugen, Frühgeburten, üppiges Leben und zu langes und zu vieles Säugen, oder durch Gemüthsbewegungen, übermäßige Anstrengung, Tanzen, Fälle, schweres Heben, Erkältungen und geistige Aufregung erzeugt werden.

Symptome. Erschöpfung der Körperkräfte, Schwäche und Schmerz im Rücken, der sich bis zu den Hüften und über die Lenden zieht, fahles, eingesunkenes Gesicht, Kopfweh mit Klopfen in den Schläfen, Schmerz in der linken Seite, im Magen und in den Gedärmen, manchmal Diarrhöe mit großer Nervenschwäche.

Behandlung.

Allgemeine. Die Patientin muß sich auf ein hartes Lager niederlegen und keinerlei stimulirende Speisen und Getränke genießen. Das Zimmer sollte kühl und sie sollte mit leichten Decken bedeckt sein. Man bade die Füße in warmem Wasser, und wenn der Ausfluß sehr stark ist, so lege Tücher, gut mit Essig und Wasser getränkt, auf den Unterleib. Die Hüften müssen höher zu liegen kommen als der Kopf, und nur in den äußersten Fällen sollte man zum Verstopfen greifen. Muß es aber geschehen, so nehme man ein etwa 4 Zoll im Quadrat großes Stück Linnenzeug und bringe dasselbe in die Scheide, so daß diese angefüllt wird, worauf man eine Binde zwischen den Beinen befestigt. Kalte Hüftenbäder, sowie das Einspritzen von kaltem Wasser in die Scheide werden, falls die Blutung nicht heftig ist, dienlich sein.

Eclectische und Kräuterkur. Man nehme gleiche Theile pulverisirten Alaun, Geranium und Holzkohle, mische dieses und gebe davon 15 Grane alle 10–20 Minuten; oder je einen Theelöffel voll Salpeter und Alaun; mische dieses und vertheile die Masse in 6 Pulvern, von welchen eins alle 2–4 Stunden zu geben ist. Ein aus ganzem Zimmet (Cinnamon bark), oder ganzem Zimmet und den Blättern der rothen Himbeerstaude bereiteter Thee wird wohlthätig wirken, wenn die Patientin viel davon trinkt. Auch wird ein aus gleichen Theilen kurzblätterigem Dreiblattklee (Beth root), blauer Schlangenwurzel (Blue cohosh) und mehliger Aletris bereiteter Thee, von welchem je eine halbe Unze mit einem Pint kochenden Wasser vermischt wird, sehr empfohlen. Hiervon mag während eines Tages ein Pint getrunken werden. Zur selben Zeit nehme man alle Stunde oder 2 Stunden ein aus 5 Granen span. Pfeffer (Cayenne), ½ Gran Opium und 1 Gran Ipecacuanha (Ipecac) zusammengesetztes Pulver. Sind bedeutende Schmerzen vorhanden, so kann das folgende alle zwei oder drei Stunden verordnet werden: ½ Gran Morphium, 4 Grane spanischen Pfeffer, 4 Grane Harz (Rosin) in Brombeerensyrup zu geben. In manchen Fällen wird salzsaure Eisentinktur (Tincture of muriate of iron) in Dosen von 15 Tropfen alle halbe Stunde oder mehr, je nach Heftigkeit der Symptome, gute Dienste leisten. Zwischen den „Perioden“ gebe man zur Verhütung der Ueberblutung zusammengesetzten Wallwurzwein (Compound wine of comfrey) ein- oder zweimal des Tages und lasse die Patientin viel Thee von Brombeerwurzel oder kurzblätterigem Dreiblattklee trinken.

Homöopathisch. Ipecac. — Wenn der Ausfluß hellroth und die Menstruation zu oft eintritt. Man mag Sabina darauf folgen lassen.

Belladonna. — Wenn die Menstruation zu frühe wieder eintritt und die Patientin drückende Schmerzen mit heftigem Kopfweh empfindet, geröthetes Gesicht und kalte Gliedmaßen.

Orocus. — Ist ein wichtiges Heilmittel und ist zu gebrauchen, wenn der Ausfluß aus dunkeln Klumpen besteht.

Chamomilla. — Wenn der Ausfluß dunkelroth und verbunden ist mit kolikartigen Schmerzen, die den Wehen ähnlich sind, heftiger Durst, Kopfweh, mit geschwächtem Augenlicht und Ohrensausen.

Nux Vomica. — Wenn der Ausfluß plötzlich heftig ausströmt, eine Zeitlang aufhört und dann wieder beginnt. Unterleibskrämpfe, Uebelkeit, Erbrechen, Ohnmachten; ein Gefühl der Schwere und des Wundseins, als ob dasselbe von einer Quetschung herrühre.

Calcarea Carbonica — ist gegen hartnäckige Fälle sehr gut, wo der Ausfluß lange Zeit stattgefunden und bedeutende Störungen im Organismus veranlaßt hat. Geeignet für Personen mit schwachen, schlaffen Muskeln und skrophulösem Organismus.

Secale. — Bei sehr starkem Ausfluß mit heftigem Krampf, krampfhaftem Jucken in den Füßen und Kälte der äußeren Gliedmaßen.

Verordnung der Heilmittel. Löse von dem gewählten Heilmittel 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und nehme alle halbe Stunde, oder jede Stunde oder zwei Stunden einen Theelöffel voll, je nach der Heftigkeit der Symptome.

Allöopathisch.

Essigsaures Blei (Acetate of lead) 10 Grane.
Pulverisirtes Opium 6

Bereite hieraus 10 Pillen und nehme eine Pille alle eine oder zwei Stunden, bis sich der Ausfluß vermindert. Das folgende wird sich als sehr wirksames Mittel erweisen:

Zimmetöl (Oil cinnamon) 2 Drachmen.
Berufskraut- (Can. Flöhkraut) Oel (Oil erigeron) 2
Pulverisirtes Gummi Arabicum 1 Drachme.
Wasser 4 Unzen.

Dosis: Einen oder zwei Theelöffel voll alle 1, 2 oder 3 Stunden in versüßtem Wasser.

Wenn die Patienten robust und alle anderen Funktionen in Ordnung sind, so werden Blutungen an den Lenden mittelst Blutegel gute Dienste leisten, dabei verordne das Folgende:

Galläpfel-Säure (Gallic acid) 20 Grane.
Rother Mohnsamen-Syrup (Syrup of red poppies) 2 Drachmen.
Gummi Arabicum-Schleim (Mucilage of gum arab.) 2
Wasser Unzen.

Dosis: Einen Theelöffel voll alle 3 oder 4 Stunden.

Zwischen den Monatsperioden muß man den Körper durch ein Eisenpräparat zu stärken suchen; eines der besten ist das folgende:

Kohlensaurer Eisenniederschlag (Prec. carb. of iron) 5 Drachmen.
Eisenhut-Extrakt (Extract conium) 2
Peruanischer Balsam (Balsam Peru) 1 Drachme.
Zimmetöl (Oil cinnamon) 20 Tropfen.
Syrup 8 Unzen.
Pulverisirtes Gummi Arabicum 2 Drachmen.

Dosis: Zwei Theelöffel voll drei- oder viermal des Tages in Wasser. Schüttle die Mischung vor dem Gebrauch.

Das folgende wird sehr geschätzt:

Ammoniakcitronensaures Eisen (Ammonia citrate of iron) 2 Drachmen.
Zusammengesetzte Cardamon-Tinktur (Compound tincture of cardamons) 2
Chirayta-Aufguß (Infusion of chiretta) Unzen.

Dosis: Einen Eßlöffel voll dreimal des Tages.

Eine andere erfolgreiche Arznei wird von Prof. Meigs in Philadelphia empfohlen:

Pulverisirter Alaun (Pulv. Alum) 5 bis 20 Grane.
Geriebene Muskatnuß (Grated nutmeg) 2

Bereite hieraus ein Pulver und gebe dasselbe in aus weißem Zucker, den man kochen läßt, bereitetem Syrup alle Stunden.

Schwere Menstruation (Menstrual Colic, Painful Menstruation — Dysmenorrhœa).

Dieses Uebel ist durch den Namen gekennzeichnet, welcher eine mit Schwierigkeiten verknüpfte Monatsperiode bedeutet, mit vorhergehenden heftigen Schmerzen im Rücken und dem Unterleib.

Ursachen. Erkältungen, die sich Frauen während der Menstruation zuziehen, Erschrecken, heftige Geisteserregungen, hartnäckige Hartleibigkeit, sitzende Lebensweise, kleiner Mund und Hals der Gebärmutter. Frauen, welche mit diesem Uebel behaftet sind, werden gewöhnlich von demselben durch Heirath befreit.

Symptome. Heftige, drückende Schmerzen in der Gegend der Gebärmutter, wehenartige Schmerzen, Ruhelosigkeit, Frösteln abwechselnd mit Hitze, Kopfweh, Schmerz im Kreuz (Small Back) im Unterleib und den Lenden. Der Ausfluß ist gering und enthält Fasern und Blutklumpen.

Behandlung.

Allgemeine. Die Patientin sollte sogleich ins Bett gehen und sich warm zudecken. Sie darf keine stimulirenden Speisen und Getränke gebrauchen; soll aber warme Fußbäder, Sitzbäder und Aufschläge von Hopfen oder Tüchern, die in warmes Wasser getaucht wurden, anwenden.

Homöopathisch. Belladonna. — Wenn die Schmerzen im Unterleib derart sind, als ob die dortigen Theile fest umspannt wären, heftige Schmerzen im Rücken, drückende Schmerzen, als ob die Theile herausfallen wollten. Die Schmerzen treten vor dem Blutausfluß ein und sind mit Blutandrang nach dem Kopf und Kopfweh begleitet; erschreckende Visionen, rothes, aufgedunsenes Gesicht und heftiger Durst.

Pulsatilla. — Unterleibskrämpfe mit Abgang von Klumpen dunkeln oder blassen Blutes, drückende Schmerzen im Unterleib, im Kreuz und in den Seiten, Uebelkeit und Erbrechen, häufige Neigung zum Stuhlgang und Urinmachen.

Coffea. — Große Nervenaufregung, Zähneknirschen, Schreien, Kolik, Vollheit und Druck im Unterleib, Kälte des Körpers. Mag abwechselnd mit Pulsatilla verordnet werden.

Chamomilla. — Wehenartige Schmerzen, Menstruation zu stark, zu frühe und mit heftigen Unterleibskrämpfen verbunden.

Nux Vomica. — Gebärmutterkrämpfe, zerrende Schmerzen im Unterleib und Schmerzen im Rücken, als ob dieser gebrochen wäre, Uebelkeit und Neigung zum Urinmachen.

Secale Cornutum. — Schneidende, reißende Kolik mit starkem, lang anhaltendem Ausfluß, blasses Gesicht, kalte Gliedmaßen und kalter Schweiß.

Veratrum. — Kolik mit Uebelsein und Erbrechen, nervöses Kopfweh, Kälte der Füße, Nase und Hände, Ohnmachtanfälle.

Allöopathisch. Das folgende wird sehr empfohlen:

Sturmhutblätter-Tinktur (Tinct. of aconite leaves) 2 Drachmen.
Süßer Salpetergeist (Sweet spirits of nitre) 1 Unze.
Morphium 3 Grane.
Syrup 4 Unzen.

Dosis: Einen Theelöffel voll alle halbe Stunde, bis Linderung eintritt.

Oder „Dover’s Pulver,“ 10 oder 15 Grane auf einmal zu geben und 5 Grane in einer Pille alle 3 bis 4 Stunden; nach jeder Pille gebe man eine Dosis der folgenden Mischung:

Essigsaure Ammoniak-Auflösung (Solution of acetate of ammonia) Unze.
Süßer Salpetergeist (Sweet spirits of nitre) 2 Drachmen.
Syrup 2
Kampher-Mischung (Camphor mixture) 4 Unzen.

Mische dies. Dosis: Den vierten Theil.

Zwischen den Perioden hat sich die Patientin viel Bewegung zu machen; ein warmes Hüftbad drei Abende in der Woche zu nehmen, wobei Wasser tief in die Scheide einzuspritzen ist. Man halte den Stuhlgang mit Aloe- oder Myrrhen-Pillen regelmäßig und nehme einen kleinen Theelöffel voll flüchtige Guajack-Tinktur (Volatile tincture of guaicum) dreimal des Tages in Wasser. Kurz vor der Zeit, da die Periode eintritt, nehme man folgendes am Abend:

Calomel (geläutertes Quecksilber) 3 Grane.
Opium 1 Gran.

Morgens nehme man eine Dosis Castoröl und beim Eintritt der Periode Dover’s Pulver und Mischung, wie oben angegeben. Diese Behandlung ist jedesmal zwischen den Perioden zu wiederholen, bis Besserung eintritt.

Das folgende sollte nach der Empfehlung von Prof. Meigs einige Tage vor dem Eintritt der Menstruation verordnet werden:

Säuerliche Zeitlosen-Tinktur (Acetous tincture of colchicum) 3 Drachmen.
Magnesia 1 Drachme.
Schwefelsaure Magnesia (Sulphate of magnesia) 3 Drachmen.
Distillirtes Münz- oder Zimmet-Wasser 4 Unzen.

Mische dieses. Dosis: Ein kleines Weinglas voll alle zwei oder drei Stunden, bis die Medizin wirkt. Ehe man dieses Mittel einnimmt, sollte den Abend zuvor eine kleine Dosis Blaupillen (Blue pills) verordnet werden.

Eclectische und Kräuterkur. Schaffe Stuhlgang-Oeffnung durch folgendes:

Pulverisirte Aloe 30 Grane.
Gummigutt (Gamboge) 30
Entenfuß (Podophyllin) 20
Spanischer Pfeffer (Cayenne) 10

Bereite daraus mittelst Gummi Arabicum Schleim 30 Pillen, nehme 3 Pillen für eine Dosis alle 4–6 Stunden, bis sie wirken. Ein heißer Hopfen-, Rainfarn- (Tansy) oder Wasserdost- (Boneset) Umschlag mag auf den Unterleib gelegt werden. Zu gleicher Zeit nehme das folgende:

Pulverisirter Kampher } je 25 Grane.
Macrotin
Brechwurz } je 12
Spanischer Pfeffer
Opium

Bereite hieraus 25 Pillen mittelst Bilsenkraut- (Hyosciamus) Extrakt und nehme alle 2, 3 oder 4 Stunden eine Pille, je nach den Symptomen. Ein Dunstbad (Spirits vapor bath) leistet in manchen Fällen ausgezeichnete Dienste. Auch wird Gelsamin-Tinktur (Tinct. of Gelseminum) in Dosen von ½ Theelöffel voll alle Stunden oder öfters zu nehmen, empfohlen. Sind die Schmerzen sehr heftig, so füge man 5 Tropfen Sturmhut-Tinktur (Tinct. of Aconite) zu jeder Dosis. Zwischen den Perioden gebrauche folgendes:

Kampher Skrupel.
Schwefelsaures Chinin (Sulphate of Quinine) 35 Grane.
Stechapfel-Extrakt (Extract of Stramonium) 20

Bereite hieraus mittelst Aletridin 80 Pillen und nehme 1 Pille alle 4–5 Stunden.

Der zusammengesetzte Syrup der Mitchella (Partridge berry) wird für hartnäckige Fälle sehr empfohlen und muß lange Zeit damit fortgefahren werden.

Unterdrückte Menstruation (Supression of the Menses — Amenorrhœa).

Hierunter versteht man ein Ausbleiben der Monatsperiode, nachdem dieselbe bereits eingetreten, und mag dieses Uebel entweder acut oder chronisch sein.

Ursachen. Erkältungen, die sich die Betreffende während des Blutausflusses durch nasse Füße &c. zugezogen hat, Furcht, Erschrecken, Gemütsbewegungen, Angst, Fieber und andere acute Krankheiten. Chronische unterdrückte Menstruation kann entweder durch die acute herbeigeführt, oder durch geschwächten Körperzustand und Krankheiten des Eierstocks und der Gebärmutter verursacht werden. Auch mag dieses Uebel durch ein verschlossenes Hymen entstehen, in welchem Falle es von einem Arzte aufgeschnitten werden muß.

Symptome. Folgende Symptome zeigen sich bei solchen Frauen, deren Körper und Geschlechtsorgane vollkommen entwickelt sind: Kopfweh, Fieber, heiße Haut, schneller Puls, Durst, Schwere, Vollheit und Pochen im Mittel- und Hinterkopf, Schmerzen im Rücken und den Lenden, kalte Füße und Hände. Frauen, die nervös und von zartem Körperbau sind, haben hysterische Anfälle und selbst Epilepsie. Die Symptome der chronischen Periodenunterdrückung sind: Abnahme der Gesundheit, Appetitlosigkeit, Fahlheit der Haut, Schmerzen im Rücken und den Seiten, Hartleibigkeit und Kopfweh.